09/14/2016 - LGS Bayreuth

Alkoholentsorgung in Hua Lamphong Station

Sinnvolles Plakat in Bangkok

Am Samstag erstes Saisonturnier - wieder einmal beim SC 1880. Man merkte, dass die Mannschaft sich noch nicht gefunden hat, sämtliche Spiele wurden sang- und klanglos verloren. Selbst der Angriff ließ jegliche Durchschlagskraft vermissen. Nach Turnierende wurde für eine andere Veranstaltung kassiert - einer der Kassierer war ein ehemaliger Kollege, von dem ich einerseits seit zehn Jahren nichts mehr gehört habe, mich andererseits aber darüber nicht gewundert hatte, weil ich davon ausging, dass er sich totgesoffen hat. Wie schön, dass man sich manchmal irrt. Da nebenan auf der Bertramswiese ein C-Jugend-Spiel unter Mitwirkung einiger uns bekannter Jungs stattfand, haben wir uns das auch mal angetan. Ich hatte die Qualität von Makkabi-Teams immer höher eingeschätzt, so verlor man folgerichtig 1:3 gegen die SpVgg Oberrad.

Der Sonntag stand zuerst im Zeichen des Denkmalstages, den ich wieder mit einer LGS koppelte. Am frühen Morgen ging es über die A3 und ab Schlüsselfeld über Landstraßen dritter Ordnung nach Bamberg. Die A3 total durchseucht von Baustellen. Auch ohne echten Stau dadurch elf Minuten verloren. In Bamberg waren zwei echte Schmankerl ausnahmsweise der Öffentlichkeit zugänglich. Da war einmal das Marschalk von Ostheimsche Haus. Der Andrang war gewaltig. Was für ein geiles Barock-Treppenhaus! Und alles noch bewohnt, muss der Horror für die Bewohner gewesen sein. Und dann war die ehemalige Dominikanerkirche geöffnet. Wie oft stand ich hier vor verschlossenen Türen! In den letzten vier Jahren wurde sie generalsaniert und erstrahlt innen nun in purem Weiß. Dass man die Wandmalereien durch dünne Zwischenwände vom Hauptschiff trennte, war der Akustik geschuldet. Die beiden Objekte waren den Besuch jedenfalls alle Male wert. Da fiel nicht groß ins Gewicht, dass das Vereinshaus der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg - so sehr ich deren Arbeit schätze - eher uninteressant war. Man hätte noch die Sebastianskapelle mitnehmen können, aber ich wollte auf dem Weg zur LGS Bayreuth noch einen Zwischenstopp in Thurnau einlegen. Sehr sehenswertes Ensemble von Schloss und Kirche. Erste Halbzeit bei Sportring am Nordring gesehen. Ein paar angedeutete Stufen bedeuten ca. 1500 Kapazität, aber erst ca. fünfzig Zuschauer anwesend. Kein Essen! Kein Ticket! Immerhin eine Vereinszeitung. Endergebnis Sportring Bayreuth II vs BT St. Johannis II 2:5. Weiter zur LGS. 16 € Eintritt sind schon happig. Richtig pervers wird es aber, wenn dazu noch 4 € Parkgebühren kämen. Habe dann wenige hundert Meter am Stadion (dazu später mehr) geparkt. Vielleicht war aber genau dieser Weg daran schuld, dass ich nicht der 750.000. Besucher wurde. Denn dieser wurde gerade mit Familie geehrt und durfte einen 50 €-Scheck und Blumen entgegen nehmen. Bei herrlichstem Wetter war es sehr voll. Und im Gegensatz zu einigen anderen LGS gab es Blumen satt. Wagner hätte seine helle Freude daran gehabt. Für die Kidz gab es hier genügend Sachen, aber diesmal hatte ich keine dabei. Unter dem Strich eine sehenswerte LGS. Mein Highlight: die heute unter Bezugnahme auf den Denkmalstag präsentierte Anlage "St. Georgen am See". Irres Teil. Bevor ich den Wagen abholte, gönnte ich mir noch die letzten 25 Minuten der Partie SpVgg Bayreuth II vs SV Kasendorf, die 1:0 endete. Gerade mal fünfzig Zuschauer verloren sich in dem riesigen Teil. Warum habe ich mir das angetan? Es war das letzte Pflichtspiel vor dem Generalumbau. Während ich das hier schreibe, rücken schon die Bagger an. Wieder wird ein ehrwürdiges Stadion verschandelt. Bis nach Mistelbach war es dann nicht weit. Der dortige TSV empfing an der Jahnstraße den ATS Kulmbach. Knappe 200 Zuschauer gingen voll mit, obwohl die erste Hälfte eher lauen Sommerfußball bot. Wie ausgewechselt erschienen die Spieler nach der Pause. Ein stetes Auf und Ab, bei dem die Gäste nicht ganz unverdient mit 2:1 gewannen und den TSV ganz tief in den Abstiegsstrudel rissen. Der Ground hat auf einer Seite eine Stufe und sollte 1.500 Leutchen Platz bieten. Es gab ein Programm, aber das Catering war unter aller Sau. Ich habe es in einer höheren oberfränkischen Liga noch nie erlebt, dass es keine Bratwürste gab. Hier waren sie angeblich vor Spielbeginn schon ausverkauft! Wo gibt es denn so was? Die armselige Gestalt, die für den Einkauf zuständig war, scheint auch gar nicht da gewesen zu sein, denn die Anzeigetafel wurde ebenfalls nicht bedient. So geht es ganz schnell wieder in die B-Klasse, liebe Mistelbacher! Die Linienrichter passten sich dem Vereinsniveau an und sorgten für permanenten Unmut hüben wie drüben. Da ich sowieso vorhatte, auf dem Rückweg über die B26 zu fahren, konnte mich der Verkehrsfunk nicht schocken, als er 90 Minuten Stau auf der A3 meldete. - Die LGS Eutin werde ich mir heuer schenken müssen.

