05/19/2017 - Muttertag/Großkrotzenburg

Alle 11 Minuten verliebt sich ein Paarhufer

Der Sonntag stand natürlich im Zeichen des Muttertags. Immerhin gab mir eine Veranstaltung im Wat zu Großkrotzenburg, den ich bekanntlich absolut nicht mag, die Möglichkeit, mal wieder im Oberwaldstadion vorbei zu schauen, wenn auch nur zur Zweiten, die Safakspor Hanau II empfing. Laut Kassierer wohnten diesem Spiel gerade einmal acht zahlende Zuschauer bei - ich würde gerne wissen, um welchen Personenkreis es sich bei den restlichen 25 handelte. Das Spiel hätte mehr verdient, denn der Gastgeber fertigte die wackeren Türken mit 11:2 ab. Das Oberwaldstadion ist insofern beachtlich, als es sich um eine vereinseigene Anlage handelt, die über einen massiven Ausbau verfügt und eine Kapazität von 3.500 haben sollte. Negativ dabei ist sicher, dass unter diesen Umständen eine Umwandlung des Hartplatzes auf Kunstrasen eher unwahrscheinlich ist. Auch reichte die Zeit noch für eine unvollständige Umrundung von Emma-Nord, dem benachbarten Teich der Kahler Seenplatte. Ein wahrer Leckerbissen für jeden Gewässerfreund. Vollkommen unwissentlich überquerte ich dabei auch die Landesgrenze zwischen Hessen und Bayern ohne Visum, im PoI-Chapter werde ich das Teil aber in Hessen einordnen. Abends führte uns der Muttertag in den hiesigen Asia Palast. Allerdings hatten neben meinem alter Trainer auch hunderte anderer Offenbacher dieselbe Idee, daher war es brechend voll. Und das Serviceteam hoffnungslos überfordert. Immerhin stand diesmal auch Hummer auf dem Büfett. Niedlich war es am Ende, als einer anderen mitgekommen Mutter auffiel, dass das All you can eat-Menue um 3 Euro teurer als gewohnt war (mir war es tatsächlich entgangen). Angeblich soll es am Eingang gestanden haben (nein, tat es nicht), und neben dem Hummer wurde treuherzig aufgeführt, dass ja jede Mama eine Rose kriegen würde.

Am Abend zuvor übten wir die zweitliebste Beschäftigung der Folterknechte aus Guantanamo und Saidnaja aus: wir schauten den ESC. Einmal pro Jahr darf man sowas machen. Wie im Vorjahr hatten wir uns sogar bereits am Donnerstag die zweite Vorentscheidung gegönnt und ahnten, was uns erwarten würde. Immerhin wurde dort mit den Beiträgen aus Irland (warum nur liefert die Nation mit dem weltweit größten Anteil großartiger Musiker weltweit seit Jahren nur noch Scheiße ab??!!) und wie im Vorjahr Mazedonien extrem jämmerliche Darbietungen eliminiert. Aber auch der Samstag Abend ließ Folterer auf der Suche nach Foltermusik aufjubeln. Über jeden Zweifel erhaben war einzig der kroatische Beitrag (dem Komponisten scheinen alte Marillion-Songs nicht unbekannt gewesen zu sein), den italienischen wünscht man sich ind die Heavy Rotation für jedes Autoradio, der rumänische Beitrag schließlich konnte durch eine bildhübsche "Sängerin" und Loriot-Anleihen gefallen. Das war`s. Dass Darbietungen aus Belgien und der Ukraine, die man normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen würde, von uns als Wohltat empfunden wurden, sagt alles. Aber diese Songs hatten mit dem Ausgang nichts zu tun. Nein, den bestimmten die (mit Dänemark) abartigsten Heulereien des Abends aus Bulgarien und Portugal. Wenn man mir dreimal hintereinander Amar pelos dois vordudelt, verriete ich selbst Söders Geheimabkommen mit dem angeblichen IS. Mit diesem Beitrag vergewaltigte ein Geschwisterpaar, das noch nie einen Ton gesanglich getroffen haben kann, ein komplettes Musikgenre - und die weltweite Öffentlichkeit schaute tatenlos zu. Und nach den irischen, bulgarischen und australischen Darbietungen werde ich nie wieder über Heintje lästern. Warum der deutsche Beitrag wieder floppte: keine Ahnung. Vielleicht stellt es inzwischen sogar ein Qualitätsmerkmal dar, erheblich weniger Punkte als der Drittletzte zu kriegen. Mir ist es ferner rätselhaft, wieso das deutsche Publikum, welches ja im Vorfeld den deutschen Beitrag mit überwältigender ausgewählt hatte, sich im Televoting mehrheitlich für den portugiesischen entschied. Tags zuvor hatte ich einen flüchtigen Bekannten gefragt, dessen legendäres Herumgetobe bei bestimmten TV-Fußball-Ergeignissen noch drei Blöcke weiter zu hören ist, (vor einigen Tagen sagte ich in Unkenntnis dessen, was wirklich im TV lief, nach einer besonders lauten Brüllerei: "Jetzt hat Ronaldo einen Hattrick fabriziert" - und genau so war es auch - wobei der Hattrick nicht lupenrein war!) ob er auch im ESC-Fieber sei. Mit einem Blick, als ob ich die Beulenpest hätte, und hochgezogenen Augenbrauen: "Nein, so etwas sehen wir uns nicht an." Aha. Diese wohl in abschätziger Intention abgegebene Meinung erinnerte mich an einen Vorfall zur Zeit der deutschen Big Brother-Premiere. Im ICE hinterließ mir der vorherige Fahrgast eine Art Bierzeitung, in der die Kandidaten vorgestellt wurden. Es interessierte mich durchaus, was sich da tummelt. Kommen aus Richtung Speisewagen drei Heinis, die zu 100% dem Klischee potentieller Container-Bewohner entsprachen, sahen meinen Lesestoff und wollten mir an die Wäsche, weil ich so etwas Hochgestochenes lesen würde. Nun, zur Ausführung ist es nicht gekommen, aber seitdem weiß ich, dass es mannigfaltiges "Leben" noch unter dem RTL-Niveau gibt. Vielleicht gibt es sowas ja auch unterhalb des ESC-Niveaus. Zum TV-Thema passt eine aktuelle Meldung, wonach die Champignon League bald nicht mehr im Free TV zu sehen ist. Ich frage einmal provokant: hat dieser Zirkus überhaupt etwas im TV zu suchen? Ich fände es vollkommen korrekt, dafür Geld zu verlangen. Und noch besser fände ich es, wenn die Pay TV-Anbieter mit ihrem Geschäftsmodell wieder einmal auf die Schnauze fallen. Es ist wirklich einmal an der Zeit, dass von unserer GEZ-Zwangsbeglückungsabgabe, deren derzeitiges Modell ja vor Asozialentum der Erfinder strotzt, diese Scheiße nicht mehr finanziert wird.

