02/10/2016 - Karnevalsumzüge

Neu in Offenbach: Ampelmädchen

Obwohl ich überhaupt noch nicht in Karnevalslaune war, wollte ich wegen meiner fotografischen Dokumentationspflicht auch heuer wieder vier Karnevalsumzüge unter Aussparung von Fußball-Ereignissen besuchen. Am Samstag fiel meine Wahl auf Hattersheim. Eine sehr gute Wahl: mit ein paar Kidz sah ich bei herrlichem Wetter einen bestens organisierten Umzug mit knapp hundert Zugnummern und sehr aktiven Kamellewerfern. Am Sonntag wollte ich etwas in unmittelbarer Nähe sehen und entschied mich für Tümpelgarten. Ein sehr kleiner Umzug mit einem imposanten Laufweg bei akzeptablem Wetter. Nicht kultig, aber grundsätzlich ok. Ich ließ(wie viele Kinder auch) den Umzug an vier verschiedenen Standorten an mir vorbei defilieren. Am Abend ließ der Wetterbericht nichts Gutes erahnen. Ich schwankte ursprünglich zwischen Herbstein, Kiedrich und Bad Orb. Bei ersterem war sehr schnell klar, dass er nur sehr abgespeckt durchgeführt werden sollte. Kiedrich war dann um die Mittagszeit angesagt. Und nach mehreren Telefonaten war dann sicher: der in Bad Orb findet statt. Start sollte um 14:11 Uhr sein. Ich dachte, wenn ich kurz vor drei dort bin, reicht das dicke. Aber man sah nur noch mit dicken Bonbontüten bepackte Zugbesucher, die sich von dannen trollten. Durch den abartig kurzen Laufweg war der Spuk blitzschnell vorbei. Da wir uns an dem allgemeinen Umtrunk am Rathaus nicht beteiligen wollten, nutzten wir die Gelegenheit, erstmals den Kurpark aufzusuchen. Eigentlich sehr nett, es boten sich trotz des Schietwetters viele schöne Fotomotive. Aber das hätte man auch an anderen Terminen machen können. Zwei Kuriosa brachte der Besuch dennoch. Erstens baute man gerade an einem Indoor-Gradierwerk (geht es noch?!), zweitens sollen die HR1-Hörer diesen Kurpark 2009 per Abstimmung an die zweite Stelle der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Hessens gehievt haben. Bei allem Respekt: warum z.B. vor Tann (Rhön), Kloster Eberbach, Edertalsperre etc? - Am Dienstag wurde es dann noch extremer. Hier schwankte ich zwischen Großauheim und Lämmerspiel. Aber immer, wenn letzteres zur Diskussion steht, geht etwas schief. So auch diesmal: letztendlich war Heusenstamm der einzige Umzug, der wohl stattfand. Aber der hat einfach nicht die Qualität, um ihn mehrfach zu sehen - schon gar nicht bei diesem Wetter. Bleibt die Hoffnung, dass einige Umzüge heuer noch nachgeholt werden und dass es im nächsten Jahr besseres Wetter geben wird. Nebenbei haben sich doch in Bayern und Thüringen zwei Motivwagen offensiv satirisch mit der Flüchtlingsproblematik auseinander gesetzt. Der mit dem Panzer war schon derbe, der Balkanexpress jedoch: das war doch eine herrliche Mixtur aus ländlich-sittsam und hoch intellektuell. Klar, dass sich die Gutmenschenmafia, für deren krudes Gedankengut sich diesmal sogar der Spiegel einspannen ließ (hier ein echtes Pfui, für so bigott hätte ich Euch Heuchler nicht gehalten) solche Steilvorlagen nicht nehmen ließ und kollektiv aufwinselte. Leute: zum Verständnis von Satire bedarf es einiger Intelligenz, die Euch ja krankheitshalber abgeht. Aber den absoluten Brüller kniff sich einer ab, der durch sein albernes Gebrabbel im Erkharn- und Stefan-Duo jahrelang gezeigt hat, dass er ein degenerierter Vollhirni aus der alleruntersten Schublade ist. Lall doch deine Scheiße weiter zu den Leuten, die sich intellektuell dazu hingezogen fühlen, und heul doch, anstatt Dich mit Sachen zu beschäftigen, die Dein kleines Comedianhirnchen gar nicht begreifen kann.

