04/03/2016 - Waffen zu Ostern

Auch der herrliche Milchhof (hier: 2006)

ein Opfer des Großkapitals (hier: 2016)?

Am Karfreitag ging es mir eher schlecht - und die einzige Aktivität, zu der ich mich aufraffen konnte, um etwas an die Luft zu kommen, war der Besuch der relativ nahe beieinander gelegenen Parkanlagen Huthpark und Lohrpark. Ersteren hatte ich früher schon öfter aufgesucht, immer im Sommer. Zu Beginn des Frühlings machte er diesmal logischerweise einen verdammt kahlen Eindruck. Liefen aber dennoch sehr viele Hundehalter herum. Warum der dortige Pavillon als architektonisches Kleinod gilt, mag sich mir nicht erschließen. Der Lohrpark, in dem ich vorher noch nie war, war trotz des üblen Wetters noch besser angenommen. Der Blick in die Frankfurter City ist klasse, insbesondere auf das Seckbacher Ghetto (Übertreibung, andere Trabantensiedlungen sind heftiger). Aber am Ostersamstag war ich gesundheitlich wieder obenauf - und das Wetter war auch ok. Mit meinem Sohn ging es in Richtung Weilburg. Erst zum Schloss, wo ich vor exakt drei Jahren zuletzt war, exakt dieselben Motive fotografierte und exakt dieselben Flüche ausstieß, weil der Schlossgarten noch nicht hergerichtet und die Schlosskirche von den Evangelen wieder hermetisch abgeriegelt war. Entgegen der Angaben auf dem Flyer war der Modellbaupark auch dicht, sodass wir den Tiergarten ansteuerten. Ich kann es nicht begründen, aber irgendwie gefällt mir der nicht. Wölfe bekamen wir keine zu Gesicht, die Wildschweine und Ure (oder heißt es Urs?) schenkten wir uns. So konnten wir einen herum tigernden Luchs, je eine unwilde Wildkatze bzw. Elchkuh, zwei aktive Bären und Ottern (in verschiedenen Gehegen) sowie jede Menge Dam-, Muffel- , Sika- und sonstiges Wild und einige Skudden (die hatten wir in Bieber früher auch massenhaft) und Wisente begrüßen. Und dann wurde es auch Zeit, zum Stadion Mengerskirchen aufzubrechen. Ich war exakt um 15 Uhr drinnen, aber die Säcke hatten drei Minuten zu früh angefangen. Und da war auch bereits ein Tor gefallen. Scheiße. Wenn man denkt, die Eintrittspreispolitik kann einen nicht mehr erschüttern, so wurde ich hier eines Besseren belehrt. Rentner bekamen hier nur den Sonderpreis bei gleichzeitiger Vereinsmitgliedschaft. Das haut den stärksten Nichtvereinsmitgliedsrentner um. Tickets und Programme gab es nicht, das Catering bot nur Leberkäse mit streng rationiertem Ketchup oder Senf. Das Spiel vor ca. 80 Zuschauern war so lala, bei dem Ground handelt es sich um ein Leichtathletikstadion mit zwei Stufen auf einer Seite, sodass man ca. 2.500 veranschlagen kann. Zu allem Überfluss wurden wir vom Vereinswirt noch falsch geschickt, als wir uns nach dem Weg zur Maienburg erkundigten. Die innerstädtischen Wegweiser führten ins Leere. Und da das Navi diesen PoI nicht kannte und kein Stadtplan aushing, mussten wir diese Ruine heute ausfallen lassen.

