03/19/2016 - Der TSV Schilksee lebt

Da man mir zu Weihnachten ein Geschenk-Ticket der DB geschenkt hatte, "musste" ich über meinen Schatten springen und am letzten Wochenende kurz vor Gültigkeitsablauf eine Reise mit Fernzügen antreten. Ich plante fest mit Schilksee am Samstag und Drochtersen am Sonntag, aber kurzfristigst wurde zum wiederholten das Schilksee-Spiel auf den Sonntag verlegt. Als Kieler war Schilksee für mich ein Muss, also entschloss ich mich, am Samstag mit dem Eckenerplatz zu Flensburg eine Altlast zu beseitigen, denn vor gut zwanzig Jahren stand ich da wegen eines nicht nachvollziehbaren Spielsausfalls mit etlichen anderen vor verschlossenen Pforten. Um es vorweg zu nehmen: es gab diesmal gegen jede Wahrscheinlichkeit keinerlei Verspätungen oder sonstige Probleme mit der DB - wie gerne hätte ich gegen die Bahn gewettert. Im Hamburger Hbf gab es ein großes Hallo, denn aus demselben Zug stiegen erst Hopperkollege Oliver mit Vater und dann noch mein Fast-Nachbar Thomas - aber alle mit verschiedenen Zielen. Ich machte mich als erster vom Acker Richtung Flensburg mit einer Mischgarnitur des Schleswig-Holstein-Express. Die neuen Mittelwagen waren zwar schon fertig, es fehlten jedoch die Triebköpfe, deren Aufgabe altes DB-Material übernahm. Super: an jedem Platz gab es eine Steckdose. Weniger super: wie im ICE gab es kein WLAN. In Flensburg musste erst eine traurige Aufgabe erledigt werden, denn der früher schöne Platz am Mühlendamm sollte kurz vor Abriss abgelichtet werden, der nach Auflösung des Vereins Nordmark Flensburg wird er nicht mehr gebraucht wird und als Bauland umgewidmet werden soll. Nach Besuch der Nikolaikirche, wo ich mich in eine Führung mischte, widmete ich mich erst den Shopping-Passagen und dann der Hafenspitze. Erstere so lala, die Hafenspitze sehr interessant mit alten Schiffen und so. Und ein Betrieb bei eiskaltem Wind - was muss da erst im Sommer los sein. Schlechtes Timing: da es für einen Museumsbesuch zeitlich nicht mehr reichte, war ich zu früh am Eckenerweg. Die TSB-Medienbeauftragte machte große Augen, als ich fragte, ob auf dem Hauptplatz gekickt würde. Das war letztendlich der Fall, aber sie konnte nicht verstehen, dass ich bei einem Kick auf dem Nebenplatz abgehauen wäre. Halt, das bin ich dann doch, denn bis zum Anpfiff wollte ich den DGF-Platz in der Nähe ablichten. Welche Überraschung! Auf dem Idrútsparken sollte eine Liga tiefer auch gespielt werden. Da eine Rentnerkarte nur 2 Euronen kosten sollte ein Programm vorhanden war entschloss ich mich fürs Halbzeithopping. Auf der Gegengerade gibt es drei Stufen, sodass man eine Kapazität von 1.600 unterstellen kann. Die drei Hochhäuser an einer Ecke wirken richtig fotogen. Vor ca. 80 Zuschauern (lt Fupa 50) wurde gegen den Mitaufsteiger MTV Tellingstedt gespielt. Die Wurst war ausgezeichnet, das Spiel ging so. Beim Stande von 2:1, ohne dass sich jemand um die manuelle Anzeigetafel gekümert hätte (Endstand 4:1), verließ ich den Ground und trabte zum Match TSB Flensburg vs Heider SV. Was für eine tolle Stehtribühne, wenn auch die provisorische Überdachung etwas lächerlich wirkte. Neunzehn Stufen, die Gegengerade dafür offiziell nicht zugänglich. Störte mich aber wenig und ich startete meine Fototour. Zwei Typen sahen das und dackelten mit Kameras bewaffnet hinter mir her. Kollegen, dachte ich, und sprach die an. Sehr maulfaule Zeitgenossen - mehr als den Herkunftsort Nürnberg kriegte ich nicht raus. Das Spiel war erbaulicher, in der ersten Hälfte waren keine Tore gefallen. In der zweiten fielen vor knapp 190 Zuschauern derer zwei für die Hausherren. Die wurden auch ausgiebig bejubelt, wobei sich eine Gruppe Punks mit Fahne besonders hervor tat. Unter diesen wiederum stach ein Wattie-Verschnitt besonders hervor. Programm gab es auch, Wurst war ok, so konnte man von einem gelungenen Fußball-Nachmittag sprechen. Auf dem Rückweg ging ich noch am Platz am Schützenhof vorbei, wo gerade ein Jugendturnier beendet wurde. Da überall TSB-Symbole waren, denke ich, dass das auch der TSB-Jugendplatz ist. Letztendlich ein komplett uninteressanter Ground (Rasen und Asche ohne jeglichen Ausbau). Die Fahrkartenautomaten am Flensburger Bahnhof sind der letzte Dreck. Zwar ahnte ich sowieso, dass für die Fahrt nach Hamburg zur Gratis-Übernachtung das SH-Ticket die günstigste Version ist, aber der Automat forderte mich eiskalt zur Zahlung von 39 EUR nach DB-Tarif auf. Dass es auch den SH-Tarif (29,80) gibt, verschwieg er einem Ortsfremden ebenso.

