10/12/2016 - Samsung

Restaurant in Yangon und Motto des Tages

Derweil ich mich leidlich meines betagten Samsung Note 2 erfreue, lese ich die Horrormeldungen über das Samsung Note 7 bzw. seinen Akku. Diese Akkus sind ja wohl die neuralgischen Punkte vieler Neuentwicklungen - man denke nur an den Dreamliner. Man muss sich schon fragen, warum die Lagerung elektrischer Energie heutzutage immer noch so problematisch ist. Und man bedenke, dass um die vorletzte Jahrhundertwende die Reichweite elektrischer und mit Benzin betriebener Fahrzeuge identisch war. Es wäre doch ein Festakt für amerikanische Anwälte, auf die ich in Kürze zurückkommen werde, hier einmal die (bzw. deren Nachfahren oder Rechtsnachfolger) auf Schadensersatz zu verklagen, die damals die Weiterentwicklung von Batterien verhindert hatten; diese sind ja alle bekannt. Ich will aber eher auf den Unterschied zivilisierter und amerikanischer Unternehmen zu sprechen kommen. Man stelle sich vor, dasselbe Malheur wäre bei Apple passiert. Hier hätten doch Horden von Schwerstkriminellen (auch bekannt als amerikanische Anwälte) mit enormen Druck diejenigen mundtot gemacht, die darüber berichten wollten, und Hunderte von Verletzten oder sogar Toten in Kauf genommen (das ist weit hergeholt, wenn man an die anwaltlichen Aktivitäten bei der genannten Dreamliner-Einführung denkt). Anders Samsung. Zwar gibt es mit LG ein Gegenbeispiel, wenn ich an den Ausbund von Ignoranz gepaart mit Asozialentum denke, die mir, als ich mir vor Jahren ein beschissenes LG-Smartfone gönnte, entgegen waberten, aber grundsätzlich kann man koreanische Unternehmen wohl doch als zumindest halbwegs zivilisiert bezeichnen. Samsung jedenfalls hat Cojones gezeigt und das Modell vom Markt genommen. Was ich jedoch nicht verstand bei der ganzen Sache, waren die Bemerkungen, es handele sich um ein iPhone-Konkurrenzprodukt. Das Notes 7 hatte sicher mehr Funktionen als ein Ziegelstein...

Damit es endlich ein Ende nimmt, mache ich gleich weiter mit dem Reisetagebuch. Ich wache also am 13.8. frühmorgens im Zug bei Ankunft am Bahnhof Sila At auf, ohne geweckt worden zu sein. Hier hat der Zug fahrplanmäßig einen längeren Aufenthalt, weil die Lok betankt wird, es gab also keinen Grund zur Hektik. Sila At ist einer der beiden Bahnhöfe von Uttaradit und wurde erst vor ca. sechzig Jahren gebaut, da der andere Bahnhof angeblich an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen war. Der Bahnhof selbst ist nicht außergewöhnlich, aber die Denkmalslok, die Pacific 274, ist absolut sehenswert. Die Stadt wurde vor ca. fünfzig Jahren von einer Feuerbrunst zerstört und recht planlos wieder aufgebaut. Die Sehenswürdigkeiten halten sich also in Grenzen. Mein Stadtrundgang incl. eines Frühstücks im Foodstore des Tesco Lotus (wirklich empfehlenswert) war dann auch um 11:45 Ortszeit beendet, sodass ich eine weitere Mütze Schlaf im Hotel Friday zu mir nahm. Der dortige Frühstücksraum hat die Dimensionen eines Tanzsaales und wird abends als solcher genutzt - incl. Band. Außerdem ist das Hotel Bestandteil des gleichnamigen Shopping-Centers, was aber nicht begeistern kann. Mittagessen im Hotpot, dann in Richtung Stadion, was etwas außerhalb auf der anderen Flussseite liegt, wohingegen das University Stadium (ohne Ausbau) mitten in der Stadt zu finden ist. Ca. 400 Zuschauern sahen ein verdientes 2:2 gegen Tak City. Da ich mich an keinerlei Spiel-Details mehr erinnern