10/22/2015 - Opeth im Capitol

Geschichte pur in Offenbach

Das letzte Wochenende wurde mit einem Konzert eingeläutet: Opeth tobten im seit Monaten ausverkauften Capitol herum. Da einige Kumpels sich schon früher mit Tickets versorgt hatten, bin ich auf Gut Glück auch einmal hingetrabt und habe noch eine Karte unter Vorverkaufspreis erwerben können. Grundsätzlich ist das Capitol, in dem ich vorher noch nie war, ein optisch feiner Laden mit guter Akustik. Aber in dieses Konzert hat man sicher mehr Leute reingelassen als zulässig. Es war eng, eng, eng. Und was für Leute. Seit Anfang 2006 gehe ich kaum noch auf Konzerte - die Eintrittspreise sind nicht mehr nachvollziehbar (auch hier waren es 42,50 EUR im Vorverkauf, hätte vor zehn Jahren keine 20 gekostet), und das hat sich auf die Publikumsstruktur ausgewirkt. Es ist wie im Kino. Mit Einzug dieser Cinemaxxe und so will man gar nicht mehr ins Kino, weil seitdem soviel Pöbel da herum lungert. Seit Anfang der Achtziger gehörte ich eigentlich immer zu den Senioren in der Crowd, hier jedoch wimmelte es vor unzivilisierten fettleibigen Rentnervisagen der Marke Mamil, die meinten, uns mit ihrer Nikotinscheiße vollgiften zu können, einerseits und Event-lastigem Jungvolk andererseits, Gruppen, die man früher eher nicht gesehen hatte. Echte Musikfans machten vielleicht noch zwei Drittel aus. Jedenfalls begann die Veranstaltung angenehm. Während alle anderen hemmungslos angegrabscht wurden, winkte mich (in meiner speckigen Kutte) die Security so durch. Und es begann - ohne Nervung durch eine widerliche Vorgruppe - auf die Sekunde pünktlich und dauerte wirklich die prognostizierten 160 Minuten. Geile Lightshow. Musikalisch ist es bei Bands, die ursprünglich aus dem Death Metal-Bereich kommen, immer so eine Sache. Tiamat und Paradise Lost z.B. konnten in ihrer Death Metal-Phase unbedingt überzeugen, nach ihrem Umstieg auf Gothic waren die nur noch peinlich. Opeth hingegen nahm den Weg vom Death- zum Prog-Metal. Etwa die Hälfte der Stücke konnte durchaus überzeugen (wobei das vorletzte Stück im Set - Masters Apprentices von der Deliverance-CD - in dieser Version ein absoluter Oberhammer war), die andere nicht, weil sie einfach zu gewollt klangen. Unter dem Strich ein Konzert, für das ich eine glatte Drei vergeben konnte. Ach ja, noch was fiel mir unangenehm auf: jeder Zweite hob permanent ein Handy in die Höhe. Ich habe gut lästern, denn ich hatte meines vergessenů

