06/04/2014 - Saisonende

Am 24.5. letztes Saison-Heimspiel. Locker-lässig 5:1 gegen FV Sprendlingen gewonnen. Abends dann nach Heusenstamm. Auch heute die Feststellung gemacht: gebt den Heusenstammern ein paar Büdchen - und sie sind happy. Eigentlicher Anlass war aber, dass man im Stadion Martinsee den Weltrekord im Fingernägellackieren aufstellen wollte. Das scheint geglückt zu sein. Auch wir gönnten uns Wiking-blaue Fingernägel. So findet man uns in Bälde im Guiness-Buch. Am Sonntag wäre ich gerne nach Hösbach ins Landkreisstadion gefahren. Aber kurzfristig hatten sich in Bornheim einige berühmte Mönche eingefunden, das konnte man sich nicht entgehen lassen. Mit den dort getätigten Spenden sollte unser Seelenheil jetzt bis 2032 gesichert sein. Anschließend mit weiteren Kindern in die Commerzbank Arena zum Kinderfest gefahren. Sicher war fast alles an Spielangeboten umsonst - aber nichstdestotrotz eine gigantische Werbeveranstaltung. Das Geld holte man sich per Getränkepreise wieder rein. Und man konnte die Katakomben und das durchaus interessante Museum besichtigen - und nicht zuletzt Stadionfotos aus Perspektiven machen, die gemeinhin unmöglich sind. Immerhin hat's den Kindern gefallen.

Vor dem Besuch der Mönche bin ich dann tatsächlich meinen staatsbürgerlichen Pflichten nachgekommen: ich habe an der Europawahl teilgenommen. Bornemann for Europe! Eigentlich bewege ich mich an Sonntagen vormittags nicht in der Offenbacher Innenstadt. Aber auf dem Weg vom Wahllokal zum Mitnahmepunkt musste ich diese durchmessen. Ich kam mir vor wie in Skopje oder Pristina. Auf dem runden Kilometer kein einziges westeuropäisch anmutendes Gesicht. Alles durchaus friedliche und nette Leute, aber im Herzen von Deutschland nicht unbedingt typisch. Oder eben inzwischen doch typisch.

Am Vatertag stand wieder ein Turnier in Oberau an. Vor anderthalb Jahren in der Halle machten wir dort einen tollen zweiten Platz - das Finale verloren wir in einem hochdramatischen Siebenmeterschießen - so etwas sollte es diesmal auch geben. Die Terminplanung war etwas unglücklich. So konnte man flankierend nur die zweite Hälfte des Frauenpokalfinales und die erste Halbzeit des Alte-Herren-Pokalfinales des Kreises Büdingen in Wolferborn anschauen. Selbst zu dieser frühen Zeit tummelten sich bereits knappe 300 Zuschauer im Morast. Denn das Wetter war ätzend. Schien in Offenbach noch die Sonne bei moderaten 19 Grad, so kam es mit Passieren des Autobahnkreuzes Hanau zu einem Wetterumschwung: Dauernieselregen und Hundskälte waren angesagt. Und ich habe nur die kurzärmligen Trikots eingepackt …Beide Partien in Wolferborn waren höchst einseitige Angelegenheiten. Bei den Frauen endete es mit einer Sektdusche. Dass es keinen Trikottausch gab, kann man verschmerzen. Der Sportplatz musste vor kurzem Bekanntschaft mit Farbkübeln gemacht haben, denn er war gegenüber einem letzten Besuch kaum wieder zu erkennen in seiner jetzt blau-gelben Pracht. Die Wurst war klasse.

