04/11/2016 - Musikmesse

Dead Daisies am 7.4.2016

Nachdem es am Wochenende zuvor zeitlich nicht hinhaute, etwas Hopping-technisch Sinnvolles auf die Reihe zu kriegen, konnte ich mich gestern um die Rekomplettierung der Landesliga Bayern NW kümmern. Vorab ging es noch zur Songkhran-Zeremonie nach Langenselbold - same procedure as every year. Zur Weiterfahrt Richtung Schwebenried wählte ich den Kurs über Bad Brückenau, was eine halbe Stunde puren Horror bedeutete. An der Ausfahrt Wächtersbach klemmte sich ein schwarzes Tigra Coupé (MKK AG 104) vor mich. Nach einigen Nanosekunden des Abwägens entschloss ich mich, auf der Ausfahrt keine Überholmanöver zu starten. Was soll ich sagen: bis kurz vor Jossa kroch der vor mir daher, eine Schlange nach sich ziehend. Sobald die Straßenverhältnisse das Überholen zuließen, kam Gegenverkehr. Kurz vor Jossa frequentierte ich dann meinen Standard-Urinier-Parkplatz und machte einen längeren Stopp nahe der Niedergronauer Brücke. Und was soll ich sagen: kurz vor Bad Brückenau holperte wieder der Tigra mit Schlange vor sich her. Irgendwie befürchtete der Fahrer (mit dekorativer Blondine neben sich) einen Mordanschlag, fuhr rechts heran und ließ uns passieren. Neues Kapitel von "Was man heute alles auf die Straße lässt". Ich startete meine Mission im Landkreis Schweinfurt in Wasserlosen. Ground und Ensemble um den Löschteich recht nett, mehr nicht. Gressthal links liegend lassend fuhr ich nach Schwemmelsdorf, wo Balthasar Neumann seine Spuren hinterlassen hatte: eine bildschöne Kirche, die leider nicht mit Infomaterial dienen konnte. Das Wiesengrund-Stadion machte seinem Namen zwar in Bezug auf Wiese und Grund alle Ehre, aber Stadion? Mehr als 1.200 werden sicher nicht hinein passen. Da ich fälschlicherweise dachte, ich sei bereits in Euerbach gewesen (hatte ich aber mit Eussenheim verwechselt, zu allem Überfluss gibt es da auch noch ein Euerdorf), steuerte ich erst den Ortsteil Obbach an. Man merkte sofort, dass es sich um eine evangelische Enklave handelte, denn die Schlosskirche war zu, was das herum eiernde Volk aber auf Anfrage für vollkommen normal hielt. Auf dem Platz lief man sich gerade für ein Spiel warm, aber der war für fränkische Verhältnisse ausgesprochen trostlos, dass ich nach ein paar Fotos Richtung Kützberg fuhr. Sehenswertes Kirchlein, hübscher Ground (drei Stufen, Überdachung, aber sehr ungepflegter Rasen). Pünktlich zum Anpfiff erreichte ich mein Hauptziel: Schwebenried (bereits im Main-Spessart-Kreis), der andere Spielort der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach. Über 350 Zuschauer (die offiziellen 250 sind ein Witz) säumten den gepflegten Platz (zwei Stufen auf der Gegengeraden, derer fünf vor dem Vereinsheim), schönes Ticket, aussagefähiges Programm, leckere Bratwurst. Aber das Spiel War die erste Hälfte gerade noch erträglich, boten beide Teams im zweiten Durchgang ein sinnloses Fehlpassfestival, das einer Landesliga-Begegnung unwürdig war. Der Gastgeber gewann 1:0 (sehenswertes Tor nach schönem Direktpassspiel), die Gäste versiebten sogar einen (berechtigten) Foul-Elfmeter. Wie in Flensburg auch hier ein (anderer) Hopper mit Nürnberger Kennzeichen, der im Dunkel der Anonymität verbleiben wollte. In der Pause trabte ich schnell zur Kirche, konnte aber nur ein paar Außenfotos machen, da das Innere durch einen Gottesdienst blockiert wurde - dazu sind sie ja eigentlich auch gebaut. Nach Abpfiff dasselbe Spiel. Des Rätsels Lösung: ein dreistündiger Wortgottesdienst. Ich schlug drei Kreuze, dachte an die mich erwartenden drei Stunden Fegefeuer mehr und ließ die Kamera unter dem Jubel der Anwesenden arbeiten. In einer Synagoge wäre ich gelyncht worden. Den Tag ließ ich mit Rundgängen in Arnstein und im Lohrer Stadtteil Steinbach ausklingen. Da ich die A3 wegen der Staugefahr meiden wollte, nutzte ich die sowieso kürzere B26 und konnte beim Vorbeifahren den neu angelegten Sportplatz in Hain erblicken - ich schätze mal, dass der ca 50 Meter höher liegt als der alte.

