09/19/2015 - Bertha Benz auf großer Fahrt

Menschliche Abgründe in Gleiberg

Gleiberg zeigt Flagge

Angst in Offenbach

Bertha Benz auf großer Fahrt

An der Kleinviehausstellungshalle wird wieder gebaut

Dieses permanente Angelalltwerden durch Teilzahlungsbanken und ähnliche Schwachmaten macht mich langsam selber konfus. Bekanntlich hatte ich vor einiger Zeit aus begründetem Anlass die Teilzahlungsbank CreditPlus gebeten, mir eine Aufstellung nach §34 Abs. 1 BDSG an die Hand zu geben, und musste behufs dessen auch den Datenschutzbeauftragten aus Baden-Württemberg involvieren. Als ich am letzten Freitag tatsächlich einen Brief von CreditPlus bekam, fiel ich doch fast vom Hocker. Statt einer Aufstellung erhielt ich Kopien meiner eigenen Anfragen und zusammenhanglos eine Auflistung über Aufbewahrungsfristen der Firma Reisswolf. Meine Daten jedoch habe man gelöscht. Falls es doch einen Zusammenhang zwischen der Reisswolf-Liste (einer Firma, deren Kompetenz ich nicht in Frage stelle) und meiner Anfrage gibt, hat CreditPlus etwas in den falschen Hals bekommen. Die einzige Form von Belegen, die innerhalb einer derartig kurzen Frist vernichtet werden darf, sind Angebote - und zwar solche, die CreditPlus selber erstellt. Hier haben wir es jedoch mit buchhalterisch wichtigen Belegen zu tun, deren Relevanz spätestens nach der ersten Provisionsreklamation sichtbar wird. Und diese dürfen erst nach sechs Jahren vernichtet werden. Ich werde diesbezüglich - wenn ich wieder in der Lage bin, sine ira et studio zu formulieren, an den Datenschutz wenden müssen. Diese gottverfluchten Teilzahlungsbanken kriegen nichts auf die Reihe. Und jetzt werde ich schon von zweien terrorisiert. Darüber hinaus ist es eine durchsichtige Ausrede, da irgendwo in der Bank durchaus Unterlagen sein müssen, die auf eine Verbindung zwischen Emig und mir hindeuten, wie sich aus dem vorigen Schriftwechsel ergibt. Weiterhin wäre so ein Procedere sowieso unglaubwürdig und unsinnig, da Versicherungen Antragsunterlagen bei Nichtzustandekommen von Verträgen mindestens drei Jahre aufbewahren.

Jedenfalls blieb diesmal diese abermalige hirnrissige Teilzahlungsscheiße nicht ohne Folgen. Am Samstag stellte ich fest, dass mir etwas fehlt. Während meine ehemaligen Jungs zum ersten Freundschaftskick gegen die Gemaa aufliefen (und 2:1 gewannen), musste ich mit meinem Sohn, der die Sportart gewechselt hat, zu einem Rugby-Turnier nach Frankfurt, wo er allerdings noch nicht zum Einsatz kam. Bekanntlich bin ich des öfteren beim Trainingsbetrieb der Makkabi auf der Bertramswiese - dass sich in unmittelbarer Nähe in der Feldgerichtstr. eine riesige Sportanlage ("Fußball spielen ist untersagt. Es drohen Konsequenzen!") befindet, wusste ich nicht. Hier ist der Bundesliga-Rugby der TG 1880 daheim. Nicht zuletzt durch die Sendeanlage des HR in unmittelbarer Nähe eine sehr interessante Anlage. Nach Turnierende wollte ich zu einem Gruppenligaspiel in Staufenberg-Treis. Vorher noch die Burg Gleiberg (sehr sehenswert!) besichtigt und festgestellt, dass sich dort menschliche Abgründe auftun. Wie schrecklich muss eine Nachbarschaft sein, in der vor gemeinsamen Hauseingängen dicke rote Linien gezogen werden und Schilder wie oben angebracht werden müssen! Dann die Burg Staufenberg (geht so, vor ca. zehn Jahren war ich hier eh schon) besichtigt und ab nach Treis (nette, kleine Anlage für c. 1200 Leutchen), wo ich der einzige Zuschauer sein sollte, denn lt. Plakat würde das Spiel am Sonntag stattfinden. Diese Säcke, dachte ich. Aber ein Besuch des alternativen Platzes in Heuchelheim zeigte, dass letztendlich ich zu konfus war, um in fussball.de korrekt zu lesen. Dumm gelaufen.

