01/14/2015 - KZ-Feeling pur in Bürgel

Erstes Fußball-Ereignis des Jahres für uns sollte die erstmals ausgetragene Stadthallenmeisterschaft der E-Jugend im Rahmen des Ringcenter-Cups sein. Eine derartig chaotisch organisierte Veranstaltung hielt ich im Jugendfußball eigentlich für undenkbar. Eine Woche vor Beginn hatte ich noch keinen Spielplan oder eine Aussage zu den Trainingszeiten. Das hing alles bei unserem Spielausschuss. Bei anderen Vereinen sah es wohl noch trostloser aus - jedenfalls fragten mich zwei andere Teilnehmer-Teams vier Tage vor Turnier, ob ich schon Spielpläne habe. Vorbereitungstraining sollte angeblich am 7.1. in der Rudolf-Koch-Schule sein. Eine innere Stimme wies mich an, das bestätigen zu lassen. Nun, da wusste man von nichts, aber einen Tag später könne man uns Trainingszeiten geben. Tatsächlich stellte sich dann die Edith-Stein-IGS als Trainingsort heraus. Erstmals die Halle ohne ausgefahrene Tribüne gesehen. Trainingsleistungen waren ok. Nachdem mein Jugendleiter sich auch nach vier Mails und drei Bitten auf der Mailbox nicht meldete, habe ich die RKS-Halle dann eigenverantwortlich am 8.1. gebucht. Testspiel gegen die E2 mit 10:1 gewonnen. Am Freitag wurde ich dann von irgendeiner Mieze im Sportamt der Stadt Offenbach zu einer Stellungnahme genötigt, wieso ich so eigenmächtig handeln könne. Es folgte der Spieltag am 10.1. Zwei Spieler versetzten uns ohne Entschuldigung - fing ja gut an. Am Austragungsort selbst - der großen ESO-Sportfabrik in Bürgel - fühlte man sich wie im KZ oder Jugendknast. Für sensiblere Seelchen: wie auf einem israelischen Flughafen nach einer Terrorwarnung. Pro Zuschauer gefühlte drei Sicherheitskräfte der bws (die Rudelpisser aus dem KOMM habe ich aber nicht gesehen) und sonstige Wichtigtuer, die sich allesamt widersprachen. Mein armer Kollege vom VfB Offenbach tat mir z.B. leid, der mit einem Sprudelkasten zehn Minuten lang von jedem unfähigen Ordner woanders hin geschickt wurde. Oder die Tempelsee-Spieler, die man nötigte, durch den Dreck an der Halle vorbei vom Haupteingang auf die Spielfläche zu gehen. Hier war der Veranstalter wenigstens konsequent: zu einem dreckigen Turnier gehört ein dreckiger Hallenboden. Ein Bild für die Götter bot Dieter, der seiner Spielergruppe pöbelnd und fluchend folgte (zu Recht!). Auch ich war betroffen, als ich den Spielberichtsbogen abgeben wollte. Drei halsstarrige Senioren am Haupteingang hinderten mich zusammen mit zwei bwslern fast schon gewaltsam daran, auf geradem Wege zur Turnierleitung zu gehen. Was wiederum zur Folge hatte, dass der Hallensprecher mich, der ich somit etwas spät war, und den Verantwortlichen eines anderen Teams erschießen lassen wollte. KZ-Stimmung pur eben. Die bws trat ja auch als Sponsor auf - auf diesem Wege sollten die Zuwendungen offensichtlich zurück fließen - und das natürlich steuerlich begünstigt. Saubere Sache, Herr Bartenstein. Noch extremer präsentierte sich ein anderer Sponsor. Zusammen mit den Turnierunterlagen erhielt ich ein zweiseitiges (!!!) Pamphlet, in dem erklärt wurde, dass die Spieler nur Rosbacher Sprudel in der Halle trinken dürfen. Folgerichtig wurden alle Spielertaschen gefilzt und die Spielergetränke gnadenlos einkassiert. Auch die Thermoskanne mit warmen Kakao eines Spielers. Die Trikottasche ließ man merkwürdigerweise so passieren, sodass man eine transportable Gaskammer hätte einschmuggeln können. Ich würde gern einmal die Sponsorenverträge sehen. Was sagt das Ring-Center als Hauptsponsor dazu, dass man auch dort erworbene Getränke einkassierte? Eines ist klar: bislang griff mein Sohn ab und dann zu Rosbacher-Mixgetränken - die werde ich ihm fürderhin eigenhändig aus der Hand bugsieren. Was bildet sich so ein Möchtegern-Großkonzern eigentlich ein?

