01/03/2015 - Verbesserung in Gernsheim

Das letzte Turnier des Jahres fand unter Leitung von Mostafa in Gernsheim statt. Da gleich zwei unserer Spieler verschlafen hatten, tauchten wir etwas unpünktlich auf, was aber auch aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse entschuldigt war. Auch andere Offenbacher Teams fanden den Weg hierher, spielten aber in der anderen Gruppe. Wir bekamen es mit Mannschaften zu tun, mit denen wir noch nie die sportliche Klinge gekreuzt hatten. Zuerst ging s gegen die erste Mannschaft des Gastgebers. Es lag wieder nur an unserer wieder mangelhaften Chancenverwertung, dass wir 0:1 verloren. Das anschließende 0:2 gegen den SV Fischbach war ok. Aber gegen die JFV Wald-Michelbach sollte ein Sieg her. Wäre auch möglich gewesen, aber individuelle Blackouts führten zu einer vollkommen unnötigen 1:3-Niederlage. Im letzten Spiel sahen die ca 100 Zuschauer einen offenen Schlagabtausch mit der SKG Gräfenhausen, der 2:4 endete. Fazit: eine erheblich bessere Vorstellung als in Ober Roden zwei Wochen zuvor - aber niemand verwertet die durchaus vorhandenen Chancen. Und obwohl wir 4 Punkte verschenkten, wurden wir nicht Letzter. Der SV Worfelden provozierte - 2:1 gegen die Rosenhöhe in Führung liegend - einen vollkommen unnötigen Spielabbruch, was dazu führte, dass die letzten beiden Spiele 0:3 gewertet wurden und wir letztendlich eine um 2 Tore weniger schlechte Tordifferenz auswiesen. Wirklich skandalös, was sich die Betreuer aus Worfelden leisteten. Unser Team hat sich gegenüber der indiskutablen Vorstellung in Ober Roden verbessert. Am 10.1. geht es mit der Hallen-Stadtmeisterschaft in der ESO-Sportfabrik weiter.

Weiter mit den Asien-Reminiszenzen. Wenigstens endete die unbequeme Busfahrt - nächstes Mal nehme ich für Langstrecken einen Hochdecker - am Eastern Terminal. Nach einem kurzen Schläfchen ging es in die Union Mall. Die wirkt irgendwie unscheinbar, ist aber eine der größten Malls Bangkoks. Ebenso unscheinbar wirkt der Eisenbahner Park, aber es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis ich an der Metro Chatuchak war, um von da aus zur Bang Sue Junction zu fahren. Der Zug nach Salaya - der zukünftigen Endstation der SRT Red Line - war ausnahmsweise pünktlich. Salaya selbst überraschte mich abermals durch seine Ausdehnung. Ich kam weder auch nur ansatzweise in die Gegend meines letztjährigen Aufenthaltes - Buddah Monton - noch in die Nähe des hiesigen Central Plazas. Es reichte gerade, um die beiden Drittligagrounds - MU Sports Complex und Rajamangala University Stadium - zu besuchen. Beide grounds glänzen jeweils durch eine interessante Tribüne. Durch Zufall noch am Filmmuseum vorbei gekommen, was leider gerade die Tore schloss. Aber allein der Außenbereich war schon klasse, sodass ein Besuch des kompletten Teils in Bälde folgen sollte. Der Abend wurde im Terminal 21 ausgeläutet, denn schon am nächsten Morgen ging es sehr früh mit Bangkok Air nach Yangon, wo mich der Onkel, der wie mein Sohn heißt, eines Nachhilfeschülers bereits erwartete. Die Einreiseformalitäten waren rasch abgewickelt. Mein erster Besuch galt dem YUFC Sports Complex mit dem einzigen Kunstrasenplatz Myanmars. Ein total verdreckter Platz, auf dem gerade ein Schülerspiel statt fand; aber natürlich werde ich noch zu einem Erstligaspiel wieder kommen. Zufällig erfuhr ich, dass YUFC heute im Thuwanna YTC spielen sollte. Ab zum Hotel, das mir bis dato unbekannte Orchid Hotel, was sich fest in der Hand von NGO-Mitarbeitern und chinesischen Geschäftsleuten befand. Vor dem Stadionbesuch noch eine kurze Innenstadtbesichtigung gemacht: es ist noch dreckiger als früher. Und von den mir bekannten mannstiefen Löchern im Bürgersteig wurde seit 2006 keines repariert, aber es sind noch hunderte hinzugekommen. Einzige signifikante Änderung: der immer schon katastrophale Straßenverkehr hat sich durch die Verzehnfachung des Kfz-Bestandes drastisch verschlimmert.

