09/28/2016 - Hidden View Offenbach

Kunst-Terror in Offenbach (*)

Derzeit läuft in Offenbach eine dezentrale Kunstausstellung, die sich Hidden View nennt. Die Kunstwerke sind teilweise wirklich sehr versteckt. Aber nach drei Wochen habe ich sie doch alle gefunden, obwohl man teilweise vom Begleitheft in die Irre geschickt wird. Bei einigen frage ich mich natürlich nach dem Sinn (Fruits am alten Richtplatz, das Teil am Grenzstein), andere gefallen mir ganz gut. Das akustische Kunstwerk, dessen Akkus wohl vor einigen Tagen leer geworden sind, kann ich natürlich nicht zeigen, den Rest bilde ich mal hier ab. Versteckt liegt auch zwei andere Örtlichkeiten - aber auch die habe ich letzte Woche gefunden. So verfügt die Stadt Obertshausen über einen ausgeschilderten Radrundweg, zu dem es auch ein nicht maßstabsgetreues Faltblatt gibt. Auf diesem ist auch die Rede vom Hausener Moor. Bekanntlich sind wir Mitglieder in einem Obertshäuser Sportverein - aber auch Alteingesessenen, die immerhin das nicht mehr als solches erkennbare Hausener Hochmoor am anderen Ortsende kennen, ist dieses Moor kein Begriff. Die wenigen Fundstellen im Netz sehen so aus, als ob einer vom anderen abgeschrieben hat. Aber es gibt es wirklich! Gar nicht weit vom Hausener Filter entfernt, den mir einige als Hausener Moor verkaufen wollten. Sehr klein, sehr versteckt, aber eben auch sehr moorig. Jetzt habe ich jedenfalls alle "Attraktionen" der besagten Rundroute komplett. Und dann suchte ich seit längerem die Reste des Großen Riederhofs in Frankfurt. Aber immer an der falschen Stelle. Ein Eingeborener wies mir neulich den Weg. Wenn ich mal beim Autofahren aus dem Seitenfenster geschaut hätte, hätte ich das auch allein gefunden. Optisch nicht besonders eindrucksvoll, aber eben historisch recht bedeutsam.