Am Samstag konnte ich eine neue Sportart in meiner Liste begrüßen: ich ging zur Zweiten Rugby-Bundesliga. Die Frankfurter Eintracht erschien bei der TGS Hausen, deren Ground man mit Fußball schwerlich bonzen kann. In einer einseitigen Partie deklassierten die Hausener Rugby-Löwen die Frankfurter mit 70:7. Obwohl ich das Regelwerk - wiewohl ich nunmehr im Besitz von "Rugby für Dummies" bin und etliche bestens kommentierte Spiele der gerade laufenden WM gesehen habe - noch nicht durchblicke und es viele Leerlauf-Pausen gab, verging die Zeit wie im Fluge. Faszinierend finde ich die taktischen Maßnahmen beim Einwurf und stelle mir diese beim Fußball vor. Allerdings ist Rugby für meine Art der Sportplatz-Fotografie sehr gewöhnungsbedürftig. Einerseits sieht man die Pille meist nicht. Andererseits hat man entweder fast immer viele oder keine Spieler im Bild. Knapp 100 Zuschauer säumten das Oval (Kapazität ca. 1500), der Kuchen war super. Das Spiel war kurzfristig vorverlegt worden, daher konnte ich das ebenfalls verlegte Spiel meiner alten Mannschaft gegen die erste Mannschaft der SG Nieder-Roden nur rudimentär sehen - zu allem Überfluss erschien der Schiedsrichter noch verspätet. Als ich wegging, stand es bei ausgeglichenem Spiel vor ca. 30 Zuschauern 0:1 (verwandelter Abpraller nach einer Ecke, die an den Pfosten ging), dann brach die Mannschaft ein und verlor noch 0:4. Der Sonntag sollte im Zeichen der Altlast-Beseitigung stehen. Entweder Willingen (nach Wiedereröffnung der Strecke Frankenberg - Korbach) nunmehr problemlos zu erreichen) oder Melsungen standen zur Disposition. Allein: ich verpennte gravierend. So konnte lediglich die Altlast "Heldenbergen" beseitigt werden, wo die heimische Victoria auf die Zweite von Niederdorfelden traf - buddahseidank auf dem Hauptplatz. Vor ca. 60 Zuschauern war die erste Hälfte ausgeglichen und endete torlos. Kurz nach der Pause powerte der Gastgeber für eine Viertelstunde mal los und schoss mit teilweise gütiger Mithilfe des Gästetorwartes fünf Tore. Danach wollte kein Schuss mehr rein. Der Platz kann gefallen - auf einer Seite drei gepflegte Stufen über etwas mehr als die Hälfte der Seite, kleine Überdachung. Die Wurst jedoch war einfach schlecht, zudem musste ich um jeden Tropfen Senf betteln. Kaffee und Pommes laut meiner Frau allerdings sehr gut, sodass ich das Catering eingeschränkt empfehlen kann. Ich habe übrigens noch nie einen Ground erlebt, in dem die meisten Papierkörbe mit kaputten Glas-Pfandflaschen gefüllt waren - und zwangsläufig auch viele Splitter offen herum lagen. Also: festes Schuhwerk ist hier unbedingt empfehlenswert! Natürlich war ich zufrieden, fünf Tore gesehen zu haben, daheim aber die Enttäuschung, dass sowohl in Willingen als auch in Melsungen derer jeweils sechse fielen.

Scheiße, scheiße, scheiße aber auch. Die Zeit bis zur Heiligsprechung sollte doch locker mit der Verleihung des Friedensnobelpreises überbrückt werden - aber die Zonentucke musste hier doch tatsächlich in die Röhre schauen, derweil wir uns in den Niederungen mit den von ihr geschaffenen Problemen auseinander setzen müssen. Dazu kommen noch weitere Probleme, die wir ohne die Juristenbrut nicht hätten. Bei meinen Streifzügen durch Südhessen mit Schwerpunkt Frankfurt/Offenbach fallen mir die exzessiven Leerstände in den hiesigen Gewerbeobjekten auf. Ich persönlich schätze eine Leerstandsquote von 25 bis 30%. Das wäre erheblich mehr als die semi-offizielle von 11,4%, was aber völlig ok ist, da diese die Objekte, die nicht angeboten werden, nicht erfasst. Den Leerstandsmelder kann man nicht als Vergleichsmöglichkeit heranziehen, da hier anscheinend Leerstands-Beendigungen nicht immer erfasst werden. Eine Unmenge von nutzlosen Gesetzen und Verordnungen, die uns diese hirnlosen Juraheinis aufgebrummt haben, hindert uns daran, diese mittelfristig zur Flüchtlingsbeherbergung zu verwenden. Stattdessen müssen die armen Schweine teilweise in Zelten vegetieren - und jetzt ist es wirklich verdammt kalt. Oder hindern unsere Kinder und Vereine daran, Sport zu treiben. Also Raum genug haben wir für alle, die zu uns wollen.

