07/02/2016 - Positives von der EZB

So entsorgen Pflegedienste ihren ausgelutschten Fuhrpark

Der Pflegedienst parkt - siehe Text

Wieder hat ein Held meiner Jugend das Zeitliche gesegnet: Bud Spencer. Seine Filme waren zwar alle ähnlich, aber immer wieder zum Wiehern. Mein Favorit ist seltsamerweise ein Film ohne Terence Hill, aber der wird durch Giulano Gemma gleichwertig ersetzt: "Auch die Engel essen Bohnen". Hier wiederum ist es eine namenlose Schauspielerin, die als Mitglied der Heilsarmee derartig idiotisch verwendete Bibelzitate ausspricht, welche mich bis heute begeistert. Unvergessen auch die Kinoszene mit dem Dicken Butt von Nuala. Wenn Du oben bis, Bud: hau rein!

Das hinderte mich nicht, heute den gebuchten Besuch im EZB-Hochhaus wahrzunehmen. Sicherheitskontrollen wie auf dem Beiruter Airport vor vierzig Jahren. Aber als wir durch waren, war alles easy. Die Führung wurde von einem städtischen Fremdenführer (ein Offenbach-Hasser) und einer EZB-Praktikantin (ein irres Geschoss, das ich mir - wenn ich Draghi wäre - persönlich reservieren würde. Und schon wandern wieder 10 Euro in die Macho-Kasse) durchgeführt. Leider nur bis in den 28. Stock, sodass wir ungefähr auf gleicher Höhe wie in der Vorwoche auf der KölnTriangle waren. Die Aussicht war dennoch gut, trotzdem ergaben sich nur wenige Fotografiermöglichkeiten. Die Architektur ist durchaus interessant, wenn auch steril - es wirkt alles zu gewollt. Da ist doch der Baiyoke II-Tower in Bangkok aus einem ganz anderen Beton! Interessanter fand ich da schon die alte Großmarkthalle. Die Kunstsammlung wurde nur beiläufig gestreift - aber auch dazu gibt es spezielle Führungen. Den guten alten Merchandising-Laden gibt es leider nicht mehr. Unterm Strich kann ich diese Gratis-Führung, die meines Wissens jeden Monat angeboten wird, empfehlen. - Im Anschluss durfte ich obiges Foto unmittelbar nach dem Einparken machen. Wie man sieht, ist genügend Parkraum vorhanden, dass auch ein Bentley mühelos Platz fände. Da denkt man doch, wenn ein Pflegedienst so pervers parkt, muss ein Notfall vorliegen. War es in gewisser Weise wohl auch, denn der (maghrebinische?) Fahrer sprintete wie ein Irrer in den Tipico-Shop gegenüber. Wieder ein Beweis, dass Zocken die Hinzellen schädigt. Ob Zockerei bei dem Fahrer des gut besetzten Kleinbusses mit F ST 1116 im Spiel war, werden wir nie erfahren. Der Fahrstil war aber sensationell. Auf ca. zwei Kilometern, davon ein halber nur zweispurig, wurden ca. zehn Fahrzeuge durch wilde Überholmanöver und Spurwechsel zu Vollbremsungen gezwungen. Versteht, dass dabei nie der Blinker betätigt wurde. Und versteht sich ebenso, dass der Raumgewinn gleich Null war.

Seit meiner Schulzeit, in der ich während Pubertätsphase mit Schuppen zu tun gehabt hatte, benutze ich Produkte von Guhl und war stets zufrieden - also ein rundes halbes Jahrhundert. Selbst auf meinen doch manchmal extremen Reisen war Guhl ein treuer Begleiter. Eigentlich fand ich das Preis-/Leistungsverhältnis immer akzeptabel. Ich kann mich zwar durchaus an eine Phase vor ca. zehn Jahren erinnern, wo die einmal massiv die Preise erhöht hatten. War mir aber egal, da ausgerechnet bei Schlecker diese Preise nicht weiter gegeben worden waren (sind die deshalb pleite?). Nach einem halben Jahr war der Spuk vorbei. Nun versuchen die dasselbe wieder! Haben ohne Vorwarnung die Preise auf breiter Front um ein Drittel erhöht! Diesmal ohne mich. Wahrscheinlich habe ich eh seit vierzig Jahren kein Schuppenproblem mehr, jedenfalls musste ich jetzt feststellen, dass Heads and Shoulders genauso gut ist. Tja, Guhl, dumm gelaufen. Und das Irre ist: dahinter steckt kein internationaler Großkonzern oder gar ein Investor! Da meinte ein kleines mittelständisches Unternehmen, uns Nutzer schnell mal ausplündern zu können - also wie es die Kölln-Werke bekanntlich auch praktizieren. Unglaublich! Haben also auch schon die kleinsten Klitschen Abteilungen, die nur über eines nachdenken: wie kann ich meine Firma als asozialen Drecksladen darstellen.