kann, wird das Spiel wohl durchschnittlich gewesen sein. Das Flutlicht hingegen war unterdurchschnittlich, die Toiletten ebenso. Das Stadion selbst ist wiederum ein durchschnittliches Provinzstadion (Kapazität knapp 4.000) mit funktionierender Anzeigetafel. Am nächsten Morgen wurde der Bus nach Sukhothai geentert. Seit bestimmt dreißig Jahren will ich dorthin, nun habe ich es endlich in die Tat umgesetzt. Die Busfahrt dauerte wegen eines Schwenkers durch Sawan Khalok (wo ich vom Fenster den Bahnhof fotografieren konnte) relativ lang - und in der Stadt selbst stieg ich an der falschen Kreuzung aus. Was sich aber als unschädlich erwies, denn eine nette Handwerker-Crew fuhr mich gleich zum Hotel. Es handelte sich um das in thai-fussball.com gelobte Blue House. Ich hatte aber das Pech, dass meine Schicht kaum Englisch sprach und an Fußball desinteressiert war. Weiter ging es per Bus zum Historical Park, der eigentlichen Attraktion. Der ist zwar absolut sehenswert, aber doch kleiner als ich dachte, sodass man incl. Besuch des Nationalmuseums mit vier Stunden auskommt, wenn man nicht gerade jede Inschrift lesen will. Um die Relationen festzuhalten: für Bagan habe ich vier Tage gebraucht, für Angkor Wat anderthalb (was definitiv zuwenig war) und für Ayutthayah zwei. Die Stadt selbst erwies sich als kaum sehenswert, auch sie fiel vor ca. fünfzig Jahren einem Großfeuer zum Opfer. Aber sie wimmelt vor Touristen. Und diese wiederum erwiesen sich als sehr schreckhaft. Bekanntlich gingen kurz zuvor in Südthailand einige Bomben hoch. Und im hiesigen zentralen Tempel fand eine Zeremonie statt, deren Höhepunkt das Abfeuern von Böllern war. Also echte Böller, nicht so eine harmlose-Polen-Scheiße. Ein Bild für die Götter, wie die Nicht-Thais von ihren Café-Hockern aufschnellten und angstvoll nach Deckung suchten. Ich meinerseits wurde mit einem Tuk-Tuk-Fahrer handelseinig, der mich für 400 bht zum extrem weit außerhalb gelegenen Stadion und zurück fahren sollte. Ich dachte, eine Stunde vor Anpfiff dort zu sein, wäre ausreichend. Das wäre fast ins Auge gegangen. Die Schlangen vor den drei Kassenhäuschen waren endlos und das Stadion bereits prall gefüllt. Und um viertel vor sechs gab es keine Tickets mehr, man möge sich zwanzig Minuten gedulden. Die Schwarzhändler waren auch alle weg, da tauchte aus dem Nichts noch ein Ticket für den am weitesten entfernten Block auf, was ich mir dann mit Zustimmung der Einheimischen gönnte. Die Protagonisten standen bereits in Reih und Glied vor der Haupttribüne, und dann wurde dem König gehuldigt. Auch ich möchte ich an dieser Stelle dem König von Thailand, dem es derzeit sehr schlecht geht, was wiederum zu einem Baht-Kursrutsch geführt hat, gut Besserung wünschen. Außerhalb des Stadions standen ebenfalls alle still. Dank kaum vorhandener Einlasskontrolle war ich aber pünktlich zum Anpfiff auf meinem Platz. Es war vom See her extrem windig und ein Hauch von Unwetter hing in der Luft. Aber es blieb trocken und im Laufe des Spiels kamen wirklich alle Interessenten irgendwie ins Stadion - teilweise mit Tickets, teilweise mit Kletterorgien -, sodass letztendlich auch der Pufferblock gefüllt war und sicherlich 10.000 statt der zugelassenen 8.000 im Stadion waren. Das Spiel gegen Army Utd war gar nicht schlecht, Sukhothai gewann verdient mit 1:0. Man merkt, dass der Aufstieg von Sukhothai FC mit kometenhafter Geschwindigkeit von statten ging, die