05/11/2017 - Legoland Billund

Manchmal kommen aber auch gute Sachen rein

Anhand der schleppenden Aktualisierung dieser Rubrik mag man ersehen, dass ich mich von einer Stellenausschreibung, in der Rentnern eine sinnvolle Nebenbeschäftigung angedient wurde, habe angesprochen gefühlt. Darüber hinaus wurde ich von HP verarscht, aber was soll man auch von einer von einer Frau geleiteten IT-Firma erwarten. Dass ich auf einem geliehenen HP Pavilion 6g den Akku-Ladestand nicht prüfte, ist eine Sache. Dass ich beim Blöken in Schriftform keine Zwischenspeicherung machte, auch. Dass das Scheißding im Gegensatz zu professionellen PCs aber weder eine Warnung ausgab noch eine Speicherung durchführte, bevor es den Geist abgab, geht gar nicht. Hat mich fast eine Stunde gekostet. Demnächst muss man sich bei größeren Anschaffungen nicht nur vergewissern, ob Jurigeuner in der Geschäftsführung herum lungern, sondern ob da auch Frauen mitgeschleppt werden. Hass der Frauenquote! Wie dem auch sei, wenn die Zeit reicht, blöke ich halt vor mich hin. So waren wir über Ostern spontan nach Jütland gereist. Eigentlich hasse ich es, derartig weite Fahrten mit dem Auto zu unternehmen, aber die Hinfahrt an Karfreitag ging relativ glatt über die Bühne, obwohl meine Familie morgens die Klüsen einfach nicht aufkriegte und wir somit auf Höhe Soltau zwei Staus mitnehmen mussten. Erster Zwischenstopp war Flensburg-Weiche, um möglichst viel Sprit aufzunehmen. Die dortige Kampfbahn - Bühne meiner öffentlichen Vereidigung! - war abgeschlossen wie Fort Knox, sodass man nur mehr schlecht als recht über den Zaun fotografieren konnte. Zweiter Zwischenstopp war Christiansfeld. Nachgewiesenermaßen haten wir hier vor langer Zeit geheiratet, wussten aber nicht mehr, wo. Eine Frage im Touristenbüro (alles jüngere Leute) wurde kurioserweise so beantwortet, dass man hier gar nicht heiraten könne. Sehr merkwürdig, aber Wikipedia brachte die Lösung: Christiansfeld wurde vor zehn Jahren nach Kolding eingemeindet und verfügt über kein Rathaus mehr. Andererseits wurde Christiansfeld zwischenzeitlich als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet; uns war seinerzeit die Wichtigkeit dieses Ortes gar nicht aufgefallen. Nach einer ausgedehnten Sightseeing-Tour ging es dann weiter nach Vejle. Das dortige Vejle Center Hotel ist ok, das Frühstücksbufett ist ausgezeichnet. Weniger ok sind die Essenspreise in Dänemark. Für das, was wir in verschiedenen Schnellimbissen oder in Vivaldi-Cafés ausgaben, kann man hier beim Sternekoch tafeln. Am Samstag wurde erst einmal die birmanische Gemeinde in Bramming besucht, zu der auch Aktivisten des 8/8/88-uprisings gehören. Nur die avisierten Mönche hingen buchstäblich noch in der Luft. Weiter ging es nach Esbjerg. Das neu eröffnete Shopping-Center Broen ist bei weitem nicht so groß wie erwartet, außerdem hätten wir Superschnäppchen während der Premierenwoche erwartet. Dafür konnten mennesket vad havet begeistern (Fotos im PoI-Teil). Nicht nur Touris, sondern auch Einheimische tummelten sich dort. Wenn ich schon mal da war, ging ich auch in die Blue Water Arena zum Spiel gegen Horsens. Dass es um nichts mehr ging, erkannte man am geringen Zuschauerzuspruch (ca. 3.200). Trotzdem erwiesen sich die Catering-Stände als total überfordert, auch die Security ließ sich nicht erweichen, mich zu den billigeren Plätzen durchzulassen, um die Gegengerade ablichten zu können. Das Spiel war eher schwach und endete unter dem frenetischen Applaus der knapp vierzig Horsens-Fans 0:1. Da meine Frau schon vorher Richtung Hotel abgedüst war, nahm ich die Bahn, was auch recht stressfrei vonstatten ging. Abartig ist in Dänemark die Eintönigkeit des rollenden Equipments - ob IC oder Regionalbahn, alles Gumminasen. Am Pfingstsonntag ging es erstmals mit Nachwuchs ins Original-Legoland, wo wir seinerzeit einen Teil der Vorflitterwochen begangen hatten.

