02/27/2015 - Es geht immer räudiger

Am 21.2. das letzte Testspiel vor Wiederaufnahme der Punktrunde. Während ich noch mit zwei Frankfurter Clubs sprach, vereinbarte Alex kurzerhand ein Warm-up gegen die Dritte der Gemaa. Vor zehn Zuschauern entwickelte sich ein technisch nicht besonders anspruchsvolles Spiel, das wir letztendlich mit 2:1 für uns entschieden. Aber endlich einmal ein Sieg. Hoffentlich gibt das Auftrieb für das erste Punktspiel heuer in Nieder-Roden.

Einen Tag später wurde der erste neue Ground dieses Jahres eingefahren. Im Rahmen einer Altlastbeseitigung ging es zum Pokal 2015/16 (!) bei der TV Hassloch. Vor knapp acht Jahren wurde in der Aufstiegsrunde kurzerhand das Heimrecht getauscht - und ich stand vor einem leeren Kunstrasen. Dieser scheint mittlerweile ausgetauscht worden zu sein. Das Spiel wurde vor ca. 35 Zuschauern mit erheblicher Verzögerung angepfiffen und verdient maximal die Klassifizierung "Sommerfußball". Durch die Verzögerung ging ich beim Stande von 0:0 in der 76. Minute - und genau ab dann fielen die Tore wie am Fließband zum Endstand von 2:4 n.V. Die dort dargereichte Rindswurst war die mit Abstand merkwürdigste, die ich je gegessen habe. Geschmacklich durchaus ok, aber die Konsistenz . Bei der Ankunft in Rüsselsheim gleich ein Schock: die Santander-Filiale am Bahnhof schließt wegen Vandalismus am Wochenende ihren Geldautomaten ab (siehe Spielfotos). Aber ich bekam dann woanders noch Bargeld. Während auch das Stadion am Sommerdamm verschlossen war, kam ich erstmals während der Öffnungszeiten zur Festung. Durchaus beeindruckend. Eigentlich wollte ich zum Abschluss noch eine Ausstellung in den Opel-Villen besuchen. Doch 8 € Eintritt für avantgardistische frühsowjetische Fotokollagenfertiger ist doch arg übertrieben, sodass ich dankend verzichtete. In der Innenstadt fühlte man sich übrigens wie in sagen wir Izmir. Europäisch anmutende Gesichter waren arg in der Minderheit. Dafür gibt es merkwürdigerweise haufenweise Kirchen. Allein auf dem Weg nach Hassloch und zurück mindestens sieben frequentiert. In der Georgskirche einen polnischen (weißrussischen?) Gottesdienst massiv gestört, um mir mal das sagenumwobene Altarbild anzuschauen. Aber im Gegensatz zu Allah sieht der Liebe Gott alles, und die Strafe folgte auf dem Fuße. Ich vergaß am Rüsselsheimer Bahnhof meine EC-Karte im Automaten. Keine Fahrkarte zu lösen, wäre eine schlechte Option gewesen angesichts dreier (!) Kontrollen auf der Fahrt. Als ich den Verlust zwei Tage später bemerkte, ging es gleich zur Bank, um die Karte zu sperren. Für diesen Vorgang nehmen die jetzt 7,50 Hörner! Den Hammer erlebte ich aber in der hiesigen Mobilitätszentrale, wo ich mich mangels Kenntnis eines Fundbüros einfand. Allen Ernstes meinte die Tucke am Schalter, ich hätte mir beim Verlust die Telefonnummer am Automaten merken sollen. Als ich sie höflich bat, mir die Nummer doch zu geben, wurde ich angepöbelt, sodass ich den Laden verließ und zuhause feststellte, dass Verlustmeldungen auch via Web machbar sind. Ich verspreche mir aber nichts davon.