Endlich waren wir in der Arena und mussten uns etwas Trainingsfläche erkämpfen. Los ging es um 10 Uhr gegen Gemaa Tempelsee. Ein knapper Sieg für uns wäre nicht unverdient gewesen, aber das 2:2 war grundsätzlich ok. Im zweiten Spiel des Tages streikte die elektronische Zeitmessung erstmals, es wurde aber darauf hingewiesen, dass die Zeitmessung manuell erfolge. Im gesamten dritten Spiel war sie nicht in Betrieb. Um 11 Uhr sollte dann als fünftes Spiel unsere Begegnung gegen die SKG Rumpenheim mit unserem Freund Guiseppe starten. Was dann folgte, habe ich noch nie erlebt - wieder wie nach dem Drama der vorletzten HKM in Dudenhofen (siehe Bericht) erwies sich der Verband als Ausrichter als unfähig, ein Turnier ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen, diesmal war es noch schlimmer. Der Schiri pfiff an - und nach einer knappen Minute stand es 1:0 für uns. Erst dann stellten die Heinis in der Turnierleitung fest, dass die elektronische Zeitmessung wieder streikte. Wahrscheinlicher ist, dass einer von den Senioren vor dem Drücken des Starters eingenickt ist oder sich beim Anpfiff mit Kollegen über glorreiche Leistungen in den Fünfziger Jahren ausgetauscht hat und sich daran aufgegeilt hat. Nun sollte plötzlich nicht mehr die manuelle Zeitmessung gültig sein - das Tor wurde nicht anerkannt und das Spiel (unter Protest meiner Mannschaft) neu gestartet. Dennoch gingen unsere Kinder, die heute super spielten und gegenüber den beiden letzten Turnieren nicht wieder zu erkennen waren, mit 1:0 in Führung. Rumpenheim kam besser ins Spiel und erzielte folgerichtig das 1:1. In der fünften Minute verletzte sich Lenya bei einem harten, aber nicht unfairen Zweikampf am Knie und musste behandelt werden. Während das Mädchen vor Schmerzen noch weinte und von den Sanitätern auf dem Feld behandelt wurde, moserte der Hallensprecher pausenlos, wann es denn endlich weiter ginge. Brot und Spiele Wundert mich, dass er unsere Spielerin nicht von den KZ-Wachen (Entschuldigung, ich meinte die bws-Mannschaft - waren ja genug da, die sich inzwischen die Eier kraulten) abführen ließ. Was hat man denn da für einen Halbaffen ans Mikro gesetzt? Nach seinen Ausfällen vor Turnierbeginn wieder so eine hirnlose Geschmacklosigkeit. Aber Lenya bewies Härte und kämpfte weiter wie ein Berserker. In der achten Minute ein Strafstoß für uns. Ich bin ehrlich genug zuzugeben, dass das nach Konzessionsentscheidung für das annullierte Tor aussah. Jedenfalls verwandelte Janek eiskalt. Achtzig Sekunden vor Abpfiff wird Hammad im Tor im Eifer des Gefechtes von Tims Knie im Gesicht getroffen. Der Schiri pfeift auch ab. Währenddessen lässt ein Rumpenheimer Spieler unsere Spieler, die nach dem Pfiff stehen blieben, wie Slalomstangen aussehen und hämmert den Ball ins Netz. Während der Schiri auf Freistoß zu entscheiden schien, leuchtete umgehend auf der Anzeigetafel das 2:2 auf. Und anstatt den erwarteten Freistoß oder meinetwegen Hochball zu geben, deutete der Schiri auf den Anstoßpunkt, woran sich auch nach Diskussionen nichts änderte. Wer hat hier eigentlich das Sagen? Der Schiedsrichter oder die Regie im Vorgriff auf eine Schiedsrichterentscheidung? Und selbst wenn wir uns alle den pfiff nur eingebildet haben sollten, so war es immer noch ein Foul. Nun war bei uns der Punkt erreicht, wo wir die körperliche Unversehrtheit unserer Kinder nicht mehr gewährleistet sahen. Wir brachen als Verantwortliche für die Kinder das Turnier für uns ab. Nicht auszudenken, wenn hier wirklich noch etwas passiert wäre - und wenn man dann noch weiß, welche Gestalten in der zuständigen Unfallversicherung "arbeiten" (siehe an anderer Stelle). Eine Veranstaltung, die mit einem derartigen Anspruch an die Teilnehmer und an sich selbst an die Öffentlichkeit geht, muss sich auch daran messen lassen. Und das war Chaos pur, was diese unprofessionelle Truppe da wieder ablieferte. Nochmals: Fehler können jedem unterlaufen - und bei sehr vielen von Vereinen ausgerichteten Turnieren hätte ich die letzte Konsequenz dann sicher doch nicht gezogen. Bei einem von selbst ernannten Profis ausgerichteten Turnier muss man sich das aber nicht bieten lassen. Mit mir wird es eine Teilnahme an vom Verband ausgerichteten Turnieren nicht mehr geben. Anschließende Gespräche mit anwesenden Trainern zeigten, dass wir nicht unverantwortlich gehandelt hatten. Ach ja, im übernächsten Spiel versagte die elektronische Zeitmessung wieder - aber es wurde weiter gespielt. Laut Schrittmesser habe ich in dieser kurzen Zeit übrigens 3,5 km zurückgelegt.