Setzen wir die Reisenotizen fort. Jetzt waren erst einmal vier Tage Bangkok angesagt. Da ich wie gesagt mein Fahrrad nicht aufgeschlossen bekam, musste ich mich dem ÖPNV, dem Taxigewerbe, Schusters Rappen und außerhalb der City Motobikes anvertrauen. Das bedeutete aber auch, dass ich der eingeplanten Hochhausfotokomplettierung nur ungenügend nachkommen konnte. Ansonsten war es aber ok, die Zeit verging zu schnell. Über diesen Zeitraum mache ich keinen detaillierten Bericht. Da ich bekanntlich asiatische Shopping-Center liebe, ging ein signifikanter Teil der Zeit hierfür ab. Und das ist ja wirklich das Tolle an Bangkok: wenn das Wetter einmal schlecht wird, ist doch meist eine Shopping-Mall in der Nähe. Das MBK wird derzeit äußerlich aufgehübscht, diese Prozedur hat das Siam Discovery Center hinter sich. Das Terminal 21 kann immer noch begeistern, noch mehr begeistert hat mich allerdings The Promenade, von dem ich bis dato noch nichts gehört hatte. Tatsächlich wollte ich nach meinem Pflichtbesuch in The Mall Bangkapi über das Regency Stadium (was zwischenzeitlich einmal NHA-Stadium hieß und derzeit leider brach liegt) zum Fashion Island fahren, wo ich bislang noch nie war. Hätte ich es vor 2002 geschafft, wäre der Vergnügungspark gegenüber noch offen gewesen, aber der gammelt seitdem nach einem Feuer (Kurzschluss) leider vor sich hin. Das Equipment des ebenfalls schon lange geschlossenen Happy Lands in der Nähe hatte man wenigstens im Siam Park weiter verwendet. Fashion Island als solches ist recht nett, aber der Hammer war eben das Einkaufszentrum nebenan, was mit einem Skywalk verbunden ist: The Promenade. Ein riesiger Lichthof erstreckt sich über sieben Etagen, unten ist ein nicht minder großer Brunnen mit zig Fontänen, die sich im Takt klassischer Musik bewegen. Ein Ambiente, was dazu verleitet, die Kreditkarte zum Glühen zu bringen. Ich werde bald Fotos sprechen lassen. Auch ein anderes mir bis dato unbekanntes - obwohl durchaus zentral gelegenes - Shopping Center kann begeistern: Chamchuri Square. Kannte ich bis dato nur als Ghost Tower. Aber im Gegensatz zum nicht weit entfernten Sathorn Unique hatte man den Rohbau während der Finanzkrise versiegelt, als die Kohle ausging (wie z.B. auch beim Palladium), und zehn Jahre später weiter gebaut. Nicht so zentral liegt das Supreme an der ewig langen Sam Sen Road, was aber keinen Umweg wert ist. Im Nachhinein ärgere ich mich beim Stichwort Sam Sen. Denn etwas zentraler liegt auch ein 1999 teilweise abgebranntes Shopping-Center (Kurzschluss), an dessen Ruine ich heuer zweimal vorbei kam. Erst jetzt erfahre ich, dass dort das pralle Leben tobt: das Innere ist nunmehr ein riesiges Fischbassin - die Fotos im Netz sind irre. Bei den erwähnten derzeit laufenden Bauaktivitäten ist jedoch fraglich, ob das beim nächsten Besuch noch so sein wird. Tja, und auf dem Weg von Bang Sue nach Sam Sen (überwiegend per pedes) kam ich logischerweise auch an der Tao Poon Metro-Kreuzungsstation vorbei, die am 6.8. für die Purple Line den Betrieb aufnehmen sollte. Aber eben nicht für die Blue Line. D.h. die armen Fahrgäste aus Nonthaburi haben dort die Wahl zwischen Pest und Cholera (sofern sie nicht nach Sam Sen wollen oder exakt in die Tao Poon-Gegend). Entweder eine halbe Stunde für die 1,3 km nach Bang Sue mit dem Bus - oder diese Entfernung zu Fuß. Und die Straße dazwischen ist auch für Bangkoker Verhältnisse einfach ätzend. Jedenfalls wundert man sich bei den Bangkoker Verantortlichen nun, dass statt der prognostizierten 200.000 Leute pro Tag derer nur 20.000 mit der neuen Linie fahren. Und die Planung bei der Blue Line war so blöde, dass zwar an der Phet Kasem das meiste fertig ist, auf genau diesem Teilstück vom Chao Phraya bis Bang Sue aber noch nicht mal das Gleisbett vorbereitet ist. Also eine vorzeitige Inbetriebnahme vor 2019 scheidet wohl aus, obwohl ursprünglich schon 2017 alles fertig sein sollte. Wenigstens in den Stoßzeiten fahren Shuttle-Züge zwischen Bang Sorn und Bang Sue auf der im Bau befindlichen SRT Light Red Line (ein Angebot, das man Ende 2014 sogar bis Taling Chan schon mal gemacht hatte und dann mangels Fahrgästen einstellte). Bei meinem übernächsten Bangkok-Aufenthalt bin ich die neue Strecke dann auch mal abgefahren und berichte später. Auch die Blue Line in Chinatown macht den Eindruck, als hätte man seit 2013 dort nicht mehr weiter gearbeitet. Immerhin: die Squatters an der Iron Bridge, die man vor zwei Jahren nicht fotografieren durfte, sind weg. Wo sind sie geblieben?