Doch nun begebe ich mich daran, den geneigten Leser an der Fortsetzung meiner diesjährigen Reise-Reminiszenzen teilhaben zu lassen. Der Flieger von Thai Lion war höchstens zu zwei Dritteln gefüllt und startete pünktlich in Don Muang. Pünktlich setzte die Maschine auch in Yangon auf. Die Uhrumstellung um eine halbe Stunde ist immer nervig, dafür kommt mir die Dauer für die Abwicklung der Einreiseformalitäten immer kürzer vor. Bei meiner ersten Einreise in Myanmar 2001 dauerte es noch weit über eine Stunde, hier war nach 15 Minuten alles erledigt. Seit 2004 wird permanent am Flughafen gebaut, diesmal landete ich im brandneuen Terminal 1.Das ist bereits von einem KFC durchseucht (aber auch in der Stadt haben die sich schon breit gemacht, sogar einen Pizza Hut habe ich dort erblicken müssen). Also ich war da - Arecar, der mich wieder abholen wollte, jedoch nicht. Der wartete, wie sich nach einem Telefonat herausstellte, am Terminal 2, was bis vor kurzem noch Terminal 1 war und bald Terminal 3 heißen wird. Der Verkehr in Yangon war wieder atemberaubend, sodass wir für die ca. 30 km zum Hotel anderthalb Stunden brauchten - angeblich sind aber auch zweieinhalb keine Seltenheit. Zwar gibt es inzwischen einige Kreuzungen mit Überwurfbauten, aber sehr häufig muss man durch vierspurige Kreisverkehre, was hier auch problemlos funktioniert. In Deutschland scheißt man schon bei zweispurigen Kreisverkehren angstvoll in die Hose (ich übrigens auch, zumindest habe ich noch nie die innere Spur auf so einem Teil benutzt) und eliminiert diese sukzessive wie z.B. unseren schönen Kaiserlei-Kreisel. Ich war zwar in Yangon schon in über zwanzig verschiedenen Hotels aller Kategorien untergebracht, aber obwohl es noch einige hundert weitere gibt, brachte mein Onkel das Kunststück fertig, mich mit dem Hotel Windsor in einem Hotel einzubuchen, wo ich vor elf Jahren bereits einmal war. Gab also keinen neuen Hotel-Punkt. Dafür gab es aber vernünftigen Kaffee morgens. Was es jedoch nicht gab - auch nicht in der übrigen Stadt -, war ein aktueller Stadtplan. Buddhaseidank hatte ich meinen von 2001 von daheim mitgebracht, der mir auch gute Dienste leistete. Ich wollte ja unbedingt eine Runde mit der neuen Straßenbahn auf der Strand Road drehen, für die 3,2 Mio $ an internationalen Fördergeldern bezahlt worden waren. Die war allerdings nur vier Monate in Betrieb gewesen und wurde vor zwei Monaten eingestellt: die Stromversorgung war zu unzuverlässig. Immerhin ließ sie sich im Depot ablichten. Dafür war der Circular Train mit dichteren Zugabständen in Betrieb. Ich hatte das vor zwei Jahren so verstanden, dass die "neuen" Dieseltriebwagen die alten Züge ersetzen sollten, tatsächlich sieht man sie aber alle auf dem Rundkurs. Die gebraucht aus Japan überlassenen Triebwagen erfuhren allerdings eine gravierende Änderung. Aufgrund der niedrigen Geschwindigkeit, die das hiesige Schienennetz nur zulässt, arbeitet die Klimaanlage nicht. Also hat man sie kurzerhand komplett außer Betrieb gesetzt - und die Fenster lassen sich öffnen. Ob die Ventilatoren zur Grundausstattung gehören, konnte ich nicht eruieren. Jedenfalls haben wir heuer regen Gebrauch von der Bahn gemacht. Mein Onkel konnte sogar mit zwei neuen zentrumsnahen Grounds glänzen. Zum einen wusste er, wie man in den BEHS 4 Ahlone-Ground hinein kommt - der sah von außen erheblich größer aus. Zum anderen hat sich Irrawaddy Utd einen KR-Trainingsplatz an die Strand Rd hingestellt, der so ausgelegt ist, dass man ihn mühelos ausbauen kann. Bevor meine Tante ein erstes exzessives Mahl auftischte, gönnten wir uns noch einen Besuch in der Sule Pagoda. Selbst zu finstersten Diktatur-Zeiten war der Eintritt hier immer kostenfrei, nun will man dort 3 $ haben. Ist aber abends immer ein faszinierendes Teil. Dafür war der Eintritt in den Maha Bandoola Park (vor 15 Jahren 40 kyat) jetzt umsonst. Hier wiederum war nun das Independence Monument, das früher von martialischer Soldateska abgeschirmt wurde - wohl um das Lesen der dort eingemeißelten Unabhängigkeitserklärung zu verhindern -, für alle frei zugänglich. Und die Hochhäuser auf der Maha Bandoola Rd sind nach zwanzig Jahren auch endlich fertig. Nennen sich jetzt Sule Centre Point. Dass dort auch ein SHopping Center drin ist, erfuhr ich erst später.