Fußball führt zum Bargeld-Thema. Bekanntlich stehe ich den sog. Arena-Karten extrem ablehnend gegenüber. Letztendlich gewährt man irgendwelchen Ärschen ein zinsloses Darlehen ohne Aussicht - sofern man nicht Dauerkartenbesitzer ist -, die Kohle jemals wiederzusehen. Außerdem stiehlt mir dieses Verfahren meine Zeit, da man ja quasi dreimal anstehen muss (einzige Ausnahme: Hoffenheim, da funktioniert das). Weiter ist das verfahren gesundheitlich äußerst bedenklich. Der Biofilm auf den Kartenleseterminals ist derartig exotisch, dass täglich mit dem Ausbruch unbekannter Seuchen zu rechnen ist. Nicht nur auf Telefonkarten aus ca. drei Dutzend Ländern, sondern auch auf der Schalke-Karte habe ich noch jede Menge Knete. Und nun ist doch der Betreiber der Frankfurter Arena-Karte pleite. Beachte: es handelt sich um ein Geschäftsmodell, was selbst für einen Schwachsinnigen die Lizenz zum Gelddrucken darstellt. Ich wäre nicht überrascht, wenn sich herausstellt, dass sich Betreiber daran bereichert haben. Und genauso wird es kommen, wenn wir ade zum Bargeld gesagt haben. Stellt man mir die Frage, ob ich Staaten oder Zentralbanken vertraue, kann ich nur sybillinisch antworten: mehr als Finanzkonglomeraten. Will sagen, den Euro oder meinetwegen Dollar oder Schweizer Franken packe ich ruhigen Gewissens unter die Matraze. Eine Geldkarte der EZB sogar auch (lassen wir das Datenschutz-Thema mal außen vor). Aber kurze Zeit später werden nach Bargeldabschaffung Zahlungsverkehrstätigkeiten peu à peu ausgelagert werden. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem ich bei einem Guthaben nicht mehr weiß: wer ist eigentlich mein Schuldner (und umgekehrt). Und hier ist der Verarsche keine Grenze mehr gesetzt. Dritte werden meine Guthaben abräumen - und keiner wird es gewesen sein. Geldeintreiberbanden und Großfamilien werden mich bei Minusständen malträtieren - und das Jurigeunertum wird begeistert mitmachen. Bei diesen Visionen kommt der Zusammenbruch von Anbietern bargeldloser Verfahren für den Assi aus dem Finanzmyterium zur Unzeit. Denn der schickt gerade Großfamilien durch Europa mit der einzigen Aufgabe, Geldautomaten zu sprengen. Selbst solche in Tanken sind denen nicht heilig. Einziges Ziel: das Zurverfügungstellen von Bargeld - und sei es durch astronomische Versicherungsprämien - so zu verteuern, dass es niemand mehr macht. Aber nicht mit uns, Schnoiffle!

