01/21/2015 - Exekutivdirektoren

Da es absolut nichts Erwähnenswertes in Sachen Fußball gibt, beende ich meine Reiseeindrücke. Der Weg vom Hotel in die Stadt war doch länger als geschätzt. Vor zehn Jahren war die ganze Gegend hier Brachland, die Fabrik von meinem Schwager war das erste Gebäude hier. Heute erstreckt sich hier ein quirliges Gewerbe-/Wohngebiet mit geteerten Straßen. Nach einer Stunde Fußweg durch sengende Hitze hatte ich das Bahtoo Memorial Stadium erreicht, dessen neue Flutlichtmasten man schon von weitem sehen konnte. Fotografieren auf dem Gelände war grundsätzlich kein Problem, aber der Platzwart wollte abschließen und drängte mich zur Eile. Weiter ging es in die Innenstadt. Den Bahnhof hatte man inzwischen etwas verschönert. Leider kam ich wenige Minuten zu spät, um noch Zugbetrieb zu erleben, denn der Express nach Myitkina hatte soeben den Bahnhof verlassen. Gegenüber vom Bahnhof lagen drei Shopping Malls nebeneinander. Das ältere Great Wall Centre war mittlerweile aufgepimpt worden, die anderen beiden, u.a. ein Ocean SC, sind recht neu. Richtig toll war keines. Also fuhr ich zurück zum Schwager, wo wir den Tag mit einem riesigen Abendessen ausklingen ließen. Der nächste Morgen begann mit Myanmar-Bürokratie pur. Ich wollte Fotos vom neuen Stadion machen, dem Mandalarthiri Stadium. Security versperrte den Eingang. Einlass nur mit einem Special Permit - oder zu einem Spiel. Also fragten wir, wo ich denn so ein Permit kriegen könne. Wüstes Diskutieren, einige Telefonate, dann: das dürfe man uns nicht sagen. Nun handelt es sich nur um gesichtsloses Stadion der China-Einheitsbauart, dennoch erinnerte das Prozedere an finsterste Thatmadaw-Zeit. Gegenüber übrigens auch ein Ocean SC, was einen überraschend netten Eindruck machte und sogar zum größten Teil vermietet war. Die Besitzerin der Ocean Center gehört übrigens bereits jetzt zu den reichsten Frauen Asiens. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in einem ihrer ersten kleinen Läden am Bogyoke Aung San Stadium öfter eingekauft hatte - die Palette an CD-Raubkopien war riesig. Und einen Hamburger-Shop gab es auch. Hier deckten wir uns fürs Picknick ein, welches dann im Thapaytan Fort stattfand, was ich noch nicht kannte. Auf dem Weg noch Amarapura frequentiert, wo gerade ein Nat-Festival stattfand, was wir uns aber aus Zeitmangel schenken mussten trotz wütender Proteste der Kinder. Direkt neben dem Fort die neue Flussbrücke, die gigantisch ist und die alte, die auch schon toll ist, winzig aussehen lässt. Weiter ging es zum eigentlichen Ziel: Inwa, wo meine Frau und ich uns 2001 kennen gelernt hatten. Immer noch sehr beeindruckend. In der Abenddämmerung zur Oo Bein Bridge gefahren, wo wir uns die übliche Bootsfahrt in die untergehende Sonne gönnten. Ebenfalls wie immer sehr romatisch. Abends Essen in einem Restaurant, wo mir nichts, aber auch rein gar nichts mundete.

Der letzte Morgen in Myanmar führte mich zu den Pagoden am Fuße des Mandalay Hills. Und zurück ging es mit einer Stunde Verspätung mit Bangkok Air nach Bangkok, wo unsere Nichte uns schon erwartete. Ich ging mit meinem Sohn erst einmal in den McDonalds in der Esplanade, wo wir anschließend noch ins Kino gingen (Expendables 3, ging so). Auch am nächsten Tag machten wir nichts Großartiges. Chinatown und Königspalast, wo ich meine Shorts, obwohl sie die Knie bedeckten, gegen eine lange Hose austauschen musste. Tags darauf feierten wir Arecars 10. Geburtstag in The Mall Bang Khae nach. Gegen 3 Uhr schlug das bis dahin phantastische Wetter um. Es war unmöglich, in einer der größten Shopping Malls der Welt, einen Regenschirm aufzutreiben! Als die unüblich lang dauernde Pisserei endlich aufhörte, trennten wir uns. Ich versuchte, mich ohne Stadt- und Busplan (im Hotel vergessen) zum neuen Thonburi Stadium durchzuschlagen. Als ich endlich ankam, wurde es noch schlagartiger als sonst dunkel, sodass meine Fotoausbeute nur als mau bezeichnet werden kann. Die Tribüne sieht jedenfalls richtig gut aus. Nachdem ich bereits 3 km Fußweg hinter mir hatte (falscher Geiz, wollte die 20 bht für das Motobike sparen), setzte der Regen ca. 200 Meter vor der Thanon Phet Kasem mit einer derartigen Wucht ein, dass ich mich unterstellen musste. Es prasselte und prasselte. Irgendwann hörte auch das auf, aber nun stand das Wasser einen halben Meter hoch auf der Straße, dass die Taxifahrer sich weigerten, Richtung Bang Wa zu fahren. Irgendein Bus pflügte sich dann durch die Wassermassen. Meine Schuhe waren jedenfalls so durchnässt, dass sie bis zum Abflugtag nicht mehr trocken wurden.

