09/06/2016 - Bambushain in Bieber

Bambus - nicht in Thailand

merkwürdige Werbung in Thailand

Da hat doch vor einiger Zeit ein älterer Frankfurter Briefe an das OLG Frankfurt geschickt, in denen er pauschale Äußerungen zur Richterschaft im Allgemeinen machte, die ca. 85 % aller Mitbürger sicherlich teilen. Das sollte sich jedoch als taktisch unklug erweisen. Denn merke: Richter - egal, um welches Gericht es sich handelt - lieben es durchaus, sich in ihren Urteilen resp. deren Begründungen als Vollidioten, Schwachmaten, Asoziale, Hasser von Recht und Ordnung etc. darzustellen. Aber wehe, jemand anderes nimmt darauf Bezug und tituliert die Richterschaft in ähnlicher Form! In diesem konkreten Fall war es wahrscheinlich so, dass die OLG-Richterlein nach Erhalt besagter Schreiben schnatternd, quiekend und grunzend zusammen saßen und überlegten, wie sie dem armen Zeitgenossen eins auswischen konnten. Kein Gedanke wurde jedoch daran verschwendet, ob und ggfs. wie man sich wieder der Zivilisation annähern könnte. Nun ist es zwar so, dass diese Bagage bereits früher in Kooperation mit willfährigen Politikern durchaus ganz geschickt mit satanischer Boshaftigkeit Beleidigungsparagraphen konzipiert hatte, die es in sich haben. Es ist schier unglaublich, mit welchen Rechtfertigungen sich manche Ärsche beleidigt fühlen können! Nur griffen selbst die hier nicht, ganz abgesehen davon, dass wir hier in Deutschland noch das Recht auf freie Meinungsäußerung haben - was einem verwichsten Richterlein - egal von welchem Gericht - aber so was von egal ist und eh bald obsolet ist. Also schätzte der Staatsanwaltschaft ohne gesetzliche Grundlage, dass auch Beleidigungen gegen eine konkrete Berufsgruppe ohne Namensnennung Einzelner eine Beleidigung darstellen. Und diesem Schätzchen haben sich die OLG-Heinis sofort angeschlossen, konsequenten Rechtsbruch betrieben und den armen Sack zu dreißig Tagessätzen verknackt. Ich war nicht dabei, aber das Verfahren - vor einem OLG wohlgemerkt! - soll nach Studium der Zeitungsberichte mit Rechtsstaatlichkeit und nichts zu tun gehabt haben. Irgendwie hat man sich wie auf Zanzibar gefühlt. Haben sich die beteiligten OLG-Richter anschließend kollektiv einen runter geholt? Oder sind sie auf Steuerzahlerkosten in die polnische Botschaft gegangen? In diesem Zusammenhang muss man sich auch einmal die Zuständigkeiten anschauen. Für derartige Fälle wären entweder das Amtsgericht oder der Generalbundesanwalt (wenn es denn tatsächlich so ist, wie dieser Staatsanwalt lallte) zuständig. Wie kommt ein OLG dazu, sich zwei Instanzen überspringend als vermeintliches Opfer in erster Instanz mit einer Beleidigungsgeschichte zu beschäftigen?!?! Nichts zu tun, Ihr faulen Säcke? Aber weit und breit kein Politiker zu sehen, der diesen Typen das Gehalt auf Amtsrichterniveau kürzt, was sowieso noch eine hemmungslose Überbezahlung darstellen würde. Kein Wunder, dass der deutsche Rechtsstaat vor die Hunde geht.