Während dieses Aufenthaltes erfuhr ich, dass am zweiten August-Wochenende das Verfassungsreferendum geplant war. Vor zig Jahren hatte ich mal eine Wahl in Thailand mitgekriegt, das war chaotisch. Also plante ich meinen sauber vorbereiteten Myanmar-Aufenthalt in Abstimmung mit meiner Familie um (was - wie sich im Nachhinein herausstellte - von dieser Seite aus unnötig war). Ein neues Zweitliga-Stadion in Myanmar war heuer terminlich nicht machbar, aber durch Vorziehen meines Aufenthaltes dort hatte dann ich die Wahl zwischen Taungoo und YUFC gehabt. Was soll ich sagen? Kurz nachdem ich die Flugtickets hatte, rief meine Frau an: ihre Schwester ist gestorben. Sie macht die Beerdigungsorganisation, das ist dort erheblich komplexer als bei uns (nachrichtlich: kurz darauf starben zwei Nachbarn, alles natürliche Todesursachen, deren Beerdigungen organisierte sie dann auch gleich mit), ich solle mich derweil in Yangon um unseren Sohn kümmern. So kam es dann auch, mehr dazu später. Auch dieser Anruf hinderte mich nicht daran, meinen Plan umzusetzen, mal die Asiatique Riverfront aufzusuchen. Das Linienboot fährt bis ca. 600 Meter davor. Den Rest gelatscht. Ich war da durchaus schon zweimal bei Tageslicht, aber dann ist da nichts los, abends tobt dort jedoch der Bär. Touris und Einheimische gemischt. Dieses aufgegebene Hafenareal ist durchaus gekonnt in eine kombinierte Shopping-, Fress- und Amüsiermeile umgewandelt worden, aber irgendwie war es mir nach einiger Zeit zu voll. Was bin ich doch behämmert! Mit dem Zubringerboot zurück zur Sathorn Pier - und da traf mich der Schlag. Die Schlange der Leute, die auf die Shuttle-Fähre zur Riverfront wollten, wand sich fast bis zum Robinson! Das sind locker zwei Stunden Wartezeit. Das wäre nun wirklich nichts für mich. In den öffentlichen Verkehrsmitteln wurden die Kontrollen inzwischen ausgedehnt. So wird jetzt auch vor Betreten von Skytrain- und Flughafenbahn-Stationen Taschenkontrolle betrieben, bei der Metro war das ja schon seit Jahren der Fall. Sicherlich ist das eine gute Sache, aber nicht sinnvoll betrieben. Denn in einigen Stationen findet überhaupt keine Kontrolle statt. Auch in den SRT-Bahnhöfen nicht. Dafür wird jetzt großen Wert auf Alkoholfreiheit gelegt. Vor den Bahnsteigen stehen jetzt Behälter, in die mitgeführte Alkoholbehälter entsorgt werden sollen. Der oben abgebildete sah am 26.7. nicht anders aus als am 16.8., scheint also nicht so der Hit zu sein. Ich greife jetzt aber mal auf den 16.8. vor: in meinem Schlafwagen