07/15/2015 - Napoleon in Bayern

Bei unserem letzten Turnier der Saison konnte ich nicht dabei sein. Mit einer Rumpftruppe schafften die Jungs - schon ergänzt mit einigen 2003ern in Königstein in einem sehr gut besetzten Teilnehmerfeld den neunten Platz von zwölf Teilnehmern. Es gab sogar einen Pokal. Wir selbst fuhren nach Oberbayern, manchmal sind andere Prioritäten zu setzen. Die Hinfahrt war einfach ätzend. Die ganze A3 ein Dauerstau, verursacht durch Unmengen an Baustellen und Unfällen im Baustellenbereich. Das hat den ganzen Wochenendplan total durcheinander gebracht. Essen wurde in Hessdorf gefasst; da der dortige McDonalds zum Erbrechen voll war, ging es zur Bäckerei Beck. Erste echte Station war Allersberg. Sehr hübsches Städtchen mit einem netten Ground. Weiter ging es zur Bayerischen Landesausstellung in Ingolstadt - Bayern und Napoleon. Die Landesaustellungen in Bayern sind eigentlich immer sehr gut gemacht - und bei Napoleon kann man eh nichts falsch machen. Auch hier konnte ich wieder einige Wissenslücken füllen. Beim Studium mancher Kriegskarten dachte man, die hätten auch 130 Jahre jünger sein können - wie sich die Bilder gleichen. Zufällig war in Ingolstadt auch Stadtfest. Natürlich wieder mit den üblichen Büdchen, aber auch andere außergewöhnliche Angebote gab es. Wir stiegen z.B. auf einen Münsterturm hoch. Und nachdem ich bereits dort ca. fünf Mal vor verschlossenen Türen stand, konnte ich endlich auch mal die Münster-Schatzkammer besuchen. In der Maria de Victoria-Kirche erklärte ich meinem Sohn die Deckenmalereien - und bekam jedes Mal ein Echo zurück, alldieweil in einer anderen Ecke eine geführte Touri-Gruppe saß. Groundspotting ging zeitlich nur in der BSA Nord-West, die ebenfalls etliche Stufen aufweist. Auch im hiesigen Müller gab es übrigens die 3%-Gutscheine. Nächste Station hätte eigentlich ein Spiel bei Wacker München sein sollen, aber diesmal machte ein Hagelsturm den Plan zunichte. Gerade einen Tag nach dem Einsetzen einer neuen Windschutzscheibe kriegt die schon wieder was auf die Mütze. Als Domizil hatten wir uns das IBIS budget in Putzbrunn ausgesucht. Hatte ich bis jetzt noch gar nicht mitbekommen, dass die guten, alten ETAP-Hotels umfirmiert haben. War restlos ausgebucht. Gäste aus ganz Europa, kaum aus Deutschland. Die Parkplätze müssen zu einer Zeit gebaut worden sein, als der Janus das breiteste Auto war. Frühstück war sogar besser als zu ETAP-Zeiten. Der Ground in Putzbrunn ist recht nett, mit recht neuer Tribüne. Aber dort scheint nie jemand zu sitzen, denn die Sitze sind noch dreckiger als im Edmond-Machtens-Stadion.

