07/21/2017 - Micro-LGS Pfaffenhofen

passt irgendwie überhaupt nicht zum Thema, egal

Endlich mal wieder ein komplett freier Wochenendtag. Gute Gelegenheit, um an diesem Samstag einen Sprung zur LGS Pfaffenhofen zu riskieren, die ja als "Kleine LGS" firmiert und eine entsprechend kurze Daseinsdauer hat. Für diese LGS sollte man die Kategorie "Mickrige LGS" einführen. Für 13 EUR Eintritt (gibt noch nicht mal Feierabendtickets) bekam man eigentlich nichts geboten. Nach drei Minuten munteren Trabens auf dem Hauptgelände fragte ich mich: wann fängt es endlich an - und stand am anderen Ausgang. Und nach 45 Minuten war man außer auf der Ilminsel schon auf dem gesamten Gelände. Zuletzt Alzenau und Kitzingen hatten gezeigt, dass auch eine kleine LGS begeistern kann. Diese hier war sowohl trostlos als auch nichtsnutzig und vergrößert die Menge an besuchten sinnlosen LGS auf nunmehr vier (neben Hanau, Mosbach, Landau/Pfalz). Neben dem LGS-Gelände liegt das Stadion, welches man gegenüber meinem letzten Besuch 2006 vollkommen umgebaut hat. In Pfaffenhofen selbst war die Hölle los, weil auf dem Hauptplatz ein als Internationaler Tag getarntes Freßfest tobte. Das verschreckte mich dann vollends, sodass ich die Heimreise antrat. Hier lief bis auf einen Stau bei Erlangen (der genau im Verkehrsfunk erwähnt wurde, als ich durch war) im Gegensatz zu Hinfahrt alles glatt. Tja, aber die Hinfahrt. Ich hatte den Ferienstart in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden nicht berücksichtigt. Und gerade die Käsköppe fahren ja teilweise wie die gesenkten Säue auf deutschen Autobahnen - da können selbst unsere maghrebinischen Verkehrsteilnehmer noch was "lernen". Den Vogel ab schoss ein SUV-Arsch, der mich in der Hösbacher A3-Einhausung rechts überholte und dann vorbei ziehen wollte durch eine Lücke, durch die kein Mofa gekommen wäre. Immerhin ließ der Vollwichser sich durch mein Hupen davon abhalten. Versicherungsärger mit einem Ausländer: das muss nicht sein. Und ab Biebelried ging absolut nichts mehr (lt. Radio 90 Minuten mehr Fahrzeitverlängerung), sodass ich mich ab Kitzingen durch malerische Landstraßen und Orte fräste, von denen ich noch nie was gehört hatte. Kaum auf der A9 kam die Meldung: Unfall hinter Ingolstadt, zwei Stunden Verzögerung. Damit wären alle meine Zeitpolster überstrapaziert gewesen, also Umplanung. Die Ausfahrt Altmühltal lächelte mich an - und ab ging es zu den Kindinger Wehrkirchen. Hochinteressante Anlagen. Bis Eichstätt teilte ich mir dann die Straße mit Unmengen an Youngtimern, in Eichstätt selbst sah ich in der Ferne auch Ansammlungen von Oldtimern, die sich aber immer auflösten, wenn ich näher kommen wollte. Wieder kein Consul dabei! Bis zum Spiel, was ich eigentlich auf der Rückfahrt mitnehmen wollte, waren es noch zwei Stunden, die ich für einen Stadtrundgang nutzte. Nachdem ich vor zwei Jahren ergebnislos nach der Kapuzinerkirche suchte und daheim beim Studium des vergessenen Stadtplans erstaunt feststellte, dass ich direkt daneben geparkt hatte, bereinigte ich diese Altlast zuerst. Hoch zur Willibaldsburg, wo ich zuletzt 1982 war. Rein wollte man mich nur in Verbindung mit einem Museumsticket lassen, wofür mir aber wirklich die Zeit fehlte (für Kloster Rebdorf leider auch wieder). Der zugängliche Hortus Eystettensis war allerdings ein gärtnerischer Überhammer mit mehr Substanz als die o.g. LGS. Ich sah von dort aus, dass sich auf dem Rathausturm Volk tummelte. Also runter zum Rathaus, wo mir ein griesgrämiger Büttel beschied, dass der Turm nur zu Sonderführungen für illustre Gäste geöffnet sei. Wahrscheinlich alles Jurigeuner. Mich umblickend bemerkte ich, dass ich mich mitten in einem Festgetümmel befand: der Volksmusiktag Mittendrin ließ es überall dudeln, jodeln, stampfen und brummen. Und Büdchen mit Verzehr gab's auch. Ich verzog mich zur Residenz, wo ich jedoch feststellen musste, dass die Termine für öffentliche Führungen absolut nicht Fußball-kompatibel sind. Scheiß was drauf: wo die Türen nicht zu waren, habe ich reingeschaut, aber doch die Prunksäle doch nicht gefunden. Dann wurde es langsam Zeit, dem ersten Regionalligaspiel des VfB Eichstätt beizuwohnen. Auch wenn der Ground durchaus Flair hat, erscheint er mir für diese Spielklasse denkbar ungeeignet. 8 EUR wollten die einem armen Rentner abknöpfen, es gab aber ein brauchbares Programm und halbwegs akzeptable Tickets. Was es jedoch nicht gab, war bezahlbares Essen. 3,50 EUR für eine Bratwurstsemmel sind schlicht unverfroren. Dafür tauchte Verbandspräsident Koch auf, der sich von anderen Hoppern (incl. Alex aus der Nachbarstadt) in wilde Diskussionen verwickeln ließ. Buddhaseidank hat mich niemand von der Großkopferten erkannt, sodass der Eichstädter Präse mir die Kamera für ein Erinerungsfoto in die Hand drückte. Hätte mir auch noch gefeht, mit einem Jurigeuner auf einem Gruppenfoto zu sein. Das Spiel selbst war durchschnittlich und endete vor 1250 Zuschauern 2:2, wobei der Gastgeber drückend überlegen waren. Die Gästeführung in der 45. Minute resultierte aus einem Handelfmeter, dessen Berechtigung nur durch die Sinnlosigkeit bei der Verursachung übertroffen wurde. Der Ausgleich wiederum resultierte aus einem Lupfer von der Mittellinie. Also ein glücklicher Punkt für die Unterföhringer Gäste (ebenfalls ein Aufsteiger), die ohne erkennbaren Anhang anreisten, sodass das Gästeblöcklein frei blieb.