Während am Ankunftstag gutes Wetter war, waren die nächsten Tage geprägt von teilweise sintflutartigen Regenfällen, was aber um diese Zeit normal ist (siehe Bangkok am 24.9.). Den Vormittag des 3.8. nutzte ich für einen Auffrischungs-Rundgang durch die City, während dessen ich auch Bekanntschaft mit einem anderen neuen - funktionierendem! - öffentlichen Verkehrsmittel machte: den klimatisierten gelben Bussen der YBPC. Gibt zwar nur eine Linie (mit zwei Ästen), aber die verläuft, wie sich später herausstellte, über eine irre Entfernung. Bezahlt wird mit Aufladekarte, Bargeld scheint aber auch zu gehen, der Fahrpreis ist dreimal so teuer wie bei den alt hergebrachten Bussen. Am späten Nachmittag konnte ich dann am Airport meinen Sohn in Empfang nehmen. Diesmal kamen wir überraschend gut durch den Verkehr und brauchten nur 45 Minuten. Da war also viel Zeit totzuschlagen, in der wir uns den Airport genau anschauen konnten. Der Teil, der vor fünfzehn Jahren noch der internationale war, bedient jetzt den Inlandsverkehr. Gab es früher gerade mal drei lokale Gesellschaften, sind es nunmehr derer knapp fünfzehn. Und früher wurde der Inlandsverkehr in einer Art Wellblechhütte abgewickelt, ich hatte das immer gehasst. In Afrika kann es nicht schlimmer gewesen sein. Jedenfalls kam mein Sohn halbwegs aus Lashio pünktlich an - und es ging wieder zur Tante zum Dinieren. Am 4.8. spielte mein Onkel wieder Stadtführer. Mit dem YBPC ging es zum Soldatenfriedhof, der nun schon sehr weit außerhalb liegt, aber die Busse fahren noch viel weiter. Danach gab es leibhaftige Geschichte: wir fuhren zum Inya Lake Hotel. Ein von außen übel aussehender Kasten, der einen unweigerlich an das Bukarest der Siebziger erinnerte. Und fast genauso war es auch. Wie ich erfuhr, war es ein Geschenk der damaligen Sowjet-Regierung, was Anlass für Ne Win war, seine Art von Sozialismus in Burma einzuführen. Auch war es Schauplatz unzähliger Anekdoten über Ne Win (muss ja ein echter kleiner Racker gewesen sein), von denen die eine, in der er die Instrumente einer Band zertrümmert, auch Eingang in den Film "Dämmerung über Burma" (ich berichtete darüber, ausreichend DVD's sollten dort jetzt in Umlauf sein) gefunden hat. Man kann den Bau auch innen besichtigen, es ist es für Freunde sozialistischer Prachtarchitektur immer noch ein Eldorado. Ich werde hier sicher einmal übernachten! Wenige Kilometer weiter stadteinwärts befindet sich das größte Shopping-Center Myanmars: das Myanmar Centre. Und wer hat es gebaut? Die Vietnamesen! Die müssen viel gelernt haben in den letzten Jahren. Ich war zuletzt anno 2000 in Vietnam. Die wenigen Malls, die es damals gab, waren derartig uninteressant, dass ich sie noch nicht mal abgelichtet hatte (was ich heute schade finde). Dieses Center jedoch war architektonisch gelungen. Heutiger Zweck unseres Besuches war jedoch der Heißhunger meines Sohnes auf amerikanisches Fastfood. Und genau der wurde hier nicht befriedigt. Noch nicht einmal eine (koreanische) Lotteria gab es hier. Notgedrungen verabschiedete sich mein Sohn in den KFC, den wir allerdings nicht besuchten. Vielmehr landeten wir bei Ya Kun Cafe and Toast - eine mir bis dahin unbekannte Kette aus Singapur. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben eine derartig abartige Scheiße gefressen zu haben (mein Onkel auch nicht) - und das zu ziemlich saftigen Preisen. Sollte jemand auf so einen Laden stoßen, wäre ein weiter Bogen drum herum empfehlenswert. Zurück in der Stadt besuchte ich noch bei immer stärker werdenden Regen die Botahtaung Pagoda. Hier gab es vorher das volle Programm: Eintritt, Foto, Personalienfeststellung, Körperscan - und dann durfte man wirklich ohne Wachhund rein. Eine wirklich schöne Pagode mit einem großen den Nats gewidmeten Areal. EIne Pagode, die noch die schöne Tradition pflegt, einen Führer in Büchleinform vorzuhalten. Einige Straßen konnte man jetzt nur noch schwimmend überqueren, aber das war mir jetzt auch egal. Weiter ging es an den Überresten ehemaliger Tram-Stationen zum Ocean Pazundaung, was aber trostlos war (genauso übrigens wie das 9 Mile Ocean) und für eine Modernisierungsmaßnahme vorbereitet wird. Ich ließ den Abend in einer Lotteria ausklingen, nicht ohne vorher noch an der Börse vorbei zugehen. Zwei ode drei Titel werden derzeit dort gehandelt. In den folgenden Tagen wurden weitere Parkanlagen, Shopping-Center und Pagoden aufgesucht. Natürlich auch die Shwedagon Pagoda. Diesmal schaffte ich nur fünf Runden, sodass mein Rundenstand jetzt bei 71 liegt. So voll wie diesmal war es noch nie - hier sah man, dass doch mehr Touris als früher nach Myanmar kommen. Eine weitere Pagode war die relativ neue 301 Buddha Pagoda nahe Hmawbi. Hier hat ein reicher Japaner 301 alte (bis zu 2600 Jahre!) Buddha-Statuen aufgestellt. Hmawbi ist ca. 100 Km von Yangon entfernt. Und da täglich nur ein Zug verkehrt, ließen wir uns für 30 $ hinfahren. Jetzt konnte man sehen, nach wie weit außerhalb die neuen YBPC-Busse fahren - bis ca 35 km hinter den Flughafen, und das für 300 Kyat! Von hier aus hätte an ein billiges Sammeltaxi nehmen können, aber das sagt einem ja vorher keiner. Bei Dauerregen stellten wir dann fest, dass wir genau zum Beginn der Mittagspause angekommen waren. Ich schaute mir das weitläufige, aber noch unfertige Gelände an und reihte mich dann bei den Wartenden ein. Und musste dann eine zwanzigminütige Einführung über mich ergehen lassen. Buddhaseidank war wenigstens ein Taiwanese da, der mir das etwas übersetzen konnte. Dann ging es zu den Buddhas. Wir wurden im Schweinsgalopp durch die Halle geführt. Fotografieren war strengstens verboten. Ich hatte das Gefühl, dass mich fünf mönchische Augenpaare schon strafend anschauen würden, sobald ich das Wort Kamera auch nur dachte. Gab also kein Foto - und die angebotenen Karten waren derartig schlecht, dass ich sie mir nicht zumutete. Meine Frau war eine Woche später erfolgreicher, und so wird es in Kürze einige Fotos im PoI-Teil geben. In Googlemaps konnte man ein Stadion sehen, was aber auf Militärgelände lag, sodass wir nach einem Stopp beim Bahnhof zurück fuhren.

