11/1202015 - Altkreis Biedenkopf

Die Pfaffen kannten dieses Schild nicht

Working Man in der Taunusstr.

Teilzahlungsbanker in Sprendlingen

Eigentlich war am Sonntag ein Doppler Ebensfeld/Schlüsselfeld angedacht - und diesmal wurde nicht verschlafen. Aber das Wetter und die Verkehrssituation auf der A3 zwangen mich wieder einmal zum Improvisieren. Auch nach Jahrzehnten des Hoppens ist mir unbegreiflich, wie manche Kollegen sich die Sparpreis-Tickets schon Monate im Voraus besorgen. Also auf zur Gruppenliga Gießen/Marburg. Treis und Homberg/Ohm wären auch lohnende Ziele gewesen, aber ich entschloss mich, nach Biedenkopf zu fahren, wo ich schon seit knapp 25 Jahren nicht mehr gewesen war. Da ich vorher ein Spiel in Eisenhausen (teilweise) sehen wollte, lotste mich das Navi an den Überresten der still gelegten Scheldebahn entlang, deren Schließung seinerzeit leider komplett an mir vorbei gegangen war. Etliche Bahnhofsgebäude und Brücken existieren noch. Zufällig sah ich rechterhand kurz vor Frechenhausen Warmlaufaktivitäten auf einem Hartplatz mit etlichen Stufen und Bänken. Im Fußballkreis Biedenkopf gibt es noch Reserveligen, die hatte ich im Vorfeld gar nicht abgefragt. Dankend bog ich ab und erlebte eine halbe Stunde mit vielen Toren. Letztendlich sollte die Reserve des FC Angelburg vor ca. 10 Zuschauern mit 6:0 gegen eine total überforderte SG Friedensdorf/Allendorf -Reserve siegen. So hübsch der Platz auch aussieht (ca. 2.200), so abartig waren die Bodenverhältnisse. Der Grill war noch nicht aktiv, aber einen gepflegten Kaffee für sagenhafte 50 ct ließ ich mir nicht entgehen. Nächste Station dann B-Klasse in Steffenberg-Niedereisenhausen, wo im Vorfeld klar war, dass auf dem Nebenplatz gekickt wurde. Hier erlebte ich einen der seltenen Fälle, wo der Nebenplatz (1.200, in einen Hang eingeschnitten) eindeutig besser gefiel als der (Rasen-)Hauptplatz (Wiese mit nichts). Das Catering war trotz ca. 45 Zuschauern nicht geöffnet, das, was ich vom Spiel gesehen habe, war grottenschlecht SG Silberg/Eisenhausen II vs VfB Lohra 0:3). Der Halbzeitpfiff war eine Erlösung, und es ging nach Biedenkopf. Für eine Schlossbesichtigung (ohne Hinterland-Museum) reichte es gerade noch, dann ging es bei immer stärker einsetzendem Nieseln ins Franz-Josef-Müller-Stadion in der Aue. Nettes Teil mit etlichen Stufen und einer voll besetzten Rentnertribüne auf einer Seite. Muss aber früher erheblich größer gewesen sein, denn auch auf der Gegenseite lassen sich auch nicht mehr nutzbare Stufen hinter der Bande ausmachen. So reicht es aber immer noch für ca. 2.200. Ticket war recht hübsch - aber es gab keine Rentnertarife! Die Bratwurst war gut, die eigentlich eingeplante Mettwurst war bereits vergriffen. Und die Bedienung um den Faktor 10 schneller als die vor zwei Wochen in Wehrda. Auch hier waren beide Teams annähernd gleichwertig, aber die Hausherren nutzten die herrlichsten Chancen (u.a. einen Elfmeter) nicht, wohingegen die Zweite des SC Waldgirmes individuelle Fehler ausnutzte und vor knapp 150 Zuschauern einen 3:0-Sieg davon trug. Anschließend bei einsetzender Dunkelheit noch die historische Altstadt besichtigt. Den Vogel schoss einmal mehr der evangelische Pfaffe ab. Trotz etlicher riesiger Hinweisschilder, dass die Kirche bis 17 Uhr geöffnet ist, war sie natürlich verschlossen. Kein Wunder, dass sich bei derartigen Unzuverlässigkeiten immer mehr Protestanten dem IS anschließen. Auf dem Rückweg das inzwischen übliche Procedere. Ohne jegliche Ankündigung Stau auf der A485 (dieser Weg ist zwar länger als via A45, aber ich wollte mir die Fahrerei bei Dunkelheit und Regen auf Landstraßen fünfter Ordnung ersparen). Unfall mit mindestens vier Fahrzeugen. Exakt in der Sekunde, als ich die inzwischen geräumte Unfallstelle passierte, kam das erstmals über den Verkehrsfunk.