Auf der Weiterfahrt nach Kiel am nächsten Morgen ein ähnliches Problem. Zwar gilt der SH-Tarif grundsätzlich auch in Hamburg, aber man kann die Tickets nicht in den Bussen kaufen. Schön, dass mich eine gute Seele mit zur U-Bahn nahm, wo ich dann bis Kiel durchlösen konnte. Wie in Hamburg gab es auch in Kiel Mülleimer mit lustigen Beschriftungen. An der Kieler Förde war es wieder arschkalt. Zwei große Fährschiffe und ein Raddampfer lagen am Hafen, ansonsten war es eher trist, zumal die Fördeschifffahrt auch noch nicht wieder aufgenommen worden war. Ein Ort meiner frühesten Kindheitserinnerungen ist der Schrevenpark, wo ich früher immer Enten gefüttert hatte. Nach Zwischenstopps im Sophienhof, in der evangelischen Nikolaikirche und am Kleinen Kiel zog es mich auch genau dorthin. Enttäuschung: erstmals war keine Mandarinente zu sehen. Per Bus ging es dann nach Friedrichsort, wo die A-Jugend spielen sollte. Auf dem Hauptplatz (sehr schön, mit vielen planlos hingehauenen Stufen) wurde vor ca. zwanzig Zuschauern grauenhaftester Fußball geboten, gottseidank konnte ich eh nur eine Halbzeit bleiben. Obwohl ich die Entfernung etwas unterschätzt hatte, kam ich dennoch pünktlich per pedes im Jürgen-Lüthje-Stadion des TSV Schilksee an. Gerade einmal 119Zuschauer wollten die Regionalliga-Begegnung gegen SV Rehden sehen. Planmäßig traf ich wieder Oliver, aber auch auf den kleinen Aux. Ticket, Programm und Wurst kann man loben, auch das Spiel war nicht einmal schlecht. Eigentlich war es ein typisches Unentschieden-Spiel, aber wie es so ist: ist man Tabellenletzter, verliert man auch solche Spiele unverdient. Das "Stadion" sieht in der Tat so aus, als ob der Aufstieg für den TSV in jeder Hinsicht etwas zu schnell gekommen sei. Aber man hat uns versichert, dass man trotz des wahrscheinlichen Abstiegs weiter investieren wolle, in Überdachung und so. Immerhin: die Anzeigetafel wurde perfekt bedient. Und hätte ich verinnerlicht, dass zeitgleich die Zweite auf dem nebenplatz spielte, wäre ich mal für ein paar Minuten rüber getrabt - und der Tag wäre perfekt gewesen. Bis zur Busabfahrt war noch etwas Zeit, die ich in den Seekamper Seewiesen zubrachte. Für die Rückfahrt nahmen wir einen bis Frankfurt durchgehenden ICE, nachdem der Rewe im Kieler Hbf für die Marschverpflegung sorgte. Im Frankfurter Hbf dann die erste Begegnung mit der diesjährigen Luminale, über die ich im nächsten Bericht blöke.

