05/07/2015 - Respektable Ergebnisse

Nach langer Zeit hatten unsere Kinder endlich einmal Erfolgserlebnisse. Am Tag der Arbeit nahmen wir am Maiturnier in Spachbrücken teil, wo sicher nicht die allerbesten Mannschaften aufliefen. Gegen die zweite Mannschaft des Gastgebers gab es ein ungefährdetes 3:0, gegen FV Eppertshausen ein lockeres 2:0. Schwieriger wurde es gegen die SpVgg Sonnenberg, die uns auch vor einem Jahr mit 2:0 geschlagen hatte. Diesmal endete es 0:1 - war aber relativ egal, weil wir das Halbfinale eh erreicht hatte. Dort ging es gegen den SV Fischbach, der uns kürzlich in Gernsheim ebenfalls mit 2:0 abgeledert hatte. Diesmal war es ein ausgeglichenes Spiel, was torlos endete. Im Strafstoßschiessen scheiterten unsere Kinder knapp mit 2:3. SO spielten wir um Platz 3 - es war zum Haareausraufen! Neun Minuten lang wird Chance auf Chance versiebt. Und dann kommt Viktoria Preußen Frankfurt zum zweiten Mal über die Mittellinie und macht das 0:1. Aber Lawi markiert Sekunden vor Abpfiff den Ausgleich und diesmal heißt der Sieger im Strafstoßschiessen SG Wiking, ebenfalls mit 3:2. Dieses verdiente Erfolgserlebnis war dringend nötig! Der Vater unseres neuen Spielers Deen war so begeistert, dass er uns zu McDonalds in Dieburg einlud. Er hatte auch einen zweiten Grund, begeistert zu sein, denn bei der Tombola gewann er einen Ball mit allen Unterschriften des zukünftigen Bundesligisten Darmstadt 98. Das Turnier war hervorragend organisiert, das Catering war klasse, und mit dem Wetter hatten wir ebenfalls Glück. Überhaupt hatten wir Glück, dass diese Veranstaltung überhaupt stattgefunden hat. Denn das große Radrennen wurde ja abgesagt. Was soll diese Scheiße? Meine private Meinung ist, dass die Geheimdienste sich diese Gefährdung nur ausgedacht haben, um von der NSA-Affäre abzulenken (s.u.). Und wenn meine Meinung falsch ist: wo kommen wir denn hin, wenn wir hier auf jeden Kanaker mit einer Rohrbombe mit Schwanzeinziehen reagieren? Das ist doch deren Ziel: hier jeden Funken selbst bestimmten Lebens auszulöschen.

Tags darauf war das Wetter noch besser, als wir zum Punktspiel in Klein-Krotzenburg antraten. Zuletzt war ich 2006 dort, den neuen Kunstrasen kannte ich noch nicht. Und genau auf dem spielten wir. Und zwar wieder richtig gut. Vollkommen verdient gewannen unsere Kinder 6:2. Das Spiel (und auch das Catering) hatte mehr als die nur dreizehn Zuschauer verdient. Ein echtes Highlight bot der (sehr nette) Schiedsrichter, als er uns einen indirekten Freistoß zusprach. Da es so etwas auf dem Kleinfeld nicht gibt, donnerte Jakob das Ei in Netzer-Manier ins Tor. Das wurde nicht anerkannt, und unseren Trainern und mir fehlten die Worte. Aber jetzt muss ich den Gastgeber-Trainer loben, der mit Engelszungen auf den Schiedsrichter einredete, er möge den Freistoß - und zwar diesmal indirekt - wiederholen lassen. Was er dann auch tat, aber daraus entwickelte sich blöderweise ein Konter, der den Gastgebern das Anschlusstor ermöglichte. Da etliche Spiele ausfielen, konnten wir uns mit diesem Punktgewinn sogar auf den sechsten Platz verbessern. - Wohltuend war, dass an diesem Wochenende beide Trainer sehr engagiert von der Seitenlinie agierten. War es das, was unseren Kindern einen Schub gab?

