04/15/2014 - Ein neues Tal - Flörsbachtal

Am Samstag letztes Punktspiel vor den Osterferien bei unseren Nachbarn am Oberen Grenzweg, der Gemaa. Vor ca. 40 Zuschauern waren interessanterweise sämtliche unsere aktuellen (einer fehlt sonst eigentlich immer) und ehemaligen Trainer anwesend. Ivica und Filippo coachen jetzt die Gemaa und Jens hatte nichts besseres zu tun. Es war ein Spiel auf hohem Niveau, bei dem wir mit 1:0 das bessere Ende hatten. Glücklich, aber letztendlich nicht unverdient, da unsere Chancenauswertung diesmal einen Tick besser war. Nach dem Spiel große Restspielzeitbesprechung des Trainerstabs, hoffentlich hält die Harmonie bis Saisonende.

Am Sonntag hatte ich Kreuzwertheim fest eingeplant, um meinem Ziel, der Komplettierung der badischen Odenwaldliga, einen Schritt näher zu kommen. Aber kleine ursache, große Wirkung. Nachdem ich meinen Sohn bei einem Kumpel in Heusenstamm abgeliefert hatte, stellte ich gähnende Leere in meiner Geldbörse fest. Nun hat Heusenstamm mit der Santander - der Mutter aller Banken - eine cash-pool-Bank im Ort. Pustekuchen. Santander fügte der schier endlosen Reihe an Unfähigkeitsbeweisen einen weiteren zu. Das Türschloss ließ sich wg. Fehleinstellung nicht öffnen. Türschlösser gibt es seit ca. 2.000 Jahren, Geldautomaten in Deutschland seit 1977 - aber Santander ist mit deren Handhabung bzw. Sinn bis heute nicht vertraut. Egal, auf dem Weg nach Kreuzwertheim befindet sich kein ohne Umweg erreichbarer cash-pool-ATM. Also umdisponiert und mit Stopp in Gründau zu Bargeldversorgung Lohrhaupten (Gegner VfR Meerholz, die auch schon bessere Zeiten gesehen haben) angesteuert. Kurz vor dem Ziel Straßensperrung in Kempfelbrunn. Umleitung über Wiesen!!!! Aus meinen Fahrradtouren war mir erinnerlich, dass es möglich ist, Lohrhaupten auch abseits der Bundesstraße anzusteuern. Also an die Eingeborenen gehängt und noch rechtzeitig den Spielort erreicht. Der ground bietet ein halbes Dutzend Behelfstribünen, das Spiel lockte ca. 100 Besucher an. So Fußball interessiert man in Flörsbachtal ist, so zahlungsunwillig scheint man zu sein. Zaungäste fragten mich nach dem Spielstand, den ich auch breitwillig lieferte. Die ihrerseits wurden von vorbei fahrenden Autofahrern um Spielstandsinfos gebeten. Das Spiel selbst war recht flott und fand mit den Gastgebern einen verdienten 3:0-Sieger. Die Gästefans lobten die 1a-Wurst, dem kann ich mich nur anschließen. Da nach glaubhaften Aussagen von Funktionären der ground im Ortsteil Flörsbach nur dem Trainingsbetrieb dient, hätte ich nunmehr die grounds der Gemeinde am äußersten Rand des Main-Kinzig-Kreises komplett. Die Kirche in Lohrhaupten ist übrigens absolut sehenswert und sogar offen.

Übrigens gibt Lohrhaupten ein Beispiel dafür, wie weit die lückenlose Überwachung des öffentlichen Raums wohl schon fortgeschritten ist. Ich hatte den Wagen relativ weit vom Stadion abgestellt. Aber in der zweiten Halbzeit werde ich unvermittelt von einer hübschen jungen Dame angesprochen: "Ihnen gehört doch der silberne Wagen mit Offenbacher Kennzeichen. Ich habe Sie zugeparkt." - "Oh, danke." - "Bitteschön.". So richtig zugeparkt war der Wagen dann doch nicht, aber woher wusste die das?

Nach dem Spiel die grounds in Frammersbach und Partenstein nach 7 bzw. 14 Jahren zur Aktualisierung der Fotodatenbank frequentiert. Hat sich aber eigentlich nichts verändert. In Partenstein noch auf die Burgruine geklettert (lohnt aber nur wegen des Ausblicks und der ausgestellten nachgemachten mittelalterlichen Bauhilfsgeräte), die evang. Kirch - auch offen! - besichtigt und die Bahnausbauarbeiten begutachtet. Anschließend noch groundspotting in Wiesthal betrieben - endlich mal wieder ein ground mit Namen: Sportgelände am Aubach. Aber auch ohne Ausbau.

Am Montag Morgen dann der Hammer. Der VW-Konzern meldete sich wieder. Man habe mein erstes Anschreiben versaut. In der heutigen Zeit ist aber wirklich niemandem auch nur irgendetwas peinlich. Nun, sollen sie die Anfrage halt noch mal haben. Wie kommt es, dass ein angeblicher Weltkonzern ein derartig provinzielles Beschwerde-Management hat?