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12/29/2016 - Unitymedia sucks

Eilige Drei Könige

Da habe ich mich in einer schwachen Minute doch breitschlagen lassen, meinen Unitymedia-Kabelanschluss auf HD umzurüsten. Der erwartete Irrsinn trat auch prompt ein - d.h. er sprengte meine durchaus hohen Erwartungen. Eine Stunde vor dem vereinbarten Termin tauchten am 21.12. zwei seriös aussehende und sich total kompetent anhörende Leute (keine Ironie; von denen hätte ich sogar einen Gebrauchtwagen gekauft) des Unitymedia-Subunternehmers AEHS hier auf. Klare Aussage nach intensiver Prüfung: mit den verlegten Kabeln geht es nicht, aber man könne durch einen stillgelegten Kaminschacht passende verlegen. Abflug. Derweil ich dem Bezirksschornstenfegermeistergehilfen mein Anliegen zwecks Genehmigung auf die Mailbox flötete, großes Geheule meines Sohnes aus dem Wohnzimmer: es gibt nur noch wenige Kanäle - und deren Bild ist auch sehr körnig. Alle Anschlüsse in der Wohnung gecheckt, aber die waren ok. AEHS-Hotline am nächsten Morgen angerufen und eine Wartezeit von vier Minuten genannt bekommen. Als sich nach einer halben Stunde immer noch nichts tat, legte ich tobend auf und schrieb ich eine Mail, in der ich das Problem schilderte. Bis dahin meinte ich, dass jedem mal ein Fehler unterlaufen könnte, dass die Kabelheinis aber an einer Behebung interessiert seien. Tatsächlich wurde ich am Abend des 22.12. angerufen: ob die Genehmigung des Schornsteinfegers schon da sei. Nein. Intensives Gelaber, dann: ja, morgen zwischen 14 und 17 Uhr kommt jemand. Unmittelbar vor Heiligabend ist das sowieso ein beschissenes Zeitfenster, aber was soll's. Nur: es kam keiner. Der angelallte Unitymedia-Außendienstler meinte, er versuche zu helfen - wie sich später herausstellte pures Gelaber. Aber unter dem Strich hatten wir über Weihnachten das Haus voller Leute, deren Kinder gerne mal ferngesehen hätten. Ich habe diese Scheiße widerrufen und werde mir eine Schüssel aufs Dach stellen, sofern ich nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreibe und zur Telekom wechsele. Eigentlich wollte ich diese nahöstliche Unsitte nie mitmachen.... Blue Rays etc.konnte man natürlich sehen. So bekam ich, obwohl meine Midlife Crisis bereits Jahrzehnte zurück liegt, den dazu passenden schwedischen Film "Männer im Wasser" geschenkt. Ganz nett, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. The full monty war schon erheblich besser. Doch: zwei Sachen blieben haften: "Ulrich von Heesen" spielte mit - der ist ja halber Schwede, was mir vollkommen neu war. Und ausgezeichnet war teilweise der Soundtrack, der von einer mir vollkommen unbekannten Band "The Soundtrack of our Lives" kam. Wikipedia brachte dann des Rätsels Lösung: vor Jahrzehnten kannte man die als Union Carbide Productions - und die hatte ich bereits im Vorprogramm von Monster Magnet gesehen, gegen die sie natürlich keine Chance hatten, aber dennoch gefielen. Selbst gekauft hingegen habe ich mir (aufgrund einer Stern-Empfehlung!) die "Ruins" von Wolf People - gab es bei Saturn über Ebay zu einem fairen Preis. Die haben es wirklich geschafft, den Sound der späten Sechziger teilweise glaubhaft rüberzubringen. Trotz einiger Hänger also ein sehr erfreulicher Blindkauf.

