08/05/2015 - Fußball in Rheinhessen

Ein dreifach Hoch auf den Flatrate-Erfinder

Einfach geil: Thrash Metal auch im Alter

Fast genau so geil: Euro im neuen Glanz

Dumme Gans auf der Rosenhöhe

In den bayerischen Landesligen tummeln sich seit Saisonbeginn Vereine/Spielgemeinschaften, von denen man bislang nichts gehört hatte - und eigentlich auch nie hören wollte. Am ersten Wochenspieltag wollte ich eigentlich nach Schwemmelsbach, was lt. Wikipedia auch recht hübsch sein soll. Als echter Hopper-Kamerad sagte ich tags zuvor dem OFC-Tommy Bescheid, der allerdings schon Erlbach fest eingeplant hatte. Die Wetterprognosen rieten allerdings gegen Mittag von einer Fahrt ins Fränkische ab - und genau jetzt meldete sich Tommy, der seinen Arsch am Morgen nicht hoch gekriegt hatte. Zu spät. Das Alternativprogramm in Bermuthshain war kurzerhand nach Grebenhain verlegt worden, sodass ich mich für Burgjoss entschied (bei diesem Örtchen weiß nun wirklich niemand, ob es sich mit ss oder ß schreibt). Außer dem Forstamt und der modernen Kirche hat das Nest optisch nichts zu bieten, sodass ich leicht verfrüht am Ground eintraf, der lediglich eine handvoll asymmetrisch angeordneter Bänke und zwei Mini-Stüfchen am Vereinsheim zu bieten hat. Etwa 45 Leutchen säumten den Platz. Seltsamerweise kamen die Kassierer noch nicht einmal in meine Nähe. Vielleicht trägt zur Auflösung dieses merkwürdigen Umstandes das Geraune der Spieler untereinander bei, wonach ein anonymer Schiri-Beobachter anwesend sein sollte. Nun nahm ich mir den auch einmal unter die Lupe: der bot - abgesehen von einigen Abseits-Fehlentscheidungen - eine recht ordentliche Leistung, wurde aber bei wirklich jeder Entscheidung von der betroffenen Mannschaft und ihrem Anhang angepöbelt. Der Gast aus Flörsbachtal tat sich schwerer als erwartet und gewann gerade einmal mit 2:3. Die Stadionwurst war ganz brauchbar. Bin dann noch bei Kaufland in Gelnhausen gewesen, wo ich der einzige normale Kunde neben Horden an Grillpartyausrüstern war, aber das Glück hatte, dass genau bei meinem Eintrudeln am Kassenbereich eine neue Kasse aufgemacht wurde.

