03/06/2014 - Abschluss der Hallensaison

Hallenfußball ist zwar irgendwie sinnlos, aber wenn man nicht draußen kicken kann oder darf, was wäre die Alternative? Hauptsache, die Kinder haben ihren Spaß. So ging es am ersten März-Sonntag in die Sporthalle am Ried in Enkheim zum letzten Hallenturnier der Saison. Von den Temperaturen her hätte man durchaus draußen kicken können. Der offizielle Spielbericht wie immer auf der Vereins-homepage. In einem Umfeld von 2003er-Mannschaften bzw. Kreisliga-Teams erreichten wir unter Leitung von Guiseppe einen hervorragenden zweiten Platz. Nicht auszudenken, wenn wir die beiden Großchancen im Überzahlspiel zu Beginn gegen RW Frankfurt im Finale genutzt hätten. Der Sieg gegen die Rosenhöhe wog das auf. Germania Enkheim als Ausrichter ließ es wieder krachen, auch wenn Stepi sich heute nicht blicken ließ. Ein Bomben-Kuchenbuffet. Und eine irre Lösung des Problems, die Halle nicht durch Frittenfett vollzustinken: gebrutzelt wurde draußen. Netterweise ließen mich die Funktionäre zum Groundspotting auf den Sportplatz Rangenbergstr., den man hoffentlich in Bälde bei einem Pflichtspiel besuchen kann. Dafür konnte ich mit Fotos vom alten Riedstadion glänzen, die händeringend für eine Chronik benötigt wurden.

An diesem Wochenende erreicht auch die Karnevalssaison mit den Umzügen ihren Höhepunkt. Erstes Ziel beim Zugspotting sollte die Kreisstadt Dietzenbach sein. Vorher noch einen Abstecher zu Germania Bieber, ob sich ein Vereinswechsel dorthin lohnen sollte: eher nicht. Dietzenbach war karnevalstechnisch eine einzige Enttäuschung. Nachdem wir uns durch die Sechziger-Jahre-Bunker und die dortigen keineswegs karnevals-affinen Prekariats- bzw. Maghrebiner-Massen in die Altstadt gekämpft hatten, erlebten wir einen Karnevalszug, der von der Größe her einer Kreisstadt unwürdig war. Anderenteils ist es bewundernswert, in so einem Umfeld überhaupt etwas auf die Beine zu stellen. Kamelle für die Kinder gab es jedenfalls ausreichend. Und beim Zug nach Jahren meinen alten Freund Burkhard wieder getroffen. Irre, dass der mich noch wieder erkannt hat.

Zufällig stieß ich bei der Suche nach Möglichkeiten für den Rosenmontag auf den Karnevalsumzug in Hundstadt. 916 Einwohner, fünf Brunnen und eine Thai-Massage. Ich fuhr allein hin. Ein beachtlicher Lindwurm von beinahe Kult-Charakter wälzte sich durch die Hauptstraße. Leider wenig Volk am Rand. Das hat dieser Zug nicht verdient. Anschließend Fotos vom dortigen Sportplatz gemacht, lohnt aber nur für hardcore-hopper. Abschluss bildeten der Besuch des für mich neuen Taunus-Carrés und des brandneuen Sportparks in Fiedrichsdorf. Wenn man der Gegengerade noch etwas Ausbau gönnen würde, gar nicht übel. Heutiges Sallergebnis 1,25 EUR.

Ebenfalls zufällig las ich, nachdem ich für den Dienstag eigentlich Lämmerspiel eingeplant hatte, dass der Karnevalsverein in Dieburg der größte in Deutschland sei. Also umdisponiert und mit ein paar kids nach Dieburg gefahren. 110 Gruppen, das ist schon klasse, da können in der Gegend wohl nur Seligenstadt, Hanau und Dörnigheim mithalten. Und Kamelle satt. Hat sich auf meiner Karnevalsumzug-Hitliste weit oben platziert. Beachtlich, dass es am Karnevals-Wochenende kein Problem mit dem ÖPNV gab, sondern alles pünktlich war.

Beim Aufräumen im LP-Archiv auf echte Schätze gestoßen. Warum ich die Colour von den Christians nach einmaligem Anhören vor 23 Jahren achtlos in die Ecke gestellt hatte, kann ich nicht nachvollziehen.

Derweil treibt mein Datenschutz-Problem mit der Schufa auf einen neuen Höhepunkt zu. Seit knapp drei Jahren werden dort falsche Daten - leider zu meinen Ungunsten - gespeichert. Ich sollte knappe 21.000 EUR Schulden haben. Die Bank, die es angeblich eingestellt haben soll, schwört Stein und Bein, es nicht getan zu haben. Nach langen Schriftwechsel mit den Schüflingen wurden daraus genau so unberechtigte 447 EUR. Das ist insofern unbefriedigend, weil es die scoring-Werte ebenso negativ beeinflusst wie 2 Millionen EUR. Andererseits habe ich in den letzten Jahren erlebt, dass sich eigentlich niemand für diese Schüfelscheiße interessiert. Mehrere Oberstaatsanwälte schrieben mir nach diversen Anzeigen wegen Rufschädigung bzw. Kreditgefährdung übrigens, dass man sich nicht mit der Schufa anzulegen traut - das Thema Staatsanwälte wartet weiterhin nur darauf, beleuchtet zu werden. Na ja, vor einigen Wochen forderte ich einmal wieder eine neue Aufstellung nach §34 BDSG an in der vagen Hoffnung, dass sich auch die 447 EUR sich mittlerweile verflüchtigt haben. Pustekuchen: nunmehr habe ich angeblich seit 2012 plötzlich über 22.000 EUR Schulden. Habe einmal wieder den hessischen Datenschutzbeauftragten angemailt. Bin gespannt, mit was für Irrsinn man mich diesmal zum Narren halten wird. Überhaupt die Schufa. Da müssen ja kürzlich die Sektkorken geknallt haben. Waren doch bei einer Prüfaktion nur neun von elf Auskünften falsch. Persönlich halte ich dieses Ergebnis für nur dadurch erklärbar, dass man die Schufa vorher gewarnt hat. Normalterweise sind dreizehn von elf Auskünften falsch. Auch der BGH hat sich ja mit dem Schufa-scoring beschäftigt. Demnach muss die Schufa ihre angeblichen Geheimformeln nicht offen legen. Hat jemand die gequälten Richtermienen während der Urteilsverkündung gesehen? BGH-Richter sind auch Menschen, aus reiner Fürsorgepflicht den Mathe-Schüflingen gegenüber ist dieses Urteil ergangen. Wären die "Formeln" öffentlich, hätte fürderhin ein Mathe-Schüfling auf Jobsuche noch nicht einmal mehr die Chance, als Wichsfleckenentferner in einem Obdachlosenasyl tätig zu werden.

Online-Poker und kein Ende. Seit Jahren wird die zivilisierte Welt mit spam von irgendwelchen Online-Casinos terrorisiert. Aber neben den Betreffzeilen sind die fiktiven Absendernamen hochinteressant. Mein Favorit ist immer noch Minze Bachstein, aber die mail von Beteigeuze Soriel war auch nicht schlecht.