Am Ostersonntag fuhr die komplette Familie nach Suhl. Während das gesamte Gutmenschenpack sich sicher auf den Ostermärschen verlustierte, konnten wir uns für Ostern keinen passenderen Ort als das dortige Waffenmuseum vorstellen, was recht gut gefüllt war. Bewaffnet mit einer Familienkarte und einer Fotografiererlaubnis machten wir uns auf den Weg durch drei Stockwerke Waffenwesen. Klar, dass wir uns auch am Lichtschussstand vergnügten, wo der Rest meiner Familie mich deklassierte. Die Exponate wurden hervorragend präsentiert und beschrieben. Ebenso wurde aufgezeichnet, wieso sich ausgerechnet Suhl zur europäischen Waffenschmiede entwickeln konnte. Insofern dauerte unser Besuch erheblich länger als vorgesehen. Klar, dass dann keine Zeit mehr fürs Fahrzeugmuseum war. Stattdessen nach Viernau gedüst. Was macht man, wenn fussball.de eine falsche Ortsangabe liefert, googlemaps den Platz nicht kennt, keine Hinweisschilder bzw. haptischen Stadtpläne vorhanden sind und niemand auf den Straßen zu sehen ist? Man fährt sinnlos hin und her. Immerhin trafen wir irgendwann einmal in Bahnhofsnähe auf einen Hundehalter, der uns den Weg wies. Grundsätzlich vollkommen korrekt, aber eine winzige Kleinigkeit verschwieg er uns: dass nämlich auf dem Weg der Ground der Nachbarstadt Steinbach-Hallenberg passiert wird. Dort war toteste Hose - und wenn ich nicht aus dem live-ticker wüsste, dass das Spiel definitiv stattfand, hätte ich jetzt aufgegeben (was mir tatsächlich vor knapp zwanzig Jahren tatsächlich bei Bangkok University FC passiert war). Also fuhren wir noch 400 Meter weiter und landeten auf dem Viernauer Acker, natürlich zu spät. Unter den knapp 200 Zuschauern waren doch tatsächlich die Hopper-Kollegen Brecki und Patrick, die ähnliche Probleme beim Auffinden des Grounds gehabt hatten. Der Ground ist zwar an allen Stellen begehbar, aber recht matschig, wohl daher hat man an einer Seite ein paar Holzbohlen hingelegt. Kapazität ca. 1.200. Im Gespräch mit meinen Kollegen verbreitete ich das Gerücht, Viernau habe vor ca 10 - 12 Jahren mal in der Thüringenliga gekickt. Obwohl das ein Ordner (noch älter als ich!) umgehend bestätigte, stellte sich daheim heraus, dass ich wohl Viernau mit dem nicht weit entfernt gelegenen Veilsdorf verwechselt hatte. Das Spiel war ok, das Catering hervorragend. Und wenn die Wurst auch noch von einer derartig schnuckeligen Bedienung bearbeitet wird, schmeckt es noch einmal so gut (siehe Foto in der Ground-Sektion). Dadurch, dass ich verspätet kam, "schlüpfte" ich auch ungewollt durch das Abkassieren. Hier hätte ich gerne gezahlt ob der schönen Tickets. Ich dachte, dass ich nach Spielende sicher noch auf dem Boden fündig werde, aber es scheint ein Hobby des ansonsten netten Viernauer Publikums zu sein, die Tickets zu zerreißen. Zurück in Suhl ereilte meine Gattin noch ein Problem, für dessen Lösung es zweier Zwanzig-Cent-Münzen bedurft hätte. Da wir aber nur über Zehner verfügten, baten wir das nächstbeste - durchaus normal aussehende - Paar um spontanen Geldwechsel. "Davon haben wir noch nie gehört, damit kennen wir uns nicht aus" war die Antwort. Das gute alte Zonentum - es existiert immer noch. Schön, dass es sowas noch gibt.

Am Ostermontag luden wir noch ein paar Bekannte ein und erhöhten den Ballereikoeffizienten noch um einiges. Denn es ging zu Point Alpha - einem Herzstück des Kalten Krieges. Beim Anblick des originalgetreu wieder aufgebauten Todesstreifens sollte einem eigentlich ein kalter Schauer über den Rücken rieseln. Eigentlich dachte ich immer, Söder hätte die Zonengrenze, den Todesstreifen und die Mauer erfunden - aber damit hatte er wider Erwarten nichts zu tun. Also muss man davon ausgehen, dass er seinerseits den Todesstreifen zur Realisierung seiner Abschottungsphantasien als Vorbild nimmt. Nimm diese Mine, du Flöchtlenck! Man kann es auch anders lösen: einfach Söder-Fotos an jeder strategisch wichtigen Ecke in Nahost aufhängen - und schon verlagern sich die Flüchtlingsströme Richtung Nordkorea (Schlepperbanden, aufgepasst: ein neues Geschäftsmodell!). Anschließend fuhr ich nach Borsch, um dem Tabellenschlusslicht meinen Beistand zu gewähren. Und es hat geklappt! Der Gast aus Ehrenberg wurde vor offiziell 142 Zuschauern 3:2 bezwungen. Der Sportpark an der Ulster verfügt über eine Stufe auf einer Torseite sowie eine Empore beim Vereinsheim, sodass man eine Kapazität von ca. 1.300 unterstellen darf. Die Bratwurst war ok, aber in Thüringen erwartet man unterschwellig immer Spitzenleistungen. Ein Programm gab es auch, was auf 4 Seiten mehr Informationen enthielt als manch Zweitligapamphlet auf 32 Seiten. Und der Verfasser eines Artikels sprach mir durchaus aus der Seele, als er den Zuschauerschwund im Amateurfußball beklagte. Aber diese DFL-, FIFA- und UEFA-Kommerzkacke nagt sich im Verbund mit den TV-Kakerlaken wie ein Krebsgeschwür durch den richtigen Fußball. Bis er irgendwann einmal darnieder liegt und ein paar DFB-Ärsche beklagen, wo denn der deutsche Nachwuchs bleibt. Nach dem Spiel merkte man anhand der (natürlich offenen) Kirchen der Stadt, dass man sich in einer katholischen Enklave in Thüringen befand. Auch die Stadt selbst ist bildhübsch, wobei wir noch nicht einmal alle Sehenswürdigkeiten aufsuchen konnten. Pünktlich mit dem Schließen der Autotüren setzte ein längerer Regenguss ein von einer derartigen Intensität, dass man keine zwanzig Meter mehr klar sehen konnte. Obwohl wir schon schneller fuhren, als eigentlich zu vertreten gewesen wären, gab es immer noch ein paar Idioten, die trotz doppelter durchgezogener Linie überholten. Es hat mich wirklich geärgert, dass man von diesen Kriminellen später keinen an irgendeinem Alleebaum klebend vorfanden.

