09/19/2016 - Suphanburi-Doppler

Döner-Terror in Bangkok

Wieder einmal ballten sich in Offenbach die Feste an einem Tag. Am. Den Anfang am 17.9. machte das Jazz-Matinée im Büsing-Palais, wo wir ja seit dem letzten Jahr eingebunden sind. Wurde die Begrüßung damals noch durch den unsäglichen Landesminister Grüttner vorgenommen, wurde es heuer noch extremer: ein Herr Weiß von der F.D.P. (das ist der Typ mit den gelben Handschuhen auf den Wahlplakaten) lallte seinen Unflat ins Mikro. Er machte nicht den Eindruck, als wüsste er, worum es ging. Aber auch diese Ansprache ging zu Ende. Von den stadtbekannten Gutmenschen wieder keinen gesehen. Wenn es an deren Geldbörse geht, machen die sich rar, sehr rar. Auch der Kleine Biergrund mit seinen vier Geschäften richtete wieder ein Straßenfest aus. War tatsächlich mehr los als 2015, was vielleicht am Darth Vader-Doppelgänger-Verein lag. Irgendwann gegen vier Uhr fing der Regen an - und hörte bis Mitternacht auch nicht mehr auf. Bitter für die Ausrichter des Festes der Kulturen, die gerade auf dem Wilhelmsplatz mit dem Aufbau beschäftigt waren. Und dann gab es noch die Rumpenheimer Kunsttage, die leider vollkommen von meinem Radar verschwunden waren. Am Sonntag war es wieder trocken. Ich wollte dem Fusionsclub JSK Rodgau mal einen Besuch abstatten. Laut einem Kumpel spielt der auf Platz 3 im Maingau Energie Stadion (lt. fussball.de ebenso), wo es sogar jetzt eine kleine Tribüne geben soll. Nun, das Spiel gegen Türkgücü Hanau fand auf dem an Trostlosigkeit nicht zu überbietenden Platz 1 (früherer TGM-Platz) statt vor handgezählten 150 Zuschauern (eine Kopftuchfraktion musste nicht heraus gerechnet werden, weil es wider Erwarten keine gab). Bei der "Tribüne" handelte es sich um ein kleines transportables Teil, was jetzt ungenutzt am Platz 1 herum stand. Das Spiel war eigentlich ok, der Hausherr und souveräne Tabellenführer gewann verdient 3:1. Das Programm war für Gruppenliga-Verhältnisse hervorragend. Das Wurstangebot jedoch mickrig (Bock- und Rindwurst) - merkwürdigerweise schwärmten Kunden und Standbesatzung unisono über das Catering in Kesselstadt, das bei mir vor zehn Jahren jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Auch wollte ich dort das neue Vereinswappen ablichten - es gab jedoch keines, obwohl ja laut Zeitung bereits eine Entscheidung getroffen worden ist. Ich verwende also für den Ground-Teil ein unautorisiertes und harre der Unterlassungsverfügungen, die irgendwelche Asoziale, die sich als Anwälte tarnen, veranlassen mögen.

