03/17/2015 - Kultur in Stuttgart

Endlich ließ der interne Zeitplan einmal wieder ein Wochenende mit dem Schwerpunkt auf Hopping zu. Am Samstag Morgen ging es mit Oliver zu einem Nieder-/Oberbayern-Dreier. Zügig erreichten wir Landshut, wo Groundspotting im Hammerbachstadion, was jetzt auf den Sponsornamen ebmpapstStadion hört, angesagt war. Immer wieder eine beeindruckende Anlage! Groundspotting auch in Eching/Krs LA, wo die herrliche Anlage des TSV Kronwinkl, die sogar mit einer Tribüne aufwarten konnte, fotografiert wurde. Richtig beeindruckend war dort auch der in selten gesehener Lieblosigkeit zusammen gewürfelte Kinderspielplatz. Unser erstes Spiel sahen wir im Sparkassen Park zu Moosburg, wo die Zweite des FC Moosburg vom SC Oberhummel (wurden aber nur Hummel genannt) vor ca. 100 Zuschauern mit 1:3 verdient abgefertigt wurde. Der Hauptplatz auf der weitläufigen Anlage, zu der noch vier weitere Plätze gehören, konnte durch seine Tribüne begeistern, die Arbeit des Platzwartes hingegen weniger. Lektion 1: wozu ist ein Rasenmäher gut - und wie verwendet man ihn? Ein Programm gab es hier und die Kinderspielmöglichkeiten waren auch erheblich sinnvoller. Meine Frage, ob die massive Wiesheu-Werbung mit dem CSU-Sack in Verbindung steht, bleibt bis heute allerdings unbeantwortet. Es gab nur Semmeln zu essen, waren so lala. Zu Spielen der Zweiten werden übrigens keine Tickets ausgegeben, aber Oliver quälte die dortigen Offiziellen sowie ca. 25 weitere Zuschauer bis zum Exzess, sodass er letztendlich doch noch irgendwie seine Karte (sah auch nett aus) bekam- ich glaube, mein Schriftführer-Kollege musste mit dem Tresorschlüssel anrücken. Pünktlich mit dem Schlusspfiff einer unterhaltsamen Begegnung düsten wir los, um auf die Sekunde pünktlich am Sportplatz Hebertsfelden einzutreffen. Hier gab es Tickets, aber nur Programme aus der Vorsaison. Egal. Der Platz ist trotz fehlenden Stanketts echt gemütlich mit seinen vielen Sitzbänken. Ca. 150 Zuschauer wohnten einem 2:2 gegen den ASCK Simbach bei. Fast schon ein Derby, bei dem die Zuschauer permanent mitgingen. Überhaupt ist das eine Bezirksliga mit Vereinen, die allesamt einen Besuch, sei es ob ihres Grounds oder ihrer Tradition, verdienen. Das Catering (zwei Stände!) bot das volle niederbayerische Programm, also alles außer heißer Wurst. Ich gönnte mir zur Abwechslung mal eine Fischsemmel. Ein waschechter Kieler fährt nach Niederbayern, um eine Fischsemmel zu futtern! Hopper-Polizei: Augen zu. Denn der überlangen Nachspielzeit und einem kleinen Verfahrer war es geschuldet, dass wir wenige Augenblicke zu spät beim frisch gebackenen Bayernligisten SV Erlbach eintrafen, wo wir allerdings noch nichts verpasst haben und auf zwei weitere Hopper stießen. Obwohl die Gegengerade offiziell nicht zur Verfügung steht, eine sehr gelungene Anlage, die jetzt auf den Namen Raiffeisen-Sportpark hört und mit Werbung voll gepfropft ist. Naja, irgendwoher muss die Kohle für den Ausbau ja herkommen. Hier waren es ca. 400 (offiziell 347) Zuschauer, die den ersten Sieg der Gastgeber in einer hektischen Partie bejubeln konnten (verdientes 3:1 gegen den TSV Bogen in einer packenden Begegnung). Ich will nicht ins Detail gehen, aber die hier angetroffenen Hopper-Kollegen bildeten den eindeutigen Beweis, dass unser Völkchen weitab von jeglicher Normalität agiert. Ganze Zuschauerreihen drehten sich bei Teilen unserer "Unterhaltung" zu uns rüber. Krönender Abschluss war um 20 Uhr das Spiel der Zweiten gegen den TSV Winhöring , von dem wir uns bei schwachbrüstigem Flutlicht auf dem unteren Nebenplatz dreißig Minuten gönnten, in denen nichts passierte - letztendlich endete es 4:1. Was natürlich zur Folge hatte, dass es auf der Rückfahrt in Eggenfelden schon zu dunkel fürs Groundspotting war. Das Programm in Erlbach hatte durchaus Bundesliga-Niveau; und hier konnte man sich endlich an einer delikaten Wurst satt essen. Während wir auf der Hinfahrt ohne Probleme durch kamen, sollten wir auf der A3 durch einen Stau blockiert werden, was wir aber durch sinnvolles Nutzen der U56 umgingen. Abgesehen von einem SUV-Proleten (MB) mit Kölner Kennzeichen, der die Lichthupe im Dauereinsatz hatte, gab es am Wochenende keine größeren fahrerischen Auffälligkeiten. Hierzu kann auf den Stern vom 20.8. referenziert werden, wonach der Fahrer mit einem winzigen Glied gesegnet sein dürfte.