Im Vorfeld konnte man sich erst einmal über das Jurigeunertum echauffieren, die ihre Probleme (die es ohne sie ja noch nicht einmal geben würde!) auf mich abwälzen. Mein Sohn ist Mitglied im Lego-Club und hat als solcher einmal jährlich freien Eintritt im Legoland Günzburg. Ich mailte den Lego-Club an, wie es in Billund aussieht. Umgehgende Antwort: keine Ahnung, da man die Legoländer an eine britische Firma ausgesourcet habe. Eine Anfrage auf englisch muss bei einem Controller oder Jurigeuner gelandet sein, es gab jedenfalls keine Antwort. An der Kasse in Billund dann das große hilflose Gegrunze. Bis dann mal eine leitende Oberkassiererin nach etlichen Telefonaten mitteilte, wir hätten uns vorher einen Gutschein besorgen sollen. Somit erwies sich Lego wieder mal als Asozialenverein. Ihr verwichsten Ärsche, mich interessiert nicht, wie Ihr Eure Wirtschaftsteileinheiten hin und her schiebt, um auf meine Kosten Steuern zu sparen! Ich denke nicht, dass ich unter diesen Umständen noch einmal ein legoland frequentieren werde. Dank des Wetters war es nicht besonders voll, dennoch schafften wir es nicht, alle Attraktionen wahrzunehmen, leider schafften wir auch den Aussichtsturm nicht. Gegenüber unserem letzten Besuch hat sich etliches verändert, viele Sachen gibt es aber auch in Günzburg. Leider mussten wir tags darauf wieder die Rückreise antreten. Einen geplanten Besuch der Tolk-Schau mussten wir abblasen, da hinter der Grenze ein Unwetter tobte. Die Mammutstaus bei Soltau umfuhren wir auf der B9, wo wir uns mit heidekartoffeln eindeckten und in Celle Station machten (Schloss leider eingerüstet). Ab Hannover verloren wir dann knapp drei Stunden, ohne dass sich auf diesem Abschnitt Unfälle ereignet hätten, auch die Baustellen waren nicht nennenswert. Dennoch ging es mal für eine halbe Stunde nicht weiter, dann konnte man von einer Minute auf die andere mit 160 rasen, um nach zwanzig Kilometern wieder in einem unmotivierten Stau zu landen. Ich werde das nie begreifen. Da war das dänische Fahren mit maximal 130 doch weitaus entspannter, obwohl es da natürlich auch Assis gibt, die unbedingt ihre Microschwänze vorführen müssen.

Da es im Kunstlanding zu Aschaffenburg eine Lichtkunstausstellung "… dem Licht auf der Spur" gab, bin ich am Samstag zuvor mal hin. Waren ein paar nette Sachen drunter, aber sensationell war es beileibe nicht. Weiter wie avisiert in den Würzburger Kulturspeicher, um zu sehen, was da so von Grossberg hängt. Trotz der Mammutbaustelle auf der A3 ging es recht zügig, nur ein Nissan Qashqai mit CR M 1010 nervte durch eine permanenten unangekündigten Spurwechsel alle anderen Verkehrsteilnehmer und hemmte den Verkehrsfluss um wahrscheinlich 10 km/h. Naja, wer so einen Wagen fährt … In Würzburg selbst gestaltete sich die Parkplatzsuche recht anspruchsvoll, da sich auf dem Talavera-Gelände eine Kirmes ausbreitete. Das Innere des Speichers konnte dadurch gefallen, dass ein Großteil der früheren Innenarchitektur sehr gekonnt integriert war. Tatsächlich beschränkt sich der bestand an Grossberg-Bildern auf exakt zwei Stück, von denen gerade mal eines ausgestellt war. Aber allein der "Brückenkopf der Alten Mainbrücke" lohnte das Kommen. Erfrischend war darüber hinaus, dass man hier wirklich kundiges Aufsichtspersonal antraf. Welch eine Wohltat zum sonstigen "Isch nix verstehen"-Security-Gesocks. Weniger ersprießlich war die Tatsache, dass auch hier wieder übelste Rentnerausplünderung betrieben wurde. Leider spann mein Navi ab jetzt komplett, sodass ich das Sportzentrum Am Hubland nur verspätet erreichen konnte. Aber ich hatte nichts verpasst. Die Tore zum 3:0 von Kickers Würzburg II vs SV Erlenbach vor ca. 110 Zuschauern fielen erst in der Schlussphase. Das Spiel war ok, der Ergebnis sicher um ein Tor zu hoch. Es gab brauchbare (Rentner-)Tickets, aber kein Programm. Die Wurst war grundsätzlich ok, aber in Franken erwartet man einfach mehr. Gekickt wurde übrigens auf Rasen auf Platz 3 (Kapazität c. 3.000, da etliche Stufen auf der Hauptgeraden). Die übrigen Plätze haben auch alle Rasen und Flutlicht, aber keine Spur irgendwelchen Ausbaus. Auch auf der Rückfahrt gab es keine Probleme mit dem Verkehr - langsam wird mir die A3 unheimlich. Aber umso mehr Probleme gab es tags darauf. Mit einer Bekannten, die wir in Fechenheim aufnahmen, sollte es zum Ostermarkt auf der Ronneburg gehen - ich wollte mich kurz zum mutmaßlichen Gruppenliga-Aufsteiger Neuwiedermuß verpissen. Aber was sich auf der Hanauer Landstraße abspielte, spottet jeder Beschreibung. Obwohl alle Stauwarner freie Fahrt signalisierten, gerieten wir kurz hinter Frankfurt in einen bösen Stau, in dem es maximal trippelschrittchenweise weiter ging. Einige Fahrer verloren die Nerven und ergingen sich in waghalsige Wendemanöver. An der Kreuzung nach Bischofsheim erkannte man dann den Grund. Verglichen mit anderen Bundesländern haben wir hier das Glück, dass Hessen Mobil die hiesigen Autobahnbaustellen bei allem Ärger recht professionell managt (was da hingegen in NRW und Niedersachsen abspielt, ist grotesk). Hier jedoch hatte sie wohl Klone von Schnäuffle, Dumbo Dobrindt und dem Regierungs-Kommunionsanzugaufträger mit der Durchführung beauftragt. Falsche Beschilderung, unsinnige Markierungen und Bauarbeiter, denen unsere und ihre eigene Sicherheit scheißegal waren, verursachten ein nie gesehenes Chaos. Dass nichts passiert ist, grenzt an ein Wunder. Den Fußball konnte ich bei dieser Verspätung abhaken, das Geschehen auf der Burg war aber recht nett. Viele Besucher waren mittelalterlich gekleidet, den Vogel schoss aber eine Frau in Fellbikini ab, die ich gerne fotografiert hätte, wenn sie nicht so eine Neandertalervisage gehabt hätte. Andere Fotos sind im PoI-Teil online.