Zinsen und kein Ende. Nun hat die EZB schon wieder Zinssätze (u.a. den Leitzins auf 0) gesenkt und denkt ernsthaft über Helikoptergeld nach. Was bedeutet das? Dass es sich auch um eine Quasi-Enteigung von Sparer und Anlegern, die aus bestimmten Gründen nur wenig in Sachwerte investieren können/dürfen/wollen (unsere Krankenkassen z.B.), sollte inzwischen Allgemeingut sein (mir könnte es im Prinzip egal sein, da ich eh alles fremd- und zwischenfinanziere, aber ich versuche etwas weiter zu denken). In Wirklichkeit jedoch steckt viel mehr dahinter. Ich hole einmal etwas aus. Als wir vor ca. zehn Jahren bereits ernsthaft überlegten, unseren Lebensmittelpunkt wieder nach Asien zu verlegen, kam neben Thailand auch Indonesien (größte muslimische Nation der Welt) in die engere Wahl. Nun konnte das wegen gravierender Faktoren trotz einiger hoffnungsvoll stimmender Vorstellungsgespräche nicht umgesetzt werden, aber als Bankier (nicht Banker) war ich gezwungen, mich damit auseinander zusetzen, was denn die muslimische Welt von Bankgeschäften hält. Faszinierend fand ich die Idee, auf Zinsen zu verzichten (das wird mehrfach in den Grundlagentexten erwähnt, ist also keine Erfindung von Hasspredigern) und Geld überhaupt nur als Bewertungsfaktor zu betrachten. Also eine Sichtweise, die wir Europäer vor wenigen hundert Jahren auch schon (noch?) hatten. Da die Juden eine andere hatten, gab es bekanntlich einerseits Konsequenzen, andererseits macht sich die christliche Welt in Sachen Geld dennoch nunmehr die jüdische Sichtweise zueigen. Letztendlich musste ich mich seinerzeit hierzulande nach einem neuen Betätigungsfeld umschauen und bewarb mich u.a. bei einer "grünen" Bank in der Nähe vom Westbahnhof, weil ich von dem Hardcore-Investment- Banking die Schnauze voll hatte. Ich hielt es damals für eine gute Idee, auch einige Erfahrungen aus dem Vorfeld einzubringen - die hielten mich für behämmert. Nun, ich hatte und habe Recht - mein Name ist Hiob. Denn die Tatsache, dass die EZB keine Zinsen mehr kennt, bedeutet unterm Strich die pure Islamisierung des Euro-Raumes. Nach meiner Sicht, die ich hier öfter ausgebreitet habe, bedeuten die paar Einwanderer keinerlei Gefahr. Was ja dazu führte, dass Söder und Konsorten mit dem Import von IS-Kanakern nachhelfen mussten, um hier eine Pogrom-Stimmung zugunsten Pegida und der AfD zu erzeugen. Was ist jedoch von Parteien und sonstigen Gruppierungen zu halten, die sich über ein paar Asylanten aufregen, aber die echte - keineswegs schleichende - Islamisierung Europas überhaupt nicht wahrnehmen? Nichts, es bedeutet nur, dass die Politik der Zonentucke, das deutsche Volk behämmert zu machen, bereits eingeschlagen hat. Und was ist von EZBlern (hier muss man mal ausnahmsweise den Weidmann als jemanden mit einer anderen Meinung positiv herausstellen) zu halten, die aus Europa ein islamischeres Gebilde als Saudi-Arabien machen? Es würde mich nicht wundern, wenn auf deren Konten größere Geldbeträge aus der Golfregion gelandet sind. Wieso schaltet sich der Papst hier nicht ein? Wozu führt das, wenn Geld keine Bedeutung mehr hat? Wenn also tatsächlich Helikopter-Geld an Privatpersonen abgeworfen wird? Genau - die Investitionen nehmen ab, die Blasen werden immer größer. Und wir steuern wieder auf steinzeitliche Organisationsformen zu wie den Tauschhandel etc. Ich bin da old school und halte nichts von Bitcoins. Aber die Erfinder der Bitcoins wissen genau, dass diese nicht unendlich vermehrt werden können. Das wussten vor Jahrzehntausenden auch schon die Steinzeitmenschen: auch die Anzahl der Kauri-Muscheln ist begrenzt. Genau deshalb hassen die Zentralbanker Kauri-Muscheln und Bitcoins. Denn damit könnten sie uns nicht über den Tisch ziehen. Und wrden diese eingeführt, wären die Ärsche plötzlich arbeitslos. Ich bin jedenfalls froh, dass ich rein altersmäßig den Zeitpunkt, wo alles restlos zusammen bricht, wenn es so weiter geht, nicht mehr erleben werde.

Inzwischen liegen auch die detaillierten Wahlergebnisse aus Offenbach vor. Exakt in meinem Wahlbezirk erhielt die AfD prozentual die meisten Stimmen. Das belegt exakt meine These. Die Bevölkerungsstruktur ist recht homogen und besteht einerseits überwiegend aus aufrechten Deutschen, die nie im Leben solchen gestalten hinterher laufen würden, und andererseits zu ca. 20 Prozent (also ziemlich genau der AfD-Anteil) aus bestens integrierten Leuten mit Migrationshintergrund, die meinten, durch ihr Kreuz bei der AfD ein zusätzliches Signal, wie gut sie integriert sind, setzen zu müssen. Und dass in dieser Gegend die Intelligenz bestens vertreten ist, zeigt die Tatsache, dass Die Partei im Nachbarbezirk ihr bestes Ergebnis einfuhr.