Zurück zu Unitymedia. Der eingeschaltete Außendienstler hatte zwischenzeitlich nichts, aber auch gar nichts gemacht. Nach dem erfolgten Widerruf meinte er trocken, die Schadensbehebung sei ja Sache der Hausverwaltung. Es ist schon irre, wenn sich faule inkompetente Säcke auf das Glatteis der Juristerei begeben. Ich erklärte ihm, dass er sich irrt, und setzte ihm eine Frist. Dann kam der erste Höhepunkt: Unitymedia mailte am 27.12. einen Brief (auf Briefbogen), dass ein Brief zu mir unterwegs wäre. Bis Donnerstag Abend war keiner hier. Nachdem meine erste Frist ergebenislos verlief, setzte ich Unitymedia eine zweite mit der Drohung, für den Dezember Kürzungen vorzunehmen, sollte der Schaden nicht behoben werden. Nichts. Ich setzte eine weitere bis morgen früh, ansonsten werde ich mir auf Unitymedia-Kosten eine Antennenanlage kaufen. Dann der zweite Höhepunkt. Ausgerechnet als ich mit einem Kumpel in Bieber am Verzellchen war, klingelt mein Handy: Kölner Nummer. Dachte, das wäre ein alter Kumpel und ging ran. Aber es war Unitymedia. In dessen Abteilung war mein Widerruf wohl noch nicht bekannt. Jedenfalls stellte er drei Sachen klar. AEHS behebt den Schaden nur, wenn das OK des Schornsteinfegers vorliegt. Er selbst wird AEHS nicht zur Schadensbehebung anhalten. Und überhaupt könne er gar keine technische Störung aufnehmen. Er empfahl mir, selbst Kontakt mit AEHS aufzunehmen. Es ist unglaublich: da weigern sich diese Drecksschweine von Unitymedia, einen Schaden, den eine ihrer vielen Subunternehmer angerichtet hat, zu beheben. Und gehen nach wie vor davon aus, dass ich weiterhin bei denen Kunde bleibe. Nun, die Frist läuft, die Hausverwaltung hat mir freie Hand gelassen - und spaßeshalber habe ich tatsächlich AEHS angemailt. Das Irre ist: obwohl nur an der NASDAQ gehandelt, ist Unitymedia eine britische Firma. Dann kann man sich ja ausmalen, wie pervers amerikanische Firmen mit ihren Kunden umgehen. Oder ist es nur die Service-Wüste Deutschland? Klar ist: sowas passiert, wenn die EU jeglichen Wettbewerb im Keime erstickt und solchen Vollidioten quasi ein Monopol gewährt. Eigentlich kann man unter solchen Umständen aus jeder Grenzdebilenverwahranstalt sofort Typen in die Unitymedia-geschäftsleitung abordnen, ohne dass das auffällt. Jedenfalls habe ich - denn ich denke nicht, dass Unitymedia auf die Fristen reagiert - einen Brief für morgen an die Geschäftsleitung vorbereitet.

Am Zweiten Weihnachtstag war wieder Krippenwandern angesagt. So wenige Kirchen wie heuer beteiligten sich noch nie - und so wenig los war auch noch nie. Obwohl wenig Neues zu erwarten war, fuhr ich los, um meine neue Kamera weiter auszuprobieren. Schade übrigens, dass es so eine Veranstaltung nicht in Frankfurt gibt. Gleich bei meiner ersten Station, die Heiliggeistkirche in Rumenheim - traf ich auf ein bekanntes Gesicht: den OP-Redakteur Richter. Der erkannte mich jedoch nicht, obwohl unsere damalige Begegnung sehr lustig war. Wie dem auch sei, chauffierte ich ihn netterweise erst zur Pankratiuskirche, dann zur Frz-Ref.Gemeinde. Es macht tatsächlich einen Unterschied, wenn ein investigativer Journalist der alten Schule dabei ist. Der kitzelte aus den anwesenden Aufsichtspersonen interessante Fakten zu den Krippen heraus, die mir total unbekannt waren. Fast überall fehlten die Heiligen Drei Könige. In St.Pankratius waren sie in der Sakristei versteckt. Früher hatte man sie in St.Peter wenigstens weit entfernt von der Krippe platziert, macht man inzwischen aber auch nicht mehr. Und wirklich schade war, dass heuer die Friedenskirche nicht teilnahm. Aber es war ja bekannt, dass der Mensch, der jährlich die internationalen Krippen zur Verfügung stellte, dies jetzt nicht mehr macht.

Langsam kommt alles raus. Einige Zeitgenossen lachen mich aus, wenn ich auf manche Unstimmigkeiten hinweise, weil ihnen meine Lösungsansätze zu abwegig erscheinen. Aber man muss auch mal um die Ecke denken. So wie beispielsweise amerikanische Finanzfachleute gemacht haben. Wenn man sich deren Steuerreform anschaut, muss man zuerst tatsächlich einige Male schlucken, um dann festzustellen: schlechter als das bisherige Modell ist es auf keinen Fall, aber einfacher. Und räuchert nebenbei auch Offshore-Steueroasen aus. Aber gerade, weil es sinnvoll ist, wird es niemals umgesetzt werden. Zurück zu mir. Ich habe mich immer gewundert, wieso die IS-Kämpfer, die sich beim letzten Jahreswechsel an der Kölner Domplatte ausgetobt hatten, sich so wunderbar ausgekannt hatten. Nun kommt heraus, dass Söder wirklich an alles gedacht hatte. So hat er ihnen als (Fehler, Söder: unterbezahlte) Security-Kräfte sprach- und ortskundige Flüchtlinge an die Seite gestellt, die ihnen alle Wege weisen konnten. Und irgendwann einmal wird eine Analyse der Flugdaten jener Tage zeigen, dass es massive Flugbewegungen zwischen den Flughäfen Köln-Bonn (kein Nachtflugverbot!) und Raqqa gegeben hatte. Und da wundern sich noch manche, warum es noch keine Verurteilungen nach den Kölner Übergriffen gegeben hat. Klar, wenn die Täter alle wieder weg sind.

Die Unitymedia-Geschäftsleitung wird angelallt