gedachten einige Touris, den Abend mit einem Bierchen ausklingen zu müssen. Es dauerte keine zwei Minuten nach dem Aufmachen, bis vier Schaffner und eine Polizeieinheit da waren, um diesen unheilvollen Treiben ein Ende zu bereiten. Total widersinnig sind die Kontrollen bei der Einkaufszentren. Während z.B. im Siam Paragon (wo es inzwischen einen Cinnabon-Stand gibt, den im MBK hatte man ja ca. 2003 dicht gemacht) kontrolliert wird, finden gegenüber im nicht minder vollen Siam #1 (oder im stets brechend vollen Platinum) keinerlei Kontrollen statt. Grundsätzlich kann man sagen, je weiter man von Siam Square entfernt ist, desto lascher werden sie. Selbstredend war ich auch mehrfach am Erawan Shrine, wo am 17.8.2015 eine Bombe hoch ging - dort fand wie immer das unkontrollierte pralle Tanz- und Gebetsleben statt. Keinen terroristischen Bezug hatte das Feuer in einem Shopping-Center in Pinklao, was wieder durch einen Kurzschluss verursacht wurde. Wenn man sich die Stromleitungen und Sicherungsmechanismen anschaut, muss man sich sowieso wundern, dass nicht noch mehr passiert. Auch durfte ich weitere Erfahrungen mit der thailändischen Militärparanoia machen. Das bildschöne Geldmuseum im Bangkhunphrom Palace mit einem Super-Blick auf die Rama VIII-Brücke ist nunmehr wenigstens für drei Stunden pro Woche offen. Aber wehe, man kommt ihm außerhalb dieser Zeiten zu nahe - man wird von wilder Soldateska oder Security verscheucht. Möchte wissen, was sich da verbirgt. Geld ist ein gutes Stichwort. Nachdem ich vor drei Jahren von der Kasikorn Bank arglistig beschissen wurde (die hatten am ATM die Frage nach Sofort-Umrechnung so formuliert - oder sind auch nur zu behämmert, auf Englisch zu kommunizieren -, dass se sich nur auf die sowieso schon perversen Gebühren bezog, aber die komplette Auszahlung zum Phantasiekurs umgerechnet), wollte ich meine Karten nicht nochmals am ATM verwenden. Also nahm ich lachendes Bargeld mit - was uns irgendwelche Wirtschafts- und Politkriminellen ja bald verbieten wollen. Auch da gibt es immense Unterschiede bei den Wechslern. Dass man am AIrport übertölpelt wird - geschenkt. Aber auch innerhalb des Landes konnte man Differenzen bis zu 2 bht ausmachen. Ich habe beste Erfahrungen mit meiner üblichen Wechselklitsche in Ratchada gemacht - und mit Superrich, die es an diversen Standorten in Bangkok gibt (u.a. Rama IX) und darüber hinaus nette T-shirts vertickern. - Wie dem auch sei, am 30.7. fuhr ich in Erwartung eines Dopplers nach Suphanburi. Fortsetzung folgt.