Infrastruktur konnte kaum mithalten. Die Seitentribünen sind Stahlrohrteile, die Gegengerade besteht nur aus rohen Betonstufen, lediglich die Haupttribüne erweckt Erstligacharakter. Der Rückweg war etwas chaotisch. Es gab eine Lehrstunde, dass 2 SUVs - ich unterstelle keinerlei Absicht - eine komplette Parkplatzausfahrt so versperren können, dass auch keine Tuk-Tuks vorbei können. Jedenfalls dauerte es endlos, bis es losging. In der Stadt waren zwar noch zig gastronomische Möglichkeiten offen, aber entweder klassische Touri-Kost oder Hardcore-Thai-Essen. Auf beides hatte ich keinen Bock, sodass ich 7/11 bemühen musste. Der nächste Morgen war regnerisch, als ich den Bus Richtung Phitsanulok bestieg. Es sollte sich am Wetter auch nicht ändern. Auch Phitsanulok wurde vor ca. sechzig Jahren durch ein Großfeuer vernichtet - brandgefährliche Gegend hier. Ich ließ mich am Central absetzen und suchte erst mal ein Café in der Nähe auf. Sehr guter Kaffee, sehr nette Bedienung, blitzschnelles Wifi - warum kann es nicht immer so sein. Da ich zwei Tage ohne Fastfood auskommen musste, ließ ich den McDonalds nicht links liegen. Das Central selbst war so lala und wies reichlich Leerstand auf. Auf dem Weg in die Stadt passierte ich die Reste der Stadtbefestigung und den City Shrine, bevor es dann zum Wat Phra Si Mahathat ging - eine altehrwürdige sehenswerte - und vor allem fast schon überfüllte - Tempelanlage mit kleinem Museum. Da alles nass war und die Schuhboxen taktisch sehr ungünstig platziert waren, nervte mich ausnahmsweise dieses Schuhausgeziehe bei aller Hochachtung richtiggehend. Nächstes Ziel: das Topland Shopping Center. Ist auch schon etwas betagter, hatte aber ein großes Angebot japanischer Modellautos. Ausgerechnet unsere Wagen fehlten leider. Dann zum 1912 vom deutschen Architekten Döhring erbauten Bahnhof rüber, der gerade umgebaut wird. Auch hier eine sehenswerte Denkmalslok, die 2C-Schnellzuglok 181 - Reste der 370 finden sich auf dem Bahnhofs-Areal. Bei Regen ging es weiter zum Stadion - schönes Teil mit ungewöhnlicher Bedachungskonstruktionen beider Geraden (Kapazität ca. 5.000). Ich war auf dem Weg zum zweiten Bahnhof (uninteressant) und wurde plötzlich von einer uniformierten Lady auf einem Motorroller auf Englisch angesprochen, wo ich denn hin wolle. Wahrheitsgemäß antwortete ich, dass ich nicht weiter wollte als eben zum Vorort-Bahnhof und zum Wat Makham Tia (der sich als nicht besonders sehenswert herausstellte). Ach so, meinte sie, sie sei von der Touristenpolizei, hätte mich bei dem Regen herum schlurfen sehen und habe sich Sorgen um mich gemacht, ob ich mich denn verlaufen hätte. Nein, war nett, aber vollkommen unbegründet. Wenig später sah ich mich aber tatsächlich mit einem Problem konfrontiert, mit dem ich insgeheim gerechnet hatte. Vom innerstädtischen Busbahnhof fuhren keine Busse Richtung Süden - und der andere Busbahnhof ist sehr weit außerhalb. Half ja alles nichts, musste ich mit dem Motobike für 80 bht hin. Eigentliches Ziel war Ang Thong, aber es war mir schon klar, dass es keine Direktverbindung gibt. Nach Saraburi oder Lopburi fuhr auch nichts, also musste ich für 300 bht nach Ayutthayah fahren. Idiotischerweise war es wieder ein VIP-Bus, der zu allem Überfluss eine halbe Stunde später abfuhr als angekündigt. Wäre also genug Zeit da gewesen, um die Indochina-Kreuzung abzulichten - hier kreuzen sich die beiden wichtigsten Fernstraßen