Eigentlich wollte ich nix mehr über Flüchtlinge sagen, weil mir das Thema zum Halse heraus hängt. Aber die karnevalistische Steilvorlage gibt mir den Anlass, Herrn Erdogan zu loben. Der gute Mensch beschäftigt sich doch tatsächlich mit meinem Geblöke und hat der Zonentucke kürzlich exakt dasselbe gesagt, was ich vor einem halben Jahr geschrieben habe. Hut ab, dass Sie den richtigen Zeitpunkt abgewartet haben, Herr Erdogan! Dass er gleichzeitig einräumt, die EU jetzt mit den Flüchtlingen zu erpressen - geschenkt, das kommt zurück. Was in Hamburg die Oper ist, scheint hier der Hessenpark zu sein. Nichts gegen Integrationsbemühungen, im Gegenteil. Aber mir leuchtet nicht ein, wie man kulturell Interessierte, die Eintrittsgebühren zahlen, gegenüber Flüchtlingen benachteiligt, die man mit Sachen behelligt, für die sich schon deren freiwillig hier anwesenden Landsleute nicht interessieren. Wie viele Syrer (oder Deutsche mit syrischen Wurzeln) sah man in Deutschland je freiwillig in der Oper oder im Hessenpark? Keine, weil sie sich (und das ist keinesfalls abwertend gemeint, sondern ist eine Tatsache) dafür nicht interessieren. Ich begreife nicht, wie irgendwelche daher gelaufenen Gutmenschen ohne Not Hass schüren.

Nur mittelbar zu diesem Thema passt die Nachricht aus Villingen, wonach der Handgranaten-Anschlag auf ein Asylbewerberheim tatsächlich nur den Wachleuten galt und von konkurrierenden Security-Ärschen ausgeführt wurde. Sobald Security in der Nähe ist, fühle ich mich auch immer unwohl, denn dadurch, dass uns, wie man an der Bezahlung der Security sieht, unsere eigene Sicherheit nichts wert ist, tummelt sich auf diesem Sektor überwiegend zumindest lichtscheues Pack. Dieses tummelt sich auch bei der Parkraumbewirtschaftungsmafia, wie deren Feedback auf meine wirklich höfliche Einlassung zeigt. Ich komme demnächst darauf zurück.

Dass der Skywheeler eine Obergrenze für Barzahlungen initiieren will, hatte ich bereits kommentiert. Sicher geht es ihm auch darum, weitere penetrante Überwachungen vornehmen zu können. Aber es kommt noch eine weitere Komponente hinzu, hier hat diese Aktion eher den Charakter des Nebelkerzenwerfens. Bekanntlich steht Deutschland weltweit im Schattenfinanzindex an achter Stelle mit steigender Tendenz. Logischerweise immer noch erheblich besser als die Schweiz oder die USA. Aber interessanterweise erheblich vor den Bahamas, Jersey und Irland, auf die seitens deutscher Politratten ja gerne hingewiesen wird. Wenn ich Markus Meinzer als profunden Kenner der Materie richtig interpretiere, ist das politisch so gewollt, auf dass die anzulegenden Billionen aus aller Welt ja den Weg hierher finden. Da das dort, wo sie abfließen, eher ungern gesehen wird, verlegt sich unser sauberes Finanzmysterium auf Nebenkriegsplätze: jetzt diskutiert man die nächsten zwei Jahre fröhlich über Obergrenzen, lässt abgehalfterte Richter ihren Senf darüber spritzen und vernebelt die eigentlichen Probleme. Eins ist doch klar: diejenigen, die wirklich in großem Maßstab bescheißen wollen, interessieren sich kaum für derartige Obergrenzen. Für derartige Zwecke gibt es neben Handy-Läden auch Potemkinsche Shopping-Center und weitere kranke Sachen, die wir uns mit unserer weniger kranken Phantasie kaum vorzustellen vermögen. In exakt dieselbe idiotische Richtung geht die Diskussion über die Abschaffung von Bargeld allgemein oder zumindest der großen Banknoten. Zwar habe ich, seitdem es den Euro gibt, gerade einen einzigen Zweihunderter in der Hand gehabt (siehe Eurobilltracker). Aber verdammt viele Hunnis und Fünfhunderter (erst jetzt fällt mir auf, dass ich zu DM-Zeiten gerade einen Zweihunderter und sehr wenige echte Riesen, dafür aber jede Menge Fünfhunderter in der Hand hatte, also genau umgekehrt, merkwürdig). Und in welchem Zusammenhang standen die ganz großen Scheine? Entweder mit Urlaub, oder sie kursierten in Asien, wo sie manchmal die Zweitwährung - inoffiziell natürlich - darstellten. Dieser Skywheeler will uns alle auf eine falsche Fährte locken, aber wir fallen doch nicht darauf rein. Diese Gestalt ist derartig durchtrieben und verlogen, dass ich mich nicht wundern würde, wenn irgendwann einmal heraus kommt, dass Kaufmann vorbei geschossen hat. Und das ganze Mitleidserheische mit Rollstuhl auch wieder eine Ekel erregende Farce ist. Und sowas steht im Politbarometer weit oben. Vielleicht steckt noch etwas anderes dahinter: der Heiligsprechungprozess der Zonentucke scheint ja ins Stocken geraten zu sein - es fehlt noch ein Wunder. Was wäre, wenn sie den Skywheeler wieder zum Laufen bringt? Wer glaubt, dass ich bei der grundsätzlichen Einschätzung spinne, wird auf Teldafax hingewiesen. Wie sich jetzt heraus stellte, hat das Finanzmysterium satte 140 Mio Euronen mal locker aus der Portokasse hingeblättert, damit die noch zwei Jahre nach dem faktischen Bankrott ihre Gaunereien betreiben konnte. Im Klartext: die Staatskasse investierte einen neunstelligen Betrag wissentlich, damit eine Firma (Leverkusen-Trikotsponsor!) uns Bürger um einen wahrscheinlich ähnlich hohen Betrag schröpfen konnte. Ich will gar nicht wissen, wohin die Kohle letztendlich gewandert ist, aber ich würde mir unter diesen Umständen ein Finanzmysterium wünschen, was nicht ewig sein enervierendes Gelalle vom Stapel lässt. Diese Scheißkerle wollen uns überwachen?

