12/18/2014 - Drama in Ober Roden

Vor ziemlich genau zwei Jahren gab ein Turnier in Ober Roden (damals veranstaltet von der TG) die Initialzündung dafür, dass die Mannschaft merkte, dass sie jeden schlagen kann - und das von da an ja auch tat (mit Einschränkungen). So etwas erhoffte ich mir von dem Turnier am 13.12. auch, welches allerdings von der TS ausgerichtet wurde. Was sich jedoch tatsächlich in der Ober Röder Sporthalle anspielen sollte, stellte alle negativen Erlebnisse mit diesem Team in den Schatten. Vor dem Turnier haben wir noch den Weihnachtsmarkt in Eppertshausen besucht, aber der war nun wirklich winzig. Das Schmalzbrot war allerdings gut. In Ober Roden große Enttäuschung. Die Tribünen waren nur zu 2/3 ausgefahren. Turniere, bei denen die Zuschauer wie Sardinen in der Büchse aneinander hocken, sind per se Scheiße. Zuerst ging es gleich gegen die JSG Richen/Semd. Deren langjähriger Trainer Igor war nicht mehr dabei. Nun, gegen dieses Team kann man 0:2 verlieren, zumal der letzte Gegentreffer mit der Schlusssirene fiel. Wir hatten allerdings gerade einmal eine halbe Torchance. Spiel 2 gegen den Gastgeber ging unglücklich 0:1 verloren, immerhin hatten wir zwei gute Chancen. Aber dann wurde aus schlechtem Spiel gar kein Spiel. In den beiden letzten Spielen gegen Harreshausen (hatten wir vor zwei Monaten noch geschlagen, diesmal 0:3) und den TSV Dudenhofen (die als Kreisligist in diesem Turnier auch noch keinen Stich gesehen hatten) um Platz 7 (0:2) ließ sich das Team regelrecht abschlachten. Nach dem 2:8 in Klein-Auheim ein neuerlicher Tiefpunkt. Wenn ich wüsste, was man tun kann, um dem entgegen zu wirken, würde ich es tun. Ich überlege ernsthaft, das Turnier in Gernsheim am 28.12. abzusagen oder den Trainer auszutauschen - oder selber aufzuhören.

Am Sonntag wurde dann gleich einmal der neue RMV-Fahrplan einem Realitätscheck unterzogen. Dass die S9 jetzt halbstündlich durch Offenbach fährt: superb. Und das sogar als Vollzug. Ich lästere ja gern über den RMV, aber die diesjährigen Fahrplanänderungen fallen überwiegend positiv aus. In Frankfurt dann den Weihnachtsmarkt besucht: megavoll. Eigentlicher Zweck der Fahrt war, 32 Jahre, nachdem ich den Mainkur-Ast befahren hatte, auch die Strecke vom Eisernen Steg nach Griesheim mit der Historischen Eisenbahn abzufahren. Das klappte dann auch. Eingesetzt wurde eine Garnitur aus Kranichstein mit geilen Donnerbüchsen. Aber was die Museumsbahnen nie hinkriegen: sie verkaufen allen möglichen Scheiß, aber zu 90% keine Postkarten von den eingesetzten Fahrzeugen, so auch heute. War jedenfalls eine nette Fahrt. Nach demProgramm wollte mein Sohn noch zu McDonalds. Was soll ich sagen: ich habe mich im Urlaub an dem Zeugs überfressen, mir schmeckt es derzeit einfach nicht.

