02/29/2016 - Tour in die Ostalb

Sinnloses Plakat blöder Natur

Sinnloses Plakat intelligenter Natur

Der gestrige Sonntag sollte mich einmal wieder in die Zweite Liga bringen. Wieder unter Beteiligung des 1.FC Heidenheim, diesmal allerdings als Gastgeber. Deren Voith-Arena fehlte mir noch, nachdem ich den Vorgänger-Verein SB Heidenheim seinerzeit nur auf dem Sportplatz Heeräcker sehen konnte und nicht im damaligen Albstadion, was mir damals übrigens ausgezeichnet gefallen hatte. Wie sich die Zeiten ändern. Vor knapp 14 Jahren hatte der Fußball hier keinen hohen Stellenwert, denn das damalige Verbandsliga-Match Dritter gegen Ersten (Crailsheim) wollten zwar ca. 350 Zuschauer sehen, dennoch wurde es kurzerhand auf den Heer-Acker verlegt. Heutzutage hat man einen sagenhaften Aufstieg hinter sich und einen Schnitt von 13.000 in einer nagelneuen Arena. Diesmal wollten "nur" 12.000 ins Stadion. Zuerst die positiven Sachen. 8 EUR für einen Rentner-Stehplatz sind ok. Programm (wie damals schon etwas unhandliches Format) und Ticket waren ebenfalls ok. Geschmacklich einwandfrei die Feuerwurst, die ich mir problemlos gönnen konnte, weil man zu keiner ArenaCard gezwungen wurde. Auch die Security muss ich einmal loben - sehr souverän. Scheiße aber die Tatsache, dass man baulich bedingt nur in seinem eigenen Block bleiben konnte, die Fotografiermöglichkeiten also eingeschränkt waren. Das Spiel selbst bot in der ersten Hälfte Magerkost, die mich nicht erwärmen konnte. Aber die zweite Halbzeit war super. 1:0 und 1:1 fielen innerhalb von sechzig Sekunden. Einen berechtigten Strafstoß sowie eine ebenfalls berechtigte gelb-rote Karte gab es auch. Letztendlich behielten die Gastgeber mit 3:2 die Oberhand gegen Arminia Bielefeld. Vor dem Spiel noch die eingangs erwähnten Heeräcker inspiziert, die nicht wieder zu erkennen waren. Zwei KR-Plätze und ein Naturrasen-Spielfeld (jetzt mit angedeuteten Stufen) sowie ein Baseball-Feld bilden ein riesiges Gelände - bis auf den Baseball-Ground (Heimstatt des deutschen Meisters) aber nach wie vor nur rudimentärer Ausbau. Nach dem Abpfiff ging es nach Großkuchen in die Niederungen der Kreisliga A, wo der SV die Zweite von Sontheim empfing. Leider auf dem KR-Nebenplatz mit rudimentärstem Ausbau (ca. 900) und nicht auf dem netten Hauptplatz (ca. 1.500). Aber die Bodengegebenheiten gaben das nicht her - ein Spiel um die Ecke fiel mangels Ausweichplatz auch wetterbedingt aus. Das Spiel konnte nicht begeistern, mit Abstand bester Mann auf dem Platz war vor ca. 50 Zuschauern der Schiedsrichter. Als Rentner musste ich 2,50 EUR abdrücken und hätte dafür nur eine neutrale Kinokarte gekriegt. Die Wurst konnte jedoch gefallen. Anschließend ging es nach Neresheim. Mein letzter Besuch dort datiert vom letzten Jahrtausend, seinerzeit konnte ich mich ebenfalls an einem Sonntag als einziger Fahrgast mit einem Bus nach Großkuchen bewegen lassen und musste die restlichen 8 km laufen. Die dortige Abtei ist gigantisch. Leider war der Buchladen schon dicht, so musste ich meine Fotos halt selber schießen. Auch bei der dortigen Museumsbahn, die seinerzeit noch im Aufbau begriffen war, mal vorbei geschaut. Nette Vehikel dort. Wie bereits auf dem Hinweg hatte ich abschließend das seltene Glück, ohne Verkehrsstörung über die A3 heim zu kommen.

Begonnen hatte der Tag mit einem Besuch in Wasseralfingen, seit 1975 Stadtteil von Aalen. Das Spieselstadion sowie die Sportplätze Bürgle und Talschule wollten abgelichtet werden, den vierten Ground irgendwo auf einem Hügel schenkte ich mir jedoch. Um ins Spieselstadion hineinzukommen, waren einige Verrenkungen erforderlich - und zehn Kilo weniger wären nützlich gewesen. Einzigartig ist die Inneneinrichtung der Stephanskirche, durch manche Malereien wird KZ-Feeling pur erzielt. Weiter ging es in die Kernstadt bzw. in erster Linie zur Scholz-Arena, die ich noch als Städtisches Waldstadion kannte. Die war abgesperrt wie Fort Knox, sodass ich nur jämmerliche Fotos vom Innenraum machen konnte. Besser zugänglich waren das Sportzentrum Greut (wo ich rechtzeitig zum Abpfiff eines Jugendspiels kam), das MTV-Stadion und der SSV-Platz (letzterer mit einer schön ausgebauten Kurve). Auf ging es nach Heidenheim, wo ich in Nähe des Bahnhofs einen kostenfreien Parkplatz kriegte. Richtig schön ist die City eigentlich nicht, sodass ich zügig zum Schloss Hellenstein hoch stiefelte. Und dort vor den verschlossenen Türen des Kutschenmuseums stand. Dumm gelaufen. Und zurück zum Kunstmuseum wollte ich dann auch nicht mehr. Fortsetzung siehe erster Absatz.