Yangon ist inzwischen eine einzige Baustelle. Entsprechend viel alte Bausubstanz wird permanent vernichtet. So wurden allein von den acht alten Kinos (um die Jahrtausendwende mit Eintrittspreisen zwischen 50 und 750 Kyat) sieben inzwischen platt gemacht. - Im Dagon Center-Kino war ich übrigens auch: Jason Bourne. Nicht schlecht, aber kein Vergleich mit den ersten drei Teilen. Den Rest an Filmen, die damals in Deutschland noch nicht angelaufen waren, haben wir uns als DVDs besorgt. - Da es aber fast überall Probleme mit Baugenehmigungen gibt, liegen viele Baustellen brach, auch die, wo an der Strand Road ein 200 Meter Hochhaus gebaut werden sollte. Trotzdem sind einige Projekte fertig geworden, neben dem Myanmar Centre z.B. auch das Junction Maw Tin Centre, optisch auch sehr gelungen. Da ich halt nicht aus Yangon raus konnte, weil man Sohn nicht reisen wollte, war ich fußball-technisch arg eingeschränkt. Immerhin konnte ich am 5.8. die Zweitligapartie der City Stars gegen Myawady im Padonma Stadium sehen. Dort war ich schon einmal, deshalb wusste ich über die Eingangssituation Bescheid - als Ortsunkundiger findet man den Zugang des komplett von Wohnblocks umgebenen Grounds schwerlich. Abgesehen von der Errichtung einer neuen Anzeigetafel hat man hier seit 2004 nichts gemacht. In einem total verdreckten und versifften Stadion (ca. 8.000) ohne Catering und mit Klos, die einem die Schwermut in die Augen und Nase treiben konnte, sahen für je 500 Kyat Eintritt ca. 200 Zuschauer ein 2:0. Höhepunkt sollte zwei Tage später die Erstliga-Begegnung von YUFC vs Zwekapin Utd in deren eigenen Stadion sein (Kapazität ca. 4000). Das Wetter spielte an jenem Tag verrückt. Am Vormittag am Kandawgyi Lake herrlichstes Wetter. Dann wurden wir nass bis auf die Haut, als wir zum Junction Square SC an der Pyay Rd gingen (zweitgrößtes Shopping Center, mit Lotteria). Anschließend wieder gleißender Sonnenschein, sodass wir knochentrocken am Stadion ankamen. Aber pünktlich mit dem Anpfiff setzte vor knapp 800 Zuschauern ein Regensturm ein, dass der Kunstrasen in der zwölften Minute knöcheltief unter Wasser stand. Das bedeutete erst einmal Spielunterbrechung. Nach einer weiteren halben Stunde Dauerregens kam (auch auf Englisch!) die Mitteilung: Abbruch beim Stand von 1:0. Und die Sonne kam wieder raus. Wir beschlossen, auf eine Pizza (und die ist wirklich gut) ins Hledan Centre zu gehen, wobei wir wieder an etlichen Stellen durch knietiefes Wasser waten mussten. Inzwischen stellte sich heraus, dass meine Ehefrau erst am Abend des 10.8. in Yangon sein würde, ich aber am 10.8. morgens abfliegen musste. Konnten wir uns also in Myanmar leider nicht sehen.