Ich stieg denn erst wieder am vergangenen Sonntag ins Fußball-Geschehen ein. Den Anfang machte die TSG 1846 Bretzenheim in ihrem allerersten Landesligaspiel gegen die Zweite von Wormatia Worms. Ich verstand die Welt nicht mehr. Da verfügt dieser Verein über einen herrlichen Rasenplatz mit Stufenterror fast ohne Ende und kickt auf einem üblen KR-Platz, dessen Ausdünstungen selbst den Bratwurstgeschmack (bei der Gelegenheit; den alten geilen TSG-Kiosk hat man im Rahmen der Umbaumaßnahmen auch abgerissen und serviert stattdessen aus einem Anhänger) überdeckten. Hat denn noch niemand geprüft, ob diese Gase vielleicht gesundheitsschädlich sind? Zwar hat der Platz durchaus etliche Stufen und könnte theoretisch 2.000 Zuschauer fassen. Aber diese Hirnis haben die anderen Tore derartig behämmert im Stufenbereich platziert, dass selbst von den anwesenden ca. 200 Leutchen nicht jeder optimal sehen konnte. Erstaunlich: so weinig Volk, wo doch zur Relegation in Bad Dürkheim erheblich mehr Supporter angereist waren. Gemessen an der Zahl der Ordner hat der Verein wohl auch mit mehr Zuspruch gerechnet. Die Jungs hätten die ganzen Tore wegräumen können, dass hätten sie wenigstens etwas Vernünftiges getan. Ferner hat sich der Verein beim Erwerb der Auswechselbänke über den Tisch ziehen lassen. Die Ersatzspieler beider Teams hatten erhebliche Probleme mit dem Ausziehen der Stützen und liefen während der Einwechselzeremonie die Bänke hochkant haltend herum. Schwanensee ist ein Dreck gegen diese anmutige Vorführung gewesen. Schade, dass ich kein Video gemacht habe. Positive Anmerkung: es gab sogar ein Programm. Optisch eher D-Klasse, inhaltlich sehr gut; informativ und unterhaltsam. Richtig kultig dann der Fan, der sich trotz seines hohen Alters (ich schätze, zehn Jahre älter noch als ich) zum Thrash Metal bekannte. Ich habe meine Venom-T-shirts aus Angst, mich lächerlich zu machen, vor 25 Jahren verschenkt. Diesen unzumutbaren Scheiß-Platz, der laut Kassierer definitiv der LL-Platz ist, musste ich mir jedenfalls kein komplettes Spiel reintun, daher bin ich beim Stande von 2:0 (verdient; Endstand 4:2) abgehauen. Erwähnenswert war noch die Holzhacker-Mentalität aller Protagonisten, ständig wälzte sich jemand verletzt auf dem Boden. Vorher habe ich noch einen Rundgang durch Bretzenheim gemacht. Gottchen, was treibt sich hier für ein interessantes Völkchen herum. Kaum ein schattiges Plätzchen ohne launigen Gruppen-Alkoholmissbrauch. Kirche war dann auch verrammelt wie Fort Knox. Neben der Kirche wurde übrigens einem der größten Erfinder der Neuzeit gedacht: Kurt Flat, ohne den es die Flatrate wahrscheinlich niemals geben würde (s.o.). Ich finde, dieser Genius wird viel zu selten gewürdigt, denn laut google (und flickr) handelt es sich um das einzige Denkmal für diesen verdienten Halbgott.

Also machte ich mich auf den Weg nach Weisenau, wo es im Derby gegen Hechtsheim vor ca. 230 Zuschauern zur Sache ging. Zuerst gab es ein unerfreuliches Wiedersehen. Der Fotograf (MAZ?) der sich in Bretzenheim wissentlich genau vor mir aufgebaut hatte, war auch vor Ort. Und hatte wieder Glück, dass ich ihm nicht die Fresse poliert habe. Leider waren alle Tore (4:0) vor meinem Eintreffen gefallen, das Spiel dümpelte nur noch vor sich hin. Da der Nebenplatz gerade saniert wird, wurde auf dem Hauptplatz mit seinem markanten Sprecherturm gekickt, ein wirklich tolles Teil für ca. 4.000 Zuschauer. Aber welch ein Unterschied zu meinem letzten Besuch vor sieben Jahren: die Stufen, die damals piccobello daher kamen, machen teilweise einen verrotteten Eindruck, sodass bald mit Teilsperrungen zu rechnen ist und somit nach Fertigstellung des KR-Platzes, der auch zwei Stufen aufweist, akute Nebenplatzgefahr besteht. Interessant übrigens der Dialog zweier heimischer Auswechselspieler (bei einem Landesliga-Spiel!): "Spielen die Hechtsheimer eigentlich auch Landesliga?" - "Ich glaube schon". Weiter ging es nach Schwabsburg. Bedingt durch ein (nein, DAS) Winzerfest in Nierstein waren Umleitungen erforderlich, aber ich war zeitig genug vor Ort, um noch die evangelische Kirche (offen!) und die Burgruine ausgiebigst zu besichtigen. Von letzterer hat man einen schönen Ausblick. Der Ground, der malerisch inmitten von Weinbergen liegt, konnte begeistern, zumal es sich um einen B-Ligisten handelt. Drei gepflegte Stufen auf einer kompletten Seite! War für die heutigen ca. 110 Besucher natürlich etwas überdimensioniert, aber schön, dass man auch heutzutage noch auf solche Perlen trifft. Es gab nur Kaltspeisen, aber die Hartwurst ist unbedingt empfehlenswert. Das Spiel endete 2:1, wobei die Gäste aus Selzen stets überlegen waren, die Gastgeber jedoch einfach cleverer. Hatte ich doch vor kurzem die MAZ gelobt. Das war Unsinn, denn umsonst sind bei denen nur 15 Artikel. Und bis man sich bei der undurchsichtigen Struktur dahin hingehangelt hat, wo man hin will, ist diese Menge ausgeschöpft.

