09/22/2017 - LGS-Terror

Dann lieber Offenbach als diese Kriminellenschmiede

Die letzten drei Wochenenden waren der pure Gartenschau-Terror. Dadurch habe ich es erstmals seit 2006 geschafft, alle Bundes- und Landes-Gartenschauen eines Jahres zu besuchen. Die Tatsache, dass wir am vergangenen Wochenende ein Turnier mit ausreichend Zeitpuffern in Wiedenbrück hatten (welches wir als 6. von neun Mannschaften beendeten - und dabei sämtliche Begegnungen der Trostrunde siegreich absolvierten), nutzte ich zu einigen anderen Aktionen. Da wäre einmal der bereits angedeutete krönende Abschluss der diesjährigen Gartenschau-Reihe mit dem Besuch der LGS Bad Lippspringe am Samstag. Die Parkplatzsituation erwies sich als optimal. Mangels profunder Ortskenntnisse (tatsächlich war ich merkwürdigerweise in dieser Stadt noch nie zuvor) suchte ich zuerst den kleineren Teil im Arminiuspark auf - und war ziemlich enttäuscht. Zum einen über den horrenden Eintrittspreis von 17 € (incl. Rentnerausplünderung), zum anderen über die Winzigkeit des Geländes. Mit dem Besuch des zweiten Veranstaltungsortes im Kurpark änderte sich das jedoch. Ein sehr weitläufiges Areal erwartete die (sehr vielen) Besucher mit einem optimalen Verhältnis zwischen bearbeiteten Anlagen und naturbelassenem Gelände. Die mir zur Verfügung stehenden zwei Stunden waren sehr knapp. Auch das Wetter spielte mit. Ground- und Kirchenspotting waren ebenfalls angesagt. Die Evangelen hatten natürlich ihr Bauwerk wieder dicht, wohingegen bei den Katholiken eine Kindstaufe innerhalb einer Großfamilie für eine prall gefüllte Kirche sorgte und mich sozusagen zu einem Blitzbesuch nötigte. Und das hiesige Kurwaldstadion (alias Hatta Sportpark) konnte sich durch seine vergammelte Struktur und vielen Stufen eine Topnote verdienen. Abends war sogar noch Zeit für ein Spiel in einem sehr merkwürdigen Stadion. Der BSC Rheda empfing in der Tönnies Arena (Kapazität 4.252) vor ca. 35 Zuschauern die Zweite des TV Gütersloh. Auf zwei Seiten stehen Bundesliga-reife Tribünen, eine Hintertorseite ist für die gegnerischen Fans reserviert und bietet Knastcharakter pur, die vierte Seite ist zwar ohne jeglichen Ausbau, aber aufgrund der Tönnies-Werksgebäude (mich begeisterte speziell das sich drehende Firmensymbol auf dem Dach) dahinter durchaus fotogen. Seitens der Offiziellen bekam ich zwei Anschisse. Einmal habe ich wohl zu heftig an einer verschlossenen vermeintlichen Eingangstür gerüttelt. Und zweitens wurde sehr kritisch hinterfragt, warum ich denn fotografieren würde. Das sei auf Privatgelände untersagt. Ich scheiße hiermit zurück (um des lieben Friedens willen hatte ich mich im Stadion zurück gehalten). Erstens: wenn die Security intellektuell in der Lage wäre, mir den korrekten Weg zu zeigen, hätte sich das Gerüttel erübrigt. Und zweitens - ohne sich jetzt in juristische Untiefen bewegen zu wollen - ist gemäß der dort überall aushängenden Hausordnung das Fotografieren für nichtgewerbliche Zwecke uneingeschränkt erlaubt. Und es schert mich einen Scheißdreck, wenn man mit der Abbildung des Verwaltungsgebäudes nicht einverstanden wäre, zumal googlemaps es einwandfrei zeigt. Das Spiel endete 0:8, wobei ich in der 80. Minute ging und so die letzten drei Buden verpasste. Es gibt einfach Grounds, bei denen man froh ist, wenn man sie verlässt. Das Erstaunlichste bei diesem Spiel