Trotzdem bin ich nach kurzem Zwischenstopp am Bahnhof überpünktlich per Taxi am Thuwanna YTC angekommen. Dies wurde durch die SEA Games aufgepimpt und ist jetzt ein Allseater. Der Zuschauerzuspruch hielt sich in Grenzen, aber erstmals in Myanmar gab es für mich ein Ticket, auf dem tatsächlich die korrekte Partie aufgedruckt war. Diese war eine sehr einseitige Sache - der YUFC gewann verdient 3:0. Erstmals schaffte ich es auch auf die Gegenseite, sodass es auch brauchbare Fotos von der Haupttribüne gab. Nach dem Spiel ging ich dann zu Fuß zum Hotel. Die Yankin Shopping Mall, in der ich bis 2004 öfter war, fand ich nicht mehr - obwohl sie noch existieren soll -, stattdessen fand ich ein Ocean SC, das fast schon thailändischen Ansprüchen genügte und sogar akzeptable Hamburger feilbot. Weiter in Richtung ex-Zoo hielt dann auch die Moderne in Form einer zweistöckigen Straßenkreuzung Einzug. Drei Stunden brauchte ich für diese Tour. Am nächsten Morgen machte ich wieder Einheimische miteinander bekannt. Nachdem ich am Vortag bereits Arecar mit Sein Seins Vater bekannt machte (in Frankfurt wohnen deren Familien nebeneinander), machte ich heute Sein Seins Vater mit Tin Tin Mars Familie einerseits und mit meinem Onkel andererseits bekannt. Zuerst Frühstücken mit Kun Chit beim Inder. Kurze Stadtführung durch diesen Insider. Dann Golden Duck mit Sein Seins Vater. Zufällig heißt unser Stammrestaurant in Mandalay auch so. Hier bog sich die Tischplatte. Anschließend ließ mich mein Orientierungssinn im Stich: ich fand das Sa Lin Stadion nicht, weil ich in diesem Straßengewirr viel zu weit nordwestlich tendierte. Stattdessen fand ich die BEHS1- und BEHS5-Stadien, von denen ersteres abgeriegelt war wie Fort Knox und das andere über brandneue Werbetafeln verfügte. Bei der Sucherei bot mir ein freundlicher Hamburger Hilfe an, der aber dann doch selbstkritisch genug war, dass jemand, der gerade seit zwei Monaten in Yangon arbeitet, jemand anderem, der seit fünfzehn Jahren dort zuhause ist (übertrieben, aber egal), selten profunde Ortskenntnisse vermitteln kann. Also ging es weiter zum Nationalmuseum, was sich aber in den letzten 15 Jahren auch nicht sensationell verändert hat. Auch das Fotografierverbot ist nicht gefallen. Kurzer Abstecher ins Tar-Win-Shopping-Center, was auch eher trübe daher kam. Dasselbe gilt für das Dagon I-Center, was sich aber derzeit im Umbau befindet. Das Dagon-II-Centre wirkt zwar etwas moderner, sucht aber noch viele Mieter. Heute wurde für den anschließenden besuch des Peoples Parks gar kein Eintritt verlangt, was ich aber nicht groß ausnutzen konnte, da die Shwedagon Pagoda rief. Heute gab es keine Putzkolonnen, dennoch war es sehr sauber. Die Zahl der Touristen hielt sich auch in Grenzen. Meinen bisherigen 63 Umrundungen konnte ich in den zwei Stunden nur fünf weitere hinzufügen. Aber nach wie vor halte ich das für eines der interessantesten Bauwerke der Welt. Die Zeit der kurzen Abenddämmerung ist immer die schönste.