Drei Tage zuvor besuchten wir die Musikmesse, die parallel zur ProLight und Sound lief. Es war wie befürchtet brechend voll. Teilweise kam man sich vor wie in Shanghai, man merkt durchaus, dass das Herz der Masseninstrumentherstellung in China schlägt. Für mich interessanter war jedoch die Halle 5 mit ihren Lightshow-Komponenten. Es ist unglaublich, wie die Entwicklung hier angelaufen ist. Effekte, von denen wir vor zwanzig Jahren gerade mal träumen durften, kann sich heute jeder viertklassige Schlagerfuzzi gönnen. Ich werde in die Luminale-Rubrik einige Fotos stellen. Auf die Ohren gab es auch: die Dead Daisies spielten für eine Dreiviertelstunde auf. Das Cover von Helter Skelter hätte man sich schenken können, der Rest war sehr solide. Kein Wunder bei der Besetzung; bis auf den Sänger hatte ich alle Musiker schon mehrfach live gesehen. Abgesehen davon war kein bekanntes Musiker-Gesicht zu erkennen. Und für die Pfoten war ebenfalls gesorgt: es standen etliche Flipper zur Verfügung. Nach acht Stunden (meine Frau musste schon früher los) taten mir jedenfalls die Extremitäten weh.

Die Panama Papers regen weiterhin zum Nachdenken an. Zuerst frage ich mich: obwohl definitiv birmanische Namen auftauchen, wurde die Seite, auf der sie standen, blitzschnell wieder vom Netz genommen; und es gibt keine Nachfolgeseite - wie kommt das? Dann geben manche Reaktionen von Betroffenen einen Hinweis darauf, wer Cojones hat und wer nicht. Putins Umfeld beispielsweise sagt: westliche Propaganda (dazu kommen wir noch) - ganz dicke Cojones in Versalien. Cameron dagegen eiert (sic!) so vor sich hin - spricht eher für ungesalzene Fischeier. Was sich bei Gunlaugsson abspielt, deutet auf Eier von submikroskopischer Größe hin. Deutsche Eier hingegen sind immer etwas Besonderes, auch hierzu später mehr. Jedenfalls wird vielfach darauf hingewiesen, dass die Einrichtung sog. Briefkastenfirmen per se keineswegs strafbar oder überhaupt anrüchig sei. Fragt man nach unverfänglichen Gründen, kommt reflexartig das Verwalten größerer Erbmassen (ich muss gestehen, dass dieses Thema über meinen Horizont geht, also ignoriere ich es fürderhin), bevor das große Gestammel und Gelalle einsetzt. Dann wird noch gebetsmühlenartig darauf hingewiesen, dass man damit den Ratten, die unter dem Deckmäntelchen US-Verbraucheranwalt Unsummen bei Wohngebäude-Haftpflichtschäden aus einem herauspressen wollen, eins auswischen kann. Ich finde das köstlich. Dieselbe Kanalratte, die einem die Installation einer Briefkastenfirma empfiehlt, wird dann, wenn sie Ansprüche geltend machen will, dadurch ausgebremst. Letztendlich werden Beispiele genannt, bei denen Besitzer von Briefkastenfirmen tatsächlich ordnungsgemäß Steuern gezahlt haben. Das ist zweifellos ehrenwert, aber welchem Zweck diente dieses Konstrukt dann? Sieht aus wie eine Freizeitbeschäftigung alter Säcke, die fürs Kiten keinen Mumm haben. Ich habe bei derartig intransparenten Konstellationen immer ein ungutes Gefühl. Und stelle fest, dass ich mangelnde Transparenz kürzlich massiv beim Aufsichtsrat der CreditPlus (diese Versager haben sich immer noch nicht gemeldet und erwarten sicherlich eine Anzeige) und beim Postcarré Hanau bemängelt hatte - welch ein Zufall. Die panamaische Anwalzkanzlei