war übrigens, dass es in einer Location eines der größten Lebensmittelproduzenten weltweit nichts zu futtern gab - sowohl der Fabrikshop als auch das Stadion-Catering waren geschlossen. Das ist sogar doppelt schade, weil der Preisaushang (umgerechnet) Preise wie 1990 versprach. Abends schaute ich mir etliche Alltagsmenschen an, die Oliver und mich vor sechs Jahren schon begeistert hatten. Die Nacht verbrachte die komplette Spielgemeinschaft in einer Turnhalle. Ein zweites Mal werde ich das nicht machen, da penne ich lieber im Auto. Auch am Sonntag machte ich mich auf die Suche nach weiteren Alltagsmenschen. Da es wohl keinen Übersichtsplan gibt, habe ich knapp die Hälfte verpasst. Nach dem Turnier fuhren wir nach Münster. Da gab es den neuen Hauptbahnhof zu bestaunen. Ganz nett, aber auf Gleisebene hat man eigentlich nichts gemacht. Der dortige Yormas erwies sich als deren bislang lahmarschigste Dependance, sodass ich mich vor einem Schnelldurchlauf der Skulptur-Projekte nicht stärken konnte. Es hatte etwas Documentahaftes, überall in der Innenstadt trabten Kunstsinnige (außer mir alle in Gruppen) mit dem Führer (wirklich schlecht gemacht) in der Hand herum und ergingen sich im Absondern von Insiderwissen und Interpretationen. Fakt ist allerdings, dass man hier mit knapp bemessener Zeit und ohne Vorbereitung auf verlorenem Posten steht. In zehn Jahren gönne ich mir für diese Veranstaltung zwei Tage - sofern ich dann überhaupt noch transportfähig bin. Anschließend ging es ins Agravis Jugenstadion. Auch das ein merkwürdiger Ground mit geflicktem Kunstrasen. Immerhin wollten ca. 175 Leutchen das Duell Preußen Münster II vs Hiltrup sehen. Während die Gegengerade teilweise drei Stufen aufweist, haben die Hintertorseiten (von denen nur eine zugänglich ist) keinerlei Ausbau. Und die Hauptgerade ist komplett für das gemeine Publikum gesperrt. Hier wurde mir der Appetit von den Catering-Preisen verdorben, es hätte aber das volle Programm gegeben. Immerhin gab es prinzipiell aussagefähige Tickets (mit Rentnerpreisen!), die einem aber umgehend zu 40% vernichtet wurden. Mit Beginn der Halbzeitpause fing ein sinnloses Geschütte an, sodass ich (Hopper-Polizei weggeschaut!) mit quengelndem Sohn die Heimfahrt antrat. Ein paar Worte noch zum Verkehr auf dieser Tour. Es war recht lange vorher bekannt, dass die A1 auf Höhe des Westhofener Kreuzes an jenem Wochenende gesperrt werden sollte. Nur Googlemaps kriegte das nicht mit - und so war ich unangenehm überrascht, als via TMC etwa 30 km vorher diese Sperrung avisiert wurde. Diesmal hatte mich mein Gefühl im Stich gelassen. Die von mir gewählte Umleitungsroute kostete mich eine Stunde, wäre ich nach Verkehrsfunk gefahren, wäre es "nur" eine halbe gewesen. Googelt man nach dieser Sperre, bekommt man viele Fundstellen. Es ist unglaublich: die Vollidioten von Google können ihre eigenen Daten weder interpretieren noch sinnvoll für ihre eigenen Anwendungen nutzen. Solchen Schwachsinnigen sollte ich mein Leben beim autonomen Fahren anvertrauen?!?!? Never! Am Montag brauchte ich mein Auto nicht - aber als ich am Dienstag 300 Meter gefahren war, wurde ich erstmals in meinem Autofahrerleben mit einem Platten konfrontiert. Nicht auszudenken, wenn das am Sonntag passiert wäre. Und meine Werkstatt hatte mir im Juli noch versichert: bis zum Winteranfang halten die Reifen!