In Oberau angekommen mussten sich fünfzehn Mannschaften zwei Kabinen teilen. Hier hätte die daneben liegende Sporthalle gute Dienste leisten können. Die Vorrunde überstanden wir ohne Niederlage als Gruppenzweiter, wobei wir erstmals den TV Aschaffenburg schlugen - der letztendlich Turnierzweiter wurde. Im Viertelfinale bekamen wir es mit der JSG Florstadt zu tun, am Ende stand es 0:0. Das anschließende Achtmeterschießen war irre packend. Alle zehn Schützen des ersten Durchgangs trafen. Erst im siebten Schuss konnte Vincent zugreifen, sodass wir im Halbfinale gegen die 2003er der SG Rosenhöhe spielen mussten. Wie damals in Eibelstadt bedurfte es der Hilfe der Schiedsrichterin, um die Rosenhöhe mit 2:1 siegen zu lassen. Im Spiel um Platz bekamen wir es wider mit Piero mit deiner Hausener Teutonia zu tun. Wäre ich nicht dazwischen gegangen, wären sich Piero und unser Betreuer an die Gurgeln gegangen. In der allerletzten Sekunde traf Hausen zum 1:0. Ärgerlich, aber das ist Fußball. Ein vierter Platz in diesem Umfeld ist respektabel. Das Wetter machte die Getränkekalkulation der Gastgeber obsolet. Bereits nach den gruppenspielen gab es keine Heißgetränke mehr. Da einige unserer Mütter doch arg zitterten, fuhren meine Frau und ich kurz nach Altenstadt und deckten uns dort mit Tee ein. Auch das sind Teammanager-Aufgaben! Der nachfolgende Samstag sah das letzte Punktspiel bei Susgo Offenthal. Nach gelungener erster Hälfte stand es 3:0, dann machte sich wohl die Beanspruchung aus dem Turnier bemerkbar, sodass der Tabellenzweite aus Dreieich auf 2:3 heran kam. Unterm Strich beendete unser team die Saison ungeschlagen mit zwölf Punkten Vorsprung auf Offenthal und einem Torverhältnis von 121:21, wovon uns der Verband ein Tor geschenkt hat. Noch ein paar Turniere, dann ist die Saison zuende. Leider macht das Verhalten einiger Eltern eine seriöse Planung unmöglich. So haben sich die Eltern von Sven klammheimlich auf widerwärtige Weise verpisst. Ich wollte das Kind schon für die nächsten Turniere sperren lassen - aber soll ich mich auf das Niveau irgendwelcher Assis begeben.

Während die Kinder in Offenthal spielten, begann für mich der Relegationsterror. Ich wollte vorher noch ein paar Dampfloks beim Pfalzdampfspektakel ablichten, aber irgendwie wollte er Fahrplan nicht so wie ich. So landete ich dampflos nach üblen Umleitungen zuerst in Hertlingshausen, was am Ende einer Sackgasse liegt. Entsprechend der Platz. Gegner war hier der FSV Oggersheim, den ich zuletzt in der Regionalliga sah und über dessen gandenlose Unprofessionalität ich mich damals schon wunderte. Anderthalb Jahre war der Verein pleite und tummelt sich seitdem in den Niederungen der B-Ligen. Immerhin 400 Zuschauer sahen eine Partie, in der der FSV ca. 70 % der Spielanteile hatte, aber der Gastgeber die Tore machte, sodass es letztendlich 5:0 endete. Da ich rechtzeitig beim wahrscheinlichen Verbandsliga-Aufsteiger Rüssingen sein wollte und das match hier mit Verspätung begann, blieb ich nicht bis zum Ende. Ach, die hiesige Wurst können wir nicht empfehlen, aber tags darauf sollte deren Qualität nochmals unterboten werden. In Rüssingen standen c. 1150 (damit am ersten Tag schon den Relegations-Pflicht-Tausender erreicht) Leutchen um den ground, der sogar über eine Art überdachte Tribüne verfügt. Die Gastgeber gewannen 2:1 und sind somit aufgestiegen. Die Gäste aus Schifferstadt mussten unter einer zweifelhaften Roten Karte leiden. Wurst sah lecker aus, aber ich hatte keinen Appetit mehr.

