08/16/2017 - Kanakertum in Hessen

Google kann mit dem Wissen nix anfangen

das musste mal klargestellt werden

Als wir auf der Rückfahrt von Dänemark zu Ostern in Celle Station machten, wurde ich auf die Lichtkunst-Ausstellung "Signal" in Celle aufmerksam. Eine Fahrt zu einer Rugby-Veranstaltung in Hameln bot vor zwei Wochen eine Gelegenheit zu einem Abstecher nach Celle. Tagsüber im Museum: ganz nett, aber mehr nicht. Immerhin konnte man mit der Karte auch in Bomann-Museum nebenan. Aber nachts boten sich ganz neue Perspektiven, da konnte man sich für die Objekte begeistern. Aus irgendeinem Grunde hat sich Celle der Lichtkunst verschrieben, denn beim dortigen Bahnhof handelt es sich doch um den einzigen Lichtkunst-Bahnhof Deutschlands. Waren durchaus einige sehenswerte Installationen darunter. Ein Abstecher nach Wietze war auch noch drin. Das dortige Erdölmuseum war ein Hammer. Ich hatte es für mich allein. Allein unter alten Fördertürmen - immerhin handelt es sich um ein uraltes (noch nicht komplett leer gepumptes) Fördergebiet, das, als es aktiv war, sich nicht vor seinen amerikanischen Konkurrenten zu verstecken brauchte. Die Krönung wäre gewesen, wenn auch die dortige Feldbahn gefahren wäre (auf Dreischiengleisen!), aber das ist für nächstes Jahr geplant. Aber auch so ein Museum, dessen Besuch ich jedem uneingeschränkt empfehlen kann. Nur habe ich keine Ahnung, wo man parken könnte, wenn mehr als zehn Fahrzeuge dort anlanden. Fußball wurde am Freitag Abend auch geboten. Nachdem ich mir einige Grounds im Kreis Celle angeschaut hatte, blieb ich im Lachte-Stadion zu Lachendorf hängen. Ein bisschen Ausbau gibt es hüben wie drüben in Form von Stufen und Anhebungen, sodass die Kapazität bei 2.500 liegen sollte. Eintritt wurde nicht kassiert, immerhin konnten sich die ca. fünfzig Zuschauer an Bockwurst zu volkstümlichen Preisen delektieren. Der Gastgeber (Aufsteiger) verlor sein Auftaktspiel in einer relativ guten Begegnung verdient mit 1:3. Als Nachtdomizil hatte ich aus dem Bauch heraus das Hotel Atlantik in Celle auserkoren. Und das war vollkommen richtig. Das Frühstücksbüffet war klasse. Und der Inhaber, ein echter Schotte, erwies sich als Stimmungskanone und Elvis-Fan. Das ganze Hotel voll gepflastert mit Elvis-Memorabilia. Von wem wohl die Musik zum Frühstück kam?

Gutgelaunt ging es nach diesem Frühstück zur Leibniz-Bibliothek in Hannover. Wegen des Maschsee-Festes waren so viele Straßen gesperrt, dass Navi und ich den Überblick verloren. Dennoch erreichte ich pünktlich das Ziel, wo der Goldene Brief aus Birma (UNESCO-Kulturerbe) ausgestellt wurde. Eine kleine, aber äußerst gelungene Ausstellung, die nur einen Nachteil hatte: mangels Werbung kommen keine Besucher - hätte uns nicht eine in Hannover lebende Landsfrau informiert, wäre dieses Kleinod auch an uns vorüber gegangen. Weiter ging es über eine Bundesstraße nach Hameln. Hier müssen sich auch wieder Vollidioten ausgetobt haben. Es gab keinen Stau. Aber sämtliche Ampeln waren so beknackt geschaltet, dass man sie mitnehmen musste und so ein Add-on von 50% auf die berechnete Fahrzeit hinzukam. Schade, dass man nie erfährt, wer diese Vollidioten in persona sind. Abends konnte dann eine Lücke geschlossen werden, worauf ich schon seit über vierzig Jahren zuarbeite: endlich konnte ich ein Fußballspiel im Kreis Minden-Lübbecke sehen. Somit habe ich (den Gebietsreformen sei auch Dank!) alle Kreis und kreisfreien Städte (die Exklave Büsingen ausgenommen) in Deutschland komplett! Geschafft habe ich das im Sportzentrum Tengern, wo der dortige FSV am frühen Abend vor ca. 120 Zuschauern zum Westfalen-Pokal die Sportfreunde aus Burgsteinfurt empfing - und mit 2:1 gewann. Da ich eine Verlängerung erwartete, bin ich ca. fünf Minuten vor Schluss abgehauen und verpasste das entscheidende Tor in der 89: Minute - ein Eigentor. Der Ground kann gefallen. Eine gerade wird komplett von einer dreistufigen Stehtribüne eingenommen. Eine Anzeigetafel und gute Wurst gibt es auch noch.