Dass für Steinbeißer der Wert eines Menschenlebens gleich null ist, hatte er ja massiv im Fall Kurnuz gezeigt. Aber so irre wie am Freitag hat er es bislang noch nie getrieben. Im Stade de France muss er dermaßen wirres Zeugs auf den armen Hollande eingequasselt haben, dass der sich nicht mehr anders zu helfen wusste und das Einsatzzeichen zum Notfallplan gab. Alle konnten sein zufriedenes Gesicht bei der ersten Explosion sehen - und kurz darauf wurde er schon aus dem Stadion eskortiert. Den Steinbeißer hat er da gelassen, sollen und die restlichen 80.000 der doch sehen, wo er bleibt. Idiotische Idee? Mag sein. Aber noch idiotischer ist es, das Massaker auf die Kamelarschficker vom IS zu schieben - egal, was für Meldungen die twittern. Hier sind ganz andere Kaliber die Hauptdarsteller. Ein Anfängerfehler in der Inszenierung hat mich auf darauf gebracht. Es wurden alle möglichen Automarken im Zusammenhang mit dem Gemetzel verwendet. Bullshit! Echte, aus eigenem Antrieb handelnde IS-Kanaker hätten nur Toyotas benutzt - es besteht bekanntlich ein Exclusivvertrag zwischen Toyota und dem weltweiten Extremismus (siehe Anschlag in Bamako). Außerdem war das ganze hinreichend dokumentierte Geschehen in Paris und St.Denis derartig generalstabsmäßig und akribisch vorbereitet, dass es Unfug wäre, es mit den IS-Schwachköpfen in Verbindung zu bringen. Alles, was diese Wichser können, ist: kleine Mädchen und Rollis killen - mutig, mutig, Ihr Kurzschwänze! Beweis: die drei Schwachmaten vor dem Stadion schienen, nachdem ihnen der Einlass verwehrt wurde (hier einmal ein aufrichtiges Lob an die französische Security! Obwohl die sicher aus denselben Banlieus kamen, haben die die Sprengstoffgürtel bemerkt und folgerichtig reagiert. Die deutsche Security hätte die Leute bis zur Arschfalte begrapscht und dann mit einem fröhlichen "Viel Spaß noch!! " ins Stadion gelassen.), vollkommen auf sich allein gestellt gewesen zu sein, war also kein europäischer Aufpasser in der Nähe. Wie sinnlos die sich dann in die Luft gesprengt haben. Niedlich! Soviel Idiotie wird wahrlich nicht mit 72 Huris belohnt. Euch besorgen es ab jetzt täglich drei Nilpferde und ein Wal in der Hölle. Nein, eine derartig konzertierte Aktion erfordert soviel logistischen Aufwand, dass der französische Geheimdienst (gilt als einer der weltbesten) das auf jeden Fall im Vorfeld bemerkt hat. Der Geheimdienst hatte also erfahren, dass der IS plante, einen Kaninchenstall nahe Paris in die Luft zu jagen. Einer der Geheimdienstbosse steht der FN nah und hat es der gesteckt. Für die war das ein gefundenes Fressen, man hat die Aktion etwas aufgebohrt mit dem Hintergrund, dass Rockkonzertgänger nicht unbedingt zum IS-Klientel gehören. Es handelte sich also um eine Verschwörung von FN, IS, Geheimdienst und Söder zu Lasten unser aller Freiheit. Söder? Ja, denn so schnell wie dieser Wadenbeißer nach der Morderei unisono mit der FN sein irres Angst-vor-Flüchtlingen-Gelalle abgesondert hat, das geht ohne aktive Mittäterschaft gar nicht. Aber egal, wer es denn nun letztendlich zu verantworten hat, geht mir folgender Gedanke durch den Kopf. Man sagt, dass hauptsächlich Musik und Sport den Menschen von einem Stück Scheiße unterscheiden. Dass hier überwiegend Musik- und Sportfans das Ziel waren bzw. werden sollten, ist eine Botschaft der Verantwortlichen: "Jawoll, hier war geballte Scheiße am Werk." Und die spült man einfach so runter. Moment! Und sofort kommen ein paar verwichste Anwälte und Gutmenschen herbei gerannt und winseln uns etwas von Menschenwürde vor. Da kann ich mir diese Reichsjugendführerbrut lebhaft an vorderster Front vorstellen. Und wenn ich daran zurück denke, dass ich Josh Homme auch schon mal live gesehen habe, dann ärgere ich mich, dass ich nicht auch im Bataclan war, um einen von diesen Kamelfickern abzumurksen.

Unser beliebter Politclown hat die ganze Chose dann noch gewürzt. Klar, wenn konkrete Gefährdungshinweise vorliegen, soll ein Fußballspiel abgesagt werden. Aber das dann auch zu machen und dabei zu sagen, dass nähere Angaben zur Gefährdung manche Deutschen beunruhigen würden, das ist derartig krank, dass man es nicht mehr beschreiben kann. Unter #DoItLokeDeMaiziere sind einige herrliche Bonmots dazu.

Bereits zu Beginn des letzten Jahres hatte ich geunkt, als der Beitragsrückzahlungsscheck meiner Krankenkasse hier anlandete: das gibt noch ein böses Erwachen. Sic! Kürzlich die Ankündigung, dass die Beiträge demnächst signifikant angehoben werden müssen. Man hätte das Geld seinerzeit rückstellen müssen.

Und noch ein Nachtrag zu "Wer wird Millionär" von vor drei Wochen. Da wurde nach der Zuordnung von Ministern zu ihren Ressorts gefragt. Einzig der Kandidat mit türkischen Wurzeln konnte das korrekt beantworten. Deutsche interessieren sich nicht mehr für die Gestalten.