jedenfalls fühlt sich vollkommen missverstanden und juristisch auf der sauberen Seite. Und keilt ihrerseits zurück, indem sie keift, dass es sich um strafbaren Datenklau gehandelt habe. Es ist auch hier immer wieder köstlich, wie sich ehrlose Kreaturen (hier der McDonalds unter den Steuervermeidern) aufplustern, wenn ihnen selbst (hier sogar mit phantasievollen Aktionen) mitgespielt wurde. Bei den Namen, die bisher in diesem Zusammenhang als wirtschaftlich Begünstigte gefallen sind, kommen in der Tat überproportional wenig aus Staaten der "westlichen Welt". Was die USA anbelangt: die brauchen keine Steueroasen. Die haben sie in einigen Bundesstaaten bzw. Überseegebieten längst selbst angelegt. Dieses Delaware-Konstrukt (in Europa gibt es mit dem Zug-Konstrukt ja etwas fast Vergleichbares) ist so hirnrissig, dass man es nicht glauben will! Da schafft sich ein Staat selbst Verfahren, mittels derer er sich selbst bescheißen kann. Was andere anbelangt: diese panamaische Kanzlei ist wie gesagt nur die Spitze eines Eisbergs. Europäer neigen eher zur individuellen Bescheißerei als zur Systemkleptomanie. Wenn es um Asozialentum gepaart mit Schizophrenie geht, wird ein Name nie fehlen: der Heini aus unserem Finanzmysterium. Da krakeelt er permanent von Stopfen der Schlupflöcher und legt Vorschläge vor, über die die Fachwelt nur den Kopf schütteln kann, und bescheißt sich selbst (und auch mich) durch Briefkastengeschäfte der Bundesdruckerei. Da wandern wohl immer noch Bleipartikel in einem Hirnchen herum. Wie gesagt: deutsche Eier - einzigartige Eier. Hier schließen sich auch zwei Kreise. Erstens habe ich fast dasselbe bereits Anfang Februar geblökt - also weit vor Vorliegen der Panama Papers. Und wie ich erst jetzt zufällig sah, zu zwei Podiumsdiskussionen in Berlin um die letzte Jahreswende (Urania, Friedrich-Ebert-Stiftung), deren Protokoll öffentlich sind, schickte unser Schnoiwle oder so neben einer anderen Versagerkreatur im Range eines Staatssekretärs auch einen Sell. Genau, dass ist dieser Typ, der mir persönlich noch als Bafin-Exekutivdirektor schrieb, was für ein inkompetentes, asoziales Stück Zige..erscheiße er doch ist. Und sich so als (Quelle: Handelsblatt) als seinesgleichen vom Skywheeler outete, sodass er es in dessen unmittelbare Nähe schaffte. Wie dem auch sei. Dieser Sell schockte die anwesenden Steuer- und Wirtschaftsfachleute mit abgrundtiefem Schwachsinn. So weit, so schlecht - aber wenn man seine Linie durchziehen würde, spräche das wenigstens für Cojones. Aber nein: zwei Minuten später lallte es (das Ex-Exekutivdirektörchen) das Gegenteil - was genauso behämmert ist. Es ärgert mich maßlos, dass ich solche Kreaturen, für die der einzig sinnvolle Aufenthaltsort eine Gummizelle auf Lebenszeit ist, mit meinen Steuern alimentieren muss. Hätten wir im Finanzmysterium Fachleute - wie schöne wäre unsere Welt. Stattdessen haben wir einen Haufen von Extremstassis dort, die Deutschland auf den achten Rang der internationalen Steuerintransparenz geführt haben (wenigstens noch hinter der Schweiz) und ihre stinkenden Mäuler aufreißen und dreckigen Finger heben, wenn es um den Dreizehnten (derzeit Panama) geht. Es ist so widerlich, wenn diese nichtsnutzigen Typen sich da produzieren.