Im übrigen erwies ich mich als Hellseher. Bei dem schwachsinnigen Modus, die Vorrunde mit zwei Vierer- und einer Dreiergruppe spielen und den besten Zweiten in die Finalspiele kommen zu lassen, musste es zwangsläufig zu Problemen kommen. Da der Ausrichter offensichtlich unfähig war, eine zwölfte Mannschaft zu finden, nahm ich ihm das ab. Aber wie nicht anders zu erwarten war, bewies man seine Borniertheit und Sturheit auch hier, indem man auf mein mehr als nettes Angebot nicht einging. Und es kam wie vorher gesagt: anstatt Italsud mit 6 Punkten kam FT Oberrad als Zweiter der Dreiergruppe mit 3 Punkten in die Finalspiele. Das heißt: wir hätten uns den Arsch abspielen können und wären bei diesem idiotischen Modus nicht weiter gekommen. Die Offenbach Post und der Kreisjugendwart waren anscheinend auf einem anderen Turnier. Vor lauter Eigenlob hat er dabei sicher herum gespritzt.

Am nachfolgenden Sonntag ging es zum vierten Mal zum Turnier in Dieburg. Es begann mit einem Schock. Der exquisite Apfelkuchen, auf den ich mich seit Monaten freute, war nicht im Angebot. Wieder unter Necdets Leitung bot unser Team im Auftaktspiel gegen Heusenstamm eine ansprechende Leistung und musste sich nach großem Kampf mit 0:2 geschlagen geben. Leider gingen auch die beiden folgenden Gruppenspiele gegen Dieburg und den späteren Turniersieger SG Modau verloren, sodass es am Ende nur um Platz 7 ging. Das Spiel entschieden wir mit 6:1 für uns. Aber Eppertshausen war erschreckend hilflos. Höhepunkt des Abends war zweifellos ein besoffen herum randalierender Rossi, dessen Mannschaft nichts mit dem Turniersieg zu tun hatte.

