06/03/2015 - Bargeld ade?

Am Samstag vorletztes Heimspiel. Was für eine Scheiße. Die ersten zehn Minuten waren zwar ok. Während dann auf dem Nachbarspielfeld die U12-Mädchen bei abartiger Mucke ausgelassen ihre Erfolge feierten, ließen wir uns von Susgo Offenthal mit 0:7 deklassieren. Ab der zehnten Minute: kein Mumm, kein Aufbäumen, nichts außer ein paar Alibi-Angriffen. Aber obwohl die Offenthaler statt der gewohnten 35 Anhänger mit nur einer handvoll Supporter anrückten, war unser Umsatz besser als der mancher Bundesligisten.

Einen Tag später fing dann die Relegation für mich an. Die Terminierung im Südwesten war katastrophal - es gab in diesem Jahr keine vernünftige Dopplermöglichkeit. Ich entschied mich für FC 1911 Bad Dürkheim vs TSG Bretzenheim, auch weil ich seit Jahren die dortige Ruine Hardenburg besichtigen wollte. Der Zuschauerzuspruch hielt sich in Grenzen. Die Mainzer Allgemeine nannte 300, ich kam auf 425, das Mainzer Fußballportal schrieb von 500, fussball.de gar von 650 - wie dem auch sei, die Hälfte kam zweifellos aus Mainz. Man hätte zwei Minuten vor Anpfiff noch 50m vom Ground entfernt noch einen guten Parkplatz kriegen können. Bad Dürkheim ist eine Hockey-Hochburg, insofern ist der Hockeyplatz im dortigen Schul- und Sportzentrum mit ca 2.400 Plätzen auch erheblich größer als der KR-Fußballplatz mit ca. 1.200. Daneben gibt es noch ein KR-Stadion mit Laufbahn ohne jeglichen Ausbau. Das Spiel selbst bot alles, was man sich in der Relegation erhofft. Um jeden Meter wurde gekämpft. Bezeichnend die Menge an Gelben Karten und die Tatsache, dass die Bretzenheimer Führung per Strafstoß fiel. Nach zwischenzeitlicher 2:1-Führung der Gastgeber fiel der Ausgleich in der 95. Minute. Aufgrund des Hinspielsieges war Bretzenheim damit in die Landesliga Ost aufgestiegen. Ist auch besser so, denn der Dürkheimer Anhang verbreitete eine Stimmung wie auf dem Friedhof, während die Mainzer sehr gut mitgingen. Und ein Verein, dessen Homepage seit Monaten nicht gepflegt wird - sehr professionell. Eine Beschallungsanlage war zwar aufgebaut, aber während des Spiels nicht in Betrieb. In der ersten Hälfte wurde eine Wurst verkauft, die zwar schmackhaft war, aber gerade einen hohlen Zahn füllte - und das für 2,50 EUR. Immerhin kriegte man gratis auf Nachfrage ein zweites Brötchen. Die in der zweiten Hälfte feilgebotene Wurst hingegen konnte längenmäßig durchaus mit den legendären Hafenlümmeln konkurrieren. Das verstehe, wer will. Außer uns noch drei weitere Hopper da, die ich aber nicht kannte und die genauso sowenig wie ich an fachlichem Austausch interessiert waren. Übrigens noch ein Novum im Südwesten: zwar war ein zweiter Kassierpunkt strategisch günstig aufgebaut, sodass die putativen Schwarzseher, die den Schleichweg über das Hockey-Vereinsheim nahmen, doof aus der Wäsche schauten, aber bereits zur Mitte der ersten Hälfte wurden die Ticketverkäufer abgezogen. Wenn ich da an Weinsheim denke, wo noch nach dem Abpfiff kassiert wurde… Ich erwies mich auch als sehr nett. Den "Für die Jugend"-Sammlern warf ich den halben Gegenwert des heutigen Sallguts von einem Euro in den Sammelball. Der Tag wurde mit einem Festschmaus im hiesigen McDonalds beendet, der hier mit exquisiter Architektur und einem Big Mac-Sonderpreis glänzte. Der Regen setzte erst bei der Heimfahrt an. Und wenn es den Titel "Zigeuner des Monats" geben würde (kann es aber nicht geben, weil es nicht einmal den Ausdruck "Zigeuner" gibt), würde der im Juni an fussballinmainz.de fallen. Für meine Statistik wollte ich einen Artikel haben, google bot als erste Fundstelle genau diese Site an. Dort bedeutete man mir, für das Lesen des kompletten Artikels müsse man sich registrieren - kostenfrei. Habe ich dann widerwillig gemacht. Und dann - wollten diese Scheißkerle 1,29 EUR! Für einen Artikel. Hat man Euch "Kollegen" ins Gehirn geschissen? Eine vorherige Ankündigung sofort: vollkommen in Ordnung. Aber dieses perverse Zigeunertum? Verpisst Euch! Die "Mainzer Allgemeine" hatte dann alles gratis, was man für die Hopper-Statistik so braucht.