Karneval erschien in diesem Jahr verdammt kurz. Kaum wurden die Karnevalssachen aus dem Keller geholt, wurden sie auch schon wieder eingepackt. Von Weiberfastnacht überhaupt nichts mitbekommen. Wg Valentinstag am Samstag keine Aktivitäten karnevalistischer Natur an den Tag gelegt. Dafür am Sonntag massive Brauchtumspflege in Hanau betrieben. Zuerst den Zug in Steinheim angeschaut. Nicht schlecht, war auch sehr gut besucht. Das Steinheimer Stadtbild kann ja mit etlichen Türmen aufwarten - jeder war mindestens einmal als Modell im Zug zu sehen. Rüber nach Klein-Auheim. Dieser Zug war doch um einiges kleiner, aber durchaus ok. Der geplante Abstecher am Rosenmontag zum Umzug in Herbstein musste ausfallen, weil es Arecar nicht so gut ging. Dafür am Dienstag nochmals zwei Umzüge besucht. Babenhausen war richtig gut, auch Kamelle-technisch - diese Zugplakette hat man gern gekauft. An einigen Stellen musste sich die Karawane allerdings durch menschenleere Zonen quälen, das stelle ich mir als Zugteilnehmer ätzend vor. Eine echte Überraschung dann der Zug in Zellhausen. Für ein Nest dieser Größe absolut beachtlich. Und brechend voll war es auch. Und dann war es schon wieder Aschermittwoch -und alles war vorbei. Auch das Karnevalsende bot nichts Erinnernswertes. Während man in den Vorjahren sich an versoffenen grunzenden und vor sich hin debiliernden CSUlern und winselnden Freidemokraten delektieren konnte, blieb heuer nichts haften. Vielleicht ist man durch die stumpfsinnigen Lallereien der Vormonate derzeit etwas abgestumpft. - Den Beginn des Jahres der Ziege haben wir dann nicht gefeiert.

In der Heute-Show vom 13.2. wurde endlich einmal ein Bericht über die Bundesdatenschützerin gezeigt. Diese hatte ich bekanntlich vor einem Quartal angeschrieben, ohne je eine Reaktion zu erhalten. Jetzt ist mir auch klar, warum. Es scheint sich ja um eine derartig unfähige Gestalt zu handeln, wie sie selbst in der deutschen Politiklandschaft selten ist. Es ist unglaublich, was für Gestalten wir Steuerzahler alimentieren müssen. Das Irre ist, diese Person hätte die Möglichkeit gehabt, in den Bundestag nachzurücken. Dort hätte sie ihr Fraktionschef sicher haarklein eingenordet, wie sie sich als Stimmvieh zu verhalten hat. Oder - wenn man sie unterschätzt - sie hätte die Datenschutzgesetze optimieren können. Was macht diese Gestalt: sie verzichtet! Jetzt sitzt so eine Null noch einige Jahre an einer derartig wichtigen Schaltstelle. Die armen Hebdo-Zeichner werden massakriert, aber so was wird sicher hundert Jahre alt. Al-Bagdadi, übernehmen Sie!

Räudigkeit kennt keine Grenzen. Ich hatte bewusst die Rathaus-Sitzung am 25.2.14 abgewartet, in der es um die Stadtmeisterschaft ging, um nicht ungewollt gegen das Vereinsinteresse zu handeln, und schickte dem krnanken HFV-Heini nochmals eine Mail. Der sich daraus ergebende weitere Mail-Verkehr ist stark. Eine derartige Räudigkeit bei einem Sportverband hätte ich nicht erwartet. Aber auch im Fußball stinkt der Fisch vom Kopf bis in die letzte, räudige Schwanzflosse. Aber was für ein erbärmlicher, mikroschwänziger Wichser. Erst pöbelt er los wie eine trächtige Wildsau, und dann kriegt er sein Mäulchen nicht auf.

In der 5 Blue Rays für 20 €-AKtion bei Müller bin ich auf eine Perle gestoßen. Während "I come with the rain" mit Josh Hartnett doch eher nichtssagend war, ist "New World" doch ein echter Knaller, wie man ihn nur in Asien hinkriegt. Und da das ja nur der beginn einer Trilogie sein soll, wird noch viel Blut fließen.

Der Quartalsirre aus Bayern gerät immer mehr außer Kontrolle, dieses absurde Gequake über die Ausländer-Maut scheint nun auch die letzten Ganglien verätzt zu haben. Wie einige zehntauend Andere auch haben wir uns Anfang des Jahres eine neue Heizung gegönnt im vagen Vertrauen darauf, dass das wie versprochen steuerlich gefördert wird. Und eigentlich war sich die Koalition einig - bis der Irre wieder seinen Rappel kriegte. Wer sich auf Politratten verlässt, ist verlassen. War wahrscheinlich ein langes vorher abgesprochenes Unternehmen. Al-Bagdadi, übernehmen Sie!

Weiterer köstlicher Mail-Wechsel mit dem Hessischen Fußballverband