Am Sonntag stand eigentlich SG Zrinski Heusenstamm auf dem Zettel, die lt fussball.de endlich einmal au dem mit sehenswerten Ausbau versehenen Hartplatz kicken sollten. Aber sie spielten stattdessen im Stadion, das in am Wochenende zuvor schon besucht hatte. Also weiter nach Froschhausen, wo man vor einigen Jahren Haupt- und Nebenplatz getauscht hatte. Dass damit gleichzeitig eine Namensänderung in Signal Iduna-Arens einherging, wusste ich. Aber dass der Namenssponsor tatsächlich die an Unprofessionalität und Schwachsinnigkeit kaum zu überbietende Agentur Schumann ist (siehe früheres Geblöke) ist, überraschte mich dann doch. Das Spiel vor ca. 350 Zuschauern war wirklich gut, der Gastgeber (der über 5.000 EUR locker machte, um Interimsspieler im Abstiegskampf einsetzen zu dürfen) gewann verdient mit 5:1. Es gab zwar am Ende Freigetränke, aber das kann die Scheißqualität der Wurst (haarscharf am Prädikat ekelhaft) nicht vergessen machen. Damit war der Gegner TSC Offenbach wieder in der Relegation. Es gibt Spiele, die vergisst man nie. Dazu gehört das TSC-Relegationsspiel vor drei Jahren. Aber was sich lt amaschu zwei Tage später, als man wieder 1.% verlor, bei der Relegation in Rumpenheim abspielte, war damit verglichen kümmerlichst.

Abends in der Glotze das Testspiel gegen Kamerun. Meine Meinung hierzu deckt sich ausnahmsweise mit der der Bild-Zeitung. Auffällig waren die Dreckssäcke auf der Ehrentribüne. Sicher kann an über die Welle sagen, was man will - ich finde sie abartig. Aber dass sich genau dieses schmarotzende Gesockse daran nicht beteiligte, ist ein echter Indikator für den Niedergang der hiesigen Fußballkultur.

Dass die Wirtschaftskonzerne mit ihren Horden an Controllern und Stabsabteilungen zur Kundenverarschung in einen üblen Kommunismus steuern, der sogar noch die Qualität von Cuba unterbietet, sollte Allgemeingut sein. Volle Regale mit ein und derselben Scheiße sollen das wahre Dilemma vertuschen. Es wird immer schwieriger, gute Sachen zu finden. In Sachen Deo sind wir vor einiger zeit af Dove pure gestoßen - ohne Gestanksmoleküle. Das haben wir beim Ersatzkauf vergangene Woche nicht mehr gefunden. Also Dove angeschrieben. Und tatsächlich haben die sogar individuell (!) geantwortet. Das bedeutet heutzutage durchaus einen dicken Pluspunkt. Quintessenz: der Markt verlangt es nicht mehr. Meine private Meinung ist, da hat ein frisch von einer Elite-Uni gekommener Controller festgestellt, dass sich mit Deo unter Verwendung von Gestanksmolekülen (Abfallprodukt in der Herstellung von Todescocktails für amerikanische Todeszellen) pro Dose 0,2 ct mehr verdienen lassen. Und prompt flog ein gutes Produkt aus dem Sortiment. Nivea hat aber auch (noch?) so etwas. Mal sehen, wie lange noch.

Nun hat die Zonentucke wieder ein paar Katzen aus dem Sack gelassen. In ihrer Art von Demokratieverständnis hält sie das Ergebnis der Europawahl nicht für bindend. Ich selbst war froh, dass meine Stimme nicht unter den Tisch fiel, sondern Martin Sonneborn den Laden aufmischen würde. Die Realsatire der Zonentucke macht Sonneborn obsolet. Nicht, dass ich solche Typen wie Juncker oder Schulz für wünschenswert hielte - aber immer noch besser, was bei dieser postkommunistischen Hinterzimmerkungelei der Zonentucke heraus kommt. Die lt. BKA jetzt sogar unter Terrorismusverdacht steht, denn die NSA soll ja nur die handys von Verdächtigen ausspioniert haben. Oder habe ich da Mist verstanden?

Inzwischen hat man in der groundhopper-Szene festgestellt, dass die Tage des Stadions Werthauser Str. gezählt sind - ich berichtete darüber. Gestern sollen sie dort zu dutzenden eingefallen sein beim letzten Pflichtspiel. Mal sehen, ob Ansgar auch dort war.

Die letzte Magma-CD war vollkommen an mir vorbei gegangen. Eigentlich ist es mit ca 32 Minuten Spielzeit auch eher eine EP. Aber bei der Musik hat sich die Band auch im 45. Jahr mal wieder selbst übertroffen.