Was ich über den Rückflug zu berichten habe, mag Simon Wiesenthal und die Gutmenschenmafia teilweise brüskieren und/oder zum wilden Aufjaulen veranlassen - aber ich kann es nicht ändern, denn genau so war es. Ich erwischte einen Morgen ohne Stau - war also nach 35 Minuten Fahrzeit so früh am Airport, dass noch nicht mal der Check-In geöffnet war. Also erst mal ein zweites Frühstück am Foodstore gegenüber reingezogen. Dieser Laden hat mittlerweile auch einige Upgrades erfahren, ist aber ok. Die Ausreiseformalitäten auch wieder überraschend schnell. Und dann war man im Duty Free-Bereich, der aber noch dem Endausbau harrt. Absolutes Glanzstück war der einzige Burger King Myanmars, der dank eines Preisniveaus, das New Yorker zum Staunen bringen würde, gähnend leer war. Im sehr gut gefüllten Wartbereich fielen sofort zwei fette ungepflegte Juden mit anscheinend seit fünf Jahren nicht mehr gewaschenen Haaren auf, die sich wollüstig herum fläzten und dadurch etliche Sitzplätze blockierten. Normalerweise gehe ich auf kürzeren Flügen nicht aufs Klo, aber diesmal war es im fast komplett ausgebuchten Flieger erforderlich. Und wer fläzt sich in der allerletzten Reihe auf sechs Sitzen wieder herum? Einfach widerlich. Das Kroppzeugs benimmt sich, als ob ihm der Flughafen und die Fluglinie gehören. Nun, bei den unergründlichen Wegen des internationalen Großkapitals ist alles möglich, aber muss man das dann auch noch so primitiv zur Schau stellen? Ohne Probleme erreichten wir Don Muang, wo wir wieder per Bus ins Terminal verfrachtet wurden. In der Gepäckausgabe wunderte ich mich nur, dass sich die beiden nicht an fremden Gepäckstücken zu schaffen machten. Ich begab mich jedenfalls zum vorab gebuchten Hotel in der Nähe zur Ngamwongwan und sage: Fortsetzung folgt.

Halt. Über ein Ärgernis muss ich mich noch kurz auskotzen. Dass man nasse Füsse bekommt, wenn man durch tiefe Pfützen watet, ist klar. Ich bekam aber auch welche, wenn der Wasserspiegel nur wenige Mikrometer betrug. Beim Einpacken des Rätsels Lösung: die Sohlen der neuen Sandalen waren durchbrochen. Da habe ich vor Reiseantritt extra sauteure Camel-Sandalen gekauft, weil ich dachte, da gibt es noch Qualität. Oh, ich Armseliger! Wie kann eine amerikanische - und dazu noch nikotenverseuchte - Drecksfirma vernüftige Ware herstellen? Oder stellt man statt Outdoor-Produkten nunmehr Lifestyle-Scheiße her, mit der man die Leute noch leichter über den Tisch ziehen kann?