Auch im Urlaub bekam ich die Diskussionen (die ja immer noch andauern) über die Steuersparmodelle einiger US-Firmen in Europa mit. Niemanden wundert es, dass Firmen, die nur Scheiße verkaufen - an erster Stelle Apple und Starbucks (wir wollen aber auch Ikea nicht vergessen)-, ihr penetrantes Asozialentum auch beim Bescheißen von uns Bürgern beweisen. Wenn die Verantwortlichen wenigstens Cojones hätten, würden sie sagen: "Jawoll, wir bescheißen halt gerne alles und jeden" - und man weiß, woran man ist. Stattdessen werden irgendwelche winselnden Juristenschweine vorgeschickt, die uns volllallen, alles sei rechtlich einwandfrei. Wenn das so wäre, wäre das nur ein weiterer beweis, wie weit sich Recht und Moral schon entfernt haben. Ist es aber nicht! Euch Scheißkerlen sollte man also die Klöten zwischen Ziegelsteinen zerquetschen, damit sie noch eine Oktave heller winseln können. Jedenfalls werden jetzt seitens der EU (doch nicht zahnlos?) Steuernachforderungen in Milliardenhöhe - sagen wir - angeregt. Es ist jetzt interessant, von welchen Seiten sich Widerstand regt. Von den betroffenen Firmen - klaro. Von Irland, einerseits eine Quelle der Steuervermeidung, andererseits Hauptnutznießer der Steuernachforderungen- vollkommen verständlich, wenn man weiß, dass Irland ein derartig phantastisch wirtschaftender Staat ist, der als einziger unbeschadet durch die letzte Finanzkrise gekommen ist. Mann, Ihr Säcke, wenn ich Euch nicht Jahre hinweg in meinen Urlauben die Kohle da gelassen hätte, würdet Ihr Euch heute immer noch mit Eselskarren fortbewegen! Die Amerikaner, die Jahre lang dem asozialen Treiben ohne Reaktion zugeschaut haben - klar, die wollen jetzt lieber selbst kassieren. Aber Söder? Das ist bekanntlich DER Mann, der DEN Durchblick hat. Weiß er wieder mehr als wir alle? Ja! Denn die amerikanischen Firmen zahlen durchaus Abgaben - und das nicht schlecht. Ich hatte ja mal die Vermutung geäußert, dass es den IS gar nicht gibt, sondern nur eine Erfindung der Geheimdienste ist. Aber auch solche Potemkinschen Organisationen bedürfen einer Finanzierung. Damit wäre die Sache ja klar. Apple, Starbucks, Microsoft, Google u.s.v.a.m. finanzieren den Papiertiger, mittels dessen angeblicher Aktivitäten unsere Grundrechte eingeschränkt werden. Angewandte Verschwörungstheorie Teil II. Ich werde die Sache aufmerksam verfolgen, mit welchen Ausreden das zu erwartende Niederschlagen der EU-Forderungen "begründet" werden wird. Das schreit geradezu nach ein paar neuerlichen Worten zu TTIP. Die Texte, die bislang veröffentlicht wurden, enthalten keine Vereinbarungen über Gewinnbesteuerungen, also kann man zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass es keine gibt. Darüber hätte man sich vielleicht Gedanken machen können. Grundsätzlich ist so ein Freihandelsabkommen sowieso eine tolle Sache, gerade für eine Handelsnation wie wir es sind (ins Ausland verkaufen lassen sich natürlich nur solche Produkte bzw. Dienstleistungen, die von Nicht-AfD-Wählern hergestellt bzw. erbracht wurden, denn Halbaffenprodukte kaufen nur Halbaffen). Aber hier haben keine Ökonomen, sondern nur Juristen die Federführung. Und denen geht es nicht um freien Handel (die Halbaffen (sic) wissen wahrscheinlich gar nicht, was das ist), sondern nur darum, möglichst viele Leute zu verarschen und uns nebenbei noch eine politische und wirtschaftliche "Ordnung", die nicht mit unserem Grundgesetz kompatibel ist, aufzustülpen. Und warum diese Geheimniskrämerei? Eben, weil sie selber nicht wissen, wovon sie schwafeln. Also: TTIP in dieser Form sofort in die Mülltonne. Und CETA, was unser sauberer Wirtschaftsmini einfach mal so abschließen wollte, gleich mit. Und den Wirtschaftsmini oben drauf. Und rein in den Müllwagen, ab zur Sondermülldeponie.

Ein interessanter Hinweis kam letztens in einem Kundenbrief von Merril Lynch. Ich selbst befasse mich seit Jahrzehnten mit der Theorie, ob wir alle nur Bestandteil einer Simulation oder eines Traums sind (bekanntlich haben die Wachowski-Brüder diese Idee in der Matrix-Trilogie aufgegriffen). Nun behaupten und begründen diese Banker, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dem tatsächlich so ist, recht hoch ist (20-50 %). Warum ausgerechnet veröffentlicht so eine Bank das? Ich denke, dass das der Startschuss für eine nie gesehene Nepp-Rallye ist, denn wenn wir eh nicht real sind, wären es etwaige Verluste auch nicht. Und zur Verantwortung würde auch niemand gezogen werden. Das Dumme ist nur: wir werden es nie erfahren.

Ca. vierzig Jahre lang hatte ich mich geweigert, mir die "On parole" von Motörhead zuzulegen, da es einerseits keine autorisierte Scheibe ist, andererseits auch wenig substantiell Neues enthält. Nach dem Tod von Lemmy ist alles anders. Nun habe ich mich überwunden und festgestellt: der Erwerb ist wirklich nur für Hardcore-Fans interessant.