Hopping kann manchmal richtig ätzend sein. Es ist traurige Realität, dass der Kunstrasen-Nebenplatz 1 offizieller Spielort von RW Frankfurt II ist (wie sich die Zeiten ändern - ich kann mich gut daran erinnern, als die Erste noch in der Bezirksoberliga kickte). Und da ich zwar schon mal beim Nebenplatz 2 aufschlug, nicht jedoch auf 1, war ein besuch unumgänglich. Zu meiner Verblüffung traf ich neben ca. 100 Zuschauern beim Kick am Sonntag gegen den FV Bad Vilbel auch Tommy an, so konnte man die Zeit auch mit Sabbeln totschlagen. Obwohl: das Spiel war durchaus ok; aber der Ground: trostloser geht es nimmer. Die beiden Geraden begehbar und mit Werbebanden-freiem Stankett versehen, das war's. Kein Catering. Aber dafür wurde nicht kassiert. Zu allem Überfluss stieg mein Navi während der Fahrt aus, sodass ich ca. zehn Minuten zu spät kam und sämtliche Tore verpasste. 2:1 für die Gäste ging es aus. Aber ein zweites Mal werde ich hier sicher nicht aufschlagen. Meine Hoffnung, mal das Petrihaus fast nebenan geöffnet vorfinden zu können, erfüllte sich natürlich auch nicht.

Wie bei AfD'lern ist auch bei manchem Kanaker die Schicht, die die Zivilisation über den eigentlichen Kern gelegt hatte, sehr dünn. So erlebte ich gestern im Aldi zu Obertshausen, dass ein mittelalter Mann mit Migrationshintergrund seine Bälger noch nicht einmal ansatzweise mit den Grundzügen zivilisierten Benehmens vertraut gemacht zu haben schien. Da sich das Aldi-personal, zu dem wir noch kommen werden, außerstande sah, dem Treiben ein Ende zu setzen, ermahnte eine deutsche Dame die Blagen allerhöflichst, das Toben auf den Spielplatz zu verlegen. Das sinnlose getobe, was der Kanaker dann hinlegte, war bemerkenswert, der pöbelte die Frau in einer Lautstärke an (zugegebenermaßen auf fließendem Deutsch und nur geringfügig gutturaler Untermalung), dass man das noch in Heusenstamm hören musste. Da das erwiesenermaßen das Verhalten von Vätern ist, die daheim ihre Kinder misshandeln, sollte sich das Jugendamt da doch mal einschalten. Während sich eine endlose Schlange vor der einzigen geöffneten Kasse gebildet hatte, putzten zwei Aldianermäuschen seelenruhig den Fußboden im Kassenbereich, während ein vierter seinen Palettentransporter ohne weitere Aktion hin und her schob. Auf die Idee, mal eine weitere kasse zu öffnen, kam niemand. Und die Kunden waren wohl alle von diesem Tobsuchtsanfall konsterniert, dass keiner aufmuckte. Und heute Kanaker zum zweiten. Als ordnungsgemäß blinkend auf der Erich-Ollenhauer-Straße (anscheinend eine Hochburg für fahrerische Flachwichser, hierüber musste ich ja schon mal berichten) die Einfahrt zur Geschwister-Scholl-Schule nach links ohne Gegenverkehr ansteuerte, überholte mich ein Kombi mit OF AS 2501. Eine Vollbremsung hinlegend habe ich sicher geflucht. Während ich dann reinfuhr, wendete der Kanaker am Straßenende durchgezogene Linien ignorierend, fuhr an mir vorbei und parkte im Halteverbot. Nun wird's interessant, dachte ich und parkte meinerseits auf dem dafür vorgesehenen Standstreifen. Ich ging am Kombi vorbei, dann wurde die Fahrertür aufgerissen - und ich wurde ankanakert, man hörte das Wort Arsch in vielen Variationen. Auf meine Frage, wo er denn den Führerschein gemacht habe, zog er die Kanaker- und Gutmenschen-Trumpfkarte: ich sei ja ein Ausländerhasser! Mit einem lautstarken Irrer Arschwichser verabschiedete ich mich, da wirft mir der Kanaker doch noch etwas hinterher, was aber das ihn betreffende Haltverbotsschild erwischte. Ein deutscher Zeuge, der aus seinem blauen Kompaktwagen das alles beobachtete, fuhr mit angsterfülltem Gesicht schnurstracks weg. Ich ging dann zur Ladenzeile und beobachtete, dass der Kanaker zu meinem Wagen ging. Als ich wiederkam, stand der Kombi immer noch im Haltverbot, nur der Fahrer mit ungeklärter Provenienz war nicht mehr zu sehen. Stattdessen telefonierte ein Albaner neben meinem Wagen wild herum. Die Ähnlichkeit mit meinem alten Kumpel Drini (vor langer Zeit mal bei der Albanermafia) war verblüffend, aber er war es nicht - und da wollte ich nicht stören. Es ist unglaublich, was Buddha uns alles zumutet in diesem Leben.

Das Spiel selbst war wieder nichts für schwache Nerven. Es ging gegen den souveränen Tabellenletzten vom VfB Offenbach, den wir im Hinspiel mit 11:1 geputzt hatten. Aus gesundheitlichen Gründen wollten wir Arecar nur ca. zehn Minuten spielen lassen. Er erzielte auch das 1:0 - aber nach seiner Herausnahme spielte die Abwehr auf G-Jugend-Niveau. Jeder Wiking-Führung folgte der umgehende Ausgleich. In der 47. Minute hieß es gar 4:5. Wenigstens rettete Jakob noch mit wuchtigem Freistoß ein 5:5-Remis. Aber es kann nicht sein, dass eine derartig sturmschwache Mannschaft über ein Drittel ihrer Tore gegen uns macht. Kurioserweise verbesserten wir uns sogar auf den sechsten Tabellenplatz.