04/23/2014 - Thingyian in Enkheim

Beim Studium des Sterns vom 16.4. traf mich doch fast der Schlag. Meine Vorliebe für die Kaufhauskette Müller habe ich bereits dokumentiert. Langsam muss man sich jedoch fragen, ob man da noch ruhigen Gewissens einkaufen darf. Dass der Patriarch Müller Geschädigter im S+K-Skandal ist, ist bekannt. Die meisten geschädigten Anleger ließen aus purer Geldgeilheit sämtlichen gesunden Menschenverstand außen vor, als sie diesen Schlitzohren finanzielle Mittel in nennenswertem Umfange anvertrauten. Nun, einmal mag das passieren. Und die Belegschaft bei Müller behauptet, in Zusammenhang mit der Firma würde das nie passieren. Und nun wieder ein Finanzskandal: Steuerbetrug mit cum- und ex-Geschäften. Übrigens, was hier als Sensation und Novum dargestellt wird (cum- und ex-Geschäfte), gab es schon vor 25 Jahren (vielleicht noch länger), aber da gab es nicht so viele Idioten, die damit hausieren gingen, und Herr Arschmaier trabte noch mit einem Trömmelchen hinter dem vermögenden Arzt her. Egal, wieder fällt der Name Drogerie-Müller. In meiner Naivität habe ich Jahre lang gedacht, der Milch-Müller ist der böse Müller, der Drogerie-Müller ist der gute Müller. Wieder Pustekuchen. Es entsteht der Eindruck, dieser Mann hat sämtlichen Bezug zur Realität und Seriosität verloren. Dazu passt auch folgende Begebenheit. Als die DVD Django unchained (nicht so großartig wie Inglourious basterds, aber großes Kino) mit großem Brimborium für 9,99 EUR beworben wurde, gab es das Teil bei Saturn (!!) für sieben Hörner. Naja, andernteils gab es nun die World War Z für 7,99 statt 9,99.

Am Gründonnerstag zur Abwechslung mal der Zweiten der Kickers zugejubelt. Der Aufstiegsaspirant aus Eschborn wurde trocken mit 3:2 abgefiedelt. Natürlich war auch der Verantwortliche von amaschu.de zugegen, den ich jetzt auch über ein Jahr nicht mehr gesehen hatte. Gottchen, ist der alt geworden, äußerlich. Der lebende Beweis dafür, dass sich ein unsolider Lebenswandel oder aber eine feste Beschäftigung irgendwann einmal bemerkbar machen. Der Zopf verleiht ihm nunmehr keinen pseudo-intellektuellen touch mehr, sondern eher etwas gnomenhaft-diabolisches.

Ostern war zwar kein Jugendfußball, aber es standen doch etliche Termine an. Am Ostersamstag ging es nach über 20 Jahren Abstinenz (damals Rießersee) wieder zum Eishockey. Diesmal mit Familie in die ausverkaufte Frankfurter Eissporthalle. Ich wurde vorgewarnt: bloß nicht mit dem Auto dahin. Aber das Angebot an Gratis-Parkplätzen war gigantisch, man muss halt die Augen offen halten. Was soll ich zum Spiel sagen? War interessant, aber ich bleibe beim Fußball, wo es eindeutig meist nicht so gesittet zugeht wie hier. Jedenfalls fielen viele Tore. Anschließend nach ca. fünf Jahren mal wieder auf die Dippemess. In die meisten Fahrgeschäfte kriegt man mich nur mit Gewalt. Und die Preise: bei Speis und Trank eigentlich solide verglichen mit dem, wie in Offenbach zugeschlagen wird. Bei den Fahrgeschäften: unverschämt. Für eine Minute Geisterbahn gingen so 11 EUR über den Tresen. Mir vollkommen unverständlich, wieso der o.g. Verantwortliche von amaschu.de in seinem blog die grundsoliden Leute anprangert, die - wie unsereins früher - den Familientag mit seinen Preisen nutzen, anstatt die perverse Preisgestaltung. Ich jedenfalls lasse mich ungern als Pack bezeichnen.