Was ich über den Rückflug zu berichten habe, mag Simon Wiesenthal und die Gutmenschenmafia teilweise brüskieren und/oBeim Stichwort Juden denke ich sofort an den abartigen Typ mit seinem asozialen Netzwerk. Es wundert mich nicht, dass dieses Netzwerk Tummelplatz für AfDler und dergleichen undeutschen Gesockses ist. Hier haben sie die Maske fallen lassen. Kein Deutscher mit einem derartig völkischen Anspruch würde ein Netzwerk derartiger Provenienz nutzen. Wie hieß es in dem Original-Zombie-Film nicht so treffend: "Wenn in den Kralen kein Platz mehr ist, mischen sich die Geuner als AfD-Aktivisten und dergleichen unter die Bevölkerung". Und als solche haben sie keinerlei Berührungsängste. Das ganze nennen unsere Politratten und angeblichen Sozialwissenschaftler beschönigend "Hatespeech". Häääh? Noch nie was von Hardcore-Rotwelsch gehört? Wenn der politische Wille da wäre, könnte man diesem Drecksladen ziemlich schnell den Saft abdrehen. Aber in maßgeblichen Kreisen hat sich eine USA-Hörigkeit etabliert, die erschreckend ist. Ich behaupte z.B. immer - und beweise es ständig -, dass der Gesamt-IQ aller Google-Mitarbeiter den eines mitteleuropäischen Hausschweines nicht einmal annährend erreicht. Ich warne ständig davor, amerikanische Idioten auch nur in die Nähe eines Computers oder dergleichen zu lassen. Habe ich Recht? Klaro. Mein Sohn ist nicht besonders IT-affin und hat es mühelos geschafft, die ganze unqualifizierte Google-Sicherheitsscheiße als das zu enttarnen, was sie ist: minderwertig hoch drei. Auf seinem Tablet nutzt er eine Google-Berechtigung aus der Familie, hinter der keine Bankverbindung hinterlegt ist, und deren Kennwort er definitiv nicht kannte. Nun hat er einen Googleplay-Gutschein gekriegt und wollte den zum Booster-Kauf für irgendwelche Online-Spiele nutzen. Und was macht er eines Nachts? Ich wunderte mich am Morgen, dass ich auf einem anderen Account Mitteilungen vorfand, dass das Google-Kennwort geändert wurde. Häääh? Mein Sohn zeigte mir, wie es geht. Und tatsächlich: das ganze Google-Sicherungs-Verfahren ist derartig primitiv und behämmert, dass jeder jedes Google-Konto knacken kann. Im Klartext: über eine Milliarde Nutzerkonten können mir nix Dir nix gekidnappt werden. Bekanntlich habe ich mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Google Fehlermeldungen vollkommen scheißegal sind. Warum? Entweder ist man dort zu bescheuert, diese zu beheben. Oder es wurde absichtlich so konstruiert, um den nicht minder behämmerten Schwachmaten der US-Geheimdienste die Arbeit zu erleichtern. Es ist mir ein Rätsel, wie diese Hirnis sich "Gedanken" machen können über anspruchsvolle Identifikationsmethoden wie der Trust API (von selbstfahrenden Autos ganz zu schweigen). Gestern hatte Google den 18. Geburtstag. Wenn Qualität in den USA ein Parameter für Langlebigkeit wäre, hätte die Firma nach drei Stunden pleite sein müssen. Auch dieses asoziale Halbaffen-Netzwerk hat ja über eine Milliarde Nutzer. Da diese Firmen ihre Scheiße ja alle voneinander abkupfern, würde es mich nicht wundern, wenn es da auch so leicht ginge. In diesem Zusammenhang kann man auch ein paar Takte über das Verhalten der amerikanischen Firma Yahoo verlieren (wahrscheinlich wissen dort drei, vier Leute wenigstens, wie man Internet buchstabiert). Nach zwei Jahren merkt man dort, dass eine halbe Milliarde an Datensätzen gestohlen wurde! Aber da man davon ausgeht, dass Yahoo nicht mehr lange existiert, kratzt das wohl niemanden. Vielmehr muss man sich wundern: was waren die Datendiebe für Vollidioten? Wissen die nicht, dass es viel einfachere und juristisch sicher unverfängliche Wege gibt? Waren sicherlich Amerikaner. Zu allem Überfluss schrieb neulich ein Christoph Keese einen unglaublichen Käse im Handelsblatt, wie toll das in den USA mit der Digitalisierung klappt - und wie dilettantisch wir Deutschen da seien. Als Beweis wurde erzählt, dass einmal sein Bosch-Staubsauger nicht funktioniert habe. Du halbgares Bürschlein, erstens hat Dich Dein USA-Aufenthalt wohl so degenerieren lassen, dass Du selbst zu behämmert geworden bist, um einen Staubsauger zu programmieren. Und das, was Du toll findest, ist der unüberlegte und hemmungslose Spieltrieb von irgendwelchen Assis auf dem Entwicklungsstand von Zweijährigen. Hier in Deutschland überlegt man (noch - und jedenfalls recht häufig) über die Folgen, bevor es ans Implementieren geht.