Fragt man die Leute, die Briefkastenfirmen eröffnen, vermitteln, leiten etc, was besonders wichtig ist bei der Einrichtung, fällt immer die Aussage, in dem betreffenden Staat Rechtssicherheit herrschen müsse. Klar, dass Deutschland damit als Briefkastenoase heraus fällt. Aber als Kind, als Moral und Recht nur meilen- und nicht lichtjahreweit voneinander entfernt waren, hatte ich noch gelernt, dass mit Rechtssicherheit gemeint ist, dass für alle Bürger dasselbe Recht gilt. Heute ist mit Rechtssicherheit gemeint, dass nur noch der Abschaum rechtlich abgesichert ist. Kein Wunder, dass sich in Juristenkreisen nur noch solcher tummelt. Gucken wir uns Michael-Hubertus von Sprenger (ein Name, wie er überwiegend in inzestuösen Kreisen vergeben wird) an. Wie ist Erdogan ausgerechnet auf den gekommen? Egal, wie der Kontakt zustande kam: bei einem Zivilisationsgrad vom Neanderthaler an aufwärts hätte ein Anwalt Erdogan unter vier Augen beiseite nehmen und sagen müssen: "Schau, Erdi, altes Haus, willst Du Dich und Deine geliebte Türkei wirklich in aller Welt lächerlich machen, indem Du Böhmermannsches Sackrattentum noch mit aller Gewalt unterbieten willst? Und bei der Gelegenheit: leg Dir doch ein paar vernünftige Berater zu." Stattdessen stellt sich dieser Typ, der in der Vergangenheit eher schräge Typen vertreten hatte, also beweist, dass es für Kohle seine Oma verkaufen würde, mitten auf einen belebten Platz und lamentiert: "Alle mal herhören, was für ein asoziales und geldgeiles Drecksschwein ich bin! Ich werde jetzt diesen Kümmeltürken derartig vorführen, dass ihm Hören und Sehen vergeht. Denn wer ist die größte Kanalratte im Lande? Ich, ich, ich, der räudige Michael-Hubertus!" Mann, Erdogan ist Präsident eines Landes, mit dem wir eine lange Waffenbrüderschaft pflegten. So etwas macht man einfach nicht. Wo ist Gauck, wenn man ihn braucht? Salbungsvolle Worte sind jetzt gefragt. Denn wir haben es hier mit einem Politiker zu tun, der in einem Atemzug mit Staatslenkerheroen wie Katharina der Großen, Queen Mary, Kleopatra und Caroline von Monaco zu nennen ist. Hätten sich solche Heroen um einen Abschaum wie Böhmermann geschert? Im Leben nicht. Hatte ich vor Jahren gedacht, dass die Talsohle des Humors mit Gestalten wie Erkharn und Steffharn, Harald Schmitt oder Mario Barth (oder Raab? Ich verwechsle diese Klobrillenträger immer) erreicht worden wäre, wurde ich durch das unerträgliche, kindische Gesabber dieser Schmeißfliege eines besseren belehrt. Und jetzt kommt von Sprenger an und behauptet öffentlich, dass Edogan ein winziges Gehirn, einen kleinen Schwanz und tierische Minderwertigkeitskomplexe hat und sich mit einem Böhmermann streiten will. Das ganze wirft auch einen Blick auf das Demokratieunverständnis der Zonentucke, die weder unsere deutschen grundrechte verteidigt noch Erdogan schützt. Die lässt den Sprenger einfach gewähren. Ich habe ein böses Gefühl, dass diese gestrandete Existenz, die Erdogan permanent in aller Öffentlichkeit vorführt und durch den Schmutz zieht, die guten Beziehungen unserer beiden Staaten ruiniert. Wie ich schon mehrfach sagte, ist die Unabhängigkeit der Justiz einer der Webfehler unseres Grundgesetzes. Der ganze Abschaum kommt aus den Löchern und nutzt das schamlos aus. Wahrscheinlich zahlt Erdogan oder der türkische Staat (und über die Entwicklungshilfe somit wieder wir einfachen Bürger) dafür sogar noch.