Wir dachten, wenn wir Bad Dürkheim zweieinhalb Stunden vor Anpfiff erreichen, könnten wir uns alles Sehenswerte anschauen. Weit gefehlt. Durch Baustellen gestaltete sich das Erreichen der Ruine Hardenburg als sehr zeitaufwändig. Und dann scheint es, was ein älterer Herr ungefragt bestätigte, in Bad Dürkheim Sitte zu sein, wie die Vollidioten zu parken, was unsere Parkplatzsuche erschwerte. Auch ohne Beteiligung von SUVs gilt hier die Faustregel: wo acht hinpassen, gehen auch fünf rein, aber keine sechse. Mit einer Stunde war die Besichtigung dann länger als geplant, war die Sache aber wert. Die Restaurateure hatten sich alle Mühe gegeben, auch das kleine Museum war sehr informativ. Den Film haben wir uns dann doch geschenkt. Den Besuch der Limburg, wo ich allerdings vor ca. zwanzig Jahren bereits war, ebenfalls. Den Ground und die Klosterkirche in Seebach mussten wir auch links liegen lassen. Dann jedoch eine Pflichtaufgabe: Besichtigung des größten Fasses der Welt. Und daneben noch ein Wein-Dom. Wem's gefällt … Bei allen früheren Besuchen war die Schlosskirche verschlossen wir Fort Knox, aber heute fanden wir sie endlich einmal offen vor. Durchaus sehenswert, insbesondere das mir bis dato vollkommen unbekannte KZ-Kapitell. Mehr als ein sehr kurzer Stadtbummel war dann nicht mehr drin, auch die Saline haben wir leider nur von weitem gesehen.

Die Stadt Offenbach hat mich enttäuscht. Da hatte ich für die Foto-Ausstellung "20 Jahre S-Bahn" herrliche Fotos vom S-Bahn-Bau aus dem Jahre 1992 eingereicht - und weder für die Ausstellung noch für den Bildband hat eines Berücksichtigung gefunden. So ist das Thema der Baumaßnahmen in der Innenstadt dort doch arg unterrepräsentiert, denn das hatte außer mir seinerzeit wohl kein Fotoamateur fotografisch dokumentiert. Veröffentliche ich halt hier zwei Fotos. Danke, Ihr Offenbacher Rathaus-Penner. Und dann veröffentliche ich hier noch zwe Fotos aus den ersten Betriebswochen (einmal hatte ich sogar nach drei Jahren denselben Fotostandort!). Immerhin gab es Informationen zu den alten KWU-Gebäuden. Zusammen mit den Bruchbuden Berliner Str. 28x ergibt sich vom Kaiserlei-Kreisel kommend ein Entrée, was in Detroit oder Lagos nicht schlimmer sein kann. Einerseits würde hier eine Atombombe gute Dienste leisten, andererseits entwickelt das KWU-Ensemble einen morbiden Charme, der für komplette Fotosessions gut ist, was ich vor ein paar Wochen auch tatsächlich machte. Leider konnte ich nicht in die Häuser hinein, was lt Lost Places in Youtube vor einem halben Jahr noch möglich war. Zwar grauenhaft geschnitten ist dieser Clip vom Inhalt absolut empfehlenswert.