Das war jetzt so eine Art Stichwort. Was in den letzten Wochen an bekannten Personen gestorben ist, habe ich in dieser Heftigkeit noch nicht erlebt. Während man bei den beiden Ex-Außenminis noch denken konnte "Warum eigentlich nicht viel früher" (und das gilt vor allem für diesen asozialen Helmut-Schmidt-Verräter), traf mich der Tod von Keith Emerson bis ins Mark. Immerhin war meine erste vom eigenen Geld erworbene LP "Trilogy" von ELP. Rückwirkend ist es schon schade, dass ich diese Supergroup gerade einmal live erleben durfte. Naja, irgendwann einmal heißt es "Welcome back my friends to the show that never ends".

Vor Jahren ging einmal das Gerücht durch Deutschland, dass das Abwasser aus dem Deutschen Bundestag extrem kokainhaltig sein sollte. Nun, auch unsere Volksvertreter gehen mit der Zeit. Ein Grüner (!), wahrscheinlich Gutmensch, wurde doch tatsächlich mit synthetischen Drogen erwischt. Wo kommt das Zeugs eigentlich her? Sehr große Produzenten befinden sich in Südostasien, nur bedienen die vorwiegend andere Märkte. Von offizieller Seite wird gerne der Finger Richtung Tschechien gehoben - das mag sein. Noch nie jedoch wurde auf einen anderen großen Produzenten hingewiesen. Hunderte mobiler Meth-Küchen befinden sich auf IS-Gebiet. Und schon ist der Weg offensichtlich: vom IS zu Söder, der beliefert die Sozen, und die stecken den Grünen das Zeugs zu. Mit Sicherheit ohne schlechtes Gewissen. Wahrscheinlich geht es hier gar nicht ums Geld, sondern es liegt daran, dass die Dystopie uns schon längst eingeholt hat. Mit der Utopie verbindet man gemeinhin positive Erwartungen, sie kommt mit ganz kleinen Schritten. Nachdem vor ca. fünf Jahren ein erster Versuch kläglich scheiterte, surrte vor einiger Zeit ein Elektrobus für zwei Wochen probeweise durch Offenbach, um den Umstieg auf saubere Energien in vielleicht zwanzig Jahren vorzubereiten. Zwanzig Jahre für eine winzige Utopie. Deren kranke Stiefschwester, die Dystopie, kommt im Dreisprung angesaust. Was vor zehn Jahren undenkbar und vor dreihundert Jahren ausgemerzt schien, ist bereits wieder Wirklichkeit. Es wird eine blöde Bevölkerung heran gezüchtet, der man im Kindesalter gerade noch die Basics im Rechnen und Schreiben beibringt, garniert mit ein bisschen Ethik. Inzwischen haben die Kultusminister noch nicht einmal mehr Hemmungen, die Etatkürzungen bei Gymnasien freudestrahlend zu verkünden. Intelligenz wird nicht mehr benötigt. Und wo doch, holt man sie sich aus dem Ausland. Und wird die eigene Bevölkerung nicht schnell genug blöde genug, wird ebenfalls "Dünger" oder Katalysatormasse aus dem Ausland herbei gekarrt. Wer aufbegehrt, dem zeigt man den selbst erschaffenen IS und beschneidet - schwupps - wieder ein paar Rechte - flankiert von nicht zufällig gerade jetzt getroffenen finanzpolitischen Maßnahmen. Mich würde mal interessieren, wie die Politik reagiert, wenn wir es mal mit einem real existierenden IS oder einer richtigen Wirtschaftskrise zu tun kriegen. Jedenfalls braucht man sich nicht zu wundern, wenn "oben" immer mehr Kohle hängen bleibt und "unten" immer weniger ankommt.