Den obligatorischen Denkmalstag wollte ich am Wochenende zuvor mit der LGS Apolda koppeln. Im Bereich um die LGS wurden die Besucher mit dem Parkgebührenhammer erschlagen, aber ich fand Platz in Bahnhofsnähe. Diese LGS war doch etwas klein, zumal auch noch zwei größere Teiche viel Platz wegnahmen. Aber recht nett arrangiert, dass sie unterm Strich mit Ach und Krach ok war. Und voll war es! Das Wetter war allerdings auch super. Was in Hamburg die Hummelmänner und in Bad Vilbel die monströsen Hassia-Buddeln sind, sind heuer in Apolda die Äpfel. Überall stehen sie mit Sponsoren-Beschriftungen herum. Den Bereich neben einer eines Möbelausstatters hat man konsequenterweise zu einer spontanen Sperrmüllsammelstelle umfunktioniert. An all den Äpfeln und dem Paulinenpark vorbei bewegte ich mich dann zum Denkmalstagsobjekt Nummer 1: dem Eiermannbau. Irre, irre, irre. So alt und doch so modern. Was haben die Architektennasen eigentlich in den letzten Jahrzehnten dazu gelernt? Sicher waren mir die Basics zur Eiermann'schen Vita geläufig, aber zwei neue Sachen erfuhr ich hier doch. Erstens hat dieser begnadete Architekt direkt vor meiner Haustür vier Gebäude in Offenbach entworfen, die ich mir irgendwann mal genauer anschauen muss. Und zweitens hat dieser Schwachmat für einen Horten'schen Einheitsbau, der jetzt buddhaseidank seinerseits zumindest teilweise abgerissen werden soll, in Stuttgart das herrliche Kaufhaus Schocken vor 50 Jahren abreißen lassen. Was für ein Frevel! Weiter ging's nach Niederrossla. Hier waren sowohl die Burg (mit dem höchsten Bergfried Deutschlands) als auch unangekündigt die Barockkirche zur Besichtigung freigegeben. Das ganze Dorf war unterwegs. Waren aber jeweils echte Schmuckstücke. Abschließender Programmpunkt sollte die Kirche in Münchengosserstedt sein. Um dieses Kaff zu erreichen, musste man sogar eine Umleitung nutzen. Vollkommen umsonst! Von zwei Ausnahmen abgesehen nutze ich den Denkmalstag immer. In all den Jahren stand ich bis jetzt "nur" viermal vor verschlossenen Türen. Und dreimal waren ostzonale evangelische Pfaffen der Grund. So auch hier. Dieser gottverfluchte, gottverdammte, gottlose, gotterbärmliche Scheißpfaffe hat wieder einmal gezeigt: "Wir Evangelen gehören nicht dazu!" Ohne jegliches Avis war die Kirche verschlossen. Was bildet sich dieses weltfremde Gesocks eigentlich ein? Ihr seid keine Jurigeuner, ihr könnt euch an die Regeln halten! Wie dem auch sei, ich fuhr den Ground von BSC Aufbau Apolda in der Graf-Wichmann-Str. an. Was für ein übles Gelände. Ich habe selten so einen verwahrlosten Platz erlebt. Wenigstens waren die Leute hier alle extrem nett, mehr Positives vermag ich nicht zu vermelden. Als ich ankam, begann gerade die zweite Hälfte des Vorspiels. Grund für die Verzögerung war ein Rettungshubschraubereinsatz wegen eines kollabierten Zuschauers, der es aber nach meinen Informationen nicht mehr geschafft hat. Jeder normale Schiri hätte nach Ende dieses Kicks (hier hätte selbst ich vom Fußballerischen her locker mitspielen können, es war gräuslich) sofort das Hauptspiel angepfiffen - dieses Gespann (in der Kreisliga!) nahm sich alle Zeit der Welt. Und dann - in Thüringen eigentlich unvorstellbar - gab es keine Bratwurst, sondern Wiener! Und als die aufgebraucht waren - Bockwurst! Das Spiel selbst verließ ich in der Halbzeitpause. 150 Zuschauer sahen ein 2:4 (Halbzeit 1:0, was für die Gäste eher schmeichelhaft war) gegen den FSV Ilmtal Zottelstedt. Offiziell ist der Platz nur auf zwei Seiten halbwegs zugänglich, Programm und Ticket gab es auch nicht. Habe mir noch das Hans-Geupel-Stadion und den Sportplatz Große Aue vom VfB Apolda von außen angeschaut, beide Grounds eher unterdurchschnittlich. Letzte Station war dann der Feiningerturm in Mellingen unmittelbar an der A4, optisch sehr ansprechend. Spaßeshalber steuerte ich auch die Kirche an, aber der hiesige Pfaffe hat sie wohl überpünktlichst zugemacht, wenn er sie denn überhaupt geöffnet hatte.

