05/04/2016 - 500?, die mir fehlen werden

kreative DB

Am letzten Wochenende nahmen wir an einem Turnier teil, was ich in dieser Größenordnung in über fünf Jahren Jugendfußball nicht erlebt hatte. Ca. 75 Mannschaften nahmen in vier Altersgruppen auf drei Plätzen der SC 1880 Frankfurt beim Rugby Jugendfestival 2016 teil. Beachtlich war die hohe Anzahl von Mannschaften aus dem Ausland. Zwanzig Teams starteten in unserer U12-Klasse. Am Samstag wurde die Vorrunde ausgetragen. Obwohl der Termin schon lange bekannt war, kriegten wir keine komplette Mannschaft zusammen, sondern gerade mal vier Spieler! Wäre mir das auch nur einmal bei der SG Wiking passiert, hätte ich meinen Job an den Nagel gehängt. Aber beim Rugby ist man viel entspannter - andere Mannschaften halfen uns mit Spielern aus. Dank an alle, insbesondere aber an die Sportkameraden des RK Petrovice. Spiel 1 gegen besagtes Team von RK Petrovice ging mit 0:13 verloren - alle unsere Spieler machten den Eindruck, dass der Morgenkaffee nicht stark genug war. Das sah im zweiten Spiel gegen RCP XV Paris schon anders aus. Begleitet von enthusiastischen Fans, die ich mir bei uns auch gewünscht hätte, führten die Franzosen zur Halbzeit zwar schon 3:0, sahen sich aber in der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit einem regelrechten Hausener Powerplay ausgeliefert. Aber gegen die stämmige Abwehr war kein Kraut gewachsen. Nach dieser Kräfte zehrenden Angelegenheit mussten wir noch zwei Gegenpunkte in der Schlussphase zulassen. Das dritte Spiel unseres Teams konnte indes begeistern. Gegen München RFC legte Arecar in der zweiten Minute nach einem Diagonalsprint von hinten rechts nach vorne links über das ganze Feld zum 1:0 vor. Unmittelbar vor Schluss der ersten Halbzeit erzielten die Münchener nach einem Freistoß den Ausgleich. Die zweite Hälfte bot ein Wechselbad der Gefühle. Nach aufopferndem Sturmlaug erzielte ein tschechischer Gastspieler in der 10. Minute die erneute Führung nach Pass von Arecar auf Linksaußen. Konter: 2:2. Zwei Minuten später erzielte eine tschechische Gastspielerin nach schönem Alleingang das 3:2. Das musste doch reichen! Nein, innerhalb der letzten dreißig Sekunden erzielten die Münchener nicht nur den Ausgleich, sondern auch noch die unverdiente 4:3-Führung. Sehr schade, dass sich unsere Spieler für diese tolle Leistung nicht belohnen konnten. Im vierten Spiel hätten wir dennoch die Grundlage für eine Endplatzierung im Mittelfeld gegen das bislang ebenfalls noch sieglose Team aus Handschuhsheim legen können. Warum wir jedoch nicht an die fantastische Leistung des vorherigen Spiels anknüpfen konnten und 0:8 untergingen: keine Ahnung. So spielten wir am Sonntag, den 1.5. ab 8:30 Uhr um den bestenfalls 17. Platz. Und da habe ich mich echt geärgert. So professionell die Ausrichtung am ersten Turniertag war, so liederlich und widerlich war sie am zweiten. Dass ein Team nicht mehr antrat und ein anderes verspätet eintraf, kann nicht als Entschuldigung dafür dienen, dass der Zeitplan noch nicht einmal mehr Makulatur war. Und eine physische Turnierleitung fand nicht mehr statt. Jedenfalls gingen wir im ersten Spiel mit zu wenigen Spielern mit 0:14 gegen die Zweite des Turnierausrichters unter. Spiel zwei bescherte uns die Nachbarn vom RK Heusenstamm. Bis zur achten Minute eine Begegnung auf Augenhöhe, es stand 2:3 aus unserer Sicht (beide Punkte Arecar). Ein Anfängerfehler ermöglichte dem Gegner das 2:4, dann ging es Schlag auf Schlag, sodass es am Ende 3:8 stand (dritter Punkt Gastspieler Robert aus Petrovice). Das letzte Platzierungsspiel bescherte uns den Berliner RC, die ihre sichtbare körperliche Überlegenheit voll ausnutzten. Ich behaupte einfach mal, dass hier auch U14-Spieler aufliefen. Technisch uns nicht gewachsen kauften sie uns den Schneid ab und gewannen 5:0. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass die kleinste Spielerin aus Berlin dennoch die beste Spielerin des Spiels war. Fazit: 19. Platz (weil Handschuhsheim disqualifiziert wurde), eine Menge gelernt, neue Freundschaften geschlossen - nächstes Jahr als U14 gerne wieder. Erfreulich war, dass es zwar teilweise sehr gestürmt hatte, Regentropfen aber Mangelware blieben. Mit der Mannschaft aus Petrovice hatten wir eine Menge Unterhaltung - die beiden Trainer führten sogar auf Englisch eine längere Diskussion über das Konstanzer Konzil (für Atheisten: wg Hus). Ich hoffe, dass es uns gelingt, für deren Turnier im Frühjahr 2017 ein Team zusammen zu bekommen. - Das Wetter war zwar sehr windig, aber der avisierte Regen blieb aus. Zum Catering: sehr, sehr reichhaltig, teilweise aber etwas teuer. Da auch auf den Hockey- und Lacrosse-Plätzen Spiele stattfanden, lässt sich die genaue Zahl der Rugby-Zuschauer kaum ermitteln, aber 1.500 waren es sicherlich. Ein gutes Programm (dreisprachig!) gab es auch.