Diese Schwachsinnigkeit ist in letzter Zeit in aller Munde: der Plan, Bargeld abschaffen. Schaut man sich einmal an, wer die Protagonisten sind, ist eigentlich alles klar: die Zentralbanken, die USA und die skandinavischen Staaten mit ihrem Kuschelsozialismus. Noch nicht einmal hygienische Gründe sprechen für die Nutzung von Plastikgeld, wenn ich sehe, welche Wichsgriffel danach greifen. Wie immer geht es um Überwachung, Bevormundung und Gängelung. Ein Großteil der von Terroristen erworbenen Waffen soll ja in bar bezahlt worden sein! Nicht zu vergessen, dass die EZB z.B. die Möglichkeit hat, auch Spargroschen mit Minuszinsen zu belasten. Und wenn ich - wie gestern beim Tanken - sehe, dass ein Hanswurst in Kooperation mit einer minderbemittelten Kassiererin den Laden für vier Minuten aufhält, um zwei Flaschen Becks (warum kauft er sich nicht gleich Fleckenentferner?) mit Kreditkarte zu bezahlten, sage ich: Kampf dem Plastikterrorismus. Es geht irgendwelchen Geheimdienst-Perverslingen unter Aufsicht von solchen Typen wie Fritsche nun wirklich nichts an, wo z.B. ich welche Zeitungen kaufe. Überhaupt entstammen solche kruden und krausen Gedanken wieder den Karikaturen von Hirnen irgendwelcher Glatzköpfe mit Hang zur Adipositas und Microphallie, die ihre kranken Allmachtsfantasien auf meine Kosten ausleben wollen. Leute, ich kann nichts für Euer verkorkstes Sexualleben! Und wenn die Säcke wirklich, aber auch wirklich alles wissen wollen, wer wo was womit kauft, dann sollen sie doch neben jeden potentiellen Kassierpunkt einen V-Mann setzen, dann kommt der auch nicht auf dumme Gedanken. Eine Umwelt, in der kein Bargeld mehr lacht? Unvorstellbar! - Da die "Welt" seltsamerweise meiner Meinung ist, mache ich mir allerdings schon Gedanken, ob ich Recht habe. - Im Geblöke vom 20.5.2015 habe ich ein Foto kommentarlos veröffentlicht, dass zeigt, dass natürlich die Kirche als erstes die neuen Finanzierungsmöglichkeiten verinnerlicht hat. Ein elektronischer Opferstock! Wahrscheinlich laufen in fünfzehn Jahren alle Bettler weltweit mit solchen Terminals herum.

Unsere Regierung zeigte kürzlich mehrfach, was sie von Recht und Gesetz hält: nichts. Nicken doch die Kammern sowohl das Tarifeinheitsgesetz als auch die Pkw-Maut durch. Erinnern wir uns, wie mit ähnlichen Idiotien, um die Macht der Gewerkschaften zu brechen, eine Frau Thatcher ein blühendes Land namens Großbritannien in einen Hort des Abschaums verwandelte. Schön, dass sie als Ausgleich im Banne des Herrn Alzheimer ihre letzten Jahre genießen durfte. Mal sehen, wie die Schlümpfe vom Bundesverfassungsgericht das sehen. Und um die Pkw-Maut kümmert sich die EU und wird Dumbo Dobrindt und Konsorten sicher einmal einnorden. Ich habe immer noch den Verdacht, dass das alles abgekartetes Spiel war, um letztendlich auch die deutschen Autofahrer zur Kasse zu bitten. Ich habe es bereits mehrfach thematisiert, dass das reichlich vorhandene Geld für Pflege der Infrastruktur zur Finanzierung irgendwelcher Irrsinnigkeiten zweckentfremdet wurde. Überhaupt Dumbo Dobrindt: da einem zu einer Gestalt wie dieser fachlich wirklich nichts einfällt, schrieb selbst das Handelsblatt neulich, wie gut der neuerdings gekleidet sei. Ich hatte zwar den Eindruck, der wurde von einem Third-Hand-Shop ausgestattet, immerhin hat er einige Zeilen damit verbrechen können.

Da es mit dem Datenschutz NRW auch weiter gehen muss, habe ich einmal höflichst bei der Landesregierung nachgefragt, an wen denn eine Dienstaufsichtsbeschwerde zu richten ist. Nach besagtem EuGH-Urteil von 2010 habe ich die Meinung, diese aufgeblasenen nichtsnutzigen Datenschutz-Fatzkes operieren im luftleeren Raum. Wenn ich mir deren Homepages anschaue: boah aye, was die alles angeblich machen. Hohles Gewäsch! Zu behämmert, um einen Briefumschlag zu beschriften. Da denkt man sich wahrlich z.B. bei Studium der einschlägigen NRW-Homepage: Leppert, Du arme, arme Sau.

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