Aber wollen wir tatsächlich hier haben? Zur allgemeinen Überraschung sagten am verlängerten Wochenende sowohl AfD als auch Pegida und sogar CSU, die ich alle bislang eher als xenophren oder wenigstens xenophob in Verdacht hatte, uneingeschränkt ja. Da war erst ein Höcke von der AfD im TV, der zu behämmert war, die Deutschland-Fahne korrekt zu halten. Das Geseiere, was er von sich gab: niemand konnte das Gelalle verstehen. Aber genau das ist ja die Botschaft! Identifizierbar war der Wunsch nach einem Tausendjährigen Reich. Nun muss man wissen, dass mit dem Besudeln der deutschen Fahne spätestens im zweiten Jahr (Röhm-Putsch) für einen Besudler das Tausendjährige Reich beendet war. Es war also ein echtes Zeichen, dass die AfD jemanden ins Rennen schickte, der durch sein Verhalten bewies: hier kann es wirklich jede Pfeife schaffen. Als Mitglied einer AfZ oder AfCuR hätte er gar nicht die Plattform, derartige Signal auszusenden - das unterstreicht seine Ernsthaftigkeit. Von der Optik her unterstelle ich nach kurzem Blick in Rosenberg'sche Rassedefinitionen, dass der Wunsch nach Ausstellung eines Ahnenpasses hier aussichtslos wäre. Hier haben sich anscheinend bei den weiblichen Vorfahren hordenweise herum reisende Kesselflicker oder Scherenschärfer ausgetobt. Signalisiert ja auch der Nachname. Frau Vorfahrin hat sich hingehöckt und herbei gelöckt, Kesselflicker oder Scherenschärfer hat angedöckt. Kann es ein griffigeres Argument zur Zuwanderung geben als diese Darbietung? Ja. Erst das schwachsinnige Seehöfer-Getöse nach Lagern zum Konzentrieren (wer hat eigentlich bei dessen Vorfahren angedöckt?) Und kurz darauf die Pegida-Kundgebung in Dresden. Auch hier machte kein(r ), aber wirklich keine(r ) der im TV sichtbaren TeilnehmerInnen den Eindruck, als könne er/sie mit einem Ahnenpass rechnen. Oder dieser wäre eine einzigartige Doku sich über Jahrhunderte erstreckenden Inzests. Zitat einer trüben Tasse, die wohl gerade zwei Stunden Ausgang aus der geschlossenen Anstalt genießen durfte: "Wir sind ganz normale Menschen." Klar - und eine Mondfinsternis entsteht, wenn sich die Sonne zwischen Mond und Erde schiebt. Höhepunkt der Veranstaltung war das Getobe eines Pirincci (man beachte den urgermanischen Namen!) - eine Show, die bei jedem Syrer, der sich seiner Ausreisepläne noch nicht sicher ist, den unwiderstehlichen Drang entstehen lässt, ins Gelobte Land Deutschland auszuwandern, um Pirincci und den anderen Protagonisten einen Bruderkuss zu geben. Im Zusammenhang mit Pegida wurde ein Galgen mitgeführt, der laut Aufschrift "für Siegmar" reserviert war - unzweifelhaft ging es aber um unseren Wirtschaftsmini. Nachdem Sigi schon beim Interview mit Frau Schausten lebhaft zeigte, was er vom Wesen der Demokratie hält (für'n Arsch), rastete er hier völlig aus, weil sein Name hier falsch geschrieben war. Hat gar nicht gemerkt, dass dies Absicht war, um ihm zu zeigen, wie unwichtig er ist. - Also nochmals die Botschaft an alle xenophrenen oder xenophrenen Mitbürger: je öfter Ihr den Höcke, Seehöfer und ähnliche Gestalten sich austoben lasst, desto mehr kommen Flüchtlinge wie die Schmeißfliegen (um einschlägige Terminologie zu benutzen) hierher. Sieht eine Syrerfamilie im TV diese Typen, erkennt sie wirklich: hier können es selbst solche Leute zu etwas bringen, die im Orient in einer Klapsmühle wären. Für viele echte Deutsche hingegen sind Auftritte solcher Versagerärsche Anlass, selbst über Auswanderung nachzudenken. Anders herum: sieht eine Syrerfamilie im Fassbombenhagel das Geheule deutscher Gutmenschen, wird der Kämpfer im Orientalen geweckt - und man bleibt.