Asienurlaub Teil 3. Am 5.8. ging es per Boot über den Khlong erst einmal zur Mall Bangkapi, eines meiner Lieblings-Shopping-Center. Nachdem ich mich im Vorjahr als zu dämlich herausstellte, ein Ticket für einen Billigflieger nach Hat Yai ohne Kreditkarte im Internet zu erwerben, half mir im Lotus gegenüber heuer ein freundlicher Lion-Air-Agent. Anschließend bekam ich einmal eine negative Folge des Militärputsches zu spüren. Während es früher kein Problem war, kurz für einpaar Fotos ins Rajamangala zu spazieren, riegelte Soldateska diesmal alles ab. Ein Versuch, durch einen Umweg über das Sportmuseum hinein zu kommen, scheiterte mangels Transfermöglichkeit. Das Museum selbst kann man abhaken, aber das eigentliche Fußballmuseum des Verbandes in Nakhon Pathom sollte man mal besuchen. Am späten Nachmittag dann ein alljährlicher Pflichttermin: mit dem gläsernen Lift auf die Dachterrasse vom Baiyoke II Tower fahren, sodass man den Übergang von Hell auf Dunkel erlebt. Es ist unglaublich, wie viele neue Hochhäuser alljährlich hinzukommen. Wahrscheinlich wird es nächstes Jahr einen höheren Turm in Bangkok geben. Im Rohbau sieht der Maha Nakhon Tower noch etwas abartig aus. Die Bar, in der man sonst seinen Getränkebon einlösen konnte, war heute zu. Einen Tag später fuhr ich nach Ayutthayah, wo wir uns vor zwölf Jahren verlobt hatten. Die Schäden vom letzten Hochwasser waren weitestgehend beseitigt. Aber richtig ätzend war die Tuk-Tuk-Brut. Dafür war von den vier Buslinien, die es seinerzeit gab, nichts mehr zu sehen. Bis auf die beiden Museen habe ich dennoch per pedes alles besucht, was ich vorhatte. Viel Zeit verging mit dem Suchen des Stadions, weil ich einmal falsch abbog. Auffälligste Veränderung: das Flutlicht, was es 2002 noch gab, ist weg. Während ich am Nachmittag noch überlegte, ob ich nach Suphanburi oder zu TOT zum Pokal fahren sollte, wurde mir die Entscheidung durch einen abermaligen extremen Regenguss abgenommen. Buddhaseidank fing der in de Nähe der Minibusse an, sodass ich in ein Gefährt Richtung Bangkok hechtete. Probleme gab es nun mit dem Aussteigeort. Niemand wusste etwas mit Chaeng Watthana anzufangen, bis endlich jemand Lak Si in Spiel brachte. Das passte. Bis Don Mueang prasselte der Regen derartig, dass der Highway bis zu 10 cm unter Wasser stand. Danach war alles knochentrocken. In der Hoffnung auf ein herrliches McDonalds-Mahl trabte ich in den IT Square Lak Si, wo es aber - wohl einmalig in einem thailändischen Shopping Zentrum - kein Fast Food gab. Beim TOT-Stadion hingegen war kein Grillgut käuflich zu erwerben, sodass ich zum ersten Mahl seit 35 Jahren in Thailand über längere Zeit ein unstillbares Hungergefühl hatte. Das Stadion dem man anmerkt, dass es in Rekordzeit aus dem Boden gestampft wurde, besticht durch gnadenlose Funktionalität. Das Spiel selbst war extrem einseitg, Chonburi fegte den Gastgeber mit 6:1 vom Platz.

Tags darauf ging es nach 13 Jahren einmal wieder ins National Museum. Hat sich einiges geändert seitdem, insbesondere der Multimedia-Teil. Während des anschließenden Tempelhoppings wieder einer dieser tierischen Regengüsse - diesmal trieb es mich in die Rattanakosin Art Gallery, wo die Jungen ganz Wilden ausstellen. Am nächsten Morgen mit Lion Air nach Hat Yai. Vom Airport mit Sammeltaxi in die Stadt. Im innerstädtischen Shopping Center wüste Einlasskontrollen, man merkt, dass man sich der Moslem-Gegend nähert. Der Bahnhof ist beeindruckend, die Einkaufszentren in der Peripherie ebenfalls. Im Visa Hotel eingecheckt und wieder einen grenzwertigen Laden erwischt. Am nächsten Morgen sollte es ins benachbarte Songkhla gehen. Da will aber wohl niemand hin, denn es dauerte gefühlte Ewigkeiten, bis genug Leute im Taxi waren. Songkhla selbst ist für eine Provinzhauptstadt recht langweilig. Aber das Stadion, die Strandpromenade mit Aquarium und die Kaho Sang Kuan-Pagode sind sehenswert. Am Abend dann endlich das zweitgrößte Stadion Thailands gebonzt. Ein wirklich langweiliges Gekicke, das der Gast aus Chainat mit 0:1 verlor. In der Halbzeit zur Abwechslung wieder ein tierischer Regenfall. Minibusse fuhren nicht mehr, aber ein Tuk-Tuk brachte mich für 20 bht für 30 m zu einem Sammeltaxistand- und so kam ich doch noch nach Hat Yai. Am nächsten Morgen per Bus nach Surat Thani. Das langweiligste Kaff, was mir in Südostasien je unter gekommen ist. Zu allem Überfluss wurde dann das hiesige Drittliga-Spiel in ein 80km entferntes Nest verlegt. Und es kam noch schlimmer. Zwar war der hiesige Shopping-Komplex durchaus nett, aber die Tuk-Tuk-Mafia wollte für die Fahrt zum Bahnhof derartig horrende Preise, dass ich mich an die Ausfallstraße stellte in der Hoffnung auf ein Taxi. Aber der Kronprinz machte mir einen Strich durch die Rechnung, indem man wegen seines Besuchs diese Straße sperren ließ. Wenigstens noch den letzten Bus nach Bangkok gekriegt. Forts. folgt.