Noch eine Sackgesicht-Nachricht. Der Name der Marseille-Kliniken ist durch die Machenschaften des Namensgebers untrennbar mit dem größten Kokser-Kolloquium, was in Deutschland jemals ungestraft tätig werden konnte, verbunden: der Schill-Partei (ich hatte das Thema bereits in anderem Zusammenhang). Skandalaufdecker Wallraff hingegen zählte ich ob seiner manischen Ich-Besessenheit und manchen seiner Praktiken auch nie zu meinen Freunden (wie langweilig, auch das hatten wir schon). Erst recht nicht, als er sich an RTL verkaufte. Dennoch muss man einräumen, dass sein Intellekt und seine moralische Gesinnung erheblich höher einzustufen sind als das von Marseille-Führern. Und just so ein Sackgesicht, bei dessen Anblick man unweigerlich auf Fahndungsplakate blickt, nimmt sich die Freiheit, Wallraff und RTL massiv anzugehen, nachdem die Missstände in Marseille-Einrichtungen aufgedeckt hatten. Dagegen wäre ja absolut nichts einzuwenden, wenn die Wallraffsche Anprangerung nicht der Wahrheit entspräche. Aber wie es doch so oft ist: der Ton macht die Musik. Wenn eine aktuelle Führungskraft der Marseille-Kliniken "Wenn RTL, wie angekündigt, wirklich seine journalistische Kompetenz steigern möchte, sollten die Verantwortlichen erst einmal dringend die journalistische Kompetenz der 'Team Wallraff'-Reporter überprüfen." sagt, ist das mehr als nur extrem dummdreist. Dazu gehört schon eine Menge Mut bzw. ein gehöriges Maß an Schwachsinn. Und das irre: die Verkommenheit unserer Republik zeigt sich daran, dass der sogar (teilweise) Recht bekommen hat und nunmehr noch mehr Kokolores quatscht. Nun denn, ich hatte ja vor einigen Monaten bereits festgestellt, dass man meinen Kadaver im Falle eines Falles lieber von der Klippe schmeißen soll, wenn die einzige Alternative ein Aufenthalt in einer Marseille-Einrichtung wäre.