Zurück zu den Urlaubseindrücken. Am nächsten Morgen war die Kleidung wieder trocken und es ging am letzten Tag in Yangon erst einmal zur Maha Bandoola Bridge. Auf dem Weg dorthin frequentierte ich ein weiteres Ocean Center, das aber noch nicht geöffnet war. Weiter zur Pazundaung Station, wo mir einige schöne Fotos eines AC-Circular-Train-Prototypen gelangen. Der weitere Tag stand im Zeichen des Pagoden-Hoppings und sollte seinen Höhepunkt mit dem Besuch der Sule Pagoda finden. Ausgerechnet hier sollten erstmals Ausländer abgezockt werden, insofern verzichtete ich auf einen Besuch. Ach ja, zwischenzeitlich kam ich nochmals am Peoples Park vorbei, diesmal wollten sie kassieren. Ein Teil des Parks scheint wohl in ein sauteures Shopping-Center mit Amusement-Park umgebaut zu werden. Das Martyrs Mausoleum zu besuchen konnte ich mir trotz des irren Eintrittspreises nicht verkneifen. War wohl in diesem Monat der erste ausländische Besucher. Am nächsten Morgen ging es in aller Herrbuddahsfrühe mit Arecar zum Airport, wo wieder auf Teufel komm raus herum gebuddelt wird. Mit nur einer Stunde Verspätung landete ich in Lashio, wo die Familie wieder vereint wurde. Ein wirklich sehr quirliges Städtchen, wo wir erst einmal eine Menge Sachen für das morgige Festessen kauften. Unsere Nichte, die ihr Auskommen als Lkw-Fahrerin fand, fuhr uns "heim". Meine Verwandten hatten es mit dem Ortsvorsteher so eingerichtet, dass ich mich im Ort ungehindert bewegen durfte. Am nächsten Tag sollte mein Sohn Arecar traditionell für ein paar Tage ins Kloster. Vor ca. 230 Gästen gab es eine riesige Veranstaltung, in der er zum Mönch gemacht wurde. Um nicht weiter in seinem Tagesablauf störend einzuwirken, fuhren wir Eltern mit der zuständigen Abgeordneten, die eine Schulkameradin meiner Frau war, nach Namtu. Besuche dort bringen Ausländer immer in Kontakt mit einer überbordenden Bürokratie, da es sich um militärisches Sperrgebiet neben einer Zone mit aktiven Kampfhandlungen handelt. Auch für Insider ist es manchmal undurchschaubar, wer eigentlich gegen wen kämpft, da Koalitionen permanent eingegangen und aufgehoben werden. Sicher geht es neben politischen Zielen auch um den lokalen Mohnanbau und -handel - dazu später mehr. Erste Amtshandlung war ein Besuch des örtlichen immigration office. Nach langem Palaver und der Übergabe einiger nett gefalteter Euro-Noten erhielt ich die erforderlichen Stempel. Eine innere Stimme sagte mir, ich solle hier um Erlaubnis fragen, die ortsnah abgestellten Dampfloks deutscher Produktion fotografieren zu dürfen. Es folgten ein paar Telefonate, es kamen ein paar mehr Leute. Und dann fuhren wir im Konvoi zur Silbermine. Vor knapp 20 Jahren konnte ich die Loks schon einmal ablichten, das wollte ich heuer per Digitalkamera wiederholen. Seinerzeit wurde ich von einem Trupp Soldaten begleitet, die sofort, wenn mein Objektiv auch nur in Richtung Silbermine zeigte, die Sturmgewehre hoben. Diesmal war alles easy, da die Mine seit zwei Jahren nicht mehr in Betrieb war. Nachdem wir alle Dampf- und auch Dieselloks sowie die Draisinen ausreichend fotografiert hatten, hieß es: und jetzt nach oben. Zur allgemeinen Überraschung durften wir Teile des Minengeländes besichtigen. Unter Führung des Betriebsabwicklers durften wir ein Areal besichtigen, gegen das die Völklinger Hütte winzig aussieht. Es war einfach irre. Wenn man das ausländischen Besuchern, die bis zu 9000 USD nur dafür zahlten, um die beiden betriebsfähigen Dampfloks qualmen zu sehen, exklusiv vermarkten könnte…. Und wenn man sich dann noch vorstellt, dass ein ähnlich großer Betriebsteil ca. 10 Meilen weiter existiert.