Den Besuch eines Spiels in Altwiedermus holte ich dann am letzten Sonntag nach. Zwar wollte ich ursprünglich zur LGS Apolda, aber das Wetter war mir doch zu wechselhaft. In Neuwiedermus überraschte der geringe Zuschauerzuspruch - 90 handgezählte Zuschauer (darunter knapp zwanzig Auswärts-Fans) bei einem designierten Aufsteiger (der Abteilungsleiter bestätigte noch, dass sie wirklich aufsteigen wollten) sind wenig. Man siegte verdient 4:1 gegen Viktiroa Nidda II, aber für die Gruppenliga wäre diese Leistung kaum ausreichend. Es gab kein Programm, dafür schmeckten die Hamburger absolut göttlich (hier wich ich buddhaseidank mal von meiner Bratwurst ab, weil die nicht Vertrauen erweckend aussah). Der Rasen-Platz verfügt über keinerlei Ausbau. Da es auch weder Nebenplatz noch Flutlicht gibt, frage ich mich, wo und wann die trainieren. Der Platz liegt malerisch inmitten von Rapsfeldern, so riecht es dann auch. Erwähnenswert wäre noch der Kinderspielplatz, der durchaus einige Auswahl bietet, aber unmittelbar ohne jeglichen Schutz an einem zwei Meter tiefen Bachufer liegt. Beim Stichwort Hamburger muss ich den Burger King erwähnen. Der derzeit angebotene Salso Whopper ist eine Unverfrorenheit: die namensgebenden Zutaten schmecken wie eingeschlafene Füße. Und da Burger King im Gegensatz zu McDonalds weiterhin die Barbeuce-Sauce als Ketchup-Ersatz fakturiert, werde ich um diese Kette demnächst große Bögen machen. Danke, Ihr Controller-Ärsche!