Kommen wir nun zu einem - zumindest für mich - angenehmeren Thema: Tag 3 meiner Asienreise. Nachdem es die Nacht über stark gegossen hatte, schien kurz vor zehn die Sonne und abgesehen von ein paar Pfützen war alles trocken. Chiang Rai gilt in erster Linie als El Dorado für Trecking-Freunde und Bergvölker-Besucher - alles nicht mein Ding. Es gibt ein knappes Dutzend Tempel, die einen Besuch wert sind. Daneben geschätzte 500 Thai-Massagen, deren Besuch ich mir aber schenkte. Am Stadtrand ein Central Plaza, was aber nicht so der Hammer ist. Immerhin bot eine Hamburger-Kette mit schottischem Namen ihre Köstlichkeiten feil. Dann war es auch schon vier Uhr. Kurzer Sprint zum Provincial Stadium, was schlecht ausgeschildert ist. Nettes Teil, verfügt auch über einen KR-Nebenplatz. Überall Trainingsbetrieb satt. Daneben noch das Stadion der CRPAO School, auch mit sehenswerter Tribüne. Der Hammer war jedoch die äußerlich restaurierte Davenport 525 am Eingang. Weiter zum König Mengrai-Denkmal, wo eine Sippe den Blumenschmuck vom Denkmal riss und gleich wieder verkaufte. Taxi gesucht und für 120 bht zum United Stadium direkt neben dem Flugplatz. Vor Spielbeginn ließ mich die nette Security noch überall hin, sodass ich nicht minder nette Fotos machen konnte. Das Stadion ist noch nicht so richtig fertig und hat an vielen Stellen Baustellen-Charakter, ist aber ebenfalls recht nett. Zwei überdachte Tribünen, diverse Anzeigetafeln, ein riesiges Catering-Angebot. Letztendlich wurden es ca. 6.000 Zuschauer (ca. 120 Auswärtsfans) die Zeuge eines verdienten 2:0 gegen Super Power Samut Prakhan FC (bis vor einigen Wochen Osotspa) wurden. Allgemein hieß es, dass es sich um das zumindest zweitlauteste Publikum Thailands handeln soll - halte ich für ein Gerücht. Zurück für 110 bht in die Stadt, wo es erst mal wieder zum König Mengrai-Denkmal ging. Sieht illuminiert klasse aus, war fett was los. Noch mehr los war allerdings auf dem Nachtmarkt. Drei Bühnen mit Musik, riesiges Fressangebot auf einem Riesenplatz, wo ich mich an superdelikatem Sushi delektierte, und natürlich Unmengen an Verkaufsständen. Ein passendes T-Shirt fand ich allerdings nicht. Früh am nächsten Morgen ging es dann per Bus nach Chiang Mai. Selbst auf dieser kurzen Strecke wurde unterwegs ein Verzehrhalt eingelegt. Auch in Chiang Mai war es sehr heiß. Das Hochhaus am Arcade Busbahnhof 2 ist auch für Thai-Verhältnisse gewaltig, nach Buchen der Fahrt am nächsten Morgen gen Lampang bin ich rüber ins Central Festival. Ein wirklich gewaltiges Center, aber kein McDonalds, den ich dann eher in Richtung Busbahnhof neben dem Shopping-Center Star Avenue fand. Rein in die Stadt; das letzte Hotel, was ich vor dem Stadtgraben fand, war das Prince Hotel, wo ich dann für 600 bht eincheckte. Nicht unbedingt empfehlenswert, aber für eine Nacht ging es. Es ist sehr schwierig für einen Ortskundigen, sich in der Stadtmitte von Chiang Mai zu verlaufen, aber bei einsetzendem Nieselregen schaffte ich das. Auf diese Weise konnte ich dann zwar etliche mir unbekannte Tempel besichtigen, aber für die wirklich wichtigen, insbesondere Wat Luang, wurde es bei recht früh einsetzender Dämmerung eng. Egal, muss sowieso noch mal für drei, vier Tage wieder kommen. So schenkte ich mir auch den Nachtmarkt, sondern widmete mich nach Sushi im Kad Suan Kaew-Shopping-Center (beides kann nicht wirklich begeistern) dem teilweise nett beleuchteten Stadtgraben. Im nächsten Geblöke geht es dann mit Lampang weiter.

Am Sonntag kannibalisierten sich die Feste gegenseitig. Da war das verlegte Fest der Vereine, das ich mir aber heuer schenkte. Dann war das Regionalpark-Fest mit ca. hundert Programmpunkten. Mich interessierte der mir bis dato vollkommen unbekannte Bambushain in Bieber, der durchaus sehenswert war. Auch hier schafft der Bambus tatsächlich satte dreizehn Meter. Leider war aber absolut nichts los hier. Hat der Ort nicht verdient. Mein nächster Stopp war die Heumache von Germania Bieber, wo ich zuletzt vor genau dreizehn Jahren war. Es ging gegen Froschhausen, wo ca. achtzig Zuschauer ein 3:0 erlebten. Die Wurst war optisch eher nicht der Hammer, geschmacklich jedoch durchaus gelungen, während er Kunstrasen-Nebenplatz doch dringend mal erneuert werden sollte. Weiter ging es zum Wetterpark, wo selbiges jetzt Nieselregen bot. Eine Bluesband (Factory) mühte sich redlich ab, aber auch hier war nicht viel los - die Hälfte der Besucher bestand aus mir bekannten Lehrern mit und ohne Anhang.