Fortsetzung der Konfusion dann am Sonntag Morgen. Eine Kombination LGS/Tag des Offenen Denkmals sollte mich nach Mühlacker bringen. Aber bereits in Offenbach nahm ich die falsche Einfahrt und musste in Obertshausen kehrt machen. Vor Mühlacker noch fast zu lange mit meinem Kollegen in Ötisheim über finanzielle Vor- und Nachteile von Kunstrasen gefachsimpelt. Die Security in Mühlacker wollte mich noch in einen saublöden Parkplatz einweisen, aber da habe ich mich durchgesetzt und stand rechtzeitig zur einzigen Führung vor dem Enzkraftwerk im Rahmen des Denkmalstages. Diese stieß auf reges Publikumsinteresse. Hochinteressante Sache, so ein altes Wasserkraftwerk. Die LGS selbst wird bei mir nur wenig Spuren hinterlassen. Nicht zu voll, nicht zu schwach besucht, Wetter ok, genug Blümchen. Durchschnitt eben. Eine anschließende Kurzbesichtigung vom historischen Dürrmenz ergab, dass die evangelischen Pfaffen auch hier (betrifft auch St.Peter) die Kirchentüren hemmungslos verriegeln. Schnell zum Platz der Sportfreunde gesprintet, der durch den gewaltigen Sendemasten im Hintergrund durchaus gefallen kann - und hier gab es sogar ein Programm. Die Spiele hier wollte ich aber nicht sehen. Hoch zur Ruine Löffelstelz, die eher uninteressant ist (betrifft auch den Ausblick) und wo es keinerlei Infos gab - und zu allem Überfluss auch unabhängig vom Denkmalstag geöffnet gewesen wäre. Weitere Programmpunkte in Mühlacker: Bahnhofsbesichtigung, Ausstellung "Gute Blume - böse Blume" (wer's mag) und Stadion (fast rundherum durchweg drei Stufen). Dann nach Bauschlott, wo der dortige Schlossgarten ausnahmsweise seine Tore öffnete. Ein Volltreffer, was für ein schöner englischer Garten. Und wenn man den mal auf Vordermann bringt, kann daraus ein Besuchermagnet werden. Bauschlott war übrigens Etappenziel einer Autofahrt, die die Welt verändern sollte: Bertha Benz fuhr hier durch, woran ein Denkmal erinnerte. Das Leben tobte vorm Rathaus, wo der örtliche Musikverein uns einen blies. Auch der Sportplatz konnte begeistern: drei durchgehende Stufen auf einer Seite und schönes (Alt-)Programm. Knappe fünf Kilometer waren es bis zum ersten Spiel, wo ich erst einmal achtlos am Ground vorbei fuhr. Letztendlich durfte ich noch ein verdientes 0:4 des FV Göbrichen gegen den FV Knittlingen vor ca. 200 Zuschauern sehen. Die Wurst war sehr gut, das Catering aber etwas überfordert. Egal, keiner ist verhungert. Die Kapazität dürfte hier bei ca. 1800 (wie in Kieselbronn auch) liegen. Weiter ging es in eben dieses Kieselbronn, wo ich quasi eine Altlast beseitigte (der Ground stand zu Landesligazeiten sicher schon fünfmal auf meiner To do-Liste, musste aber letztendlich immer zugunsten anderer Plätze zurück stecken). Wenn die Parkplatzsituation nicht so mies gewesen wäre, hätte ich den Anpfiff nicht nur gehört, sondern auch gesehen. Geboten wurde eine 0:3-Niederlage gegen den FV Öschelbronn. Die erste Hälfte vor ebenfalls ca. 200 Zuschauern war gut, in der zweiten konnten die Gastgeber nicht, die Gäste schienen nicht mehr zu wollen. Probiert habe ich hier nichts, aber das Catering bot volles Programm. Typisch: trotz eines großen Schildes: "Bis Sonnenuntergang geöffnet!" war die evangelische Kirche dicht wie Fort Knox. Bevor es wieder heim ging, schnell noch in Königsbach Groundspotting betrieben: auch hier zwei gepflegte Stufen auf einer Seite. Wie ich feststellte, hat man vor knapp drei Jahren das hiesige Bahnhofsgebäude platt gemacht.