Am nächsten Morgen holte mich mein Onkel ab. Erst einmal Frühstück am Kandawgyi Lake. Dann einen alten Kumpel besucht. Wir stellten fest, dass der Älteste in unserer Runde keine grauen Haare hatte - aber mein Onkel outete sich, dass er seine Haare tunt. Und dann ging es an die Komplettierung der Circle Line, die ich bislang nur in Teilabschnitten befahren hatte. Für 200 Kyat einmal um Yangon - das hat was (einzelne Züge kosten sogar nur 100. sind aber noch unbequemer). Langsam hält auch die Moderne Einzug: vereinzelt sind schon rote klimatisierte Einheiten im Einsatz - Geschenke aus Japan. Wie sich herausstellte, sollte zwei Tage später die Komplettumstellung erfolgen, dann wären die ganzen Fotos mangels zu öffnender Fenster nicht mehr möglich gewesen. Der Tag endete mit dem Erwerb eines Tickets von Air Yangon nach Lashio und einem gigantischen Abendessen bei Tante und Onkel. Irre, wie sich die Zeiten ändern. Vor acht Jahren flog einmal pro Monat eine Air Myanma- Maschine nach Lashio, inzwischen fliegen die meisten regionalen Gesellschaften dorthin, sodass man eigentlich fast täglich in die Metropole des nördlichen Shan States fliegen kann. Erspart entweder eine 16stündige Busfahrt oder den Umweg über Mandalay. Am Abend dann ein brachialer Regenguss, dem ich eigentlich bei "Lucy" im Kino ausweichen wollte. Ging nicht wg Programmumstellung. "Guardians of the Galaxy" oder "Hercules" wollte ich mir aber wirklich nicht antun. Forts. folgt.

Inzwischen meldet sich ja auch der Putin-Arschkriecher zum Thema Pegida zu Wort. Eine Koalition der Anständigen schlägt er vor. Ausgerechnet er, der das Kohlsche Projekt zur Verabschaumisierung der deutschen Gesellschaft in einer derartigen Geschwindigkeit forcierte, dass es bis zur heutigen Vermerkelung nur noch ein kleiner Schritt war. Die Gestalten sehen ihre Felle langsam davon schwimmen, wenn dieser saubere Herr sich in einer derartigen Form zu Wort melden muss. Merkwürdigerweise war es wieder unser Ex-Innenminister, der versuchte, die Diskussion in die richtige Richtung zu lenken. Klar, dass die Regierenden dies sofort als Rachegelüste eines Abgehalfterten abtaten. Komisch, dass sich auch der Stern am Friedrichs-Bashing beteiligte. Und aufgrund Pegida bilden sich schon Koalitionen, die vorher undenkbar waren: der Zentralrat der Juden ergreift Partei für die Moslems. Mal sehen, welche Dynamik das alles nimmt.

Der lieben Vollständigkeit halber habe ich mir das neue Simple Minds-Album "Big Music" geholt, und das gleich als deluxe-Version. Auf der ersten CD sind wirklich etliche gute Sachen drauf, wie man sie seit "Real Life" nicht mehr gehört hat. CD 2 ist jedoch an Langeweile kaum zu überbieten. In DVD-Grabbelkisten zufällig zwei Filme gefunden, die mir auch nach langer Zeit nicht mehr aus dem Kopf gingen. "Auch die Engel essen Bohnen" hatte ich wohl 1976 zuletzt gesehen, "Midnight flight - Alptraum Airport" wohl Ende des letzten Jahrtausends. Interessant, was man früher alles gut fand.

Fußball-technisch wurde das neue Jahr mit einem Hallenturnier, der Herren-HKM in der Sporthalle Neu-Isenburg eingeläutet. Was für eine Scheiß-Halle. Hier werde ich freiwillig kein Jugendturnier spielen. Das Niveau war gar nicht übel und manchmal ging es durchaus zur Sache. Aber Fußball gehört auf den Rasen!