Der nächste Tag begann mit Besuch der romanischen Kirche in Keferloh, bevor mich das Navi versuchte, zur BSA Untersendling (vor 45 Jahren Wackerplatz) zu lotsen. Angesichts der Tatsachen, dass das Kartenmaterial im Navi fünf Jahre alt ist und mein Stadtplan von Falk ca. zwanzig Jahre auf dem Buckel hat, ein sehr schwieriges Unterfangen. Hat aber geklappt. Zwar keine Überdachung, aber ein beeindruckendes Teil mit vier Stufen rundherum. Auf der benachbarten Anlage an der Wackersberger Straße ein D-Jugend-Turnier, in das ich kurz hinein schaute. Dann auf nach Obermenzing zum Lokalderby Ober- gegen Untermenzing, was mangels aktuellen Kartematerials wieder zu einer Irrfahrt ausartete. Das Spiel war reiner Sommerfußball, aber immerhin konnten die ca. 35 Zuschauer ein Hammer-Freistoßtor von der Mittellinie bestaunen. Dier Rasenplatz kommt ohne signifikanten Ausbau daher, hat aber etwas durch die nahe gelegene Kirch mit Zwiebelturm. Auf dem benachbarten Hockeyplatz war die Hölle los: Mädchen-Hockey-Turnier. Die Ausführungsbestimmungen erschienen mir nicht transparent, ständig fuhren Teams weg und kamen neue. Das eigentliche Ausflugsziel war das neue NS-Dokumentationszentrum, das jetzt angesteuert wurde. Das nahm seinen Namen wortwörtlich und beschränkte sich auf das reine Dokumentieren, meist in Form von Zeitungsartikeln und Plakaten. Eigentlich ist das ein Thema, für das man mehr machen muss. Für Kinder vollkommen ungeeignet. Auch in München war irgendein Stadtfest, überall wurde gedudelt. Insofern beschränkten wir uns auf die Besuche diverser Innenstadtkirchen und Fotografiertätigkeiten im Hauptbahnhof, bevor wir uns auf den Weg nach Eichstätt machten. Erst das Westpark-Stadion abgelichtet, dann in die historische Innenstadt, die immer wieder begeistern kann. Die Schutzengelkirche ist nach der letzten Renovierung sensationell. Fürdie Rückfahrt wollten wir die Autobahn über die B13 ansteuern. Durch eine Unmenge an gesperrten Ortsdurchfahrten war das ein mühseliges Unterfangen. Essen fassen wollten wir beim Meckes in Wertheim, aber der war so voll, dass die Schlange bis an die Eingangstür reichte. Bei einer Strecke von ca. 950 Kilometern erlebt man so einiges. Die Fahrer mit den Kennzeichen F G 1102 und AW KT 55 konnten mit wahnwitzigen Überholmanövern rechts, links, über die Standspur - alles ohne Blinken - begeistern. Was für kranke Schweine. Der Hammer aber kurz vor der Ankunft. OF LA 1705 hat nur einen Scheinwerfer, den aber auf Volllast geschaltet wie damals die Flakscheinwerfer. Ich fahre auf der B448 extra langsam, aber der Arsch überholt nicht, sodass ich alle Rückspiegel umklappen und mich ohne Sicht nach hinten heimquälen muss. Gute Chancen für den Titel "Zigeuner des Monats", wenn es denn so etwas gäbe, hat auch der Fahrer des Kleinwagens mit dem Kennzeichen OF BV 139, der mit Handy am Ohr am Zebrastreifen vor der Offenbach Post am 10.7. die Fußgänger in Kompaniestärke zum rettenden Sprung zur Seite zwang. Was für ein rücksichtsloses Stück Scheiße. Und wenn man sich den Fahrer anschaute, kriegte man einen noch größeren Schreck: ein weißhaariger Opa. Und diese Vorfälle sowie noch unzählige weitere brachten mein Weltbild durcheinander: es war kein einziger SUV unangenehm aufgefallen.

Die mangelnde Information über Verkehrsstörungen hatte ich schon mehrfach angeprangert. Am Wochenende wurde nur ein Unfall bei Helmstadt, von dem wir aber beim Vorbeifahren nichts mehr sahen) gemeldet. Ansonsten hätte man denken können: freie Fahrt überall auf der Route. Aber immerhin hat die neue Technik nichts geändert: laut einem Artikel vom 8.4.1981 in der Hamburger Morgenpost war es damals auch schon so.

Die Prelle in Eichstätt machte auf mich einen besonderen Eindruck. Es zeugt von einem vollkommen falschen Zivilisationsverständnis, dass man solche Strafen nicht mehr verhängt. Solche Irren wie den Sohn des ehemaligen Reichsjugendführers oder die Hersteller der Köllnflocken könnte man da wochenlang prellen. Warum letzteres? Handelt es sich doch auf dem ersten Blick um ein solides Unternehmen. Man fragt sich allerdings, warum es nich nie in der Mogelpackung des Monats auftauchte, werden doch sukzessive die 600-Gramm-Pckungn durch 500-Gramm-Gebinde ausgetaucht. Zugegebenermaßen nicht so kritisch wie bei der Konkurrenz von Dr. Oetker, wo man ja teilweise schon bei 425 Gramm angelangt ist, aber warum behandelt man den Verbraucher wie einen Idioten? Beim Erdbeermüsli wurde das noch kaschiert mit "Jetzt mehr Früchte" oder so, was laut meinem Sohn als Müsli-Fachmann Bullshit ist, geschah das bei anderen Sorten klammheimlich. Leider gibt es keine Alternative, denn die Billigprodukte schmecken auch billig (Ausnahme Honig-Nuss von Aldi)- und Dr. Oetker schmeckt - auch wenn ich mir jetzt Ärger einhandele - nach Chemie. Klammheimliche Preiserhöhungen auch bei Rewe. Die Rügenwalder Teewurst scheint man jetzt nur noch in doppelt so teuren Döschen verkaufen zu wollen.