Denn wir Europäer allgemein und Deutschen speziell sind doch nicht so behämmert, wie man noch am Jahresanfang befürchtete. Nach dem niederländischen Blondchen kackte auch die - reden wir doch halbwegs deutsch - üble französische Ziehgoinervotze ab. Nicht, dass ich mich für Macron begeistern könnte oder mich über ein Drittel der Stimmen für jene Gestalt freuen würde - aber zeitweise wurde anders spekuliert. Auch der Stimmenanteil der Gruppierungen aus dem Spektrum der Leute, die man laut Herrn Romani Rose nicht beim Namen nennen darf, konnte nicht beunruhigen. Das deutsche Volk oberhalb der RTL-Niveau-Grenze hat euch durchschaut! Durchschaut hat es auch Luschy Luschobert Schulz, der Mann, der niemals Recht hat. Was für ein Versager. Es wäre Zeit für eine Rolle rückwärts. Herr Schulz darf wieder in seine komplentativen Eckkneipen-Hinterzimmer und dort mauscheln, was das Zeugs hält. Und der unappetitliche Dicke kommt zurück. Bei allen Antipathien muss man zugeben, dass er den Job des deutschen Außenministers so macht, wie man es sich vorstellt. Damit wäre dann tatsächlich eine Person im Kabinett mit einer Note, die eine Versetzung nicht gefährdet. Ein Bravo ohne ironischen Hintergedanken! Das ist ja auch schon vielen anderen aufgefallen. Mit dem als Spitzenkandidaten wäre die SPD nun ein enstzunehmender Gegner. Im Zusammenhang mit dieser merkwürdigen "Alternative" muss man sich wirklich die Frage stellen: wie weit darf Satire gehen? Nach der Metamorphose der Heute-Show zu einer Merkel-Dauer-Werbekampagne war Chr. Ehring einer der wenigen Lichtblicke dort. Und dieser behauptete doch neulich in einer anderen Sendung, die neue alternative Spitzen-Co-Kandidatin sei eine Nazi-Schlampe? Während man die Schlampe nach Gerichtsaussagen stehen lassen kann, ist die Bezeichnung Nazi für sowas auch in satirischer Absicht zu weit hergeholt. Vielerorts versteht man unter einem Nazi einen aufrechten Deutschen, der - wenn auch manchmal mit fragwürdigen Methoden - für deutsche Werte eintritt. Eine Person, die mich durch ihr Steuerverhalten persönlich schädigt, Lebensformen fröhnt, die in ihrer Alternativität selbst unserer Bauministerin die Schamesröte ins Gesicht treiben, und Haartönorgien à la Wilders veranstaltet, kann man schwerlich als aufrechte Deutsche bezeichnen. Hier wäre eine Entschuldigung angebracht, Herr Ehring.

Gleich zweimal forderte in unserer unmittelbaren Umgebung das Asozialentum auf vier Rädern auf unseren Straßen Todesopfer. Beide Male waren Gestalten, die durch ihr Fahrzeung und/oder ihr Fahrverhalten in nur eine Botschaft unters Volk bringen, nämlich "Alle mal herschauen, wie winzig meiner ist!", die Verursacher. Da selbst mir das Aufjaulen der Gutmenschenmafia und des Jurigeunertums zu gewaltig wäre, wenn ich äußern würde, kein Lappen bis zu einer gewissen Länge, lasse ich es. Aber bei Kötern beispielsweise gibt es doch einen Wesenstest. Dem könnte sich ein Angehöriger dieser Männchengruppe, der einen Wagen mit mehr als 130 km/h Spitze fahren will, unterziehen. Aber wir sind uns sicher alle einig, dass irgendwas passieren muss. Das Microphallie-Problem darf nicht auf dem Rücken Unschuldiger ausgetragen werden! Im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall bei Neu-Isenburg forderte die Polizei andere Verkehrsteilnehmer auf, ihr mitzuteilen, ob der Verursacher bereits vorher auffällige Fahrmanöver produziert habe. Nun, ich verdinge mich sicher nicht als Hilfssheriff, aber ich betrachte das durchaus als öffentliche Aufforderung, dass man auch fürderhin Fahrmanöver, die Dritte schädigen, dokumentiert. So fällt mir auf, dass die Ausfahrt vom Ring-Center auf die Senefelder Str. zu fahrerischen Extremkaprioeln einlädt. Dass die Rechtsabbiegerspur von Linksabbiegern missbraucht wird - geschenkt. Gerne erinnere ich mich jedoch an einen Benz mit F A 9280, der anschließend ohne Blinken und Rücksicht auf Verluste vom Fahrradstreifen auf die Linksabbiegerspur der Senefleder wechselte, dann jedoch vorschriftsmäßig (!) nicht blinkte und bei rot geradeaus bretterte. Am Starkenburgring stand er wieder neben mir und signalisierte mit dümmlichen Grinsen der Welt, was für ein Mikroding er doch hat.