Zurück zuhause mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass der Klosteraufenthalt unseren Sohn keineswegs zu einem neuen Menschen machte. Letztendlich endete er nach einem Tag. Wir machten uns dann mit einem Freund daran, bei strömenden Regen eine auf einem Berg gelegene Pagode zu besuchen. Die Bodenverhältnisse waren so extrem, dass selbst unser Allradfahrzeug stecken blieb, das uns zum Fuß des Berges transportieren sollte. Also schaufelten wir das gefährt wieder frei, schickten es zurück und kämpften uns durch Regen, Schlamm und Geröll nach oben - Buddhistenherz kennt keinen Schmerz. Oben angekommen hörte der Regen auch auf, und ein toller Ausblick erwartete uns. Ich entfernte mich etwas von der kleinen Gruppe - und wurde nach Rückkehr sofort gemaßregelt. Da es sich hier auch um Mohnanbaugebiet handele, sei es für mich gefährlich, mich allein zu bewegen. Nach einigen Gebeten und der Abgabe einer namhaften Spende beim örtlichen Mönch machten wir uns auf den Rückweg. Die Beschaffenheit des nassen Bodens war nunmehr so extrem, dass man bei jedem Schritt drei Kilo Schlamm mit hoch zog. Als wir in die Nähe einer Gruppe Bauern kamen, die ebenfalls mit ihrem Allrad stecken geblieben waren, umgingen wir die aus Sicherheitsgründen durch Felder und Überreste einer alten Bunkeranlage, in der sicher noch einige Tretminen steckten. Auf dem Heimweg machten wir noch Halt bei einem echten Wagner, der uns stolz seine hierzulande längst vergessene Handwerkskunst vorführte. Aber auch in Myanmar sind wohl die Tage der Ochsenfuhrwerke gezählt. So durchnässt, verschwitzt und verdreckt wie bei unserer Ankunft war ich selten in meinem Leben. Die Tage plätscherten so dahin und wurden mit Besuchen bei Verwandten bzw. Bekannten ausgefüllt. Auch Besuche verschiedener Manufakturen gehörten dazu. Besonderen Eindruck machte eine Kerzen-"Fabrik". Ein geplanter Besuch in der Klosterstadt Nam San musste ausfallen, weil dort gekämpft wurde. Dass hingegen in der ansonsten gesperrte Stadt Muse ein besuch eines Ausländers möglich gewesen wäre, erfuhren wir erst, als es zu spät war. Schade. Einmal fuhren wir nach Lashio. Sowohl Hin- als auch Rückfahrt hinterließen bei mir unvergessliche Eindrücke. Für uns Europäer ist es üblich, in Tankstellen murrend mehr oder minder große Geldbeträge abzuliefern. Nun, vor der eigentlichen Fahrt drehte unsere Nichte eine Runde durch den Ort -und bekam an den einzelnen Tanken jeweils Geld, weil sie diese mit Sprit in eigentlich homöopathischen Dosen belieferte. In Lashio blieben die Ruinen, die die Moslem-Progrome hinterließen, nicht unverborgen. Aber Lebbe ging weiter. Die Mutter einer in Aschaffenburg lebenden Bekannten kredenzte uns allerleckerste crepes. So lebhaft die Märkte alten Musters auch waren, der Versuch, ein Shopping-Center nach thailändischem Vorbild zu installieren, muss als vorerst gescheitert angesehen werden. Gerade einmal zwei Läden fristeten in dem von außen gar nicht unansehnlichen Großbau neben dem Busbahnhof ein erbärmliches Dasein. Wenn man es realistisch sieht, ist Lashio eine potthässliche Stadt, aber dieses Vielvölkergewusel muss man einfach gesehen haben. Am Ortsrand wird seit mindestens 15 Jahren an einer riesigen Pagode gewerkelt, die nunmehr einen fast fertigen Eindruck machte. Exquisites Interieur. Während der Dämmerung musste ich feststellen, dass es fremde Inder nicht nur eine Erfindung eines Textdichters sind - es gibt sie wirklich! Ich wollte noch ein paar Fotos vom Bahnhof machen. Nachdem dies erledigt war, sollten noch ein paar Gruppenfotos folgen. Auf jedes Foto drängelte sich ein fremder Inder, der sich das Ergebnis auch zeigen ließ und jedes Mal sichtlich zufrieden war. Nach dem Besuch eines Volksfestes, zu dem sich noch ein mir bislang unbekannter Neffe aus der nahe gelegenen Kaserne gesellte, ging's dann bei totaler Dunkelheit wieder gen Heimat. Mitten im Nichts auf stockdunkler Landstraße ging plötzlich nichts mehr. Die Birmanen, auch meine Nichte, sind sicherlich findig im Umgang mit alter Mechanik, aber hier war nichts zu machen. Blöderweise befanden wir uns in einem Funkloch, sodass auch die Handys nichts brachten. Nach einer halben Stunde das erste Auto. Ein Pickup mit drei schwer bewaffneten Shan. Alles sehr nette Leute, die den Laster fachkundig untersuchten, aber auch nichts fanden. Ich vermutete einen verstopften Benzinfilter, aber der war es nicht. Wie der Zufall so spielte, kam nach einer weiteren halben Stunde ein Kleinbus vorbei. Es war genau der Fahrer, der uns am Folgetag im Linienbus nach Mandalay bringen sollte. Der brachte Arecar und mich nachhause und informierte meinen Schwager. Der wiederum rückte mit einem anderen Lkw aus und schleppte den defekten Laster ab. Letztendlich stellte sich heraus, dass ein unscheinbares Teil im Materialwert von 50 Kyat versagt hatte. Meine Familie fuhr dann wie gesagt am Folgetag nach großem Abschiednehmen nach Mandalay. Noch vor drei Jahren hätte man einen Riesen-Umweg über Lashio machen müssen, aber nun gibt es eine Direktlinie von Namtu nach Mandalay. Unterwegs noch den Express nach Lashio abgelichtet und eine Stunde Fototour durch Phin Oo Lwin gemacht - dann war Mandalay erreicht. Während meine Familie zur Geburtstagsfeier unseres hiesigen Neffen machte, wanderte ich direkt in die Stadt, vorbei am Bahtoo Memorial Stadium, welches inzwischen Flutlicht erhielt. Forts. folgt.