Tags darauf Thingyian - diesmal in Enkheim. So voll wie heuer war es noch nie. Die birmanische Gemeinschaft scheint stetig zu wachsen. Aus ganz Deutschland kamen die Teilnehmer, etliche haben wir schon Jahre nicht gesehen, einige neue Bekanntschaften geschlossen. Erstmals zwei Paare getroffen, wo der Mann aus Myanmar kommt - eigentlich ist es sonst umgekehrt. Wir ließen es uns nicht nehmen, uns mit dem Botschafterpaar ablichten zu lassen. Mein Sohn übertrieb mit einem Kumpel es mit dem Wassergießen etwas - es war Wasserschießen. Ein Strahl fand den Weg in ein Küchenfenster. Ist natürlich nicht ok. Aber die Leute wollen jetzt eine komplett neue Küche von uns - ein nerviges Gesindel.

Der Playmobil-Funpark in Zirndorf stand schon lange auf unserer Todo-Liste. Ostermontah konnte er abgehakt werden. Mit einer bekannten Familie machten wir uns auf den Weg. In Fürth spielte das Navi verrückt und schickte uns überall hin - nur nicht zum eigentlichen Ziel. Dort angekommen, das beinahe schon übliche perverse Bild. Durchschnttlich sechs dieser Drecks-SUVs blockierten neun Parkplätze. Es ist überraschen, wie viele Männer Mikroschwänze haben. Und man fragt sich, wieso auch Frauen so was fahren. Letztendlich wurde doch noch ein Plätzchen in Nähe des Eingangs gefunden, für das keine vier Euronen nötig waren. Der Park selber ist schon ok, die Kinder waren knapp acht Stunden beschäftigt. Ein Vergleich mit den Legoländern wäre natürlich ungerecht. Ich selbst machte einen Abstecher zum FSV Stadeln, der mit dem Waldsportgelände über eine durchaus sehenswerte Anlage verfügt - die häufig kolportierten 3.500 sind allerdings ein Witz, mit viel Wohlwollen können es 2.500 sein. Die Bratwurst ist nicht schlecht, aber gerade in Franken hat man schon erheblich bessere Qualität erlebt. Die erste Halbzeit: würg - in der 45. Minute gab es die erste Chance des Spiels. Die zweite erheblich besser, der Gastgeber siegte verdient mit 3:1. Bei der Gelegenheit kurz Platz Elf des ASV Vach besucht - hat sich nichts geändert in den letzten zwölf Jahren. Dasselbe gilt für die Anlage des ASV Zirndorf. Erste Fotos vom brandneuen Trainingszentrum des SV Greuther Fürth (optisch belanglos) und vom Sportzentrum Kleeblatt (ein Seite immerhin mit drei Stufen) gemacht. Für das Trolli Stadion war keine Zeit mehr. Auf der Rückfahrt in zwei Staus geraten. Während wir den Stau bei Rohrbrunn billigend in Kauf genommen haben, war der vor dem Autobahndreieck Würzburg-West aus diversen Gründen sehr ärgerlich. Erstens wäre er überhaupt nicht notwendig gewesen, wenn sich nicht so viele Schwachköpfe falsch eingeordnet hätten. Zweitens wurde er erstmals imRadio durchgegeben, als wir ihn längst passiert hatten. Und drittens: gibt es was perverseres, als eine halbe Stunde lang von einem Wagen mit aufgepimpter Anlage mit Türkischem Techno-Rap (oder wie immer man diese Perversion menschlichen Grunzens bezeichnen mag) beschallt zu werden? Auf der anderen Seite: bestimmt die Hälfte der Fahrer wollte durch das Verlassen der A3 dem angekündigten Stau vor Rohrbrunn entgehen. Dadurch erwies sich der als nicht so schlimm wie vorhergesagt.

Inzwischen hat der VW-Konzern wieder drauf los gerülpst: man wolle mit mir reden. Ich werde wieder zurück schreiben, dass das Zeitfenster zum Reden längst zu ist. Die werden zurück schreiben, dass meine Anfrage nicht mehr vorliegt. Und so hat VW das perpetuum mobile erfunden. Zu irgendwas muss dieser komische Laden ja gut sein.