Am Sonntag wollte ich an der Komplettierung der Darmstädter Grounds arbeiten, hier habe ich lange nichts gemacht. Das Wetter spielte verrückt. Während man locker im T-shirt über den Offenbacher Wilhelmsplatz laufen konnte, hätte ich ab Frankfurt ohne zusätzliche Jacke arg gefroren. Hätte ich nicht aufgrund eines starken Urinierdrangs in Verbindung mit vier besetzten Klos dn kompletten Zug durchqueren müssen, hätte ich den Weizenbierhopper im letzten Waggon nicht getroffen. Der war auf dem Wege nach Hüttenfeld (fehlt mir auch noch) und so nahm unser Gelaber im Darmstädter Hauptbahnhof ein jähes Ende. Ich trabte zum GW-Platz in der Waldkolonie, um dem Kracher GW Darmstadt II vs SV Rohrbach mit elf anderen Unentwegten beizuwohnen. Die Kassiererinnen begrüßten mich freundlich und winkten mich durch, vielleicht, weil ich mit meiner Betreuerjacke sehr wichtig aussah. War eh egal, alldieweil es nur neutrale Kinokarten gab. Es war ein grauenhaftes, aber gerade deshalb unterhaltsames Gekicke, dessen Niveau der Schiedsrichter noch mühelos unterbot. Symptomatisch - und allein deshalb lohnte sich das Kommen - das Darmstädter Siegtor zum 4:3 in der Nachspielzeit: diese Mischung aus Unbedarftheit, Ungewolltheit und Zufälligkeit ist selbst in der G-Jugend selten. Während des Vorspiels wurde zwar (ich denke noch, da Senftuben en masse herum lagen) keine Bratwurst kredenzt, aber das sonstige Angebot kann ich uneingeschränkt empfehlen. Der Platz selbst ist zwar recht zentral, aber doch trotz der malerisch blühenden Kastanienbäume an einer Seite eher räudig. Das trifft noch mehr auf den Schauplatz des nächsten Spiels beim TGB Darmstadt zu. Bei meinem letzten Besuch zum Zwecke des Groundspottings, der mit einer verbalen und nonverbalen Diskussion mit einer blöden Kuh endete, war der Ground piccobello gepflegt. Nunmehr machten die bis zu vier Stufen einen eher baufälligen Eindruck. Die blöde Kuh fungierte als Linienrichterin, und ich kam mir vor wie in Douala. Ein Blick aufs Spielplakat zeigte die Lösung: Gegner war der SV Kamerun, der sogar mit einem Renommier-Weißen antrat. Weil ich die Entfernung trotz Zurücklegens einer Strecke mit dem Bus etwas unterschätzt hatte, kam ich erst in der 15. zu dieser B-Liga-Partie. Das Niveau war vor ca. 50 Zuschauern noch dürftiger als im Spiel zuvor, der Schiri bot eine mehr als indiskutable Leistung. Der Ausgang von 1:4 entsprach dem Spielverlauf und sollte die TGB noch näher zur C-Klasse bringen. Richtiger Spielfluss kam selten auf, weil auf der holprigen Karikatur eines Rasens kaum ein Pass ankam und die Mehrzahl der Spieler im Hauptberuf Holzhacker zu sein schienen. Über zehn Minuten lang weigerte sich die Catering-Crew, Bestellungen anzunehmen (also, das hatte nichts mit mir zu tun, das betraf jeden), aber der dann erworbene Kuchen war megalecker. Kassiert hat übrigens niemand. Anschließend noch kurzes Groundspotting bei RW Darmstadt, wo man den Eingangsbereich mittlerweile verlegt hat. Das Wetter war mittlerweile so ätzend geworden, dass ich vom geplanten Stadtrundgang Abstand nahm.