In den spielfreien Zeiten bemühte ich mich, die Umgebung zu erkunden. Auch hier gab es Hochhäuser, die in keiner Statistik auftauchen, drei davon im Bau. Weiterhin ist der mir bis dato total unbekannte Sinaipark nicht weit weg. Eigentlich sehr langweilig bietet er dennoch zwei Highlights. Zum einen die Sinai-Wildnis, ein Urwäldchen mitten in der Stadt. Und die Figurengruppe, die sich Figurengruppe nennt. Kurios war die Begegnung mit einem Mädchen. In die falsche Richtung fahrend fragte sie mich, ob es hier zum Dornbusch ginge. Habe sie in die richtige Richtung geschickt. Nach einer wilden Fotografererei sah ich dann an der Marbachstraße Polizei und zwei Frauen mit Rad. Es stellte sich heraus, dass sich das Mädchen bei Erreichen der Marbachstraße so über das Schild "Dornbusch" gefreut hatte, dass sie unaufmerksam wurde und eine andere Radfahrerin umnietete. Da keiner gestorben war, machte sich die Polizei auch alsbald vom Acker. Mir erzählte sie dann, dass sie sich vorher an den "Hölderlin"-Zeichen orientiert habe. ALso hier eine Warnung an romantische Jungfern: nicht immer führt der Hölderlin zum Ziel. - An der Bertramswiese um die Ecke wurde eigentlich permanent gekickt (Jugend), ich traf dabei auch noch vom Fußball her bekannte Gesichter. Nach Ende unserer Samstagsspiele trabte ich schnell zum Sportplatz Uni-Campus West, wo unsere Herrenmannschaft bei der Frankfurter Eintracht gastierte - ich kam kurz nach Wiedernpfiff. So etwas Deprimierendes in einer Zweiten Bundesliga habe ich noch nie erlebt. Vielleicht 20 Zuschauer im Stadion (ca. 3.500) waren wg des Rugbyspiels da. Oder auch nicht, denn keiner wusste das Ergebnis. Eine Anzeigetafel: Fehlanzeige. Immerhin war die Tendenz eindeutig: knapper Vorsprung für die Rugby-Löwen. Was dann auch stimmte und sich bis Abpfiff nicht änderte. Obwohl es um absolut nichts mehr ging und das Spiel sehr fair war, kochten die Emotionen bei den Offiziellen - ohne dass der Funken auf die Zuschauer übersprang. Hier waren mittlerweile die Leute, denen Rugby am Arsch vorbei ging, weil sie wegen der Pirates da waren, bei weitem in der Überzahl, sodass der Abpfiff eine Erlösung war. Rugby bei der Eintracht? Nie wieder.