Die Kunst führte uns tags darauf nach Seligenstadt. Zum einen galt es, zwei Wissenslücken zu stopfen. Da war einmal die Schiffsbrücke von Buhry, die sich bislang immer vor mir verbergen konnte. Diesmal haben wir sie erwischt: geiles Teil, direkt neben dem Klärwerk. Wer also irgendwelche Probleme zu klären hat, kann sich auf den Weg hierher machen. Dann wusste ich, dass hier irgendwo ein Balkenhol hängen sollte. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass dessen Figuren Adam und Eva direkt aus der Klosterapsis auf den Klostergarten blicken. Diese Figuren hätte ich mir irgendwie "balkenholiger" vorgestellt, wie in Kassel oder Mainz meinetwegen. Das angesprochene Ehepaar hatte uns aber einen echten Skandal zu vermelden: neben der Marienkirche hinge ein Jesus an einer Eisenbahnschiene, den ein polnischer Künstler der Stadt vermacht habe. Nun, der mag für ein rurales Publikum tatsächlich recht hart wirken - aber so war es seinerzeit ja auch. So eine Kreuzigung ist kein Ponyhof. Letztendlich ging es zur Ausstellung Quadrate im Klosterhof. Bis auf das begehbare Gitterobjekt, das fetzt, alles recht nett. Aber der letzte Kick fehlte. Da erwarte ich von der Documenta oder den Kunstachsen erheblich mehr, wo ein Kunstorgasmus übergangslos dem nächsten folgt.