05/20/2015 - Museumstag 2015

Mehr Schatten als Licht gab es bei unseren letzten Spielen. Am 9.5. das Punktspiel gegen den JFV Dreieichenhain/Götzenhain Trotz deutlicher Feldüberlegenheit verloren wir daheim mit 1:4. Das kommt davon, wenn man jeglichen Tordrang vermissen lässt. Erschwerend kam hinzu, dass etliche Spieler wegen Klassenfahrten nicht am Training teilnehmen konnten und folglich nicht aufgestellt wurden. Strenge Sitten! An Christi Himmelfahrt dann ein Turnier bei der TS Ober Roden. Während die drei Vorrundenbegegnungen eher schwach waren und bei zwei Niederlagen und einem Sieg ein Torverhältnis von 1:7 mit sich brachten, ging in der Zwischenrunde und im Platzierungsspiel die Post ab. Preußen Frankfurt wurde mit 2:1 besiegt, diesmal ohne Strafstoßschießen. Die TG Ober Roden gar 8:0, dass viermal ein Pfosten getroffen, sollte sich noch rächen. Gegen den Ligakonkurrenten FV 06 Sprendlingen gab es ein 1:1 trotz drückender Überlegenheit. Und da dieses Team ein Gegentor weniger aufwies, spielte dieses um den neunten Rang. Auf ausdrücklichen Wunsch der Sprendlinger hatten wir das Punktspiel verlegt, wofür die Sprendlinger Käse aus Holland ausgelobt hatten. Mal sehen, was daraus wird. Wir bekamen es im Spiel um Platz 11 mit dem Angstgegner aus F-Jugend-Zeiten zu tun: Viktoria Urberach. Diesmal machte unsere Mannschaft es schmerzlos und fegte den Gegner mit 5:2 vom Platz, wozu zwei Strafstöße beitrugen. Kurios: vor zwei Jahren wurden wir mit nur zwei Siegen - aber eben in den Vorrundenspielen - Achter. Am Pfingstwochenende warten zwei Turniere auf uns.

Am 17.5. war mal wieder Museumstag. Habe ich eigentlich fast immer links liegen gelassen, aber vor ein paar Tagen sah ich ein Plakat mit Hinweis auf das dann geöffnete Heusenstammer Depot des Museums für Kommunikation. Ein mir bis dato vollkommen unbekanntes Objekt im Gewerbegebiet. Ein Wahnsinn! Ich habe nicht gezählt, aber allein 200 ausgestellte Postautos sollten es schon gewesen sein. U.a. ein Krauss-Maffei-Bus, etliche Elektrowagen, ein Kaelble und ein Tempo - Kindheitserinnerungen wurden wach. Und dazu noch Kutschen, Schlitten, die Wattenpost, Krafträder etc. etc. Als Teilnehmer am damaligen btx-Feldversuch haben es mir natürlich die btx-Geräte besonders angetan. Für die heutigen kidz brutale Vergangenheit, für uns damals das technische Nonplusultra. Die MAN- und Büssing-Busse harren noch einer Renovierung. Aber wie man die ehemaligen Staatsunternehmen kennt - die DB hat es ja vorgemacht - taucht auch hier bald ein ganz extremer mit üblen Minderwertigkeitskomplexen belasteter Post-Controller mit Hang zur Microphallie, Glatzenbildung und Wampe auf und vernichtet das Ganze. Wäre mehr als nur schade. Die ganze Veranstaltung war brechend voll, was bedeutet, dass ein allgemeines Interesse an diesen Artefakten besteht. Schade, dass meine Zeit nicht unbegrenzt war.

