04/23/2015 - Man im KJK Sandgasse

Leider hat alles nichts gebracht. Weder das Sondertraining noch das Spionieren. Die zwei Jahre alten jüngeren Kinder der Rosenhöhe deklassierten unser Team mit 10:1. Wenn man bedenkt, dass wir das Hinspiel noch 4:2 nach zwischenzeitlicher 4:0-Führung gewonnen hatten, ist das ein mehr als herber Rückschritt. Auch die Zuschauerresonanz war dürftig. Waren beim Hinspiel und beim Mittwochs-Spiel der Rosenhöhe noch jeweils über 50 Zuschauer zugegen, waren es am Samstag Morgen zu nachtschlafender Zeit gerade einmal 25. Und entgegen den vorherigen Beteuerungen taugte der Kaffee nichts. Da allerdings Klein-Krotzenburg am gleichen Spieltag daheim gegen den JSV Götzenhain/Dreieichenhain eine unerwartete Niederlage kassierte, rutschten wir in der Tabelle nicht noch weiter ab. Ich wage nicht daran zu denken, dass uns am kommenden Samstag gegen die JSG Klein-Auheim eine Revanche für die Hinspiel-Niederlage gelingt. Aber man kann die Sache auch positiv sehen. Zumindest in der ersten Halbzeit waren wir um keinen Deut schlechter als vorgestern der FC Porto. Und wenn wir Glück haben, ist am Samstag schon einer unserer viel versprechenden Neuzugänge spielberechtigt.

Unmittelbar nach dem Spiel konnte ich dann meinen Kumpel aus Nürnberg vom Hauptbahnhof abholen. Der bekam sofort einen nachhaltigen Eindruck von unserem schönen Städtchen - so einen toten Bahnhof hatte er noch nie zuvor gesehen. Nachdem wir in den letzten 25 Jahren schon etliche Konzerte gemeinsam angeschaut hatten, wollten wir uns am Abend Man im KJK Sandgasse reinziehen. Eigentlich sollten Epitaph anfangen, so hatte man es mir vor ein paar Tagen am Veranstaltungsort erklärt. Aber es kam dann genau umgekehrt. Vor ca. 100 Leutchen begann Man. In genau neunzig Minuten wurden vier Stücke von der neuen CD gespielt und vier Songs, die mindestens vierzig Jahre auf dem Buckel hatten. Die Versionen von C'mon und Spunk rock waren allererste Sahne. Phil Ryan an den Keyboards zeigte, was man aus so einer Hammond-Orgel alles rausholen kann. Für mein neuntes Man-Konzert vergab ich eine 2+. Vor dann nur noch ca. siebzig Zuschauern spielten dann die mir bislang vollkommen unbekannten Epitaph, von denen mein Kumpel jedoch etliche Scheiben sein eigen nannte. War ok, aber meine große Leidenschaft wird Krautrock mit all seinen Protagonisten und Epigonen nie mehr werden. Jedenfalls hätte der gesamte Gig mehr Resonanz verdient. Seit Jahrzehnten war es einmal wieder ein Event, bei dem ich den jüngeren 50% angehörte. Mein Gott, was tobten da für - das ist jetzt nicht despektierlich gemeint - alte Säcke herum! Der Konzertraum selbst war gar nicht so winzig wie erwartet. Und die volkstümlichen verzehrfreundlichen Preise an der Theke signalisieren mir, was ich schon seit Jahrzehnten sage: man wird doch meistens verarscht in der Gastronomie. Alles in allem ein sehr angenehmes Konzert, zumal auch keine Security-Halbwilde zugegen waren. Bei der Gelegenheit noch die drittletzte Man-CD erstanden: "Diamonds and coals". Der Anfangstrack sehr gut, das Endstück fast schon genial - und dazwischen viel Durchschnittliches. Eine Folge hatte der Konzertbesuch noch: ich war am Sonntag zu kaputt, um mich mit Fubbes zu beschäftigen. Dem Alterungsprozess kann auch ich entkommen.

Am Montag Abend dann die Nachricht erhalten, dass die neue Buzzcocks-CD "The way" bei Müller eingetroffen sei. Bangen Schrittes dorthin getrabt, aber noch ist der Laden existent. Die Songperlen schütteln die Jungs nicht mehr so lässig wie früher aus dem Ärmel, aber es ist wieder eine solide Scheibe geworden.

