02/10/2015 - Unkultivierter HFV

Eigentlich sollte am ersten Februar-Samstag ein Feldturnier mit Grill in Dudenhofen stattfinden, aber das wurde zehn Tage zuvor abgesagt. Etwas voreilig, aber durch Vermittlung von Ex-Cotrainer Mario konnten wir daheim bei herrlichstem Fußball-Wetter ein Freundschaftsspiel gegen die SpVgg Fechenheim bestreiten. Ging zwar 7:8 aus, hätte aber eine klare Sache sein müssen, wenn Janek nicht gehalten hätte wie der letzte Mensch bzw. Lawi trotz seiner fünf Tore sich nicht ehrlich den Titel Mr Chancentod erarbeitet hätte. Anschließend ging es mit einem Sportkameraden ins Flippermuseum Seligenstadt. Es war derartig brechend voll, dass wir zwar noch reingelassen wurden, aber es unmittelbar danach hieß "wegen Überfüllung geschlossen". Hat sich aber gelohnt. Die Kidz konnten mit den Videogames aus der "Steinzeit" wenig anfangen, haben dann aber mit Begeisterung mit geflippert. Ich selbst habe immer noch Armsehnenschmerzen.

Nach zwei Wochen bequemte sich der HFV, auf meine Anfrage einzugehen. Ein Herr Maas rülpste einen Einzeiler heraus, wonach er für Kritiken nicht zuständig sei. Nun, das hat auch niemand erwartet. Ich hatte bekanntlich ca. fünf Mal erwähnt, dass es sich um eine Anfrage zur Regelanwendung handelt. Lesen scheint beim HFV nicht zu den Anforderungskriterien zu gehören. Unter welchen Palmen sammelt man dort das Personal ein? Was für ein räudiges, unkultiviertes Verhalten! Ich habe versucht, das Bürschchen eingenordet, auch wenn es mir bei soviel Hilfszwergtum schwer fiel, sachlich zu bleiben. Nun dachte ich anfangs zugunsten des HFV, dass es sich vielleicht um einen Azubi in der dritten Lehrminute handelt, der noch einige mehrjährige Alphabetisierungsmaßnahmen vor sich hat. Aber tatsächlich war es sich um den leibhaftigen Verbands-Justitiar. Eine weitere Beschäftigung mit Google ergab, dass es sich um eine der inkompetentesten widerwärtigsten Wichtigtuer unter Hessens Sonne handeln könnte. Dass solche Typen wie Blatter oder Platini nicht so ganz koscher sind, ist Allgemeinwissen. Aber in den Regionen, in denen wir uns bewegen, auch so einen Unflat zu erleben, das ist hart. Tatsächlich kam nach einer weiteren Erinnerung eine "Antwort", die stilistisch und inhaltlich alle Erwartungen übertraf. Zuerst dachte ich, ich kriege die Blattern, aber tatsächlich ließ sich das weinerliche Geplärre, das alle Anzeichen der "Vogel-Strauß-Politik" aufweist, auf zwei Kernaussagen reduzieren. Erstens: alle Ehrenamtlichen sind schwachsinnig. Und Regeln aben im Fußball keine Bedeutung. Ich muss das erst einmal verdauen.

Am vorvorletzten Wochenende brach für mich eine Welt zusammen. Habe mich aufgerafft, mit meinem Sohn zur Keltenwelt in Glauburg zu fahren. Im Zusammenhang mit dem Archäologischen Park eine wirklich erlebenswerte Angelegenheit. Aber ich erfuhr dort, dass Irland nichts, aber auch rein gar nichts mit den Kelten zu tun hat. Da bin ich knapp 20 Mal auf der Grünen Insel gewesen und wähnte mich auf den Spuren der Kelten - und dann so ein Hammer. War das Museum schon hervorragend aufgebaut (auch die Tatsache, dass der Pfeil- und Bogen-Workshop lediglich für Erwachsene war, schmälerte den positiven Eindruck nur minimal), war der angrenzende Park das Sahnehäubchen. Dass da vor 800 Jahren einmal eine Stadt mit allen Drum und Dran war - vorher nie gehört. Den Schlitten hatten wir umsonst mitgenommen, zwei cm mehr Schnee hätten es schon sein müssen.

Da wetterbedingt das Spiel in Rödinghausen, das ich eigentlich am 31.1. besuchen wollte, ausfiel, sind wir kurzfristig nach Stuttgart zur Myanmar-Ausstellung gefahren. Grundsätzlich nicht schlecht, aber erstens kleiner als erwartet (bei dem Werbespektakel hat man mehr Umfang erwartet) und mit sehr vielen Lücken behaftet. Shwedagon-Pagoda und die Shan z.B. wurden nur mit einem Nebensatz erwähnt. Negativ war auch das Fotografierverbot. Nach anderthalb Stunden waren wir fertig und widmeten uns der Königsbau-Passage. Das dauerte zu lange, um noch dem Stadion zum Gladbach-Spiel einen Besuch abzustatten. Die Schwaben scheinen ganz wie die Bahner oder Skyline Plaza-Betreiber echte Schweine zu sein. Während man z.B. in jedem südostasiatischen Einkaufszentrum auf jeder Etage ausreichend kostenlose Toiletten vorfindet, gibt es so was hier auf der obersten - und dort hält ein Dienstleister die Hand auf. Bei der anschließenden Innenstadtbesichtigung festgestellt, dass Stuttgart eine echte Demo-Hochburg ist - drei Protestiererzüge passiert. Und dass es in Stuttgart noch drei weitere sehenswerte Ausstellungen laufen, die ich mir sicher noch gönnen werde. Beim Stichwort Ausstellungen fällt mir ein, dass ich kürzlich noch auf der Altdorfer-Ausstellung im Städel war. Einfach großartig, was sich der Hollein wieder hat einfallen lassen. Auch diese Ausstellung war dazu angetan, einige Unklarheiten zu beseitigen. Ein Hammer war der Altar aus Zwettl - vorher noch nie davon gehört. Die Zeit reichte noch, meinen Lieblinsbildern der Moderne ("Frankfurt Hbf" von Beckmann und "Das geht alles von Ihrer Zeit ab" von Rauch) einen Besuch abzustatten.

Erster CD-Erwerb des noch jungen Jahres war die neue von Gong, "I see you". Obwohl die Protagonisten mittlerweile stramm auf die 80 zugehen, eine sehr erfrischende Platte. Erheblich besser als die "2032", auf der man einfach nicht auf den Punkt kam. In zwei Wochen sollen die fast genauso alten Jungs von Man neues Material veröffentlichen - bin gespannt, wie das so klingen wird.

Von den Perversitäten, mit denen die Fraport-Betreiber uns den diskriminierungsfreien Zugang zum Pfandgut verwehren, hatte ich bereits berichtet. Auch in Hamburg wurde der Flughafenbetreiber aktiv, indem man das Sammeln unter Strafe stellte. Hier hat eine Online-Petition Wunder bewirkt - das wurde b.a.w. zurück genommen. Sowas müsste in Frankfurt doch auch funktionieren. Vielleicht mit Hilfe der israelischen First Lady, die sich ja ebenfalls als begeisterte Pfandgutsammlerin geoutet hat.

Mail-wechsel mit dem Hessischen Fußballverband