Je oller, desto doller. Wenige Wochen nach meiner Begegnung mit der wilden Oma gab es eine mit einem männlichen Senior. Auf der Unteren Grenzstraße, die wahrlich nicht allzu lang ist, zeigte ein immerhin beleuchteter schwarzer Porsche wildeste Wende- und Zickzackmanöver, ich selbst konnte einer Karambolage nur durch eine Vollbremsung entrinnen. Das Kennzeichen WI 06347 deutete auf den sprichwörtlichen Türken mit Tageszulassung hin. Aber wie sich an unserem gemeinsamen Ziel, der billigen Hessol-Tanke, offenbarte, war dem nicht so, denn ein Greis, der locker mein Vater hätte sein können stieg aus. Die Beifahrerin machte von weitem den Eindruck einer dekorativen Blondine Typ Enkelin, entpuppte sich aber als doch eher sechzigjährig. Wahrscheinlich hat der Typ Ausgang mit Pflegerin aus einem Marseille-Pflegeheim gekriegt. Irre auch zwei wild gewordene Taxifahrer am Dienstag Abend. In Frankfurt bretterte einer über die Stresemannallee, sämtliche Spuren in Fahrtrichtung blinkerfrei mehrfach ausnutzend, mehrere Verkehrsteilnehmer zu Vollbremsungen nötigend. Am Abzweig zum Südbahnhof zog ich dann vorbei. In Offenbach dann einer mit OF DA 151, der in der Bismarckstraße die anderen Verkehrsteilnehmer mit wüsten Manövern beeindruckte, natürlich alles ohne Blinkereinsatz. Am Abzweig zur Flurstraße zwang ihn die Ampelschaltung, uns vorbei zu lassen. Das irre: kein Fahrgast drin.

Je oller, desto doller. Wenige Wochen nach meiner Begegnung mit der wilden Oma gab es eine mit einem männlichen Senior. Auf der Unteren Grenzstraße, die wahrlich nicht allzu lang ist, zeigte ein immerhin beleuchteter schwarzer Porsche wildeste Wende- und Zickzackmanöver, ich selbst konnte einer Karambolage nur durch eine Vollbremsung entrinnen. Das Kennzeichen WI 06347 deutete auf den sprichwörtlichen Türken mit Tageszulassung hin. Aber wie sich an unserem gemeinsamen Ziel, der billigen Hessol-Tanke, offenbarte, war dem nicht so, denn ein Greis, der locker mein Vater hätte sein können stieg aus. Die Beifahrerin machte von weitem den Eindruck einer dekorativen Blondine Typ Enkelin, entpuppte sich aber als doch eher sechzigjährig. Wahrscheinlich hat der Typ Ausgang mit Pflegerin aus einem Marseille-Pflegeheim gekriegt. Irre auch zwei wild gewordene Taxifahrer am Dienstag Abend. In Frankfurt bretterte einer über die Stresemannallee, sämtliche Spuren in Fahrtrichtung blinkerfrei mehrfach ausnutzend, mehrere Verkehrsteilnehmer zu Vollbremsungen nötigend. Am Abzweig zum Südbahnhof zog ich dann vorbei. In Offenbach dann einer mit OF DA 151, der in der Bismarckstraße die anderen Verkehrsteilnehmer mit wüsten Manövern beeindruckte, natürlich alles ohne Blinkereinsatz. Am Abzweig zur Flurstraße zwang ihn die Ampelschaltung, uns vorbei zu lassen. Das irre: kein Fahrgast drin. Wurde man hier Zeuge eines Dope-Transports? - Der Ehrlichkeit halber muss ich einräumen, dass ich vor einigen Tagen in Frankfurt auch gefahren bin wie der letzte Hänger. Aber hier berufe ich mich auf die beschissene Ausschilderung im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen in Dom-Nähe.

Ich mutmaßte vor einigen Wochen darüber, welche Metalband als nächstes ein Doppelalbum veröffentlichen würde. Dream Theater hatte ich nicht auf der Rechnung, weil die ja schon eines gemacht hatten. Nun haben sie halt ein zweites auf den Markt geschmissen. Eine Rockoper. Eigentlich war dieses Genre mit Quadrophenia doch ausgelutscht. Und ich muss zugeben: vom Hocker haut mich dieses Opus namens "The Astonishing". Klar sind da wieder einige Songs der Spitzenklasse drauf. Aber wie bei den Mullmuzzler-Veröffentlichungen handelt es sich überwiegend um gepflegte Langeweile - l'art pou l'art. So zumindest mein Eindruck nach dem ersten Hören.

Zu schlechter Letzt noch zum Zusammenstoß der beiden Meridian-Triebzüge bei Bad Aibling. Ich wundere mich (und stehe nicht allein da), dass bei der behämmerten Ausschreibung der Nahverkehrsleistungen noch nicht früher so etwas passiert ist. Gerade das Schwesterunternehmen von Meridian, die BOB, hat doch jahrelang seine totale Unfähigkeit demonstriert. Aber wie es bei jeder Ausschreibung ist: es gewinnt immer der Billigste (nicht der Preiswerteste). Natürlich gab und gibt es bei der DB auch unaussprechliche Vorgänge, aber dieser Unfall war doch eher eine Frage der Zeit. Meine Prophezeiung: der nächste größere Privatbahn-Unfall geht auf das Metronom-Konto.