Ich möchte mit den Reiseimpressionen fortfahren. Am Morgen des 30.7. machte ich mich dann frohgemut in Erwartung eines Dopplers in Suphanburi auf den Weg zum Victory Monument. Irgendwann fuhr dann tatsächlich ein Minibus in diese Richtung ab. Es ist immer faszinierend: da fahren diese Busse praktisch im Zehn-Sekunden-Takt ab - und als Farang ahnt man noch nicht einmal, wohin die fahren. Aber ich kann mich nicht erinnern, jemals falsch geschickt worden zu sein. Ich ließ mich am Lotus Tesco absetzen und enterte die Stadt erstmals aus dieser Richtung. Prompt kam ich auch am Nasa Shopping Center vorbei, was meiner Aufmerksamkeit 2013 entgangen war. Ist aber nicht so der Hammer. Mit dem Songphanburi fand ich auch ein nettes Hotel, in dem Wifi durchgängig funktionierte. Ein Besuch beim Banhan Jamsai Tower gehört dazu wie einer des Eiffelturms bei einem Paris-Besuch. Diesmal waren alle Springbrunnen in Betrieb. Auf einen Besuch im Dragons Descendants Museum verzichtete ich heuer. Der ÖPNV brachte mich zum Kannasoot Suksulai School Stadium, dessen Rasen sich immer mehr zu einer Gewürzplantage entwickelt. Etwas Gras wuchs aber auch zwischen den Kräutern. Einen Besuch beim Wat gegenüber konnte ich nicht so ausdehnen, wie es angesichts der dortigen Oldtimer-Zusammenkunft sinnvoll gewesen wäre, denn Spiel Nummer 1 wartete auf mich: Simork FC vs Assumption United im Simork Stadium, was ich noch als Sport College Stadium kannte. Es handelt sich um einen der wenigen Kunstrasen-Grounds in Thailand. Auch hier hat man eine mobile Überdachung installiert. Ca. 300 Zuschauer sahen ein durchschnittliches Spiel, was verdient 3:0 für den Gastgeber endete. Da Simork quasi die zweite Mannschaft vom Suphanburi FC ist, erwartete ich, dass überwiegend deren Fans unter den Zuschauern seien, aber Simork hat tatsächlich eine beachtliche autarke Fanszene, die das Team pausenlos antrieb. Ich machte natürlich meine übliche Fotorunde, was von der Ordnerschaft aber überhaupt nicht gerne gesehen wurde, da nur die Haupttribüne freigegeben war. Was mir aber wiederum sowas von egal war. Die Assumption-Fans enttäuschten. Ich wollte mich nach deren tatsächlichen Heimspielstätte erkundigen. Ich konnte nicht glauben, dass die angeblich im SCG Stadium kicken, wo sie doch selbst über einen schönen Ground verfügen. Aber: niemand konnte Englisch - und das bei einer christlichen Uni! Unglaublich. Nach dem Spiel hatte ich eine Stunde Zeit für die 300 Meter zum Suphanburi Stadium. Wie auch das Simork Stadion verfügt das Provinzstadion über eine blaue Laufbahn. Hier mögen es 6.500 Zuschauer gewesen sein, die dem 2:3 gegen (schon wieder) Super Power Samut Prakhan beiwohnten (die offizielle Kapazität von 7.222 halte ich für viel zu gering, 17.000 sollten schon rein gehen). Den 0:2-Halbzeitstand sah ich von der Haupttribüne aus. In der Halbzeit wollte ich einen Ortswechsel auf die billigere Gegentribüne vornehmen - und bekam wieder Stress mit der Ordnerschaft. Letztendlich ließ man mich doch auf die Gegentribüne, aber das 0:3 habe ich nicht gesehen. Es folgte ein einziger Sturmlauf der Gastgeber, es reichte jedoch nur noch zum 2:3. Das war mein einziger Doppler heuer. Beim Abendmahl im relativ neuen McDonalds entschied ich mich nach Kenntnisnahme der Info auf meine Frage im thaifussball-Forum dazu, am Sonntag nach Singburi statt nach Bang Bon zu fahren. Das Risiko einer urplötzlichen Spielverlegung (Zeit oder Ort) bei Bangkoker Regionalligisten ist einfach zu groß. Um 10:00 sollte ein Bus nach Singburi fahren, aber der fuhr nicht. Nächste Abfahrt war 13:30 Uhr, was mir zwar etwas knapp erschien, aber was soll's. Auf Googlemaps hatte ich ein viertes Stadion in Suphanburi gesehen, was sich jedoch nach sechs Kilometern Fußmarsch (die Ärsche von Googlemaps hatten 3,irgendwas genannt) als Radrennbahn entpuppte. Kurz nach drei Uhr war ich dann in Singburi, wo der Bus allerdings im Nichts hielt und sich auch die einheimischen Aussteiger vor einem Rätsel stehend wieder fanden. Immerhin erklärte der Busfahrer, welche Pickups in welche Richtung fuhren. Ich Idiot hatte irgendwie einen Anpfiff um 17 Uhr im Hinterkopf und trabte langsam die Stadt rechts liegen lassend Richtung Stadion. Tatsächlich war ich aber eine Stunde zu früh dort, weil es erst um 18 Uhr losgehen sollte. Das Stadion ist unerwartet klein, der Kartenverkauf erfolgt so, dass sich niemand einschleichen kann. Ich besichtigte nach dem Ticketerwerb bei brütender Hitze die Tempelanlage am Ufer; bei meiner Rückkehr befanden sich knappe 500 Zuschauer im Stadion, dessen winzige Funzeln verdammt helles Licht absonderten. Winzig war auch die Anzahl der Essensstände, sodass sich ungewohnt lange Schlangen bildeten - es verhungerte jedoch niemand. Das Spiel war recht einseitig, obwohl es nur 1:0 gegen Ayutthayah United, das ca. 100 Fans mitgebracht hatte, endete. Auf dem Weg zum Stadion hatte ich etliche Hotels passiert, ich entschied mich für das Grand LEO, nach dessen äußeren Anschein ich mit ca. 1000 bht rechnete. Tatsächlich waren es nur 389 - und das Wifi war entsprechend. Den Abend ließ ich bei einer leckeren Schweinefleischplatte ausklingen. Am nächsten Morgen gab es eine kleine Stadtbesichtigung, die Stadt ist zwar sehr quirlig und hat mit dem Chai Saeng auch ein nettes Shopping Center älterer Machart, bietet aber keine erwähnenswerten Höhepunkte. Also fragte ich irgendwann mal einen Motobike-Fahrer nach dem Busbahnhof. Für 20 bht brachte er mich dann die 200 Meter dorthin - und zwar genau an den richtigen Schalter, sodass ich auf einen abfahrbereiten Bus nach Bangkok jumpen konnte. Dort wiederum widmete ich mich zum einen dem Besuch diverser Parkanlagen, zuerst logischerweise dem Queen Sirikit Park und den Chakatuk Park. In direkter Nachbarschaft ist bekanntlich der Eisenbahnerpark, den ich mir zwar heuer schenkte, von dem ich aber dennoch Schlechtes hörte, denn das dortige Eisenbahnmuseum (klein, aber fein - ich war zuletzt 2001 dort) hat man mittlerweile mangels Zuspruch dicht gemacht. Ferner ging es zum Benjasiri Park, der immer voller wird. Da hat man in der Umgebung in letzter Zeit auch etliche Wohntürme hochgezogen, insbesondere die vier je 200 Meter hohen Millenium Towers. Nebenan - und jetzt kommen wir zum "zum anderen" - befindet sich das Emporium, das man einem kompletten Facelifting unterzogen hatte. Teuer war es ja schon immer, aber nun sieht es auch noch gut aus. Und nicht nur das, denn auf der anderen Seite der Sukhumvit hat man noch zwei Dependancen hingestellt (EmQuarter und Helix Quarter) - nicht minder teuer, aber sehr optisch gelungen. Gottseidank nur mit Shops, deren Angebot für mich wertlos ist. Weitere Besuche stattete ich dem Gateway, der Central Embassy und Rama IX ab. Nach einem Besuch bei Mosburger und nach meiner vorerst letzten Nacht im Colors ging es am nächsten Morgen mit Lion Air nach Yangon. Davon kündet mein nächster Bericht.