Am drittletzten Urlaubstag ging es nach Chachoengsao. Wat Sothornwararamworaviharn ist allein wegen seiner Höhe schon sehr beeindruckend, aber die gesamte Stadt kann ebenfalls gefallen. Allerdings Baustellen allerorten. Der dortige Drittligaclub spielt - wie ich zufällig feststellen konnte - nunmehr im städtischen Stadion, was seit kurzem über eine beeindruckende Flutlichtanlage verfügt. Zurück ging es nach Lad Phrao, wo ich mich per Taxi zum Minburi Campus der Kasem Bundit University durchschlagen musste, weil die angebliche Buslinie sich als Phantom erwies. Hier sollte min letztes Spiel heuer in Asien stattfinden: Kasem Bundit Universiy FC vs Paknampho NRSU. Eine einseitige Sache, die der Gast vor ca. 200 Zuschauern mit 4:0 für sich entschied. War diesmal nicht der einzige Farang. Im Gäste-Fanblock stand eine unnahbare blonde slawische Schönheit. Die gehörte wohl zum Spieler Iwan. Gegenüber vom Stadion übten einige hundert Studenten wohl für einen Aufmarsch mit Ballett, Gesang und Fahnenschwenken. Die dazu gehörige Musik übertönte den Schalllevel im Stadion mühelos. Auf dem Rückweg machte ich mich auf die Suche nach "The Nine", woran ich schon ein paar Mal vorbei gefahren war - also nur die ungefähren Koordinaten kannte. Aber nach einer Stunde Lauferei entdeckte ich auch dieses Einkaufszentrum - auch eines der neuen ohne AC. Wie ich später lesen konnte, eines der größten in Bangkok, obwohl es beileibe nicht so wirkt und über keinen Ankermieter verfügt. Und es heißt wohl "The Nine", weil es an der Rama IX liegt. Die ÖPNV-Anbindung ist jedenfalls katastrophal, sodass ich per Taxi zu Metro Phetchaburi musste. Den vorletzten Tag begleitete mich mein Sohn. Zuerst ging es mit der einzigen Spurbus-Linie Bangkok, betrieben vom Bangkok Rapid Transport BRT (mein Sohn wunderte sich, warum denn hier Kaninchen transportiert werden) zu The Mall Talat Phlu. Hier hatten die Betreiber wohl noch geübt (ist eine der ältesten der Stadt), denn diese Mall kann keineswegs überzeugen. Dann suchten wir Wat Nakprot, den man vom Skytrain aus allzeit im Blick hat. Als wir endlich da waren: nein, ein solches Interieur kann Buddha nicht gewollt haben. Die Edelsteinmenge - geschützt durch Panzerglas - erschlägt einen förmlich. Vom oberen Stockwerk aus hat man einen schönen Ausblick. Dann ging es in die Rattanakosin Exhibition Hall. Dafür, dass die in allen Urlaubmagazinen etc. Werbung machen, ist es erstaunlich, dass die Führungen nur auf Thai stattfinden. Eine Gruppe kleiner Thai-Mädchen fand Gefallen an Arecar, und man wisperte ihm permanent "I love you" etc. zu.

Und dann kam der Abreistag. Nach dem finalen Packen wurde noch einmal schwer geshopt. Aber obwohl wir ja in Thailand waren, habe ich wohl erstmals keine Krawatte gekauft. Ich gönnte mir aber noch einen letzten Hamburger bei Carls Jr. im Nana Square (nicht zu verwechseln mit dem einschlägig bekannten Nana Plaza), wo die Kundschaft wie üblich zu 95% aus Arabern bestand - und irgendwann hieß es Abschied nehmen - von der Stadt und den Verwandten. Fußball-technisch lief es in diesem Urlaub nicht optimal, man hätte bei weniger Druck durch andere Termine fast doppelt so viele Spiele sehen können. Und schwer vermisst habe ich das Restaurant von meinem Neffen in Huay Khwang, das er leider verkauft hat. In unmittelbarer Nähe zu Nice Mansion #3 gelegen, konnte man früher hier immer die Abende sinnvoll verbringen. Bin gespannt, ob ich meinen Zielen, alle größeren Shopping Malls Bangkoks aufzusuchen und alle dortigen Stadien zu bonzen, beim nächsten Besuch ein Stück näher komme. Zurück ging es diesmal mit einem A380. Und ohne Pannen kamen wir am Morgen des 30.8. zuhause an. Nachdem mein Sohn bei allen bisherigen Flügen das Filmprogramm die ganze Zeit ausnutzte, hat er diesmal sogar etwas geschlafen.