Warum genießt Deutschland genau jetzt (und nicht z.B. im Jahr des Sommermärchens) weltweit den Ruf des Gelobten Landes? Genau jetzt, wo die Vorgänge rund um VW, Deutsche Bank, WM-Vergabe (hierzu später) etc.(die Reihe ließe sich fürwahr endlos fortsetzen) zeigen, dass es hier wohl um keinen Deut besser ist als woanders? Eher sogar schlimmer, zumindest wirkt es durch diese perverse Bigotterie so. Ist es nicht genau das, was im Zusammenhang mit den Vorfällen im vorigen Absatz den Schutzsuchenden signalisiert: hier sind wir richtig? Hier ist Orient pur. Und die Wüsten kommen mit zunehmender Erderwärmung auch noch. Von den paar Spinnern der Gutmenschen-Gegendemo, die den Schutzsuchenden neben der Schutzbedürftigkeit (Leute: DIE können sich selber wehren!) noch eine Art Minderwertigkeit zu attestieren scheinen, lassen sich die anrückenden Massen jedenfalls nicht aufhalten. Das war auch der Zonentucke klar, die gleich den Visumszwang für türkische Touristen aufhob, auf dass die dort tobenden Konflikte hier eine Fortsetzung erfahren mögen. Klar, warum THY derzeit die am schnellsten wachsende Airline Europas ist. - Zurück zur Sache. Mit Sicherheit war es früher einmal besser, aber seit Typen wie Qualle Qol Pot, der Großschnauze aus Hannover und der Zonentucke die Verabschaumierung voran treiben nach dem Motto "mob rules", nimmt man es auch hier nicht mehr genau. Und ausgerechnet Gestalten wie Maas, der mit jeder Geste betont, für wie verabscheuungswürdig er unser Grundgesetz hält, mokieren sich.

WM 2006 war ein Stichwort. Der Ruch der angeblichen Bestechung ist eine Sau, die mit immer neuen "Beweisen" durchs Dorf getrieben wird. Vor kurzem war es ein ozeanischer Funktionär, von dem behauptet wurde, er sei bei der Vergabe-Abstimmung bestochen worden. Alles Schwachsinn. Ein Beckenbauer, ein Niersbach - Männer wie deutsche Eichen. Würde ich nie mit Bestechung in Verbindung bringen. Das einzige, was man ihnen vorwerfen kann, ist die Nähe zur FIFA und ihren Funktionären. Jeder vernunftbegabte Mensch weiß: ein Abstimmungszettel, auf dem der Name Blatter steht, in dem es aber nicht um die Dauer dessen Aufenthaltes im Zuchthaus geht, ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt ist. Und so ein Umgang färbt ab. Unsere Enkel werden noch mit Enthüllungsstories (auf Arabisch) konfrontiert werden, in denen es um angebliche Unregelmäßigkeiten geht. Gähn. Wir lassen uns das Sommermärchen nicht nehmen! Sonst nämlich würde der Berliner Hbf immer noch nicht fertig sein.

Noch ein Stichwort fiel eben: Justizmini Maas. Quält man sich durch dessen Lebenslauf, stellt man fest, dass diese Gestalt noch nie eine echte Wahl gewonnen hat. Immer dann, wenn das Volk abstimmte, hieß der Verlierer immer Heiko. Keiner will ihn, niemand mag ihn. Es ist doch ein Hochgenuss, dass selbst solche Typen durch Vetternwirtschaft etc. die Chance haben, in höchste Positionen zu gelangen.

Bekam ich doch tatsächlich Post von der Bafin. Da brauchte ein Bafinling zwei Monate, um eine Scheiße zu produzieren, für die man im Irak in der Irrenanstalt landet. Hier läuft so was frei herum. Geprüft wurde es angeblich von einer tariflich bezahlten Flachkraft, die aber geistig auch nicht in der Lage war, die Sinnfehler auszumerzen. Sendet man eine derartig perverse Scheiße in den Orient, wird das einen Flüchtlings-Tsunami ungeahnter Dimension auslösen: hier kann es wirklich jeder zu was bringen. Es wurde keine meiner Fragen auch nur ansatzweise beantwortet, es wurde kein angesprochenes Problem auch nur im Entferntesten angerissen. Dass ein Vorstandsmitglied einer Teilzahlungsbank einen derartigen Stumpfsinn produziert, ist normal. Dass es aber die Bafin schafft, dieses Niveau mühelos zu unterbieten, ist eine Schande für Deutschland. Ich dachte, unterhalb der Exekutivdirektor-Ebene hätte Doc Babyface Bergmann in der Bafin das unterste Niveau erreicht - aber diese Perversität ist noch extremer. Ich warte erst einmal ab, was vom Datenschutz Baden-Württemberg kommt.

Konzentriertes Gelalle von der BaFin und CreditPlus