01/06/2017 - Duell am Buchrainweiher

Buchiger und rainiger geht’s nimmer

Es ist eine Schande: da lebe ich nun schon etliche Jährchen in Offenbach und war noch nie am Buchrainweiher. Kein Zweifel: ideell gehört dieser zu Offenbach. Aber ob er tatsächlich auf Offenbacher oder auf Frankfurter Gemarkung liegt, ist wohl nicht eindeutig. Selbst die Koryphäen von googlemaps, die einfach alles wissen, müssen da passen. Winden sich aber salamonisch aus dieser Falle raus: bei der Expandierung während der Suche wird Frankfurt vorbelegt, bei der Einbettung wird jedoch Offenbach genannt. Wie dem auch sei, auch der Amaschu war - und das als professioneller Poolhopper! - noch nie da. Dann fingen wir das Jahr 2017 also produktiv an, indem wir Köpfe mit Nägeln machten und uns gemeinsam zu einer Foto-Battle dorthin begaben. Vom FTO-Sportplatz, der bekanntlich "Am Buchrainweiher" heißt, ist es nicht mehr weit, aber auf der anderen Seite der Autobahn. Dort angekommen stellten wir fest, dass dieser vereist war. Aufs Eis hat sich jedoch noch nicht einmal mein Sohn getraut. Ein durchaus fotogener Weiher, der einen weiteren Besuch im Sommer verdient - dann vielleicht in Verbindung mit dem Maunzenweiher, der sogar einen eigenen Eintrag in Wikipedia hat. Obwohl unter Obhut eines Angelvereins, kann man den Teich problemlos umrunden. Abgesehen von einem neugierigen Dobermann waren wir die einzigen Poolhopper an diesem arschkalten Tag. Obwohl es sich um eine Battle handelte, ging alles ohne verbale oder körperliche Auseinandersetzungen über die Bühne - die Beteiligten versuchten lediglich, das Optimum aus Motiv und Equipment herauszuholen. Es bleibt sachkundigen Dritten vorbehalten, die Qualität der Fotos der beiden Kombattanten zu vergleichen und zu beurteilen.

Als ich später durch die Fußgängerzone trabte, bemerkte ich, dass der unsägliche Unitymedia-Shop seine Pforten geschlossen hat. Es war früher die Hölle, daran vorbeizukommen - Hundertschaften übler Koberer warteten darauf, arglose Passanten abzuzocken. Nun, was Unitymedia wirklich leistet, hatte ich im letzten Geblöke geschildert. Heute ist übrigens ein Techniker gekommen und hat den selbst verursachten Fehler nach zwei Wochen immerhin mit halbherziger Entschuldigung bereinigt. Und dieser machte mir die betrübliche Mitteilung, dass der Unitymedia-Shop tatsächlich ins Ring-Center umgezigen ist. Scheiße aber auch. Eine ganz andere Dimension hatte eine andere Schließung. Denn einen Tag später mussten wir zu unserer Krankenkasse, mit der ich - abgesehen von dem Chaos, was sich bei meiner letzten Kundenwerbung abspielte- sechzig Jahre hoch zufrieden war. Zu! Geschlossen ohne jegliche Kundeninfo. Allein in den drei Minuten, in denen wir dort waren, kamen sechs weitere Kunden vergebens. Es ist unglaublich, wo sich das Gesindel, das man laut Herrn Rose nicht beim Namen nennen darf, einnistet - hier wahrscheinlich als Controllerbrut getarnt. Beseelt von dem Gedanken, seinen Arbeitgeber öffentlich bloßzustellen, werden die Kommunikationswege abgeschnitten. Allein mir bürdet diese Perversion des Servicegedankens Kosten von knapp 100 € jährlich auf, weil ich alles jetzt postalisch machen muss. Logisch, dass ein von Haus aus asoziales ex-Staatsunternehmen da nicht nachstehen will. Seit über vierzig Jahren habe ich ein Postfach. Seit über vierzig Jahren sorge ich dafür, dass die Deutsche Post Kohle spart! Logisch, dass das nie etwas gekostet hat - wobei: eigentlich hätte ich Geld bekommen müssen. Jetzt bekomme ich einen Brief von einer derartig ungeheuren Perversität, dass ich ihn in Deutschland nicht für möglich hielt. Dafür, dass die Post Geld durch mich Geld spart, soll ich ab dem 1.3. 1,66 € pro Monat an sie abdrücken. Das ist unglaublich, zumal die Einrichtung, in der sich das Postfach befindet, gar nicht der Post gehört. In diesem Zusammenhang fällt das pure Asozialentum aus dem Hause Microsoft kaum noch ins Gewicht. Mein Sohn hat ein Gerät mit Windows 10 - und darin ist doch tatsächlich kein Videoplayer mehr drin. Bei Windows 14 wird wahrscheinlich kein Betriebssystem mehr drin sein. Ach, noch eine Ladenschließung sollte erwähnt werden. Die zweitwiderlichste Franchie-Kette der Welt - Subway - hat ihren hiesigen Laden geschlossen - stand nicht in der Zeitung. Stattdessen ist dort jetzt das gefühlt 125. Wettbüro Offenbachs drin. Nachdem Frey schließt und auch die Warenpräsentation der Esprit-Filiale auf baldige Schließung hindeutet, hat man den Eindruck, Offenbach besteht außerhalb der Shopping-Center nur noch aus Handy-Läden (hatte vor einigen Jahren mal 97 gezählt), Wettbüros und Spielhallen. Während erstgenannte eher der White-Collar-kriminalität zuzurechnen sind (Geldwäsche), trifft man in den beiden anderen Kategorien sowohl hinter (sofern es nicht auf 450 €-Basis auszuplündernde - deutsche - Angestellte sind) als auch vor dem Tresen den echten - internationalen - Abschaum an. Insofern ist mir vollkommen unverständlich, dass Hessen jetzt massiv Spielhallen schließen will. Man beraubt sich der Chance, Abschaum gezielt abgreifen zu können, weil ja nicht klar ist, wo er sich dann aufhalten wird. Beiläufig wurde jedoch in einem Artikel in der OP erwähnt, dass sich immer mehr Kanzleien auf das Spielhallenmetier fokussieren. Also scheint diese Maßnahme von Juirgeunern im Staatsdienst lanciert worden zu sein, um den freiberuflichen Jurigeunern Aufträge zuzuschustern. Ich sage es ja immer wieder: Deutschland ist im Würgegriff des Jurigeunertums.