Nun haben wir den Salat. Die perversen Taten in Frankreich werden von hierzulande von manchen Etablierten dazu instrumentalisiert, den totalen Überwachungsstaat einzurichten. Selbst Herrn Wegener (ex-GSG9) ist nicht verborgen geblieben, dass diese Kanaker längst auf sämtlichen Terrorlisten standen - was zur Folge hatte: nichts. Und dass sie auf Flugverbotslisten standen: scheiß drauf. Selten hat die Staatsmacht (wenn auch eine ausländische) so drastisch bewiesen, dass es ihr keineswegs um den Schutz ihrer Bürger geht, sondern nur darum, diese arglosen Bürger zu überwachen und zu manipulieren. In diesem Fall würde es mich nicht wundern, wenn die Attentäter von der FN oder von Hollande selbst gesteuert wurden. Ähnlich wie hier, wo eine NSU anscheinend von unserem Geheimdienst alimentiert wurde. Es ist eine echte Ironie der Geschichte, dass selbst der Anschlag auf eine Zeitung, deren Mitarbeiter die FN selbst gern eigenhändig vergast hätte, von diesen Verbechern zwecks Forderung einer weiteren Verabschaumisierung der Gesetze instrumentalisiert wird.

Das ist natürlich auch Wasser auf die Pegida-Gegner. Immerhin stelle ich fest, dass ich kein einsamer Rufer in der Wüste mehr bin, sondern dass neben einer tschechischen konservativen Zeitung auch der über jeden Zweifel erhabene Professor Maaz und due TU Dresden meine Einschätzung teilen bzw. bestätigen. Und dass die Typen noch ein paar mehr oder minder große Probleme haben, sich zu artikulieren... Kann man mehr erwartet haben, wenn man jahrzehntelang vom politischen Leben ausgeschlossen wird? Immerhin: auch der beknackteste Pegida-Aktivist kann sich erheblich zivilisierter ausdrücken als beispielsweise Dumbo Dobrindt oder Allesbürster Seehofer.

Nachdem ich bereits über die Vollpfosten der privaten Sicherheitsdienste, die ihre Perversität unter dem Deckmäntelchen Security an harmlosen Passagieren ausleben dürfen, beschwert hatte - natürlich erfolglos -, kotzen sich nunmehr nach eklatanten Sicherheitslücken auf Flughäfen einige Verantwortliche aus. Man hätte diesen sensiblen Bereich nicht privatisieren dürfen, das ganze müsse wieder staatlich werden. Natürlich, Ihr Arschwichser! Toll, dass Ihr jetzt schon darauf kommt! Obwohl mir klar ist, das das wiederum zur Intensivierung der Ausforschung nur harmloser Mitbürger führen wird, aber mit der Schaffung echter Sicherheit hatte das Wirken der dortigen Hiwis nichts zu tun.

Nachdem ich VW zu wiederholten Male um eine Stellungnahme gebeten habe, kam wieder die automatisierte Anrufbitte. Ein Haufen Irrer, wenn da einmal etwas nicht exakt nach Plan läuft, läuft gar nichts mehr. Und nachdem ich die VBG noch einmal an ihre Pflichten hingewiesen hatte, hat die tatsächlich noch taggleich geantwortet. Es ist der pure Wahnsinn. Wenn es darum geht, die eigene Inkompetenz bzw. Faulheit zu kaschieren, wird von Gestalten, die gar nicht wissen, was das ist, der Datenschutz bemüht. Wie soll ich denn nun jetzt der armen Santander noch weiter helfen?

Schreiben an den Hessischen Fußballverband vom 14.01.15

Brief an die Berufsgenossenschaft vom 05.01.15

"Antwort"-mail der VBG vom 06.01.15