Am 31.8. traf mich doch der Schlag. Laut den einschlägigen Umfragen ist Norma die mit Abstand unbeliebteste Disounter-Kette. Auch ich gehe selten dorthin. Aber das Lavendel-Geschirrspülmittel ist sehr gut und gibt es sonst nirgends. Sonst hat man ja überall dieselben Scheiß-Düfte. Gleich neben dem Eingang befinden sich die Süßwaren - und da wurden doch bei 35° Weihnachtsartikel feilgeboten!!!! Es scheint bei Norma eine Abteilung mit mehreren tausend Beschäftigten zu geben, die sich nur der Aufgabe widmet: wie mache ich Norma noch beschissener. Denn das Lavendel-Spülmittel wurde aus dem Sortiment genommen. Ich verstehe das nicht. Ein Laden mit einem derartig beschissenen Renommé müsste doch das Bedürfnis haben, sich ab und dann um Alleinstellungs-Artikel zu bemühen. So gab es bis vor ca. zehn Jahren Kokosriegel, die erheblich besser als Bounty waren (und billiger) und mich trotz meiner Ressentiments dort viel mehr einkaufen ließen als gedacht. Man schrieb mir damals, dass man lieber Bounty verkaufen würde als Eigenmarken. Folge: war über Jahre hinweg nie wieder bei Norma. Und jetzt das. So scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die herrlichen Waldmeister- und Himbeer-Limonaden auch aus dem Sortiment verschwinden (Achtung Norma-Ärsche: hört sich das nicht nach Auftrag an?!). Ein ganz anderes Einkaufserlebnis hatte ich danach bei Hornbach. Dankenswerterweise hat man dort freies WLAN (dazu komme ich später noch). Also machte ich zur Abstimmung ein paar Fotos von Teppichboden mustern, damit ich mich per Line mit meiner Frau abstimmen konnte. Dann kam eine Anfrage von Google, die ich eigentlich nur von Eiffeltürmen etc. kannte, ob ich die Fotos nicht hochladen wolle. Geht es noch idiotischer, Ihr amerikanischen Hirnis? Ihr wisst doch angeblich immer alles? Und noch ein Shopping-relevanter Hinweis: unsere City-Passage soll heuer tatsächlich abgerissen werden. Damit würde tatsächlich ein echter Schandfleck aus dem Offenbacher Stadtbild verschwinden. Wenn es denn stimmt. Tatsächlich reißt man aber derzeit weiter herrliche Architektur aus den Fünfzigern ab. Zuerst einmal "Zum Ludi". Während man hierüber tatsächlich geteilter Meinung sein kann, sind sich beim Blumenkiosk in der Waldstraße alle einig: ein einmaliges, wirklich schönes Bauwerk. Das wiederum hat man an einen türkischen Investor verhökert (liegt neben einer Moschee). Der wiederum hat man es an einen anderen Investor verkauft. Und hier schließt sich ein Kreis (Flughafen Hahn, Post-Carré): niemand weiß, wer das ist. Aber dieser Anonymus darf den Kiosk abreißen trotz aller Proteste.

Kommen wir noch mal zum WLAN/Wifi und der angeblichen Abschaffung der Störerhaftung: Die wollte die Groko ja bekanntlich abschaffen, wie sie vollmundig verlauten ließ. Wenn man einmal abwägt zwischen (meist angeblichen) Copyright-Verletzungen durch illegale Downloads und Internet-Verfügbarkeit, fällt das Urteil wohl tatsächlich zugunsten der zweiten Sache aus. Aber genau das hat sie bloß im Gesetzestext vergessen zu erwähnen, sodass die Abmahnanwälte weiter abzocken können! Ich frage einmal: womit haben wir das verdient. Da sitzen runde siebenhundert von uns alimentierte Gestalten in Parlament und Regierung, ein rundes Drittel Juristen. Hinzu kommen tausende von zuarbeitenden Juristen in den Ministerien. Und das ganze Pack ist zu behämmert, Gesetzestexte zu formulieren. Da will man angeblich die Digitalisierung vorwärts zu bringen und blockiert sie im selben Atemzug. Und genau dieselben Pinscher lassen Autos zu, die ohne Fahrer Unfälle bauen. Wir können eine Menge Geld sparen, wenn man diese Figuren das machen ließe, was sie können: Klos reinigen z.B. Die Gesetzestexte können Insassen von Dementeneinrichtungen formulieren, schlechter kann es nicht werden. Denn das ist ja kein Einzelfall. Genauso behämmert ist das Gesetz zur Mietpreisbremse formuliert. Vermietet man z.B. eine Wohnung mit einem Stuhl, hat man die Bremse schon wieder ausgebremst. Oder haben hier Lobbyisten von Vereinigungen asozialer Anwälte bzw. Vermieter größere Summen springen lassen? - Noch ein Beispiel, diesmal aus dem Sumpf der EU. Man wollte ab 2017 die Roaming-Gebühren auf europäischer Ebene begrenzen. Und rudert schon wieder zurück. Denn jetzt schon (!!!) fällt den Typen auf, dass das ja Wettbewerb bedeuten würde. Und echten Wettbewerb scheut die EU ja wie die Pest. Denn jeder würde sich dann natürlich die europaweit günstigste SIM-Karte besorgen. Was wollt Ihr eigentlich in der EU? Eines zeigen dese drei wahllos heraus gegriffenen Beispiele ganz deutlich: die Welt ist viel zu kompliziert und vielschichtig, als sie einer Grenzdementengruppe zu überlassen. Das gilt natürlich auch für das hiesige Finanzmysterium.