05/28/2015 - Monet im Städel

Erstes Turnier des Pfingstwochenendes am Samstag bei der TGM SV Jügesheim. Vor zwei Jahren wurden wir Fünfter von neun Mannschaften, diesmal Sechster von sechs Mannschaften. Knappen Niederlagen gegen die beiden Vertreter des Gastgebers, Viktoria Griesheim und BG Marburg stand ein Remis gegen die TSG Neu-Isenburg entgegen (Lawi erzielte unser einziges Turnier-Tor) - die von uns gezeigten Leistungen waren grottenschlecht. Pfingstsonntag blieb diesmal spielfrei, dafür ging es am Pfingstmontag im Enkheimer Riedstadion weiter. Hier wurden wir vor zwei Jahren 15. von sechzehn Teams - die schlechteste Platzierung unter Trainer Jens. Mittlerweile wurde der alte Aschenplatz in einen Kunstrasenplatz umgewandelt. Da sich heuer sogar zwanzig Teams gemeldet hatten, mussten sich die schlechtesten acht Mannschaften nach der Vorrunde verabschieden. Obwohl die Leistungen ansprechender waren als zwei Tage zuvor, gehörten wir dazu. Selten war es einfacher zu gewinnen als heute. Gegen Viktoria Enkheim I und SC Riedberg II hätten klare Siege heraus springen müssen, es wurden nur torlose Remis. Und beim 1:3 gegen BG Frankfurt sorgten drei persönliche Aussetzer für die Gegentore. Der hier eingesetzte Schiedsrichter litt wohl an einer seltenen Blau-Gelb-Blindheit. Jedenfalls mussten wir bei der dieser Trikot-Konstellation rote Leibchen tragen. Einzig das 0:3 gegen DJK Zeilsheim entsprach dem Spielverlauf. So waren es statt mindestens sieben verdienter Punkte derer nur zwei - so macht es einfach keinen Spaß. Das Wetter war bei beiden Turnieren brauchbar, das Catering konnte ebenfalls wie gewohnt auf beiden Veranstaltungen überzeugen, obwohl ich das Kuchenangebot in den Vorjahren umfangreicher in Erinnerung hatte. Und noch ein Wermutstropfen: während unserer Anwesenheit ließ sich die lebende Fußballlegende Stepi heuer nicht blicken.

Derzeit begeistert in Frankfurt die Monet-Ausstellung im Städel die Massen. Nachdem mein Sohn diese bereits beim Tag der Offenen Tür besucht hatte, nahm Ich hatte mir vor, selbst einmal hinein zu gehen, sobald der Andrang überschaubar ist. Nachdem bei den letzten Vorbeifahrten immer unüberschaubare Menschenmengen die Kassenhäuschen belagerten (ok, bei Botticelli war es extremer), herrschte kürzlich doch gähnende Leere auf dem Vorplatz. Habe sofort ein Ticket erstanden - wobei ich als Rentner mich natürlich wieder verkohlt fühlte, weil wir armen Schweine wie üblich abgezockt werden. Drinnen war es dann knüppeldickevoll, wobei mir die Führungen noch mehr vorkamen als sonst. Monet war ja überaus produktiv, sodass man sich auf ein Kernthema beschränken muss, und es auch dann schwierig ist, eine sinnvolle Ausstellung auf den Weg zu bringen. Aber auch hier hat Hollein sich wieder selbst übertroffen (wie bei Altdorfer). Persönlich hätte ich mir zwar mehr der berühmten Bahnhofsbilder gewünscht, aber die Frühentwicklung des Impressionismus mit Monet als "Antreiber" wurde so aufgezeigt, dass einerseits auch für Kenner neue Sachverhalte vermittelt wurden, andererseits selbst Blinde es begreifen konnten. Aus ca. 55 verschiedenen Museen wurden Leihgaben zur Verfügung gestellt, etliche Objekte hatte ich insofern schon in anderem Kontext gesehen. Wahrscheinlich kann außer Hollein derzeit niemand eine derartige Ausstellung stemmen. Also eine absolut empfehlenswerte Veranstaltung. Es ist toll, dass man wenigstens bei solchen Anlässen noch das Schöne und Gute sehen darf. Denn wer weiß, wie lange noch. Vielleicht erobern die IS-Kanaker auch noch Europa und machen aus den hiesigen Kunstwerken Kleinholz. Wir kennen das ja noch aus der Zeit der Bilderstürmer und sollten uns nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Denn im Verhältnis zu dem, was dabei und im nachfolgenden Jahrhundert auch unter dem Deckmäntelchen der Religion hier zerstört wurde, haben die IS-Kanaker bislang null Schaden angerichtet. Es ist sowieso verblüffend, wie viele Kirchen auch heute noch den Namen eines der berüchtigtsten Massenmörder der frühen Neuzeit tragen: Gustav-Adolf. Immer wieder missbrauchen frustrierte, mit Minderwertigkeitskomplexen behaftete "Bestager" mit Hang zur Adipositas, Mikrophallie und Glatzenbildung die Religion für irgendwelche Perversitäten, weil sie sonst keine Frau abkriegen würden. Da sind mir doch die Mamil-Geschwader lieber, die jetzt wieder wie Pilze aus dem Boden schießen und unsere Kinder und Autofahrer terrorisieren.