Dass die Züchtung eines grenzdebilen Prekariats Methode hat, beweist zum wiederholten Male die BaFin. Zwar habe ich es erreicht, dass die Dreiviertelirren von Santander, Hoist etc. keine 20000 von mir kriegen, aber im Zusammenhang mit diesem Geduldsspiel kamen ja auch die Schwachmaten von der CreditPlus ins Spiel. Hier habe ich bekanntlich die BaFin involviert - und was kürzlich kam, sprengte selbst meine Vorstellungskraft. Fachlich von keinerlei Sachkenntnis garniert - die vollgeschissene Windel eines Neugeborenen offenbart mehr finanzfachliches Wissen als dieses ekelhafte Elaborat - erdreistet sich da eine BaFin-Nulpe mich ob meiner Ausdrucksweise anzulallen. Ganz abgesehen davon, dass ich mich bereits im Vorwege dafür rechtfertigt hatte, wie kommt ein Insasse einer Anstalt, deren oberster Boss die unzivilisierteste nichtsnutzigste Kreatur ist, die in Deutschland nicht in der Gummizelle hoppst? Ich muss mich als Deutscher im Ausland schämen und sinngemäß fragen lassen: "Habt Ihr immer noch diesen abartigen Finanzmini, diese Ausgeburt der Hölle?" Und aus so einer Ecke meint man, meine Verhaltensformen zu kritisieren? Was kann ich dafür, dass mit Hilfe der BaFin Paviane auf Vorstandsposten von Banken befördert werden? Aber das beweist exakt das, was ich meine: mit Unterstützung von selbst geschaffenen grenzdebilen Asozialen versucht ein elitärer Politkreis die Bevölkerung auszuplündern. Es ist der pure Zufall, dass exakt jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, immer mehr Details aus den Panama Papers ans Licht kommen. Wie schön, dass es noch Leute mit Cojones gibt, die solche Schweinereien im Sinne von Snowden ans Licht bringen. Bei einigen Namen wundert man sich nicht, dass sie in diesem Zusammenhang genannt werden. Ich bin aber überzeugt, dass erstens auch einige deutsche Namen auftauchen werden und zweitens die Durchsicht der Belege beweisen wird, dass bei der Vergabe der WM 2006 alles mit rechten Dingen zugegangen ist. - Ich werde - um wieder zum Thema zu kommen - gelegentlich auf den BaFin-Irrsinn mal reagieren. Derweil warte ich auf ein Lebenszeichen von Anwalt Fingerle, der Brückenheilige des Inkassogangstertums.

Wir sind uns sicher alle einig, dass Erdogan einer der Lichtgestalten der aktuellen Politik ist. Was für ein Mann! Wie schade, dass er von falschen Frauen und Beratern umgeben ist. Was wollte eine seiner Frauen mit dem Verweis auf den Erdogan-Harem eigentlich zum Ausdruck bringen? Man weiß es nicht, man weiß es nicht. Aber stochastisch bewiesen ist: je größer der Harem, desto kleiner der Schwanz. Zu den Beratern: was müssen das für inkompetente Kleinstgeister sein, die den türkischen Präsidenten als grenzdebil und unzivilisiert darstellen? Purer Hass auf ihren Chef muss dafür verantwortlich sein, ihm zu raten, sich aktiv mit drittklassigen deutschen Satiresendungen auseinanderzusetzen. Ein echter Türke mit mindestens 2,5 cm steht über solchen Dingern. Wahrscheinlich haben die Maßnahmen zur Debilisierung der eigenen Bevölkerung auch dort schon erste Effekte gezeigt. - Und mit dem Stichwort Satire schließe ich auch: die letzte Heute Show war trotz fehlenden AfD-Bashings (es wurde auch langsam langweilig) die personifizierte Harmlosigkeit. Was hätte man aus dem Zuckermessen-Besuch alles machen könnenů...

Neuerlicher schwachsinniger Stumpfsinn von der BaFin