Am Sonntag musste ich meine Fußball-Pläne mehrfach ändern. Zuerst fuhren wir wegen der Blickachsen-Ausstellung zum Kloster Eberbach. Ich war zuletzt hier, bevor "Der Name der Rose" gedreht wurde, und diesmal habe ich außer der Wendeltreppe zum Dormitorium nichts aus dem Film wieder erkannt. Die ausgestellten Weinpressen waren gigantisch, mein Sohn brachte das sofort mit einem Folterkeller in Verbindung. Hauptinteresse galt den Exponaten der Blickachsen. Die riesige ausgestreckte Hand war durchaus ein Hingucker, mit den Eselgruppen konnte ich nicht so unbedingt viel anfangen. Fußball sollte dann in Hausen v.d.H. geguckt werden, aber durch eine bis zum Jahresende dauernde Straßensperre und erforderlichen 20 km Umweg hakte ich das ab und wollte das Alternativprogramm Bosporus Eltville in Angriff nehmen. Nicht ohne zuvor einen Blick auf den neuen Sportplatz in Kiedrich geworfen zu haben. Basses Erstaunen, dass da soviel los war, obwohl der 1.FC Kiedrich ein Auswärtsspiel haben sollte. Das Rätsel wurde schnell gelöst: solange der Platz von Rauenthal/Martinsthal (der mir aufgrund einer legendären Begegnung mit dem Weizenbier-Hopper unvergesslich bleiben wird) auf KR umgebaut wird, trägt RaMa seine Heimspiele hier aus. Dieser Ground gefällt mir durchaus trotz KR und obwohl er neu ist. Heute war Derby-Time, denn die SG Walluf war zu Gast. Ich beschloss zu bleiben und sollte das nicht bereuen. Erst noch ein paar Takte der Zweiten mitgenommen und die Wurst getestet (Ok, aber müssen 2,50 EUR sein? Und muss man den Stand an der windigsten Stelle des Geläufs aufbauen?), und dann ging es los. Nach 47 Minuten führte der Gast vollkommen verdient trotz Unterzahl mit 4:0, und es sah nach einem zweistelligen Ergebnis aus, denn den Gastgebern gelang vor gezählten 160 Zuschauern nichts. Und obwohl diese durch Foulerei den personellen Gleichstand erreichten, errechten die letztendlich auch noch den Toregleichstand von 4:4. Ich habe selten eine Mannschaft so einbrechen sehen, wie die SG Walluf. Das Groundspotting in Eltville ließ ich mir nicht nehmen - trotz KR auch hier eine nette Anlage. Rasenplätze sind im Rheingau-Taunus-Kreis eh die absolute Ausnahme.

Zum Einzug des Arschfallers in den DB-Vorstand muss ich einfach etwas loswerden. Es ist schon deprimierend genug, dass Gestalten, die bestens im Maßregelvollzug aufgehoben wären, sich derartige Positionen erschleichen können. Aber bei der Bahn? Nun, im südhessischen Nahverkehr kann man sich nicht wehren. Im Fernverkehr jedoch schon. Ich jedenfalls werde, solange diese Gestalt dort außerhalb des Toilettensäuberungsdienstes dort tätig ist, keinen Zug des DB-Fernverkehrs mehr besteigen.

Zu einem echten Aufreger entwickelt sich das hiesige Kabelfernsehen. Zum wiederholten Male wurden sinnlos Programmplätze geändert und schwachsinnige Doppelbelegungen konstruiert. Nachdem es längere Zeit gut lief, wird wieder der Kika um 20 Uhr gnadenlos abgeschaltet. Und das, obwohl drei Kanäle jetzt nicht mehr bedient werden. Aber dafür können wir uns jetzt von vier Verkaufskanälen voll lallen lassen. Da ich der Telekom aber auch nicht über den Weg traue, vermisse ich die Alternative. Telekom ist ein Stichwort. Bekam ich doch kürzlich eine Mail, die ich umgehend in den Spam beförderte, mit dem Titel "Wichtiges zum Verkauf von t-online". Aber so war es. T-online wurde an einen Betreiber von Werbetäfelchen an Bushaltestellen verkauft. Ich biete einmal Wetten an, dass es nicht mehr lange dauert, bis wir t-online-Kunden extrem individualisierte Werbung erhalten.