Am Wochenende davor wiederum ging es darum, wichtige Veranstaltungen kurz vor Toresschluss noch aufzusuchen. Da der Abarbeitungsstau groß war, musste ich sieben und entschied mich dabei gegen die Ausstellung zur Oldenburgischen Staatsbahn, die sicher auch sehr sehenswert gewesen wäre. Stattdessen entschied ich mich am Samstag für die Landesgartenschau in Bad Herrenalb - womit der LGS-Terror begann. Von den Quadratmetern her war diese LGS sicher nicht viel größer als die Pfaffenhofen, bot aber erheblich mehr. Zwar hörte man von den Höhenzügen her immer bedrohliches Grummeln, aber das Wetter bleib anständig. Durch Fahren Richtung Sportplatz konnte man unter Inkaufnahme von 200 Metern mehr Fußweg auch der Parkplatzabzocke entgehen. Meine persönlichen Favoriten auf der LGS waren der Dahliengarten und die Dunkelwaldinstallation, aber auch die Bronzestatuen wussten zu gefallen. Hier hat wohl schon der eine oder andere transnistrische Altmetallhöker seine Augen drauf geworfen. Nach zwei Stunden war aber alles gebührend bewundert worden, sodass ich eine Besichtigungslücke schließen konnte. Ich war noch nie in Frauenalb, was ich nun nachholte. Was für eine Monsterruine! Und doch wurde dieses Objekt wenige Minuten später noch getoppt. Ich sah ein Schild "Museum Marxzell" - und da sich ein gigantischer Regenguss ankündigte, ging ich ohne große Erwartungen hinein. Was für ein Monstermuseum! Ohne jegliches für mich erkennbares System wurden hunderte von Oldtimern (im Originalzustand, was auch Wrack bedeuten kann) auf engstem Raum ausgestellt. Zwar lag einer der Schwerpunkte auf der Marke Ford, aber auch hier fehlte ein Consul. Als Ausgleich gab es hier aber einen Ford OSI sowie einen Stoewer 140 und etliche Fuldamobile. Zwar machte der Betreiber einen absolut kompetenten Eindruck, das relativierte sich aber, als er die Frage nach dem besagtten Stoewer eher durch Raten beantwortete. Nein, einen Stoewer 110 gibt es nicht, das war ein 140! Dennoch: für dieses Museum kann es nur die Note 1 geben. Für einen weiteren Minuspunkt konnte der Betreiber nichts: selbst in einem deutschen Technik-Museum wird man von Kopftuchgeschwadern mit ihren Bälgern (die meine Rente nie und nimmer finanzieren werden, sondern eher Herrn Hartz beehren) terrorisiert. Letzter Tagesordnungspunkt sollte der Besuch des Gehörlosenzentrums Daxlanden sein. Nicht weil ich plötzlich taub geworden wäre, sondern weil es die Spielstätte des Verbandsliga-Aufsteigers Espanol Karlsruhe ist. Vorher wollte ich Groundspotting auf einem der vielen im Falk-Plan eingezeichneten Plätze in der Nähe betreiben - ich entschied mich für den des FC Albsiedlung. Das war ein Griff ins Klo, denn den Ground gab es nicht mehr, vielmehr wurde man von wildem Wildwuchs an- und ausgelacht. Wie eine Recherche ergab, wurde der Verein 2012 abgewickelt - und schon seinerzeit war der Platz eher ein Acker. Der Vorstand allerdings war megaschlau (gilt nicht für den abwickelnden Vorsitzenden selbst): er soll sich kurz vor der Auflösung an einem 60.000 €-Kredit bereichert haben. Kein Wunder, dass die Bankenkrise nie ein Ende nimmt. Nebenbei: dass der Ground vom DJK Daxlanden keine 300 Meter entfernt vom Gehörlosenzentrum liegt, war mir jedoch vor Ort komplett entgangen. Also weiter zu den Tauben, wo sich doch tatsächlich runde 200 Leutchen einfanden, unter ihnen sechs Hopper, mit zweien entspann sich eine Konversation. Etliche Sachen waren krass negativ. Es gab keine Tickets, für uns sechs konnte der Kassierer zwei Gästekarten spendieren, von denen ich eine ergatterte. Es gab keine warmen Speisen. Und er Kuchen war sauteuer (2,50 für einen gedeckten Apfelkuchen aufm Platz?), aber immerhin so gut, dass er bereits vor der Halbzeit vergriffen war. Mitte der zweiten Hälfte fing es an, massiv zu gewittern, was zu einer Spielunterbrechung führte, die ich wiederum zu einem Abstecher zu Genclerbirligici nutzte. Dort gibt es eine Stehtribüne, der wahrscheinlich der BSC Offenbach als Vorbild diente - also sehr winzig. Das Spiel war eher einseitig: der Gast ASV Durlach stürmte, was das Zeug hielt, brachte aber die Pille nicht unter. Zwei der wenigen Entlastungsangriffe wurden seitens der Gastgeber in Tore umgemünzt, sodass wir ein 2:0 der extrem glücklichen Sorte sahen. Aber: wer seine Chancen nicht nutzt … Die beiden anderen Hopper empfahlen mir, unbedingt das mir bis dato vollkommen unbekannte August-Klingler-Stadion in der Nähe anzuschauen. Danke, Leute, sehr guter Tipp. Ein sehr schöner Ground! Auf der Rückfahrt das Übliche. Kaum war ich aus dem Stau am Kreuz Walldorf raus, kam er im Verkehrfunk.