Tagelang wunderte ich mich über eine Dortmunder Nummer, die abends fast immer in der Anrufliste auftauchte. Kürzlich war ich zuhause: Forsa. Hatte mich bislang immer Umfragen verweigert, aber diesmal biss ich an. Die Fragen wurden von irgendjemand vorgelesen, der wahrscheinlich gar nicht wusste, was er da liest. Egal, aber es ging nicht wie erwartet um Brexit, sondern um das Ansehen des öffentlichen Dienstes und um den Föderalismus. Auch gut. Da ich ausnahmsweise satirefrei nach bestem Wissen und Gewissen antwortete, brachte ich den jungen Mann logischerweise zweimal aus dem Konzept (er mich mit einer Frage allerdings auch: soll die Sicherung der Außengrenzen künftig Ländersache sein? Seehöfer schützt mit aufgepflanztem Bajonett die bayerische Grenze? Grunz.). Einmal, als ich bei der Bewertung von Richtern eine 5 nannte. Ich erklärte, dass es ja keine 7 oder 8 in der Skala gibt, das hat er dann eingesehen. Für dieses Gesockse müssen sowieso alle Skalen neu justiert werden. Meine 1 für IT-Spezialisten fand er dann aber etwas übertrieben. Zum anderen bei Nennung meiner Parteipräferenz: Die Partei. Es ist unglaublich, da hat Forsa auf der Ankreuzliste ein halbes Dutzend an Parteien für die Bevölkerungsgruppe, die laut Romani Rose nicht beim Namen genannt werden darf, aber keine normale. Was ist Deutschland gesunken! Meine Tendenz war natürlich klar. Grundsätzlich sollten die Ländergrenzen nicht angetastet werden, dafür aber massiv Kompetenzen von den Ländern auf Bund oder Kommunen verlagert werden. Dass beispielsweise die Bildung Ländersache ist, ist eine der größten Idiotien weltweit - aber das Volk soll ja blöde gehalten werden. Letztendlich verblieben vielleicht die Tourismusförderung und Lebensmittelbetriebe-Aufsicht Ländersache.

Ebenfalls eine 5 musste ich für Politiker vergeben. Auch hier wäre eine 8 oder 9 angebrachter gewesen. Einen echten Hammer hat sich wieder einmal Rheinland-Pfalz ganz im Sinne der Tradition von Qualle Qol Pot erlaubt. Soll doch der Flughafen Hahn verkauft werden. Warum nicht, wäre ja nicht das erste Mal. Wenn ich dann allerdings höre, dass das Land monatelang mit einer Firma verhandelt, die es gar nicht gibt, und denen dann auch noch den Flugplatz verhökert, falle ich fast tot um. Immerhin: man hat eine Mahnung geschrieben, weil die erste Rate nicht eingegangen ist. Ich gehe davon aus, dass die als unzustellbar zurückkommt, und würde gerne dabei sein, wenn die Nachforschungen beginnen. Dass die üblen Sprücheklopfer von KPMG da auch involviert sind, wundert wirklich niemanden. Ich habe im Laufe meines langen Berufslebens keinen einzigen KPMG'ler getroffen, der nicht unter die Rubrik fiel "Große Schnauze, aber fachlich NICHTS dahinter". Ein Wichsclub ohnegleichen, der es aber immer wieder schafft, Führungskräfte mit seit Jahrzehnten immer denselben Phrasen zu übertölpeln. Ausgerechnet diese Hilfswichser verdienen sich jetzt am Brexit eine goldene Nase. - Bei der letzten Wahl in Rheinland-Pfalz hatte man bekanntlich nur die Auswahl zwischen Pest und Pest, da wundert man sich später auch gar nicht mehr. Bei den meisten anderen Wahlen kann man immerhin zwischen Pest und Cholera wählenů.. Aber man muss gar nicht über die Bundeslandgrenzen schauen, um identische Phänomene zu sehen. Dass die Stadt Hanau nicht weiß, wer Eigentümer vom Post Carré ist, wurde hinreichend thematisiert. Und hier wurde soeben der ehemalige Massa-Komplex verhökert - und unsere saubere Stadtverwaltung weiß ebenfalls nicht, an wen. Zustände wie im Puff - nee, selbst hier geht es geordneter zu. Jeder Privatmann, der ein Haus oder eine ETW gekauft hat, kann ein Lied über das langwierige Procedere eines geordneten Eigentumsübergangs singen. Und hier gehen Immobilien im zweistelligen Millionenwert einfach mal hopps over the counter.

Manchmal ist man ja bescheuert. Ich vermeide es eigentlich, wo es irgendwie geht, bei Amazon zu kaufen, und nehme dafür auch (leicht) höhere Preise in Kauf. Manchmal jedoch ist die Diskrepanz zum zweitniedrigsten Angebot doch so groß, dass der Kaufmann in mir erwacht. Kürzlich war es - ich glaube, zum vierten Mal - wieder so weit. Und anschließend versuchen die mit aller Gewalt, den Einmalkunden anzufixen. Man wird mit Gutscheinen, Empfehlungen und was weiß ich überschüttet, bis die Mailbox glüht. Und nach ca. drei Wochen ist wieder Ruhe, dann hat denen ein Algorithmus wahrscheinlich signalisiert: aufgeben. Fast genauso widerlich die Impertinenz von Douglas - eigentlich mache ich um diese Firma auch einen Bogen. Aber diesmal war es die einzige Bezugsquelle, was letztendlich auch zum Pulsieren meines Posteingangs führte.

Ich musste einfach den guten Anwalt Bayh noch einmal anpowern, weil ich unversehens in den Hilfsbereitschaftsmodus geriet. Der Sack muss doch einsehen, dass es einer gewissen Eigenleistung bedarf, um seinen Style zu ändern.

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