Erheblich weniger Fußball gab es am Wochenende zuvor. Nach längerer Abstinenz am Sonntag Morgen mal wieder zu meiner alten Mannschaft gegangen, die aber sang- und klanglos gegen die Kickers vor ca. vierzig Zuschauern - darunter sowohl Wiking- als auch OFC-Vorstand - mit 0:7 unterging. Mein alter Trainer war auch zugegen, wir konnten den Niedergang des einst besten südhessischen Jugendteams nicht fassen. Hatte am Nachmittag wetterbedingt auch keinerlei Böcke mehr auf weiteren Fubbes und stattete dem Heimatmuseum Oberrad einen Besuch ab. Sehr nettes kleines Museum, auch wenn ich mir mehr Anschauungsmaterial über die alte Straßenbahn und die Grüne Soße erhofft hatte. Habe dann aber noch am Grüne-Soße-Denkmal vorbei geschaut. Die dortigen Wohnsilos können einem angst und bange machen, das war noch echte herrliche Brutalarchitektur.

Wie Baden-Württemberg sind auch Offenbach und Frankfurt mit Wahlplakaten zugepflastert. Die lächerliche Heute-Show vom 26.2. (Ehrlich, Herr Welke, noch so ein widerliches, unappetitliches Merkel-Anbiederungs-Gewichse, und Ihre Sendung hat einen treuen Zuschauer weniger! Noch nie hat eine TV-Reihe derartig nachgelassen wie die Ihre. Das entwickelt sich ja stramm zum Schwarzen Kanal für Gutmenschen. AfD-Bashing, das kann inzwischen jeder - dafür brauche ich keine Satire-Sendung! Exakt dieselbe schwachsinnige Scheiße brachte übrigens der immer verrückter werdende Jörges im vorletzten Stern.) brachte eine Hitparade der schlimmsten fünf Wahlplakate. Das behämmerteste fehlte: die Serie der FDP in Offenbach. Kein Mensch hat eine Erklärung, was diese gelben Gummihandschuhe sollen. Dass man weder FDP-Wähler noch -Kandidaten auch nur mit Gummihandschuhen anfassen kann, ist bereits länger bekannt. Also: was steckt da drin? Als Gegenbeispiel dafür, dass man Sinnlosigkeit auch intelligent ausdrücken kann, dient das Plakat der Partei "Die Partei".

Neues von der Parkraumbewirtschaftungsmafia. Die SFG-Inkassogangster sonderten im Dunste der Anonymität weiteren Schwachsinn ab. Ich bilde mir ein, bei manchen Filmen über die jetzigen Flüchtlingstrecks (übrigens herrschte heute gähnende Leere in der Aufnahmeeinrichtung am Frankfurter Hbf) Schemen über die Baumwipfel hechten zu sehen. Ich denke, das waren die Affen, die aus dem Zoo von Damaskus geflüchtet sind. Und genau die hat man nach Passieren der deutschen Grenze von den Kiefern geschüttelt und in Stuttgarter Inkassobüros verfrachtet. So muss man das letzte Gefiepe jedenfalls interpretieren. Ganz abgesehen von dem fett gedruckten Gemoser (hier hat die Affenhorde sicherlich kollektiv aufgestampft) hat sich ein Irrer eine nicht minder irre Konstruktion einfallen lassen, um Inkassokosten doch noch irgendwie einklagen zu können. Nur hat er bei der Formulierung des vorletzten Absatzes den Faden verloren. Deutsches Sprech - schweres Sprech. Aber ihr könnt ja eh alles außer hochdeutsch. Niedlich der dezente Hinweis auf Anwalt Fingerle. Den Fundstellen im Netz nach zu urteilen, scheint es sich wieder um so einen jener Extremstassis zu handeln, die für sattes Geld Inkassogangstern ihre Blankobriefbögen zur Verfügung stellen. Egal, da wir ja eh nicht gefahren sind, sollte das Ganze im Sande verlaufen, sagt der ADAC.

Fast wäre es mir wieder entgangen, dass Saxon erneut eine Scheibe veröffentlicht haben. Ein solides abgehangenes Herumgerocke von der ersten bis zur letzten Nummer mit einer schönen Ballade zwischendurch. Zwischendurch meinte ich übrigens Anklänge von Franz Ferdinand (die vorletzte) und Naked Sun zu hören. Empfehlenswert, obwohl ohne echten Höhepunkt.

Es bleibt nicht aus, dass ich beim Vorhaben, jedes mindestens siebenstöckige Haus in Frankfurt abzulichten (das ist wie bei der Hydra, hat man Gebäude drei abgehakt, tauchen in den Nebenstraßen vier neue auf. Im übrigen ist die Emporis-Website doch nicht so vollständig, wie sie gerne wäre), auch den einen oder anderen Park frequentiere. Wie der Zufall so spielt, war der Amaschu tags zuvor im von-Bernus-Park (mir ging es um die Schlossstr. 22) zum Fotografieren. Da mich bei meiner gleichartigen Tätigkeit ein Dutzend Augenpaare argwöhnisch beäugten, würde mich interessieren, wodurch der da aufgefallen war. Den Günthersburgpark (Hauptziel war der Kasten an der Dortelweiler Str.) hatte ich bislang nur im Sommer aufgesucht - jetzt im ausklingenden Winter macht der doch einen eher trostlosen Eindruck. Das tut seiner Beliebtheit bei einer Hundertschaft osteuropäischer Trinker (sehr gesittet!) jedoch keinen Abbruch. Warum ich die Skulptur vom Sähmann nicht gefunden habe, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Wenigstens das Denkmal vom Stier (nein, nicht der Walldorfer) habe ich gesehen.

Gelalle von SFG

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