Tags darauf ging es zu einem Pflichttermin: die heurige Documenta. Was soll ich dazu sagen? Der Parthenon der Bücher war derartig gigantisch, dass alles andere dagegen verblassen musste. Im Fidericianum wiederum störte mich die Fokussierung auf griechische Künstler, was logischerweise dazu führte, dass zuviel "alter" Kram ausgestellt wurde (letzteres gilt auch für die Neue Galerie). In der Grimm-Welt hingegen störte, dass man für die normale Ausstellung den normalen Eintritt hätte zahlen müssen - das ist unsagbar armselig. Ein krasser Ausstellungsort hingegen war der aufgelassene U-Bahnhof am Hauptbahnhof. Auch die Neue Neue Galerie fiel aus der Reihe der gewienerten Museen. Überwältigend war der Publikumszuspruch. Im Gegensatz zum Event in Münster (s.o.) kann man mit der Documenta auch was anfangen, wenn man unvorbereitet kommt( galt nicht 2002). Positiv war, dass man dennoch problemlos in der Innenstadt genügend kostenlose Parkplätze vorfand. Negativ, dass ich am Ortseingang Kassel geblitzt wurde, aber das Tempo 50-Schild war derartig sinnlos platziert, dass 90% aller Fahrer es nicht registrieren. Anschließend same procedure as five years ago: die Sportanlage Wolfsanger wurde angesteuert. Der ehemalige Vorsitzende, der mich damals eigenhändig rausprügeln wollte, war nicht zu sehen. Und obwohl der Club mittlerweile nur noch Kreisoberliga spielt, gab es ein aussagefähiges Programm. In einem müden Sommerkick wurde vor ca. 130 Zuschauern der Gast Tuspo Rengershausen mit 1:0 nachhause geschickt. Da ich vorher noch bei Baguettski (bessere Baguettes findet man in Deutschland nicht) gewesen war, probierte ich hier nur einen Kuchen - der allerdings schmeckte vorzüglich. Der Ground selbst (auf drei Seiten keinerlei Ausbau) sollte aufgrund des Hintertortribünchens ca. 1250 Leuten ausreichend Platz bieten. Auf dem Rückweg probierte ich erstmals die A49 aus. Was für eine Scheiß-Autobahn. Zu 70% Baustelle mit mangelhafter Verkehrsführung. Und dann endet die im absoluten Nichts. Ich glaube nicht, dass ich die noch oft benutzen werde.

Der Jude meldete sich zu Wort. Demnach hat Facebook 30% mehr Nutzer in der werberelevanten Altergruppe als Deutschland in dieser Gruppe Einwohner hat (in vielen anderen Ländern ist es ähnlich - teilweise noch extremer). Die Ausreden, die zur Begründung heran geführt worden, sind erbärmlich bis absurd. Ganz abgesehen davon, dass es in Deutschland keine Asozialenquote von 100 oder mehr Prozenten gibt, handelt es sich um eine der typischen Übertreibungen. Ende der Sechziger hatte ein Zahnarzt einmal analysiert, dass es im sog. Dritten Reich letztendlich "nur" um 275.000 und nicht um 6,6 Millionen ging. Damals hielt ich das, wahrscheinlich noch komplett im Würgegriff der Gutmenschenmafia, für komplett hirnrissig. Inzwischen weiß man ja, was von der Gutmenschenmafia zu halten ist. Da fällt mir auf: manchmal kann man wirklich nicht so kraus denken wie diese Schwachköpfe. Da machte ich in satirischer Intention die Säcke auf die Kürzel auf manchen italienischen Euro-Noten aufmerksam. So behämmert, das ernst zu nehmen, kann man nicht sein. Doch, man kann, wie man am Beispiel Riesa sieht. Haben die doch das (wieder belebte) Autokennzeichen RIE. Und freuen sich wie Bolle, dass man das auf den kompletten Stadtnamen im Kennzeichen erweitern kann (wie z.B. Ulm). Geht nicht mehr, man will kein SA mehr ausgeben.