D.h. in einer Sache greife ich schon mal vor. In Thailand sieht man sie schon seit einigen Jahren, in Myanmar waren sie für mich neu: die DHL-Autos. Das ist unglaublich. Hier in Deutschland bieten die einen Scheiß-Service. In den vergangenen Wochen wieder frei Vorkommnisse: erst einmal das immer selbe Spiel mit den Fehlinfos. Mail: Paket kommt am Freitag. Nix kommt. Am späten Nachmittag neue Mail - ohne Entschuldigung, ohne Begründung -: ätsch, kommt erst morgen. Dann kam es tatsächlich. Dann musste ich wieder bei Amazon bestellen (aus einem Wunschzettel), um die Versandkosten zu verhindern, bestellte ich mir etwas mit. Erste Mail von Amazon: Versand des ersten Artikels per Post. Zweite Mail vier Stunden später: Versand des zweiten Artikels per Hermes. Die Hermes-Lieferung war tags darauf hier, die frühere nicht; was läuft da falsch? Eine Woche zuvor wurde ein Päckchen ohne Information einfach in die Zeitungsbox gelegt. Das hatte GLS vor einigen Jahren auch schon mal gebracht mit einem sauteuren elektronischen aus Japan importierten Bauteil für unseren Wagen gemacht, aber DHL hat ja angeblich ganz andere eigene Ansprüche an sich selbst. Ich finde es immer wieder beachtlich, dass Firmen, die in ihrer angeblichen Kernkompetenz versagen, die große Fresse riskieren und ihre Geschäftsfelder ausdehnen. Will DHL jetzt die Asiaten mit ihrem "Service" verarschen?

Allgemein heißt es ja, der Scheuer von der CSU sei bescheuert. Ich habe das noch nie gesagt. Und wenn ich es getan hätte, würde ich jetzt Abbitte leisten. Seine Äußerung zu abschieberesistenten Asylbetrügern, die Fußball spielen und ministrieren -irre. Wirklich klasse. Warum er allerdings Senegalesen beispielhaft nannte, muss er noch erklären (erinnern wir uns: in einem total behämmerten Beispiel nannte der eigentlich in seiner Gesamtheit sowieso behämmerte Finanzmini einmal das arme Burkina Faso, irgendwie haben unsere Politiker bestimmte Basisinstinkte, wenn es um Schwarzafrika geht). Egal, genau wie er es überspitzt formulierte, ist es - so die Wahrnehmung der Allgemeinheit. Man kann noch einen drauf setzen: hat diese Person noch ein paar kriminelle Geschwister, verringert das die Abschiebewahrscheinlichkeit noch einmal erheblich. Gottchen, was hat die Gutmenschenmafia wieder aufgeheult. Mit Generalvikar Fuchs meldete sich jemand dazu zu Wort, der wohl die Gans gestohlen hat. Hat wohl die Bibel nicht verstanden. Es ist unfassbar, welche Gestalten die Kirche heutzutage einstellen muss. Man möge sich dessen Einwände in den einschlägigen Medien selbst reinziehen - meine Tastatur weigert sich, das zu bringen.

Bekanntlich halte ich deutschsprachige Mucke für eine Erfindung des Teufels, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen. Eine Ausnahme ist Peter Hein, dessen neue Scheibe (erstmals erstand ich eine LP mit beigefügter CD) "Was zählt" mit seiner Combo Family 5 ich mir gönnte. Um es kurz zu machen: nach dem ersten Hören eine Enttäuschung. Zwei gute Stücke, der Rest rauschte vorbei. Da gab es schon ganz andere Meisterwerke.