02/10/2014 - Turnier in Zeilsheim

Endlich kann ich über Fußball schreiben. Kurz nach 7 Uhr klingelte mich am Samstag morgen das handy aus dem Bett. Ex- und hoffentlich-bald-wieder-Trainer Jens kam von der Schicht zurück und fragte, ob wir gleich zum Turnier der Gemaa in der Halle gehen sollten, in der wir in zwei Wochen selbst ein Turnier ausrichten würden. Bei einem Start um 9 Uhr war das ein eher suboptimaler Vorschlag. Stattdessen ging ich um halb elf dorthin, wo kurz darauf auch Interimstrainer Guiseppe auftauchte. Die Gemaa hat einige Probleme, deren Organisation uns noch nicht ganz klar war, wirklich gut gelöst. Warum aber eine Stromquelle angezapft wurde, vor deren Benutzung wir eindrücklich gewarnt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn die Tribünen ausgefahren sind, macht die Halle einen wirklich guten Eindruck.

Und dann haben wir es tatsächlich geschafft, ohne Ausfall (dass Jakob und Alex sowie Mario nicht kommen würden, stand vorher fest) zwei gleich gute Teams zu Turnieren zu schicken. Während Guiseppe mit seiner Mannschaft den achten Platz von zehn Teilnehmern in Darmstadt belegte, machten wir es in Zeilsheim besser. Der offizielle Turnierbericht steht wie immer auf der Vereins-homepage. Wie gut, dass ich nicht in Darmstadt war. Die Niederlage gegen meinen Hassverein aus Bessungen hätte mich vielleicht zu einem Tobsuchtsanfall motiviert.

Nix Konvoi diesmal, in drei verschiedenen Tranchen erreichten wir überpünktlich die Stadthalle Zeilsheim. Schöne Halle - wenngleich meine Kamera mit der Beleuchtung irgendwie klar kam, und die Halle in Darmstadt fünf Klassen besser ist. Das catering bot wie übrigens auch das in Darmstadt keinerlei Anlass zur Kritik - große Auswahl, zivile Preise, gemütliche Sitzgelegenheiten - nur an einen Flaschenöffner hatte niemand gedacht. Wozu haben Wikinger Zähne.

Das Auftaktspiel bestritt die erste Mannschaft des Gastgebers, deren Trainer action Marke Rossi bot, gegen Oberliederbach, das heute ohne Überspielerin Camilla antrat und daher auch verlor. Im unserem ersten Spiel war der SV Wiesbaden unser Gegner. Unsere Jungs waren noch nicht eingespielt - man merkte, dass das letzte Training ausgefallen war. Trotz Feldüberlegenheit verloren wir 0:2. Das war nicht nötig.

Ich nutzte die Pause vor dem zweiten Spiel, um endlich einmal die St.Bartholomäus-Kirche, die heute tatsächlich auf war, innen abzulichten. Dann match gegen Oberliederbach. Eine einseitige Sache. Ausgerechnet Arecar eröffnete den Torreigen in der vierten Minute mit einem Abstauber. Der 4:0-Endstand war mehr als gerechtfertigt. Im anderen Gruppenspiel besiegte der SV Wiesbaden nach 0:2-Rückstand den Gastgeber mit 3:2. Der Schiri erklärte dann in der Caféteria, dass er vom Gebrüll des Gastgebertrainers halbtaub sei.

Kurz darauf mischte sich eine ethnisch heterogene Gruppe Heranwachsender mit Knastvisagen in unseren Fanblock. Dieser Teil der Zeilsheimer Dorfjugend interessierte sich nicht die Bohne für den Fußball, sondern beleidigte die Schwester eines unserer Spieler derbe. Es war wie im Anke-Angelke-Clip, nur krasser. Und schlich sich dann endlich, sodass wir beim letzten Gruppenspiel, welches uns den Gastgeber bescherte, wieder unter uns waren. Deren Trainer muss einen Blutdruck von mindestens 250 zu 175 gehabt haben. Das änderte nichts daran, dass unsere Jungs die Zeilsheimer mit 4:0 besiegten. Jetzt hing vom Ausgang des letzten Gruppenspiels ab, ob wir im Finale oder im Spiel um Platz 3 landen würden. Tatsächlich führte Oberliederbach bis zur 10. Minute mit 2:1. Aber es hat nicht sollen sein, denn der SV Wiesbaden drehte mit zwei späten Toren auch dieses Spiel. Somit mussten wir uns mit dem kleinen Finale zufrieden geben.

In der Zwischenzeit nutzte ich die Gelegenheit, um nach fast 7 Jahren Abwesenheit einmal wieder den Sportplatz Lenzenburgstraße aufzusuchen. Viel geändert hat sich nicht. Zurück gekommen, geriet ich in einen Auflauf. War doch der Abschaum der Art, den wir bei unserem Turnier sofort rausschmeißen würden (bzw. lt. Vereinsführung rausschmeißen müssen), zurück gekommen und hat unsere Tamara krankenhausreif geschlagen. Habe ich noch nie bei einem Jugendturnier erlebt. Ein halbes dutzend Assis verprügeln ein Mädchen. Die Assis konnten fest gehalten werden, bis die Polizei dann auch irgendwann kam. Und schon machte sich der segensreiche Einfluss der Verbrecher, die unter der Firmierung Rechtsanwalt den rechtschaffenen Teil der Bevölkerung terrorisieren dürfen, bemerkbar. Tamara und ihre Mutter hätten die Wichser von der Abschaumstelle gewürgt. Auf Anzeige folgte Gegenanzeige. Dann auf der einen Seite das Gutmenschentum übelster Art: Vereinsangehörige taten kund, was für herzensgute Menschen die Assis, die man kenne, ja seien. Wahrscheinlich alles Reinkarnationen von Mutter Teresa. Entweder die sind so krank oder der Club ist schon fest in den Händen der Zeilsheimer Mafia. Auf der anderen Seite waren die Sprüche aus unserer Ecke auch nicht wesentlich besser. Dieter: wenn Teil der OFC-fans mit Stadionverbot davon Kenntnis erhält, wird ein 50-Mann-Kommando da mal aufräumen. In ein ähnliches Horn blies Jens. Mann, kleine Brötchen backen ist momentan angesagt, keine Sprüche. Das ist kontraproduktiv.

Fußball wurde trotzdem noch gespielt. Im Spiel um Platz 3 ging es gegen die Torfabrik der Vorrunde, den TuS Hornau. Der hatte eine einzige Chance - ein Lattentreffer in der zweiten Minute. Ansonsten Spiel in einer Hälfte. Lediglich unser eigenes Unvermögen führte dazu, dass es "nur" ein 2:0-Sieg wurde. Gab dann schöne Medaillen und einen Pokal. Klaro, bei den Begleitumständen kann man nicht von einem schönen Turnier sprechen. Aber sportlich war es ok.