Auch die Deutsche Post will zeigen, wie behämmert sie ist. Briefmarkenautomaten werden allerorts abmontiert (z.B. Bieber) bzw. (wie hier die beiden am Aliceplatz) seit Monaten nicht mehr repariert. Was soll diese kranke Scheiße? Immerhin sind derzeit die beiden an der Marienstr. noch in Betrieb. Was mache ich überhaupt an der Marienstraße? Aus irgendeinem Grunde wurde ein Päckchen, das mir nicht zugestellt wurde, dort hinterlegt, obwohl der Abholschein auf mein Postamt referenzierte. Als mein Postamt und ich das endlich gerafft hatten, war natürlich die Abholfrist längst vorbei. In diese Reihe gesellt sich auch der Frankfurter Flughafen Fraport AG. Dass man gerne Halbaffen im Sicherheitsbereich beschäftigt, wurde hier und in anderen Medien bereits thematisiert. Solche Gestalten scheinen sich auch in der Verwaltung zu tummeln. Da werden wir Kunden hemmungslos bei den Parkgebühren über den Tisch gezogen - deutsches Sprach, schweres Sprach (siehe Anlage).

Macht der DFB den Amateurfußball pleite? Fakt ist, dass wir an der Front mit einer Bürokratiescheiße platt gewälzt werden und bei Nichteinhalten mit drastischen Strafen belegt werden. Wir sind im Gegensatz zu den restlos überbezahlten Verbandsfunktionären ehrenamtlich tätig! Darüber hinaus ist es eine Schande, wie wir zugunsten der Kommerzkacke auf jedem Terrain benachteiligt werden (Anstoßzeiten etc). Ich persönlich habe keine Meinung zur geplanten DFB-Zentrale, kann aber nicht nachvollziehen, wie einige Frankfurter Vereine (an vorderster Front Makkabi) hemmungslos dafür Werbung machen. Sofern hier keine Gelder unter der Hand geflossen sind: wir Amateurvereine haben nichts davon. So eine Kampagne wie "Unsere Amateure - echte Profis" - echte an Perversität kaum überbietbare Augenwischerei.

Beim Stichwort "Kulturgutschutzgesetz" (was für ein Wort - früher hatten wir ein Rasseschutzgesetz) denkt man auch an Perversität. Wofür man das eigentlich macht, da stehe ich voll hinter. Aber schon der Entwurf von angeblichen Fachleuten ist handwerklich derartig schlecht gemacht, dass die ersten Künstler ihre Leihgaben abziehen. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die ersten privaten Dauerleihgaben aus den Museen verschwinden. Ich würde es genau so machen und räume gleichzeitig ein, dass es ein echter Spagat zwischen Kunst und Kommerz ist. Aber SO NICHT! Die Gestalten, die das ausgebrütet haben, sollte man auch in die Prelle stecken. Man muss dabei bedenken, dass kein Gesetz den Bundestag so verlässt, wie es hinein gekommen ist. Es wird also in.d.R. noch schlechter gemacht.

Den obigen Cartoon darf ich übrigens mit der ausdrücklichen Erlaubnis von Til Mette verwenden. Danke dafür! Andere Cartoonisten waren da weniger nett. SInd wohl alles bierernste Typen. Es gibt auch ein echtes Motiv, denn ich habe erstmals ein ipad in der Hand gehabt, da ich es bislang erfolgreich vermieden hatte, diese Drecksprodukte anzufassen. Und da traf mich doch der Schlag: was auf allen anderen Geräten klappt, selbst dazu sind die Apple-Säcke zu behämmert. Fotos auf Websites (z.B. auf dieser) werden nach Gutdünken gedreht.

Mail-Wechsel mit der Fraport AG

Morgenpost vom 8.4.1981 (leicht verstümmelt, denn eigentlich habe ich die Rückseite archivieren wollen)