Wer weiß, ob diese Fahrt am nächsten Wochenende möglich wäre, denn große Eisenbahner-Streiks stehen bevor. Da müssen wir jetzt durch. Das Ansinnen der DB ist so durchsichtig, dass es schon peinlich ist. Erst einmal das Inkrafttreten des Tarifeinheitsgesetzes abwarten, dann wird sich alles von selbst erledigen, spekuliert man dort. Und wenn man die Christliche Gewerkschaft ins Boot holen muss. Aber bei all dem Gejammer über den Streik und seine Folgen wird gern vergessen, dass es sich um ein im Rahmen der Vermerkelung im Sozialministerium zusammen geschustertes Machwerk zur Aushebelung unserer Grundrechte handelt. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass alles, was diese hysterische Schlampe anfasst, ein weiterer Schritt zur Verabschaumisierung Deutschlands ist. Also: Augen zu und durch. Herr Weselsky, übernehmen Sie! Die Sicherung unserer demokratischen Grundrechte sollte uns ein paar Unannehmlichkeiten wert sein.

Die BND/NSA-Affäre scheint ja ein größeres Ding zu sein als bislang angenommen. Dachte man noch vor kurzem, da seien nur solche Karikaturen von Pausenclowns wie der Arschfaller oder Drohne Thomas involviert, tangiert sie ja angeblich auch allerhöchste Kreise. Dass die Person an der Spitze mit ihrer Vermerkelungspolitik in konsequenter Weiterführung der Verschröderung und der geistig-moralischen Wende eine reine Abschaumrepublik schaffen will, ist offenkundig; aber dass diese Gestalt uns und unsere Wirtschaft sowie unsere politischen Freunde wissentlich und willentlich an ein anderes Land verhökert, wer hätte das gedacht. Dazu passt auch exakt der Vorschlag von dem unappetitlichen Fettwanst, eine Art Handelsgerichtshof im Zusammenhang mit TTIP einzurichten. Da kann man diese Hökerin auf einen lebenslang gut dotierten Posten verschieben. Nächste Woche erden wir erfahren, was für ihn selbst geplant ist. Das ist jetzt nur als Hinweis auf historische Fakten zu verstehen: im Wilden Westen wären diese Gestalten längst aufgeknüpft worden. Gerade werden Hinweise geäußert, dass der Ursprung dieser Affäre bei den beiden Saubermännern Schröder und Steinbeißer liegen soll. Warum wundert das niemanden? Was für ein Hurensohn muss man sein, ums sich gleichzeitig an Russen und Amerikaner zu verkaufen? Und richtig geil war übrigens das peinliche Gejaule und Gewinsel von Drohne Thomas am Mittwoch. Ich wollte dem doch glatt schon einen Schnuller durch den Bildschirm reichen. Hat Bubi doch von allem nichts gewusst und ist an Nichts schuld. Oder er hat wirklich nichts gewusst, weil seine Chefin selbst uns verkaufen wollte. Was noch interessiert: bei aller Aufregung ist der deutsche Geheimdienstbeitrag zur Auspionoierung deutschen Knowhows wohl eher indirekt. Welchen Geheimdienst eines befreundeten Staates (Namedropping: Frankreich, Italien, Griechenland) hat die NSA denn involviert, um deutsche Fimen direkt auszuspionieren? - Und noch was: da taucht plötzlich in diesem Zusammenhang andauernd der Name eines hohen Beamten auf, den bislang niemand auf dem Radarschirm hatte. Wie kommt es, dass manche eher subalterne Gestalten (anderes Beispiel: Frau Baumann) mehr Macht auf sich konzentrieren als ein Parlament?

Den Verabschaumisierungsprozess Deutschlands setzte fraglos Qualle Qol Pot in Gang. Wenn er nicht das Glück gehabt hätte, dass Gorbi ihm die Ex-DDR mehr oder weniger aufgedrängt hätte, würde er heute - also schon zu Lebzeiten - als der große Verabschauminator in den Geschichtsbüchern stehen. Was er von rechtsstaatlichen Prinzipien hält, hat er ja bereits mit dem Skywheeler bei der damaligen Spendenaffäre gezeigt: sie sind überflüssig. Ein Ehrenwort unter Halunken ist mehr wert. Und so hat er es jetzt in Kooperation mit einem willfährigen Richterlein geschafft, dass ein Buch, was ein Schlaglicht auf seine Primitivität wirft, zu verbieten. So hat die Bücherverbrennung auch angefangen.