Auch vor dem Fubbes wurde gehoppt. Mit meiner Frau betrieb ich anlässlich Khao Pansa Tempel-Hopping. Erst Langenselbold, wo es eher familiär zuging. Dann Großkrotzenburg, wo der Wat zwischenzeitlich umgezogen war. Die Parkplatzsituation war trotz dreier Supermärkte in der Nähe mit deren Parkraum katastrophal. Autokennzeichen aus der ganzen Republik. Und im Wat selbst war die Hölle los - hoffentlich lesen das die Mönche nicht. So macht uns buddhistisches Treiben keinen Spaß. Das nächste Fest machen wir wieder in birmanischer Runde oder in der Klosterberghalle. Immerhin reichte die Zeit, kurz beim Oberwaldstadion vorbei zu schauen, wo sich aber nichts verändert hat gegenüber 2009. Auch vom Mandalarthiri Stadium, dessen Zugang mir vor einem Jahr verwehrt wurde, habe ich dank meines Schwagers endlich auch Innenfotos.

Seitdem das Wetter wieder dazu einlädt, radele ich wieder öfter gen Frankfurt. Letzte Woche musste ich mich einmal mehr über den Einfallsreichtum der Büdchenaufsteller wundern. Das Mainfest am rechten Ufer ist ja schon eine Institution und muss eben hingenommen werden. Krass war dann aber das Streetfood Festival an der Hauptwache. In Bangkok sind jede Stunde etwa 3.000 Streetfood Festivals, ohne dass da irgendein Tamtam gemacht wird. Logisch, dass für Sachen, die es beim Türken um die Ecke für 4 Euro gibt, hier satte 7 verlangt wurden. Das Euro-Denkmal in der Nähe strahlt wieder im neuen Glanze. Am linken Ufer dann die legendären Mainspiele, für die mein Sohn sich aber inzwischen für zu alt hält. Der ideale Ort für Charakterstudien. Auf einer Strecke von ca 250 Metern besteht ausgezeichnet durch offizielle Verkehrszeichen (und für die Idioten, die in der Schule nur Singen und Klatschen hatten, in Klarschrift) Fahrverbot, auf das Mitarbeiter des Abenteuerspielplatzes höflich aufmerksam machen. Alle begreifen es, dass es Sinn macht, inmitten von Horden tobender Kinder nicht herumzufahren. Studenten, Jugendliche mit Migrationshintergrund auf geklauten Bikes (5 EUR ins Phrasenschwein), Hausfrauen, selbst ich begreifen das und schieben ihr Gefährt die paar Meter. Nur Mitglieder einer Gruppe zeigen, was für asoziale Kanalratten sie doch sind: die Mamils. Genau die fettärschigen, kleinschwänzigen frustrierten Wichser mit Hang zu Glatzenbildung und mit ihren Versagervisagen, die man gemeinhin in Teilzahlungsbanken, Gerichten, Generalbundesanwaltschaften und Ansammlungen von Beamten des gehobenen Dienstes sowie bei Fotoreporternutten (letztere bitte nicht ausflippen - ich war in meinem früheren Leben auch IT-Nutte und stehe dazu. Man muss halt wissen, an wen man sich verkauft) findet, zeigen: "Guckt mal alle her, was für ein räudiges Stück Zigeunerscheiße ich doch bin" und bolzen sich rücksichtslos durch die Menge. Was für ein minderwertiges Gesindel. Schade, dass unsereins so gesittet ist - man möchte diesen Abschaum vom Rad zerren und in tausend Stücke reißen. Ja, auch der Bürgermeister von Gersthofen ist der Meinung, dass es nunmehr an der Zeit ist, deutliche Worte für den Abschaum zu verwenden, der uns durch Dummheit, Inkompetenz und Ignoranz terrorisiert ( http://www.huffingtonpost.de/2015/08/02/liebe-vollidioten-und-asoziale-so-beschimpft-ein-burgermeister-seine-burger---und-hat-vollig-recht_n_7921380.html ).