Danke auch an die Controller-Ärsche und die mehrere zehntausend Personen starke Stabsabteilung "Kundenverarschung" von Danone. Gegen die Schweizer Lebensmittelkonzerne habe ich nicht erst seit den Milchpulverskandalen erhebliche Ressentiments. Vor Jahrzehnten war ich z.B. Freund der Lünebest-Produkte. Eines Tages meinten meine Mutter und ich vollkommen unabhängig voneinander, dass das Zeugs plötzlich schlechter schmeckt. Exakt zu dem Zeitpunkt, an dem - wie sich später heraus stellte - Nestlé das Werk aufkaufte. Der Verdacht liegt nahe, dass die Schweizer als erste Amtshandlung Scheiße in die Gärbottiche kippten, um Kosten zu sparen. Wir werden es nie erfahren. Jahrelang war ich dennoch treuer Fan vom Dany Sahne in den verschiedensten Sonder-Geschmacksrichtungen. Natürlich sind 99 Cent im Sonderangebot (der Normalpreis pendelte von 1,29, 1,49, 1,59, über wieder 1,29 auf letztlich 1,79 EUR) für vier Dosen Chemie recht viel, aber die 97 Cent Verdienst gönnte ich Danone trotzdem. Aber um die Weihnachtszeit ging es los: es gab die Chemie mit Zimtgeschmack nicht mehr! Stattdessen wurde mit graphisch abartigen Verpackungen experimentiert. Nun ließ Danone die Katze aus dem Sack. Im Viererpack gibt es nur noch drei uninteressante Geschmacksrichtungen - und die gut schmeckenden nur noch im Doppelpack zum selben Preis. Ohne mich. Keine Schweizer Scheiße mehr.

Heute Morgen wurde mir trotzdem schlecht. Da grinst einem auf einigen News-Sites der Steuerbetrüger aus Bayern an und lallt, es sei zu Unrecht eingelocht gewesen. Dir haben sie doch wirklich ins Gehirn geschissen. In Ländern, die man als zivilisiert betrachten könnte, wärst Du damals umgehend aufgeknüpft worden. Das war doch der Deal damals: Du wanderst ohne Aussicht auf Sozialisierung für ein paar Wochen in den Luxusknast, auf dem Papier für den Steuerbetrug. Im Klartext: Du - nach vorherrschender Meinung - kleine verwichste Kanalratte hast mir mein Geld gestohlen. Und dafür durftest Du die Kohle, die Du eingesetzt hattest, behalten. Schon vergessen? Aber bessser, Du lallst Jurigeuner an statt mich. Und Dein kleiner Scheißverein, was ist mit dem? Sobald es gegen echte Männer geht, verpisst ihr euch zitternd und winselnd aus den internationalen Wettbewerben. Du bist in jeder Beziehung eine Schande für Deutschland. Und es ist wirklich kein Wunder, dass in einem Umfeld, in dem solche Typen wie Du, Winterkron, Raubald, Watzmann, der Gesöff-aus-Thailand-Sack etc. sich tummeln dürfen, solche Sachen wir mit dem Dortmunder Mannschaftsbus passieren. Man sagt ja, dass Ratten andere Ratten anziehen. Wenn man sich jetzt anschaut, was jetzt alles noch hier herum vegetiert und uns das Leben schwer macht, fragt man sich ernsthaft: woran liegt das? Woher kommen die? Sollten die Holocaust-Leugner letztendlich doch Recht haben? Nein, nein, nein und abermals nein. Es muss mit Duldung der Bevölkerung erheblich mehr U-Boote gegeben haben als angenommen.

Nachdem etliche Monate Funkstille herrschte, musste ich bei einer CD-Neuerscheinung zuschlagen. "Risk to exist", die neue Maximo Park ist zwar gewöhnungsbedürftig (Bläser, Anleihen an Bloc Party), bietet aber einige erst nach mehrmaligen Hören als solche zu erkennenden Songperlen. Das letzte Stück ist wieder ein absoluter Oberhammer. Der guten Vollständigkeit legte ich mir auch mit "Clean your clock" das letzte Werk von Motörhead zu. Obwohl man merkt, dass Lemmy nicht mehr der alte war, eine grundsolide Sache. Eine Live-Scheibe von Motörhead kann per se gar nicht verkehrt sein. Erst beim dritten Hören fiel mir übrigens auf, dass Lemmy kurz vor seinem Ableben Altersmilde walten ließ: enthält dieser Live-Mitschnitt doch tatsächlich ein Stück aus "Another perfect day", das neben "Iron Fist" am meisten unterschätzte Album der Truppe. - Musikalisch wäre noch ein Besuch des zweiten Iron Maiden-Konzerts in der Festhalle zu vermelden - Sportkamerad André hat es möglich gemacht (ich selber nehme für Hallen-Zweit- oder Drittbesuche bekanntlich kein Geld in die Hand). Danke dafür! Mit Shinedown im Vorprogramm nervte erst einmal eine tödlich langweilige Amicombo das zahlreich erschiene Publikum (von 7 bis 97 war altersmäßig alles vertreten). Der Hauptact bot eine perfekte Schau mit Übergewicht auf das letzte Album "Book of souls". Die Lightshow war sehenswert. Absolute Scheiße war aber der Sound. Punktabzug dafür. Mir dröhnte noch am Montag der Schädel. Dabei hatte dieselbe Band 2013 gezeigt, dass man in dieser Halle auch vernünftigen Sound bei großer Lautstärke produzieren kann.