Ohne deutsche Vorarbeit wären die Amerikaner doch heute noch auf dem Tin Lizzy-Entwicklungsstand. Da war ich doch am Sonntag in Hardheim und ging natürlich auch zum Raketenmodell über der Gemeinde. Und was stand da: ohne die intellektuelle Vorarbeit des Hardheimers Walter Hohmann hätten die Amerikaner ihre ganze Raumfahrt knicken können. Über die restliche Mannschaft des Raumfahrtprogrammes muss man keine Worte verlieren (von Braun etc.). Was hatte ich in Hardheim zu suchen? Mir wurde am Sonntag bewusst, dass ich schon lange nicht mehr in meiner früheren Hopping-Lieblingsdestination, dem Odenwald war. Und so ging es an die Rekomplettierung der badischen Odenwald-Landesliga über Hardheim nach Gerichtstetten, wo die dortige SG Erfeld/Gerichstetten Fortuna Lohrbach empfing. Ein Match vor ca. 100 Zuschauern auf gutem Landesliga-Niveau, was der Hausherr verdient 3:1 gewann. Es gibt zwei Negativa: einmal gab es weder Tickets noch Programm, zum anderen keine Bratwurst! Die Alternative Kuchen konnte nicht begeistern. Die Gegend dort ist übrigens sehr geschichtsträchtig. In unmittelbarer Nähe verlief der Limes, das dazu gehörige Römerbad bei Walldürn hatte ich bereits einmal besucht. Und direkt neben dem Ground, der ohne jeglichen Ausbau daher kommt, befindet sich eine keltische Viereckschanze, die auch nach über 2000 Jahren noch recht gewaltig aussieht.

Vor kurzem hatte ich gemutmaßt, ob die angekündigte Gong-Scheibe, die den Titel trägt "Rejoice! I'm dead!", tatsächlich fristgerecht erscheint. Das war der Fall. Ich habe mir in diesem Fall die CD besorgt und war überrascht. Obwohl aus den Besetzungen Mark I bis schätzungsweise Mark XXV niemand mehr mitwirkt (von drei Gastmusikern auf wenigen Stücken abgesehen), klingt sie, als ob sie zwischen der Radio Gnome-Trilogie und der Shamal/Gazeuse-Phase aufgenommen worden wäre. Sauber gemischt - eine absolut empfehlenswerte Scheibe. Leider ist Gilli Smyth in keiner Weise erwähnt, noch nicht einmal einen Sticker hat man ihr gegönnt. Frevel! Ihr Grünschnäbel von der jetzigen Besetzung, die Ihr teilweise NOCH jünger seid als ich, ohne Shakti Yoni würdet Ihr heute die denzente Hintergrundmusik in slowakischen Bordellen spielen!

Und endlich doch einmal eine gute Nachricht vom Datenschutz! Der Hamburger Datenschützer Caspar zeigt, dass er Cojones hat. Während seine Kollegen -allen voran der aus Hessen sowie die unsägliche vor Unfähigkeit, Asozialentum und Faulheit stinkende Tucke aus NRW (von den EU-Säcken ganz zu schweigen) - vor lauter USA-Hörigkeit amerikanische Konzerne höchstens anwinseln, zeigt er Facebook und WhatsApp die tiefgelbe Karte. Es war zwar von Anfang an klar, dass dieser amerikanische Zuckersack, wenn man seine Provenienz einkalkuliert, die WhatsApp-Daten gerne verarbeiten würde, aber jetzt zeigt im Caspar, was eine Harke ist. Weiter so!

Angeblich gab es im letzten Jahr durchschnittlich pro Woche einen durch private Drohnen verursachten Zwischenfall im Luftraum. Das ist doch eine Menge und sagt aus, dass der Betrieb von Drohnen nur unzureichend geregelt ist, oder dass den Drohnen (bzw. deren Führern) jegliches Verantwortungsbewusstsein fehlt. Dennoch sieht unsere Regierung keinen Handlungsbedarf zur Implementierung eines Drohnenregisters. Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass demnächst etwas pasieren wird - von einer anonymen Drohne verursacht. Es steht zu befürchten, dass ich betroffenen Flieger kein Regierungsmitglied sein wird.

(*) beteiligte Künstler siehe Hidden View-Flyer auf der Offenbach-Homepage