der Region. Der Entfernungsschilder-Baum ist irre. Jedenfalls stieg ich abends am City Park Shopping Center, welches schon verwaist war, aus - und verlief mich natürlich wieder. Aber wieder hielt ein netter Fahrer unaufgefordert an und fuhr mich auf die richtige Straße. Auf dieser Flussseite war ich bislang immer nur bei Tageslicht und war überrascht über die Menge der abends geöffneten Dienstleistungsbetriebe, die von den herum streunenden Japaner-Horden dankend in Anspruch genommen wurden. Da ich auf der Altstadt-Seite eigentlich schon in fast allen Herbergen genächtigt hatte, klingelte ich bei einem abartigen Laden namens Jitvilai Place, um noch einen Hotelpunkt zu ergattern. Konnte aber schlafen wie ein Murmeltier. Am nächsten Morgen den Bus nach Ang Thong gesucht. Es sollte diesmal ein Laster mit Sitzbänken sein für 24 bht. Auch das habe ich überlebt. Mit Motobike für 200 bht zum Wat Muang. Der größte Buddha Thailands und viertgrößte weltweit. Was für ein Koloss! Die Fotos sind bereits online. Mindestens genauso sehenswert ist der umliegende Garten, in dem so eine Art buddhistische Hölle sehr detailliert dargestellt wird. Wahnsinn! Auch hier fand ich wieder ein nettes Café mit Wifi. Dass das Stadion etwas außerhalb liegt, wusste ich, musste dann aber feststellen, dass es runde 5 km sind. Hin bin ich gelaufen, um am Wat Bot Station zu machen (hat sich aber nicht gelohnt). Auch diesen Ground hätte ich größer erwartet (gerade mal 4.000). Auf der Außenseite der Gegentribüne überlebensgroße Fotos der Spieler - die Namen der ausländischen prägte ich mir ein. Ich hatte gerade 300 Meter des Rückweges hinter mir, als sich eine Szene aus Smokin Aces abspielte. Werde überholt, Wagen bremst und fährt rückwärts zu mir. Ich wurde dann aber doch nicht nieder gemäht, sondern bekam einen Lift zurück in die Stadt. Der leidlich englisch sprechende Fahrer war hoch erfreut, dass ich so viele Spielernamen kannte, denn es handelte sich um einen der Sponsoren. Da ich sowieso zwecks eines Spielbesuchs noch einmal hierher kommen muss, beschränkte ich mich auf einen kurzen Stadtrundgang, bei dem ich feststellte, dass in Ufernähe etliche sehenswerte Tempel, allerdings neueren Datums, sind. Außerdem muss ich das andere Stadion noch mal besichtigen sowie das Shopping Center an der Peripherie. Also ging es per Minibus nach Rangsit und nach einem letzten Besuch im Future Park (und wieder habe ich es nicht geschafft, meine Mosburger-Stempelkarte vollzukriegen) zurück ins Nice Bird. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht dort bleiben und wieder zurück nach Ratchada. Aber die Besitzerin erklärte mir, dass sie dann, wenn ich meine Buchung storniere, nur 550 bht pro Nacht berechnen würde, wodurch wir beide einen Gewinn hätten. Das war doch mal ein Wort, also blieb ich hier bis zur Ankunft meiner Familie in Bangkok. Dass ich seitdem beinahe täglich von booking.com mit Thailand-Schnäppchen genervt werde, versteht sich. Und somit ist dies hier der vorletzte Reiseteil.

Da ich derzeit wenig Zeit habe, beschränke ich mich auf nur noch einen Absatz. Und der wendet sich direkt an die Kollegen (?) von der heute Show. Sagt mal, Ihr Säcke, Euren Beitrag über die Nichtwirkung der Mietpreisbremse in der vorletzten Sendung bediente sich zu 80% meines Geblökes vom 6.9.16. Ihr solltet wenigstens soviele Cojones beweisen, mir für diese Plagiat die üblichen Euros rüberwachsen zu lassen.