Einen unerwarteten Eindruck hinterließ die Sprecherin der Pegida im TV. Welch ein Unterschied zu dem hirnverbrannten Gesülze der AfD-Heinis, dem wilden Gegrunze und Gepöbel der CSU-Irren und dem aalglatten Geschwafel der sonstigen Etablierten. Dieses holte dann am Wochenende den Holzhammer heraus und verbot kurzerhand unter fadenscheinigsten Vorwänden die übliche Montagsdemo. Wenn für einen Einzelfall Totschlagsargumente, mit denen man jede Demo verbieten könnte, herangezogen werden, dann brechen langsam sämtliche Dämme. Der CDU, die jahrelang den Mittelstand demoliert hat und zur Apathie zwingen wollte, geht der Arsch auf Grundeis. Bald hat es sich ausgemerkelt. Und die Krone setzte dem Ganzen der ungewaschene Rübezahl Thierse auf. Der hat nach dem Mauerfall jede Gelegenheit genutzt, sein Schäfchen ins Trockene zu bringen und spielt sich nun zum Herrn über die Montagsdemos auf. Mann, damals wie heute ging es um den Kampf gegen ein Establishment, das längst jegliche Legimitation verloren hat.

Bekanntlich zieht Scheiße weitere Scheiße magisch an. Und so ist es kein Wunder, dass in der dem Finanzministerium unterstellten BaFin der Abschaum der menschlichen Gesellschaft ballt. Die Älteren unter uns zucken immer noch zusammen, wenn der Name Sanio fällt, und schauen automatisch auf die Listen mit Ausbrechern aus der Sicherungsverwahrung. Ein Exekutivdirektor namens Sell hatte wenigstens genug Eier, um mir gegenüber fast wortwörtlich zuzugeben, dass er die korrupteste und inkompetenteste Sau unter der Sonne ist. Ich widerspreche dem nicht. Dass so eine Gestalt inzwischen eine maßgebliche Position im Finanzministerium inne hat (und hier hatte ich mich am 24.3.14 tatsächlich geirrt - Mann, war ich naiv), bedarf keines weiteren Kommentars. Es bewahrheitet sich die Aussage des Handelsblatts, dass der unzivilisierte kywheeler mit dem Benehmen einer offenen Hose keine Fachleute, sondern nur seinesgleichen im Ministerium haben will. Eine Frau König - nun, was soll man dazu sagen. Man denkt an die Quote und freut sich, dass sie bald im Nirwana der europäischen Bankenaufsicht entsorgt wird. Nachfolger wird ein Felix Hufeld, der - wieder nach eigener Aussage, getätigt öffentlich in Berlin - in Sachen Asozialentum ("Jawoll, die Bausparkassen dürfen ihre Kunden ausplündern!") dem sauberen Sell in keiner Weise nachsteht und allgemein bislang noch nie durch fachliche Kompetenz aufgefallen ist. Auch so ein Fall, wo man reflexartig sofort die Liste der flüchtigen Schwerverbrecher durcharbeitet, wenn man dessen Visage wahrnimmt. Womit haben wir es verdient, dass in Sachen Inkompetenz, Asozialentum, Korruption und Scheiße allgemein niemand in Europa der BaFin das Wasser reichen kann? Würden solche Zustände in irgendeiner Behörde einer Bananenrepublik herrschen, was würden sich Merkel und Co das Maul zerreißen. Die Gestalten an der Spitze dürfen sich ja Exekutivdirektoren nennen. Genau wie Gangsta Rapper nutzt auch der Skywheeler gern dudenferne Begriffe - er beweist ja permanent durch sein idiotisches Gelalle, dass er der deutschen Sprache kaum mächtig ist. Vor drei Jahren mochte das Finanzministerium auf Anfrage nicht dementieren, dass es sich bei diesem Gewäsch um die Ausgeburt eines Aushilfs-Lübckes handelt. Exekutivdirektor! Das einzige, was diese Typen eigenverantwortlich exekutieren dürfen, ist ihr Frühstücksei. Bei allen anderen Sachverhalten gibt die Lobby oder die hohe Politik die Richtung vor. Da bin ich mir sicher: bevor ich mich Exekutivdirektor schimpfen lassen müsste, hätte ich genügend Cojones, dass ich lieber Hartz IV austesten würde. Rein zufällig bin ich auf einen alten Artikel im Handelsblatt gestoßen, der sich mit der Frage beschäftigt, warum in der BaFin soviele Krücken landen. Grundsätzlich hat sich an dieser Aussage nichts geändert (s.u.).

Handelsblatt-Artikel vom 31.10.2007