Denn langsam muss man sich auch mit den Aufstiegsaspiranten beschäftigen. So führte mich nach dem Depotbesuch mein nächster Weg zur SG Kinzenbach. Vorher noch auf dem Frankfurter Hbf zwei 101er mit Sonderlackierung abgelichtet: die 071 mit Märklin-Lackierung und die 110 mit SGE-Wappen (wie passend). Laut Stadtplan schien es eine megaeinfache Sache zu sein, per Fahrrad nach Kinzenbach zu gelangen: einfach stur vom Giessener Bahnhof die Heuchelheimer Str. lang, einmal abbiegen, fertig. Aber irgendeine Schwachsinniger hat für einen halben Kilometer diese Straße für Fahrräder gesperrt. Und da ich heute nicht in Diskutierlaune war für eine eventuelle Begegnung mit uniformierten Kräften, habe ich mich daran gehalten. Aber eine Ausschilderung für Radfahrer? Nicht vorhanden. Und mein zehn Jahre alter Stadtplan half mir nicht wirklich weiter. So quälte ich mich über Feldwege dritter Ordnung zum Ziel und brauchte über die doppelte Zeit. Auch in der Heuchelheimer Kernstadt musste ich mich durchfragen, bis ich zum inzwischen verlegten dortigen Sportplatz kam. Recht hübsches Teil. Auf der Rückfahrt musste ich feststellen, dass Gießen als solches zwar rudimentär ausgeschildert war - aber mit dem festen Ansinnen, den Radler weit am Gießener Bahnhof vorbei zu lotsen, was mich dazu zwang, das Rad über Treppen zu schleppen. Was soll so eine verquere Scheiße? Diesen Verantwortlichen hat man wohl wirklich ins Gehirn geschissen. Muss wohl auch an der Hessenhalle vorbei gefahren sein, habe diese aber (Schauplatz eines geilen Eric Burdon-Konzerts vor ca. 13 Jahren) nicht erkannt. In Gießen selbst war verkaufsoffener Sonntag, sodass ich noch einen Abstecher in die Galerie Neustädter Tor machen konnte. War nett mit Drachen aller Art geschmückt und brechend voll. Für eine deutsche Shopping Mall Durchschnitt. Der RE hatte zurück hatte satte zwanzig Minuten Verspätung. Und die Fahrradabteile ebenfalls brechend voll, aber meines passte noch rein. Im Abteil dann die üblichen Horden von Südosteuropäern und Nordafrikanern auf der Suche nach Mitfahrtgelegenheiten per Assi-Ticket. Die beiden Mädchen vor mir machten sich den Spaß, sich Begründungen anzuhören, warum man denn plötzlich einen Lift braucht. Sehr unterhaltsam, was da teilweise zusammen gebrabbelt wurde. Mich hat merkwürdigerweise niemand angelallt und meine Einzelfahrkarten wollte den ganzen Tag über auch niemand sehen.

In Kinzenbach selbst auf die Sekunde pünktlich zum Ground gekommen. Selbst für hessische Verhältnisse ein total sinnloser Platz, holpriger als z.B. der Mühlheimer Nebenplatz. Der Verein zeigte sich auch sonst von seiner professionellen Seite. Kein verbilligter Eintritt für Rentner! Asoziales und unsoziales Pack! Und kein Programm. Da der Aufstieg in die Verbandsliga mit dem heutigen 0:0 vor handgezählen 170 Zuschauern gegen Bauerbach (Gäste klar besser, überboten sich aber beim Auslassen von Torchancen, selbst ein - berechtigter - Elfmeter wurde versemmelt) besiegelt ist, kann man nur hoffen, dass dieser Krüppelclub möglichst umgehend wieder in der Versenkung verschwindet. Immerhin: die Verköstigung ist gut, die feine Bratwurst verdient ein Extralob. Und das Ambiente ist in der Tat grandios, da der Platz zu Füßen zweier Burgen liegt (Vetzburg und Gleiburg). Der jüngere Linienrichter hatte sich übrigens seinen Haarschnitt aus einem Handbuch von 1935 für Pimpf-Frisuren ausgesucht. FJS hätte seine helle Freude daran gehabt. Nach dem Match Museumstag Teil II. Ziel war der zum Heimatmuseum umgebaute ehemalige Kinzenbacher Bahnhof. Sehr hübsch restauriert mit einer Schienenbus-Garnitur davor. Auch das Museum selbst sehr liebevoll eingerichtet, hat sich total gelohnt.