Und Fußball? Sicherlich wie gehabt alle drei, vier Jahre einmal. Aber nur, weil das Stadion recht gelungen ist. Die Fans sind ja nicht überall beliebt, den Gipfel der Unbeliebtheit haben sie wohl in Darmstadt erreicht. Und genau da zeigt sich, dass "vielleicht gut gemeint" keinerlei Ähnlichkeit mit "gut gemacht" haben muss. Auf so eine hirnrissige Idee zu kommen, für ca. 36 Stunden eine komplette Stadt für eine ganz bestimmte Art von Leuten - in diesem Falle Eintracht-Fans - zu sperren, kann sowieso nur ein irrer kommen - in diesem Fall ein CDU'ler als Vertreter eines Grünen. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass in ähnlichen Fällen das immer durch Gerichte gekippt wurde. So auch diesmal. Danach jedoch dennoch an der getroffenen Entscheidung den Gerichten zum Trotz festzuhalten, spricht für eine maßlose Selbstüberschätzung. Es gibt in zur Zeit gerade einmal drei Leute, die dafür das nötige Standing haben: Putin, Erdogan und Schäuble (das war jetzt mal ein echtes, satirefreies Lob). Hessische Verwaltungsheinis jedoch nicht. Was hatte das nun für Konsequenzen: zum einen wüste Ausschreitungen, die es ohne so ein Verbot nicht gegeben hätte. Und zum anderen kommen auf die arme Stadt Darmstadt ca. 165.000 Euronen an Kosten zu, die man sicherlich sinnvoller hätte verwenden können. Denn wo landet diese Kohle: bei irgendwelchen Juristenärschen, die in ihrer Geldgeilheit jede Gelegenheit ausnutzen, sich mit vorgehaltener RVG maßlos zu bereichern. Und das richtig Absurde: niemand wird die Verantwortlichen jemals dafür zur Rechenschaft ziehen. Hier sind es Beträge, die zwar wehtun, aber überschaubar sind. Ganz andere Größenordnungen haben die VW-Vorstands-Bonifikationen. Da erdreistet sich ein Typ wie Osterkron, der für Schäden in mindestens elfstelliger Höhe verantwortlich ist, sich Bonifikationen in sieben-, achtstelliger Höhe gönnen zu wollen. Ich meine, dass von der Wortbedeutung her Bonifikationen für etwas Gutes gezahlt werden sollen. Und selbst wenn es nur um das Erreichen irgendwelcher Ziele geht (die merkwürdigerweise immer niedriger und diffuser werden, je höher das Gehalt wird), so kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine Zielvereinbarung gab, die eine Schädigung des eigenen Konzern, der Kunden und der Umwelt zum Inhalt hatte. Früher hätte man ein Kerlchen wie diesen nichtsnutzigen Osterkron angekettet und bis zum Lebensende im Steinbruch malochen lassen, damit es die Schäden wieder halbwegs gutmachen konnte. Aber Verantwortung ist ja heute in diesen feinen Kreisen ein Fremdwort. Die AfD hat es in ihrer Programm-Präambel und in Artikel 1 bis Zeile 19 ja durchaus korrekt formuliert, dass sich hier eine durch nichts legitimierte Elite, die Deutschland als eine Art Selbstbedienungsladen betrachtet, in widerwärtigster Form ausgebreitet hat. Nur ziehen die falschen Leute die Schlüsse daraus. Was wiederum dazu führt, dass nach Zeile 19 nur noch geistiger Dünnschiss durch das Programm sickert. Ein Konglomerat aus Irrsinn, Schizophrenie, Xenophrenie und Osteoporose (wusste gar nicht, dass man das auch im Hirn haben kann). Und das hat alles in Stuttgart stattgefunden. Wie man nicht zuletzt durch Stuttgart 21, Creditplus sowie die Sozietät Bayh und Fingerle ahnt - ach was, eigentlich schon weiß -, treibt dort so überproportional viel Volk, was nicht der deutschen Hochkultur entspricht, sein Unwesen. Stuttgart wird sicher auch ein Thema des nächsten Geblökes, denn von besagter Kanzlei kam ein Zweizeiler, bei dessen Perversion gepaart mit unangebrachter Aggression, Primitivität, mangelnden Deutschkenntnissen und Penetranz sich einem die Fußnägel einrollen wollen.

Das Ende ist nah. Das Ende des 500 €-Scheines. Hat es die schizophrene Horde mit ihren dunklen, nie bewiesenen Ahnungen doch tatsächlich geschafft, die Kultur wieder etwas ärmer zu machen. Sicher kann man argumentieren, die Banknoten der Bahamas sind noch schöner. Aber wird der Welt nicht etwas fehlen, wenn dieses herrlich bedruckte Stück Papier nicht mehr zwischen den Mitmenschen kursiert? Seitens der Zentralbanken gab es immerhin zwei Zivilisierte, die aber keine Chance hatten, dem Perversentum entgegen zu treten: Mersch und Weidmann. In der Politik habe ich niemanden gesehen. Es geht diesem ganzen abgehobenen Pack nur um eines: uns Bürgern zu sagen: "Isch ficque Doin Moddooäähh!" Und warum tut es das? Weil es das kann.

Zu guter Letzt geht es mal wieder um die Bahn. Es geht nicht um die Warnplakate von oben - die fände ich recht gelungen, wenn ich Oberlehrer wäre. Aber bei einer Meldung fühlte ich mich an finsterste Reichsbahn-Zeiten erinnert. Arschfalla schasst in Anlehnung an die Aktion Morgenröte (Zitat) reihenweise Manager. Es war von Anfang an klar, dass eine Politratte aus den finstersten Winkeln sein Asozialentum auch an der neuen Wirkungsstätte unter Beweis stellen muss. Ganz wie der Finanzmini kann er es nicht ertragen, Fachleute in seiner Nähe zu haben, also wird auch noch der letzte Kompetenzträger rausgeschmissen. Kommt also nach Stuttgart 21 bald Hamburg 22 (neuer Hbf in Poppenbüttel) oder Frankfurt 69 (Hbf unter der Nidda)? Und sind die Aufschriften "Räder rollen für den Siech" nicht schon in Druck? Man hat nichts gelernt. Spätestens seit dem Wirken von Koch bei Bilfinger musste doch auch dem Letzten klar geworden sein, was solche Typen in der Wirtschaft zu suchen haben: NICHTS. - In einer Sache allerdings hatte Arschfalla hundertprozentig recht: als er zu Bosbach sagte, dass er dessen Fresse nicht mehr sehen könne.

Anwalt Bayh plärrte wieder