05/22/2014 - Groß Umstädter Altlasten

Das Wochenende war spielfrei. Der hiesige Halbmarathon incl. Begleitprogramm konnte nicht begeistern, auch wenn man am Rande etliche bekannte Gesichter sah. Das abendliche Pokalendspiel gab dem Samstag endgültig den Rest. Das ursprüngliche Programm für den Borsch/Geisa oder Kreuzwertheim konnte nicht realisiert werden. Kurzfristig entschied ich mich für die Beseitigung einer Altlast und fuhr zum Ludwig-Wedel-Stadion in Groß Umstadt. Ich weiß es noch, als ob es gestern war. Damals noch in Harburg wohnhaft stand ich Mitte 1999 vorm Stadion und entschied mich kurzfristig zu einer Programmänderung: Doppler in Seligenstadt (Türkspor im Stadion und Sportfreunde). Das waren noch Zeiten! Damals war sonntags sogar noch der Fahrkartenschalter dort besetzt! Wie dem auch sei, das Stadion wirkt immer noch arg überdimensioniert - und muss früher noch größer gewesen sein. Während das Spiel vor ca. 30 Zuschauern gar nicht schlecht war (Zweite vs Eppertshausen 2:1), konnte die Bratwurst keineswegs überzeugen. Mein Sohn meinte allerdings, dass die Paprikawurst durchaus ok war. Beim Spiel der Ersten waren es dann sogar 80 Zuschauer - Dieburg klar überlegen und führte zur Halbzeit 2:1. Wir verließen den ground und legten die paar Kilometer nach Semd zurück. Auch dieser ground wartet seit sieben Jahren auf einen Besuch. Abstiegskampf pur, deie Semder erkämpften sich redlich ein 1:1 vor ca. 90 Zuschauern gegen Klein-Umstadt. Der Name Bruchwiesenstadion ist eher ein Witz, kaum 700 Leutchen fasst der ground. Aber mal wieder ein paar bekannte Jugendtrainer getroffen. Der Sonntag fand seinen Abschluss beim Bahnhofsfest in Heusenstamm. Die dortige Bevölkerung scheint sehr leicht zu begeistern zu sein. Drei Büdchen und ein Bühnchen lockten etliche tausend Leutchen zum Bahnhof. Nein, was für ein trostloses "Fest". Schnell noch bei Maria Himmelskron reingeschaut, die heute einmal offen war. Obwohl ein Nachkriegsbau, ist die Kirche nicht ohne Reiz.

In dieser Woche wurde mein Weltbild wieder gerade gerückt. Hatte ich doch kürzlich die EuGH-Richter gelobt (!), wurde man wieder mit bodenlosem Stumpfsinn konfrontiert: das Recht auf Vergessen. Nicht, dass ich ein Freund von google wäre. Aber einem Unternehmen vorzuschreiben, dass es fehlerhafte Ergebnisse liefern muss, ist mehr als pervers. Zumal es gar nicht an die Wurzel geht, denn das tatsächliche Suchergebnis bleib ja existent. Dass es soweit kommen musste, hat sich google in seiner typischen amerikanischen Stumpfsinnigkeit selbst zuzuschreiben. Kurz nach der Jahrtausendwende war google wirklich eine fantastische Suchmaschine mit exakt den Treffern, die man brauchte. Seitdem da ein Haufen Schwachsinniger in bunten Babybüros konfuse Algorithmen konzipiert, kann man auch google wie seine Vorläufer in den Neunzigern (firebird oder so war allerdings ganz ok) vergessen. Eine Flasche Schampus für den, der eine vernünftige Suchmaschine entwickelt und betreibt. Um zurück zum Thema zu kommen, wäre google nicht in den Bereich der von niemanden gebrauchten Datenaufbereitung gegangen, sondern hätte sich auf das schlichte Auflisten beschränkt, wäre es nie zu diesem wirklichkeitsfremden Urteil gekommen. Insofern relativiert sich meine positive Einstellung zum Vorratsdatenspeicherungs-Urteil: angesichts der NSA-Aktivitäten konnte das Gericht hier wirkungsfrei eine große Lippe riskieren.

Vor einigen Wochen hatte ich das hiesige Warenangebot, das mehr und mehr an eine Mischung aus Volksverdummung und Kommunismus erinnert, kritisiert, da hatte Frau Winnemuth im Stern diesen Faden aufgegriffen und angemerkt: teuer bedeutet heute nicht mehr automatisch gut, sondern eben nur noch teuer. Konkret erwähnte ich den Matjessalat. Bei Toom gab's den bislang zumindest an der Bedienungstheke in einer Form, die diesen Namen verdient. Tja, auf meine fragenden Blicke vor ein paar Tagen meinte die Verkäuferin, dass man im Zuge der Reweisierung auch auf den Dreck des Rewe-Lieferanten umstellen musste. Toll, der schnipselt eine Menge Müll rein und verkauft das nun unter Gewinn maximierenden Phantasienamen. Bei Hit gab's noch nie brauchbaren, aber zum Ausgleich hat man wieder den Schweizer Wurstsalat aus dem Sortiment genommen.

Frau Nalles hat es geschafft: Das Rentenpaket ist durch. Kein Mensch braucht das, unsere Kinder müssen für den Scheiß bezahlen. Meint sie, das betrifft ja gerade mal 50.000 Leute. Wenn es "nur" so wenige sind, warum wurden da vorher so viele Fässer aufgemacht? Blüm (demographischer Faktor) und Schröder (Agenda 21) hatten dieses Thema in den vergangenen Jahrzehnten durchaus in die richtige Richtung gelenkt, eine hysterische Kuh macht alles kaputt. Kann man sich nicht auf wichtige Sachen konzentrieren? Andererseits: solange die CSU an ihrer beknackten Totgeburt Ausländer-Maut knabbert, kommt sie nicht dazu, weiteren Idiotenkram auszuhecken. Im Zusammenhang Nalles fällt mir auf, dass in diesem Kabinett neben ihr noch zwei weitere Nichtsnutze sind. Diese Wadenbeißer (gern Generalsekretäre genannt) sind ja selbst im Politbetrieb die Gestalten aus der alleruntersten Schublade. Während der eine wohl noch kein offensichtliches Unheil angerichtet hat, stammelt der andere tagaus tagein irgendwelche Absurditäten zur Infrastruktur durchs Land.

Und dann hat sich wieder die Bafin gleich mehrfach ausgekotzt. Bei manchen Behörden hat man den Eindruck, Schwachsinnigkeit sei Voraussetzung für eine Tätigkeit dort - ich hatte mich früher bereits darob echauffiert. Dieses Herumlavieren um den Grauen Kapitalmarkt. Der eine Exekutivdirektor (whow -inzwischen wird das nicht mehr von der automatischen Fehlerkorrektur beanstandet, da hat sich dieser Titel für Vollidioten doch irgendwie etabliert) sagt, wir wollen, aber dürfen nicht. Die andere, selbst wenn wir dürften, wollten und könnten wir nicht. Und solche Gestalten überwachen unser Finanzwesen. Ob da auch nur ein Mitarbeiter seinen Namen fehlerfrei schreiben kann? Wenn diese Typen einmal gemeinsam einen Imbissstand managen müssten, wäre der nach drei Stunden pleite.