Jedenfalls ich war vor der Ausstellung noch in der Zeil. Ich bin bekanntlich ein Verfechter des diskriminierungsfreien Zugangs zum Pfandgut, aber selbst für meine Begriffe kann man es übertreiben. Ein ambulanter Würstchenhöker nutzte die Zeit sinnvoll, um ohne Handschuhe in den Mülleimern nach Pfandgut zu stöbern (durchaus erfolgreich) - war aber sofort und ohne Murren bereit, sich von dieser aufopferungsvollen Tätigkeit zum Zwecke des Würstchenverkaufs stören zu lassen. Wenigstens waren die Würstchen aber halal laut Aufkleber. Halal und mit köstlichsten Gewürzen aus den Mülltonnen dieser Welt versetzt, da freut sich auch der kritischste türkische Gourmet. Ich weiß nicht, ob ich bei so jemandem nun noch jemals Kunde werden könnte. Eine Frage stellt sich: kriegen die überhaupt den Mindestlohn? Die öffentliche Toilette in der Hauptwache ist nunmehr kostenpflichtig - und MyZeil direkt daneben hat sofort reagiert. Die Toiletten im Untergeschoss und im ersten Stock sind seitdem angeblich "defekt". Da ich aber ebenfalls Verfechter des kostenneutralen Penetrierens, Parkens und Pinkelns bin, habe ich mich im dritten Stock auch nicht durch die Anwesenheit eines dienstbaren weiblichen und wischenden Geistes von der Verrichtung meiner Notdurft abhalten lassen. Und so richtig den Assi raushängen lassen hat das Zeil Galerie-Management. Die Aussichtsplattform war wegen einer Veranstaltung gesperrt. Aber weder draußen noch wenigstens im Obergeschoss ein Hinweis darauf. Das in den letzten Zügen liegende Shopping-Center mit seiner Rolltreppen-Fehlkonstruktion hat die Leute einfach nach oben wetzen lassen, wo sie von einer dümmlich grunzenden Security aufgehalten wurden, in der Hoffnung, dass doch der eine oder andere Kreuzer in den wenigen noch offenen Geschäften verbleiben möge.

Auch der Samstag Abend verlief frustrierend, denn wir konnten den sinnlosesten ESC aller Zeiten sehen. Das zweite Halbfinale am Donnerstag gab schon einen Vorgeschmack. Siebzehn Titel, vierzehn entweder einfach scheiße (San Marino als Nonplusultra) und drei halbwegs erträglich (diese kamen wenigstens weiter). Ansonsten kannte ich vom britischen Beitrag das Video. Und da das viel versprechend war, hofften wir auf einen dennoch angenehmen ESC-Abend. Grausam, grausam, grausam. Einmal Conchita Wurst ist ok. Aber dauernd? Die drei singenden Moderatorinnen lernen es vielleicht irgendwann. Und die "musikalischen" Darbietungen schlugen dem Fass die Krone ins Gesicht. Da die Briten auch nur 5% von dem boten, was man nach dem Video erwarten konnte, war es ein Abend für Masochisten. Und dass mit Schweden ein Beitrag gewann, bei dem man im Gegensatz zu dem vor zwei Jahren nicht kotzen musste, lag weniger an seiner Qualität als an seiner heraus ragenden Lightshow. Der deutsche Beitrag als einer ohne Punkte war bei weitem nicht der schlechteste, die Machwerke aus Belgien, Israel, Mazedonien, Österreich, Ungarn und Lettland waren noch abartiger. Wenigstens hat die Russin nicht gewonnen, die an Langeweile kaum zu überbieten war. Interessant neben dem schlechten Abschneiden der Polen und Azeris ist die Tatsache, dass vier der fünf Big Five am Tabellenende zu finden sind. Überhaupt hatte man an dem Abend den Eindruck, fast alle Beiträge hatten dieselben Produzenten und fast alle Sängerinnen dieselben Stilisten. Früher konnte man sich ja ab und dann noch an Möpsen mit Eigenleben erfreuen. Vielleicht war es ja dieser akustische und visuelle Einheitsbrei, der diesen ESC so schlecht machte.

Die gestrige Blitzmeldung war schon sensationell: eine Handvoll Fifa-Funktionäre verhaftet. Aber man darf den Tag nicht vor dem Abend loben: es wird bestenfalls ein Bauernopfer geben, der Rest incl. der Lichtgestalt Blatter wird letztendlich noch reiner als rein da stehen. Aber immerhin: die Schweizer machen sich. Hatte man früher den Eindruck, dass ein gewisser asozialer Hautgout zum Schweizer Lokalkolorit gehört, so begeistern unsere Nachbarn momentan neben o.g. Maßnahme auch mit öffentlichen Steuersünder-Prangern und Stopfen von Steuerschlupflöchern. Weiter so! - Falsch wäre es im übrigen, wie manchmal kolportiert wurde, Russland die WM zu entziehen. Wir wollen die WM in Russland und Lichtgestalt Putin an seinen Worten messen: Freie Fahrt für freie Hopper!