Aber noch unglaublicher ist die Gutmenschenmafia. Da sieht es so aus, als ob die Kölner Polizei beim letzten Jahreswechsel ausnahmsweise mal gute Arbeit abgeliefert hat - jedenfalls sind nicht wieder dutzende deutscher Maden geschändet worden. Und das einzige, was der Gutmenschenmafia einfällt, ist, dass polizeiintern Nordafrikaner Nafris genannt wurden. Was für ein Augejaule! Ich kann das nicht mehr kommentieren. In diesem Zusammenhang wurde NOCH mehr gejault. Da sagte ausnahmsweise der Bundesinnenkasper was halbwegs Vernünftiges, indem er eine zentrale Bundesstelle, die sich um abgelehnte Asylbewerber kümmert, vorschlägt. Da kriechen die ganzen Landesärsche aus ihren Löchern und lallen, das sei ein Anschlag auf die demokratische Grundordnung. Leute, die einzige Gefahr für die demokratische Grundordnung seid Ihr! Es wird Zeit, dass einer dieser beiden Webfehler im Grundgesetz namens "Föderalismus" beseitigt wird und das ganze Landesgesindel, das sich auf meine Kosten einen lenz macht, in der Versenkung verschwindet. Es reicht, wenn Bundesländer rein ideell existieren. Naja, ein bisschen Wirtschafts- und Tourismusförderung können die schon noch machen.

Bei diesem Wetter kommen auch andere Gestalten aus der Versenkung hervor und machen sich auf der Straße breit. Dass Müllwagen periodisch unsere Einbahnstraßen verstopfen, akzeptiere ich - wenn auch manchmal nur fluchend. Daran, dass unsere diversen Paketdienste auch die größten Boulevards durch parken in der vierten Reihe zu Staus umwandeln, schon weniger. Erst recht nicht das wilde Parken der Pflegedienste überall. Aber bei den jetzigen Minustemperaturen, teilweise in Personalunion mit Schneefall, machen unzählige Dienstleister unsere Straßen unsicher. Ein besonders bösartiger Dienstleister ist AJ aus Hofheim - weiß der Teufel, warum die in Offenbach dienstleisten. Dass es auch Verkehrregeln gibt, hat sich bis dahin noch nicht herum gesprochen. Und ich bin wirklich die Toleranz in Person, aber diesen qualmenden Verbrechervisagen (aus purer Angst vor der Gutmenschenmafia verzichte ich auf deren geographische Einordnung) eine Dienstleistung übertragen? Eher schippe ich selbst das ehemalige KWU-Areal allein frei.

