02/07/2014 - Leuchtmittel

Kaum blöke ich zum ersten Mal, werfe ich schon alle meine Grundsätze über Bord. Politik färbt eben doch ab. Denn was haben Leuchtmittel mit Fußball, Fernost, Flaschenpfand oder Finanzdienstleistungen zu tun? Nichts, aber lesen Sie trotzdem selbst.

Vor ungefähr zwei Monaten gaben im Kinderzimmer zwei Lampen gleichzeitig ihren Geist auf, weil die Leuchtmittel hin waren. Ich habe meinen Sohn durchaus in Verdacht, den Ausfall der Lampen durch permanentes Aus- und Anschalten selbst provoziert zu haben. Bei der Halogenleuchte dauerte es weinige Minuten, bis im Ersatzteilschrank Ersatz gefunden wurde und erfolgreich eingesetzt wurde: Dunkelkammerperiode beendet. Die andere Lampe jedoch bereitete unerwartete Probleme. Es rächte sich, dass diese Glühbirne bei der Bevorratung im Rahmen der Maßnahmen vor Inkrafttreten des Glühbirnenverbots schlicht übersehen wurde.

Ein erster Gang führte zu Saturn. Nichts. Als Alternative wurde mir eine Energiesparbirne gezeigt, die zwar dieselbe Leuchtkraft haben sollte, aber vom Durchmesser zu groß war und 19,90 EUR kosten sollte. Aber: auch wenn die Trittine es noch so wollte: Gift hole mir nicht auch noch freiwillig ins Haus. Ab dann zum Elektriker meines Vertrauens neben dem KOMM-Center. Nein, diese Birne könne er mir nicht beschaffen. Und ein passender LED-Ersatz würde nicht unter 28 EUR kosten. Es würde aber gegen seine Meisterehre verstoßen, mir so ein Teil zu verkaufen. Der Mann hat nicht nur Ahnung, sondern auch cojones; ist eben der Elektriker meines Vertrauens.

Also ab ins Internet. Es ist erstaunlich, was da - und für welche Preise! - noch im Glühbirnensegment angeboten wird. Aber die passende Birne fand ich auch nach längerer Recherche nicht. Dafür machte ich zufällig die Herstellerfirma der Lampe - eine wirklich schöne übrigens, die man nicht so einfach entsorgen möchte - ausfindig. Kurzer Anruf. Ja, die Birne kann man tatsächlich noch besorgen. Zwar nicht beim Hersteller Heitronic, aber bei Insatech. Diesen Händler hatte ich bei der Unmenge an Anbietern tatsächlich übersehen. Also auf deren homepage gleich zwei Stück für je 3,95 EUR plus Versand geordert und Vorkasse geleistet. Drei Werktage später war das Päckchen da. Aber die falschen Birnen! Mail hin, mail her - Ergebnis: genau diese Birne ist nicht mehr vorrätig. Ich bekam eine Retourenmarke und ab zur Post. Erster Besuch: eine Schlange von ca. zwanzig Weiblein mit Zalando-Retouren. Keine hat gekreischt. Einen Tag später ein neuer Versuch - und ab die Post. Wiederum drei Tage später hatte ich das Geld zurück. Also nur Zeit und Druckerschwärze verloren.

Es wurde Zeit zu Elektro Kaess zu gehen. Bisher konnten die alles besorgen - die Preise sind allerdings entsprechend. Auch diese Birnen könne man besorgen, ca. vier EUR das Stück. Gleich zwei bestellt. Zwei Tage später der Anruf: kosten sieben Euronen. Bestellung auf ein Exemplar reduziert. Zwei weitere Tage später war das Teil da: zu klein. Einige Tage später wieder mit dem kaputten Originalteil vorbei getrabt zum Nachmessen. Auch das könne man noch ordern für knappe 10 EUR das Stück. Okay. Drei Tage später auf dem Weg zum Tag der Offenen Tür in der Rudolph-Koch-Schule das Teil abgeholt. Die Größe schien ok zu sein. Daheim dann das böse Erwachen: die Birne war defekt. Nach dem Wochenende wieder zu Elektro Kaess: man versucht das Ding umzutauschen. Die Damen dort sind wirklich unheimlich nett und bemüht. Und wenn die es nicht schaffen, eine Glühbirne zu besorgen, wer dann? Ich war gespannt. Und tatsächlich vergingen wieder vier Werktage, bis der Anruf kam: Teil da, funktioniert. Leuchtete wirklich - und so hatte ich nach ca. zwei Monaten eine neue Glühbirne. Eine Sache, die früher maximal drei Tage gedauert hätte. Inzwischen ging eine Leuchte in der Küche kaputt. Der Beschaffung ging stressfrei über die Bühne. Aber statt der 6,99 EUR, die ehedem fällig wurden, wechselten diesmal 17 EUR den Besitzer.

Ist es das, was die Trittinen in der EU und hier und ihr Anhang wollten? Den Austausch einer Glühbirne zu einem Abenteuerurlaub umzufunktionieren, auf dass man auf umweltschädliche Fernflüge verzichtet? Überhaupt unsere putzigen Politfreunde. Da sabbelt doch eine Frau Henrichs oder so, die bislang nur durch das Propagieren alternativer Lebensformen und eine unglaubliche Unkenntnis die Kosten der Endlagersuche betreffend aufgefallen war, ungefragt davon, man solle das Subprekariat aus seinen Wohnungen jagen und in gemischten Wohngebieten unterbringen. Und führte ausgerechnet unser schönes Offenbach als Beispiel an, wo so etwas nötig wäre. Ich will die Sache nicht vertiefen, aber Insider wissen, dass man genau das mit dem Lohwald bereits durchexerziert hat, als sich diese Frau H. noch hauptberuflich mit dem Mümmeln exotischer Müslimischungen beschäftigte. Und der Erfolg?

Und nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, kotzt sich ein Herr Steinbeißer oder so aus, was man alles mit der Ukraine machen würde, wenn man da nicht Gesetz und Ordnung beachten würde. Herr St. und Gesetz? Das Verhalten von Old Kidney bei der Kurnaz-Affäre hat gezeigt, was er von Gesetzen hält. Es ist erstaunlich, dass gerade er das Maul am weitesten aufmacht. Möchte gerne wissen, wovon er damit ablenken möchte. Aber schön, wenn wir so eine fiele Politikerschar alimentieren, die da immer für Kurzweil und Laune sorgt.