Der Real-online-Shop ist der letzte Dreck. Da wir ein Fahrrad für unseren Sohn nicht in den Wagen kriegten, bestellten wir das Teil imOnline-Shop. Am nächsten Tag kam dann die email: das Ding ist versandt worden. Als es sechs Tage später immer noch nicht eingetroffen war, ergab eine telefonische Rückfrage, es handele sich um den Ausgang von der Fabrik zur Spedition. Bis zur eigentlichen Auslieferung kann es noch über zwei Wochen dauern. Was soll dann so eine stumpfsinnige Mail? Und dann wird man von der Hotline auch noch blöde angemacht und als der letzte Analphabet hingestellt. Nie wieder Real. Bei Lidl und Rossmann mussten wir nie länger als zwei Tage nach der Versandbenachrichtigung warten. Auch die Köllnflocken-Werke verarschen fröhlich ihre Kunden weiter. Nun hat man auch den Inhalt der Honig-Nuss-Müsli-Packungen um knapp 20% reduziert - bei gleichem Preis. Angeblich sollen jetzt mehr Nüsse enthalten sein. Nach Meinung meines Sohnes hat man die aber sehr gut versteckt. Was für miese Drecksschweine?

Normalerweise mache ich einen riesigen Bogen um FIlme aus Deutschland. Gestern allerdings fand ich den Plot beim Durchlesen der Programmzeitschrift so interessant, dass ich mir im ZDF tatsächlich "Die Insassen" reinzog. Und Wunder über Wunder: der Film war sogar richtig gut. Warum ist gute Unterhaltung aus Deutschland nur so selten?

Und eine kleine Sensation gibt es zu vermelden: an der Kleinviehausstellungshalle wird tatsächlich weiter gebaut. Jahrelang hat man gerätselt, wo denn der Baukostenzuschuss von - das gebe ich jetzt ungeprüft weiter - ca. 200.000 EUR abgeblieben ist. Hat ihn das Offenbacher Controlling, dessen Unfähigkeit ja vor kurzem schildern durfte, unter einem Kopfkissen wieder gefunden? Ich jedenfalls freue mich schon jetzt, bald die Möglichkeit zu haben, täglich Kleinvieh anschauen zu dürfen. Schließlich macht auch das Mist.

Der Polittollpatsch Drohne Thomas hat wieder zugeschlagen. Erst belügt dieser lächerliche Fatzke über Monate, wenn nicht Jahre hinweg die Regierung (was für ein Schizophrener, damit belügt er sich selbst und holt sich darob noch einen runter) über die zu erwartenden Flüchtlingszahlen. Die Folgen sehen wir jetzt alle. Hat jemand ernsthaft geglaubt, die Syrer würden über Jahre hinweg duldsam in den Flüchtlingscamps der Anrainerstaaten ausharren? Nun zeigt er uns allen, dass er nicht nur kein Hirn, sondern auch keine Eier hat. Anstatt die Konsequenzen zu tragen, gibt es mit dem Asylamtschef ein Bauernopfer. Was für eine arme, arme Sau. Und von Dumbo Dobrindt hört man gerade jetzt auch nichts mehr. Hier hätte er Gelegenheit sich zuprofilieren, indem er den Flüchtlingsverkehr kanalisiert. In einem Artikel, der mit der Sache gar nichts zu tun hat, wurde folgender Kommentar gepostet: "Wann wird endlich die Verantwortliche für die Einwanderungsepidemie verhaftet?" Wartet, Euch wird das Lachen noch vergehen. Und das aus einem ganz anderen Grund als Ihr vermutet (siehe das letzte Geblöke).

"Aufstellung nach §34 Abs. 1 BDSG" von CreditPlus