Am 16.12. spielte der FSV endlich einmal zu einer netten Zeit. Und so konnte ich dessen Ground auch endlich einmal nach dem Komplettumbau besuchen. Pflichtaufgabe, das Spiel war durchaus gut, das 2:0 für den FSV ein Tor des Monats. Und wen treffe ich: Brecki, den ich hier nie erwartet hätte. Dünner ist er auf keinen Fall geworden.

In der letzten Heute Show erstmals von Pegida gehört. Erster Eindruck: von welcher Palme hat man dieses schwachsinnige Völkchen denn geschüttelt? Die machten ja den Eindruck, als wären sie gerade aus dem Grenzdebilenheim geflohen oder kämen gerade aus der Schufa oder einen Teilzahlungsbank von der Arbeit. Dazwischen immer AfD-Pack oder Gesindel aus dem Umkreis, das man lt. Hrn. Rose nicht mit Namen erwähnen darf. Was für extreme Zusammenrottungen. Dann las ich die Meinung der Zonentucke - und das öffnete mir die Augen. Mein erster Eindruck war falsch. Wenn die Zonentucke, die Demokratie für etwas ähnliches wie real existierenden Sozialismus ohne Blockflöten hält, gegen Pegida lästert, muss das einen Grund haben. Ihr ist natürlich klar, dass sie in keiner Weise dazu legitimiert ist, unsere Regierung zu führen, da sie lediglich von maximal 43% aller Bürger repräsentiert (so ein mickriger Wert trotz Groko). Wenn sowas in einem afrikanischen Inselstaat passiert, was gäbe es da ein Gelalle und Gezeter aus unseren Politrattenkreisen. Heißt also, 57% sind gegen sie. Die Gegner, die im Parlament vertreten sind, sind leicht unter Kontrolle zu halten. Die FDP ist in der Versenkung versunken. Bei der AfD wird es bereits schwieriger, aber zum Glück für die Zonentucke hüpft diese Gruppe ja voller Wollust in jedes vorstellbare Fettnäpfchen. Aber der Rest? Der stört. Und so wird alles versucht, mit Hilfe willfähriger Medien (wozu letztendlich auch die heute-Show gehört) diese Mehrheit zu disqualifizieren. Bei der Pegida und Epigonen mag das noch klappen. Aber durch die mediale Aufmerksamkeit werden sich andere Gruppierungen, die von der versifften etablierten Politik bislang verarscht oder ausgebeutet wurden - eigentlich die komplette Mittelschicht - ermutigt fühlen, gegen die jetzige politische Landschaft auf die Straße zu gehen oder sich anders zu artikulieren. Mindestens 80% aller Bürger haben die Schnauze voll, dass Gehirnamputierte uns mit ihrem Maut-Scheiß zukacken (aber genau diese kleinen Kacker einige Pegida-Forderungen anbiedernd nachplappern), dass Edathys sich frei bewegen können, dass Junkies übelster Machart unter dem Beifall der genauso versifften Polizeiführung (warum wird sowenig Dope offiziell gefunden? Weil sich die Typen das Zeugs selbst kostenfrei reinziehen?) an Schaltstellen der Macht wirken können, dass ein Skywheeler sich mit schwarzen Nullen voll wichst, dass außer Rand und Band geratene Zigeunerhorden unter dem Deckmäntelchen des Tradings ungestraft und unreguliert unsere Finanzen ruinieren dürfen und dass seitens der Dritten macht im Staate permanenter Rechtsbruch betrieben wird (die Reihe ist schier endlos) - aber kein einziges wirkliches Problem angepackt wird. Dieses ganze Islamisierungsge-schwätz ist nur der Katalysator, mit dem diese Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht wird). Ich prophezeie, dass hier noch Gruppen an die Öffentlichkeit treten werden, die keiner auf dem Radar hatte. Und was dann, Zonentucke? Ein Ermächtigungs-gesetz? Es ist unglaublich, wie die Verabschaumisierungspolitik der Zonentucke und des widerwärtigen Fettwanstes unser Land den Bach runter gehen lässt. Die Probleme überholen einen und lassen sich nicht aussitzen. Es kann nicht angehen, dass man den Asozialen am oberen und unteren Rand der Gesellschaft die Kohle in den Arsch bläst und die restlichen 70% dafür schaffen müssen.