Jetzt wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Ich schwöre, Alllldöä, dass mir der Bürgerdialog in der vergangenen Woche bis zur Heute-Show noch total unbekannt war. Und trotzdem hatte ich bereits in meinem Geblöke der Vorwoche exakt spezifiziert, was ich von meiner Regierung erwarte. Und mehrfach angerissen, was nicht. Vergessen hatte ich damals - und das hole ich hiermit nach - , dass ich erwarte, dass Recht und Gesetz wieder Respekt verschafft werden, mehr dazu weiter unten. Und da das alles Selbstverständlichkeiten sind, könnte die Regierung bereits jetzt an die Arbeit gehen. Schließlich haben die Gestalten ja im Amtseid bekundet, dass sie Schaden vom deutschen Volk abwenden und den Nutzen mehren wollen. Stattdessen verrotten weitere Autobahnbrücken und werden weitere Soldaten geschädigt (wie Herr von Aken würde übrigens auch mich interessieren, welche Zuwendungen in diesem Zusammenhang seitens der Industrie an Entscheidungsträger geflossen sind), weil man erst einmal bis zum Jahresende Zeit gewinnen will. Vielleicht nimmt dann ja die Regierungsmannschaft komplett gut dotierte Jobs im TTIP-Umfeld wahr. Und da noch nicht einmal ein Umsetzungsbudget eingerichtet ist, garantiere ich eines: es handelt sich um reine Schaumschlägerei bzw. um eine Nullnummer. Was soll diese Scheiße? Sind die so behämmert? Oder halten die uns für so schwachsinnig? Ist das die Antwort auf Pegida? Naja, was kann man von einer Regierung mit übergroßem Verständnis für Kinderschänder und Junkies halten? Und wenn das wider jegliches Erwarten alles wirklich ernst gemeint ist, wäre es ein noch größeres Armutszeugnis für unsere Regierung. Wie weit hat man sich von der Basis entfernt, wenn man derartige Aktionen starten muss? Wahrscheinlich schlagen sich die Parlamentarier mit Problemen herum: nehme ich nun die Wasserhähne aus Weißgold oder Platin? Kein Wunder, dass bei einer solchen Regierung Deutschland im Glücks-Index so weit hinten steht.

Da gab das vor kurzem hier wieder ein Urteil, das für Krätze sorgt. Da behauptet doch so ein Landrichterlein, dass man Minderjährige ungestraft vergewaltigen dürfe. Es würde niemanden wundern, wenn sich eines Tages herausstellt, dass dieser saubere Herr selbst ein Dutzend Minderjährige geschändet hat. Es ist ähnlich wie beim Ungeheuer von Loch Ness. Ab und dann weist jemand auf die Tatsache hin, dass wir Bürger in unzumutbarer Weise von einem Häuflein nichtsnutziger Typen terrorisiert werden: Richtern. Kürzlich schlug Herr Lammert vor, dass unsere Richterschaft sich fürderhin doch ihrem eigenen Job widmen solle, anstatt hier den Obergesetzgeber zu markieren. Einerseits ist das verwunderlich, zumal das von Herrn Lammert geführte Organ ja selbst durch teilweise abstruse Gesetzgebung eine Atmosphäre der Rechtlosigkeit erzeugt - sogar ein Gesetzes-TÜV wurde kürzlich gefordert. Anderenteils sind diese Gesetze ja da. Man kann das gut oder schlecht finden, aber man sollte sie beachten. Und genau das gilt auch für unsere saubere Richterschaft. Worum handelt es sich denn bei Richtern und Staatsanwälten? Um Dienstleister. Und zwar um solche, die etliche dutzend Plätze hinter Hilfsklostetttieftauchern rangieren und auf der nach unten grundsätzlich offenen Dienstleistungsskala schon den Boden sehen können. Aber einem Webfehler in unserem eigentlich tollen Grundgesetz haben wir es zu verdanken, dass diese Gestalten übermütig werden, sich gestalterische Rechte heraus nehmen, uns ehrbare Bürger im Sekundentakt verarschen und ansonsten der allgemeinen Verabschaumisierung unserer gesellschaft Tür und Tor öffnen. Diese Figuren haben sich dieser ihnen übertragenen Verantwortung als nicht würdig erwiesen. Da sollte Lammert einmal ansetzen. Aber wie bei Loch Ness: das Thema wird wieder in der Versenkung verschwinden und erst in der nächsten Saure-Gurken-Zeit wieder zum Vorschein kommen.

Damit der NRW-Datenschutz nicht denkt, ich hätte ihn nach der nicht angenommenen Einladung vergessen, habe ich ihm diesmal einen Ankreuzbogen zugesandt. Ich bin sicher, selbst zum Ankreuzen ist man dort nicht in der Lage.

Ankreuzbogen für den NRW-Datenschutz