Ein erster Eindruck war, dass den Vogel der letzten Tage unser geliebter Range abgeschossen hat. Irgendwie schien es dem Kerlchen nicht bewusst gewesen zu sein, dass er zum Einen einen politischen Job hat. Denn wenn man es genau betrachtet, hätte er nicht einmal alleine zum Scheißhaus traben können, wenn die Politik es nicht will. Darüber hinaus ist er als Jurist sowieso Dienstleister unterster Kategorie. Grundrechte wie die Pressefreiheit mit Füßen treten zu wollen, ist eine Sache. Allein dazu gehört schon eine gehörige Portion Hass auf unser politisches System und der unabdingbare Wille, es zu zerstören. Aber dann dieses enervierende Gewinsel, wenn die Politik ihn zurück pfeift . So sah es zunächst aus, als ob ein frustrierter älterer Herr mit Hang zur Mikrophallie und Glatzenbildung sich als solcher benommen hatte und behandelt wurde. Aber so war es wohl nicht. Eher haben wir es mit einem klassischen Bauernopfer zu tun. Derjenige, der unser demokratisches System mit seinem Grundgesetz hasst, ist der eigene Justizminister, der bisher eher durch permanentes Lavieren, Umfallen und Einknicken gepaart mit großer Fresse aufgefallen ist. Und seinem Überwachungswahn (siehe Vorratsdatenspeicherung). Und jetzt opfert der mal schnell den Chefankläger der Nation, um seinen eigenen Arsch zu retten. Im Nachhinein wirkt auch die Situation gar nicht mehr so grotesk, als das Abhören bestimmter Handys nicht weiter verfolgt werden durfte. Mit ähnlichen Rechtsbeugungen hat es in der Weimarer Republik doch auch angefangen. Beginge ich nun Landesverrat, wenn ich öffentlich behaupten würde, Range wäre ein Versager und Maas ein Oberversager? Oder weiß das schon jeder? Auch das Ausland wirft schon Blicke auf diesen entwürdigenden Vorgang.

Von Seehofer (und Dumbo Dobrindt) hört man hingegen gar nichts mehr. Kein Wunder, dass die erst einmal ihre große Fressen halten und sich trotz Sauregurkenzeit bedeckt halten. Wurde man doch zuerst in Sachen Pkw-Maut zurück gepfiffen - und dann wurde das Betreuungsgeld gekippt. Bin gespannt, welcher Irrsinn demnächst aus Bayern propagiert wird. Da gehen sowieso bald die Lichter aus, wenn die unseren (relativ) sauberen Strom nicht haben wollen. Von Seehofer und Dumbo Dobrindt lernen heißt siechen lernen.

Da berichtete ich doch vor einiger Zeit über die Angehörige einer bestimmten Sippe, die sich wohl ca. 200.000 von unseren Sozialämtern erschlichen haben soll. Der Fall ist erledigt, da die Dame 10.000 EUR zurückgezahlt hat. Sauber, sauber. Warum machen wir nicht gleich Aushänge in den ausländischen Wohnorten gewisser Sippen? Und weisen darauf hin, dass es ein SUV noch oben drauf gibt? Um Nu hätten wir das Problem fehlender Facharbeiter in gewissen Berufen gelöst. Es ist wirklich schlimm. Dass man diese Richterschaft alimentiert, daran hat man sich gewöhnt - jetzt setzen diese Säcke noch einen drauf. Man ist heutzutage wirklich behämmert, wenn man seine Kohle durch sog. ehrbare Arbeit verdient.

Seit einiger Zeit befürchte ich bei der Nutzung von SIL aus der Tube, dass ich an Paranoia leide. Ich bildete mir ein, dass der Hersteller eine Sollbruchstelle eingebaut hat, die den Saft bei Erreichen einer Mindestmenge zum Auslaufen zwingt. Aber ein Blog hat mich eines Besseren belehrt. Auch Zahnpastatuben sind inzwischen so konzipiert, dass man keine Chance hat, den kompletten Inhalt zu verwerten. Das muss man sich einmal vorstellen: da sitzen irgendwo tausende frustrierter Endvierziger mit Hang zur Adipositas und Mikrophallie, die den ganzen Tag lang sich nur darüber Gedanken machen, wie man den Nutzer verarschen kann. Ich kann es nur wiederholen: man ist heutzutage wirklich behämmert, wenn man seine Kohle durch sog. ehrbare Arbeit verdient.