03/11/2014 - Fubbes in Fuldatal

So vor ca. 6, 7 Jahren hatte ich einmal die grounds der VL (früher LL) Hessen komplett. Doch dann ließ ich es gerade im Norden schleifen. Mein heutiger Besuch in Fuldatal sollte den Rückstand etwas abbauen. Fuldatal? Ein Blick auf den Stadtplan zeigt an: Stadion reiht sich an Stadion wie auf einer Perlenkette. Fakt ist aber, dass keines davon die Erwartungen, die man an ein Stadion hat, erfüllt. Doch der Reihe nach.

Unverständnis nach Ankunft am Frankfurter Hbf: hat die DB doch die Wagenanzahl im RE nach Kassel auf 5 reduziert! Auf der Hinfahrt sollte sich das allerdings noch nicht bemerkbar machen. In Kassel dann per Tram Richtung Lohfelden. Was auf dem Stadtplan sehr unkritisch aussah, nämlich der Fußweg vom Kupferhammer zum Nordhessenstadion, erwies sich wegen der Bauarbeiten an einer Lärmschutzwand als elendige Latscherei. Exakt 18 Jahre nach meinem letzten Besuch stellte ich fest, dass sich das Stadion vollkommen verändert hatte, und das ohne Verschandelung des Namens durch irgendeinen Sponsor. Die Tribüne mit aufgesetzter Solaranlage hat was, die ehemalige Kapazität von 7.000 wird aber keinesfalls mehr erreicht.

Dann per Tram und Bus zur ersten Station in Fuldatal: das Weidenbergstadion in Simmershausen, wo ich die erste Halbzeit der C-Liga-Partie zwischen dem Gastgeber TSV II und Waldau II sehen konnte. Ein richtig schöner ruraler ground mit sehr empfehlenswerter Bratwurst. Hierher hat sich sicher noch nie ein hopper verirrt, denn ich wurde (sehr nett) angesprochen. Circa 15 Zuschauer, viel mehr waren es beim Spiel der Ersten auch nicht, wie ich später beim Vorbeifahren sehen konnte. Per pedes und brütender Hitze (ich war leicht overdressed) bergauf gen Rothwesten zum Bergstadion, wo ich mir die zweite Halbzeit der zweiten Mannschaft (immerhin KOL) und die erste Hälfte des Verbandsliga-Spiels gönnte. Auch hier wurde ich wieder (zweimal sogar) von Offiziellen angesprochen, weil man mich für einen Pressevertreter hielt. Der ground ist ein besserer Dorfplatz, aber ein Programm haben sie. Ca. 200 Zuschauer. Da ich leider keinen Termin beim Währungsmuseum bekam (immerhin ist Rothwesten die Wiege der DM, an die sich die Älteren vielleicht noch erinnern können), ging es per Bus nach Ihringshausen ins Stadion Eichhecke. Hier gab es immerhin ein paar Stufen. Ein grottenschlechter Sommerkick vor immerhin ca. 130 Zuschauern. Die hatten mir auch die Bratwürste weg gefressen, sodass ich zum catering nichts sagen kann.

Weil ich den Cantus nicht mehr erreichen konnte, sollte es zurück per Bus zur Kasseler Tram gehen. Doch der Bus hatte Verspätung mitgebracht. Und was macht der Fahrer in Kassel? Biegt nicht ab zur (inzwischen verwaisten) Tram-Haltestelle, sondern brettert der Straßenbahn hinterher, erreicht diese, hält mitten auf der Straße, und wir können ganz easy umsteigen. So einen tollen Service würde ich gerne einmal in Südhessen erleben. Hoffentlich hat das jetzt kein offizieller Bedenkenträger gesehen. So war genug Zeit, um den Tag bei Baguettski zu beschließen. Nach meinem Geschmack die leckersten Baguettes in Hessen. Vor dem Kasseler Kulturbahnhof großes Tobuwabohu. Eine größere Gruppe überwiegend italienischer und maghrebinischer Twens lallt wahllos Reisende an. Da ich verschont blieb, erschloss sich mir der tiefere Sinn nicht. Das änderte sich aber im Zug, da die Typen meinen Waggon okkupierten. Ausweichmöglichkeit: nicht vorhanden, da ja die Bahn widersinnigerweise die Zuglänge gekappt hatte (s.o.) und der Zug bereits jetzt knüppeldickevoll war. Die Leute suchten Mitfahrgelegenheiten - und bis Treysa hatte jeder bei anderen Reisenden auf deren Assitickets was gekriegt. Ein wildes Hin und Her war das. Und vollkommen überflüssig, da der Zug so voll war, dass kein Schaffner durch kam. Aber wir kamen überpünktlich in Frankfurt an, dass ich noch gemütlich zur VIAS schlendern konnte. Sallergebnis: ein glatter Euro.

Am Montag hieß es "habeamus trainus", denn aus unserer Geschäftsstelle soll am Freitag weißer Rauch aufgestiegen sein. Tatsächlich wurde uns ein neues Trainergespann präsentiert. Klasse, dass Mario weiter macht. Jens hat sich blitzschnell nach Heusenstamm abgesetzt. Am Samstag wird sich in Langen zeigen, ob die Mannschaft noch heiß auf die Staffelmeisterschaft ist.

In der Woche einmal mehr nach lange nicht mehr gehörten Tonträgern geforscht. Seit ebenfalls 18 Jahren nicht mehr "Welcome to the club" von Ian Hunter gehört. Keine Ahnung, warum, denn das ist doch ein bärenstarkes Teil. Derweil rätsele ich noch, ob die neue Vandenbergs Moonkings was taugen kann. Und ob sich die neue Iced Earth lohnt.