Zu guter (Vor-)Letzt Neues von der ÖPNV-Front. Die Busfahrer wollen pünktlich zum Schulbeginn streiken. Man muss hier, bevor man losröhrt (ich bin natürlich auch Betroffener), mehrere involvierte Gruppen unterscheiden. Da wären zum einen die Ärmsten in der Kette: die Busfahrer selbst, die für ihren verantwortungsvollen Job überwiegend mit einem Hungerlohn abgespeist werden. Klar sind da auch einige Typen bei, die man lieber nicht sehen will, aber unterm Strich sind viele unterbezahlt. Warum? Weil es - auch im Bereich der DB, aber wen wundert das beim Arschfalla? - diverse Busfirmen gibt, die den Markt bzw. dessen Wettbewerb (wahrscheinlich auf Geheiß der EU) kaputt machen wollen und ihrer Fahrer beschissen bezahlen. Warum? Weil die kommunalen Auftraggeber immer die billigste Scheiße beauftragen müssen. Warum? Weil die EU es so vorschreibt. Warum? Weil ein paar verwichste Jurigeuner die Vergaberichtlinien so formuliert haben. Warum? Weil sie von Großkanzleien geschmiert worden sind oder sogar daran beteiligt sind. Es kann kein Zufall sein, dass sich diverse Asoziale mit ihren Kanzleien auf das Vergaberecht spezialisiert haben und wie die Ratten gegen im Sinne des Endkunden (das sind wir!) erteilte Aufträge klagen. Also eigentlich, liebe Busfahrer und liebe Gewerkschafter: warum schädigt Ihr uns? Weil Ihr vor Angst in Eure KiK- bzw. maßgeschneiderten Hosen scheißt, wenn Ihr gegen die Großkanzleien vorgehen müsstet? Habt Ihr vergessen, dass wir alle im selben Boot sitzen? Oder sind die Gewerkschaftsbonzen ebenfalls von diesen Kanzleien geschmiert worden? Mittlerweile kuriseren Listen der Linien, die voraussichtlich nicht bestreikt werden. Kurioserweise werden die von Gesellschaften betrieben, die ihre Fahrer halbwegs anständig bezahlen. Die will die EU auch noch irgendwie aus dem Amrkt eliminieren. Da kommt mir doch diese dänische Tucke aus dem EU-Kommissariat mit ihrer großen Schnauze in den Sinn. Öffentlichkeitswirksam wird im Sekundentakt die Steuernachforderung an Apple hinaus posaunt. Jeder weiß, dass das Hornberger Schießen wirksam ausging im Vergleich, was im Apple-Steuerstreit heraus kommen wird. Am Ende bleiben vielleicht 5.000 € Strafe übrig, die durch Sozialarbeitsstunden abgeleistet werden. Und während hier alle Resourcen für eine derart schwachsinnige Sache vergeudet werden, geht der echte Wettbewerb überall den Bach runter. Und selbst wenn es bei dieser Strafe bleiben sollte (selten so gelacht): was wird sich für uns Verbraucher ändern? NICHTS. Aber zurück zum Nahverkehr. Auf die Frage: "Wer soll denn letztendlich höhere Löhne bezahlen? Der ÖPNV-Nutzer?!" liegt die Antwort doch auf der Hand: wenn man bei der Vergabe kurz das Hirn einschaltet und nicht stur nach EU-Richtlinie ÖPNV-Leistungen vergibt, ergibt sich unterm Strich sowieso eine riesige Ersparnis, dass man nicht nur vernünftige Gehälter zahlen, sondern auch den Fahrplan verbessern kann.

Er ist wieder da. Ich meine jetzt den Film. Habe ich mir mal gegönnt und ich muss sagen: ausgezeichnet. Die Anleihen beim "Untergang" und "Schtonk" waren zielführend. Endlich mal ein deutscher Film, bei dem einem an einigen Stellen das Lachen im Halse stecken bleibt. Die Sachen, die man Adolf in den Mund legt, passen. Echt gelacht habe ich an den Stellen, wo gezeigt wird, was für undeutsches Gelumpe sich in der NPD verbirgt (muss man auf AfD etc. übertragen). Auch einen anderen deutschen Film muss ich mal loben: "Who am I". "22" war natürlich besser, aber endlich mal wieder ein spannender einheimischer Film. Nachdem ich den Soundtrack aus "Männer im Wasser" so gelobt hatte, habe ich mir die "Communion" von TSOOL zugelegt. Unterm Strich sehr solide - und mit "Fly" ist dort sozusahen der beste Song, den weder Oasis noch die Lightning Seeds je macht haben, drauf.