Eigentlich war als Überschrift auch in der Auswahl "Woche des Abschaums", aber erstens trifft das ja fast für jede Woche zu und zweitens gefällt mir die jetzige sowieso besser. Wunderte ich mich doch, dass der Baht, der sich endlich wieder auf einen vertretbaren Wechselkurs zum Euro runter gekämpft hatte (exotische Betrachtung, aber begründet), urplötzlich und scheinbar grundlos stieg. Natürlich tat er das, weil unser herrlicher Euro massiv zum Dollar verlor. Heute kam heraus, dass sich so ein Pflaumenaugust namens Curé, der sich irgendwie ins EZB-Direktorium hinein schmuggeln konnte, erdreistet hatte, einigen Hedgefonds-Assis vertrauliche EZB-Aktivitäten zu verraten - natürlich aus Versehen. Natürlich haben die Assis das sofort ausgenutzt, was die für viele Marktteilnehmer intransparenten Kursschwankungen erklärte. Will die EZB korrekte Marktteilnehmer und mich jetzt in den Ruin treiben? Ich bin sicher, dass sich keiner traut, den Sack zur Verantwortung zu ziehen. Bei der Gelegenheit wurde mir auch klar, dass die EZB nicht zur Publikation von ad hoc-Mitteilungen verpflichtet ist. Das muss man sich vorstellen! Hier geht es um dreistellige Milliardenbeträge - und es darf nach Teufel komm raus herum manipuliert werden. Jede mickrige KGaA kriegt einen übergebraten, wenn sie den Ausfall einer Stromsicherung nicht meldet. Da wundert sich die EZB bei ihrem (um das Wort verbrecherisch zu vermeiden) unseriösen Gebaren, wenn man ihre Hauptverwaltung stürmen will. Besagter Typ war entspricht dem Klischee des frustrierten, minderbemittelten mit Minderwertigkeitskomplexen behafteten Glatzkopfs mit Hang zur Adipositas und Mikrophallie, der meint, sich mit solchen Mätzchen wichtig machen zu können. Kann aber sicher nichts dafür, weil er auf der ENA zum Abschaum erzogen wurde. Sowas haben die Fehlfarben mit der Abschaumelite gemeint. Und dann kam heraus, wie es doch noch dazu kam, dass Herr Middelhoff eine Kaution stellen konnte. Wie war das denn möglich? Die Frage muss umformuliert werden: wer ist immer in der Nähe, wenn sich Abschaum zusammen ballt? Natürlich ein Herr Marseille, der jetzt seine Schatulle geöffnet hat. Wir können uns noch gut daran erinnern, wie eng die Beziehung zu Kokser Schill war. Ob er wirklich glaubt, die Kohle wieder zu sehen? Ich jedenfalls werde fürderhin um die Kliniken mit seinem Namen einen Riesen-Bogen machen. Und bei Middelhoff darf ich einmal Amateurpsychologe spielen. Bestimmt ist die seltene Art von seiner Autoimmunschwäche kein Phantasieprodukt. Aber bei dessen massiven Narzissmus-Problemen würde ich mich nicht wundern, wenn er der einzige weltweit mit dieser Krankheit ist. Dass sich sowas jetzt wieder frei bewegen darf - unglaublich. Ich könnte jetzt auch noch was über die Entwicklungen in der AfD schreiben, aber das verkneife ich mir - in einem Jahr kennt die sowieso niemand mehr. Die Verabschaumisierung geht weiter.

Die bereits avisierte neue selbst betitelte CD von Wire ist mittlerweile auch eingetroffen. Das frische Blut durch den neuen Gitarristen, der 30 Jahre jünger als der Rest der Truppe ist, tut der Band wirklich gut. Ein Meisterwerk der Minimalmusik! Manchmal kommen sogar hörbare Keyboards zum Einsatz. Ebenfalls eingetroffen ist die mir bislang noch fehlende vorletzte Man-CD "Kingdom of noise". Leider muss man feststellen: einfach enttäuschend. Wie vor 40 Jahren, als nach der sensationellen "Back into the future" die weniger tolle "Rhinos, whinos, lunatics" (siehe meinen Artikel von 1975 im Reflector) folgte, ist es kaum nachvollziehbar wie nach dieser schwachen Scheibe mit fast identischer Besetzung die bärenstarke "Reanimated menories" folgen konnte. Aber auch eine Band wie Man hat wohl auch das Recht, mal neben der Spur zu musizieren.

Während ich die Man-CD recht günstig in ebay erwerben konnte, musste ich die Wire-CD bei JPC ordern. Vor noch nicht allzu langer Zeit wäre Müller die beste Option gewesen, aber die können das JPC-Niveau nicht mehr erreichen geschweige denn unterbieten (sind natürlich meist immer noch günstiger als Saturn). Auch beim Ovomaltine-Müsli, was mein Sohn zum Frühstück haben muss, langen die jetzt richtig hin: statt 4,29 jetzt 4,99 EUR! Und da reden alle von Deflation. Anlässlich des 12. Jahrestages unseres Auszuges aus Dörnigheim haben wir dieses malerische Städtchen am anderen Mainufer besucht und festgestellt: da gibt es ja auch einen Müller. Und zwar einen mit 3%-Treuerabatt. Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt! Die Bewohner des armen Offenbach wollen den Rabatt nicht, die des reichen Maintals hingegen schon?! Anschließend ging es zu tristen Real - als wir noch da wohnten, war es ein schöner Wal-Mart. Aber wie man sich täuschen kann. Seit Jahren renne ich doch in Deutschland vergeblich hinter der A1-Stak-Sauce her (Obamas Lieblings-Sauce): vergeblich. So muss ich sie mir immer aus Thailand mitbringen buw. Von USA-Besuchern mitbringen lassen. Und bei Real haben sie die! Zwar ein verwegener Preis, aber besser als die Schlepperei.

Artikel über Man aus dem Reflector 75