05/12/2019 - Bei der BuGa Heilbronn

Exakt ein Jahr alt - aber prinzipiell aktueller denn je

Die Ostertage erwiesen sich heuer als recht stressig. Immerhin gab es am Ostersonntag ein kleines Zeitfenster, welches ich zum erstmaligen Besuch des Willemer-Häuschens in Sachsenhausen nutzte, welches seinerseits zum ersten Mal in diesem Jahr geöffnet war. Es tobte der Bär, obwohl es keinerlei kulinarische Genüsse gab (was wohl wiederum daran lag, dass es dort keine Erleichterungsmöglichkeiten gibt). Dafür gab es geistige Nahrung. Im Obergeschoss performte eine Schauspielerin, indem sie Goethe-Gedichte mit anderen Sätzen mischte (ich bin offen gestanden nicht so gebildet, um zu wissen, ob es Ergüsse anderer Koryphäen waren oder eigene Schöpfungen) und sich dabei schminkte. Von den fünfzehn zugelassenen Zuschauern klatschten vierzehn mehr oder minder begeistert, nur eine alte Vettel (mindestens 80) schrie unentwegt, was für eine Scheiße da dargeboten wurde. Ich traf sie später zufällig im Garten, da hatte sie sich immer noch nicht beruhigt. Immerhin hatte sie die Mimin damit zu der Aussage genötigt: "Ja, das war wirklich Scheiße." Noch voller wurde es im Garten immer dann, wenn eine Wandergruppe (logischerweise führt der Goethe-Wanderweg am Häuschen vorbei) ankam. Am Ostermontag war das Zeitfenster ergiebiger, sodass ich bis Tauberbischofsheim fahren konnte. Ein absolut hübsches Städtchen mit einem netten Museum, welches allerdings uns Rentner durch Verweigerung spezieller Tarife gezielt ausplündert und keine Tickets hat. Seit kurzem ist es auch nicht mehr im Besitz des entsprechenden Schlüssels, sodass man nicht mehr so einfach auf den Türmersturm gelangen kann. Überhaupt ist Tauberbischofsheim ein Hort unkoordinierter Schlüsselwirtschaft. Auch für die Peterskapelle sah sich niemand (die Stadtinfo war auf) in der Lage, den angeblich dort vorhandenen Schlüssel auszugeben. Hauptgrund meines Besuchs war allerdings das Tauberstadion, welches mir merkwürdigerweise noch fehlte. Die dortige Gegengerade war aus baulichen Gründen nominell gesperrt, was aber niemanden interessierte. Lediglich eine Horde von drei Junghoppern erwies sich als derartig fett bzw. unsportlich, dass sie das Sperrzäunchen nicht überwinden konnte, oder sie hatte massiven Respekt vor dem "Betreten verboten"-Schild (einen vierten, mir ebenfalls unbekannten Hopper erwischte ich dabei, wie er klammheimlich die bebilderte Vereinschronik in der Gaststätte abfotografierte). Es waren wohl knapp 250 Zuschauer zugegen (sehr viele Gästefans), die einen grundsätzlich verdienten Sieg der Gäste vom TSV Oberwittstadt sahen. Das Ergebnis hätte jedoch knapper ausfallen können, wenn der abstiegsbedrohte TSV Tauberbischofsheim, der das Hinspiel sogar gewonnen hatte, nicht den unbedingten Drang gehabt hätte, jede Torchance auf sinnloseste Art zu verballern. So droht der Abstieg, was schade wäre, denn das Stadion kann punkten. Es hat auf der Hauptseite eine überdachte Tribüne mit drei Stufen, auf der Gegengeraden, die wie angedeutet einen morbiden Charme versprüht, sind es derer vier. Tickets gibt es nicht, dafür ist das Programm ok. Auch die Bratwurst sollte man nicht von der Bettkante stoßen. Abschließend fuhr ich noch kurz bis Dittwar, wo die TSV-Damen ihre Heimspiele austragen. Ebenfalls ein netter Ground mit vier Stufen auf einer Seite. Und merkwürdigerweise steht in diesem Stadtteil noch das Bahnhofsgebäude, obwohl die hiesige Strecke schon vor Jahrzehnten abgebaut wurde.

Am 26.4. dann der mutmaßliche Konzert-Höhepunkt des Jahres. Caravan tobte im Rind zu Rüsselsheim herum. Bei ihrem letzten Konzert in Dortmund 2017 argwöhnte ich schon, es könnte das letzte Mal sein, dass ich die alten Herren auf der Bühne erleben könnte. Aber am Main erwiesen sie sich als topfit. Allerdings: zufälligerweise stand ich vor dem Konzert neben Jim Leverton am Urinal. Und wir beide waren uns einig, dass uns das Pinkeln vor Jahrzehnten leichter fiel. Auf der Bühne war jedoch nichts von Altersbeschwerden zu sehen. Neben einem brandneuen Stück (angeblich soll eine neue Scheibe in der Pipeline stecken) wurde Stoff aus sechs Jahrzehnten geboten. Diesmal wurde "Nine feet underground" sogar in einer 20-Minuten-Version gespielt. Eine Zugabe konnte das Publikum der Band noch abtrotzen, bevor nach 119 Minuten das Licht im Saal anging. Stichwort Licht: der einzige Wermutstropfen war die funzelhafte Lightshow, die einen hohen Output brauchbarer Fotos unmöglich machte Aber ansonsten konnte der Gig alle Anwesenden, unter denen ich einer der Jüngsten war, restlos begeistern. Dennoch war ich der einzige, der nicht mit dem Handy fotografierte. Tja, auch unsere Senioren werden mit der Technik immer vertrauter. Das Rind ist ein netter Laden mit ca. 250 Plätzen. Man hat von fast überall einen guten Blick auf die Bühne - und die Theke befindet sich auch im Saal. Weil ich dachte, der Mainparkplatz sei gesperrt (die Sperrung begann tatsächlich erst am Folgetag), parkte ich am Stadion, und musste so am späten Abend einen Kilometer durch die Stadt latschen. War alles easy, aber wie man tags darauf las, änderte sich das kurz darauf, denn die örtlichen Großfamilien duellierten sich dort mit scharfen Schusswaffen. Werden wohl von der Stadt nicht ausreichend alimentiert, sodass es zwangsweise zu Revierstreitigkeiten wie bei den Stinktieren kommt. Was heißt das für die armen Rüsselsheimer? Genau: um den örtlichen Großfamilien weiterhin die aktuellen Luxuskarossen zu ermöglichen, wird dort demnächst auch die Grundsteuer erhöht werden.

Komischweise musste ich am Tag der Arbeit nicht arbeiten. Dann konnten wir endlich eine Altlast beseitigen und fuhren nach Oestrich-Winkel. Schon lange wollten wir dorthin, um das birmanische Teehaus zu besichtigen. Vor etwa einem Jahr, nachdem ich feststellte, dass die einzige Zugangsmöglichkeit über Schloss Reichartshausen führt, hatte ich die dortige European Busines School mal angemailt, wann und ob das möglich wäre. Einzige Reaktion: ich soll mich für einen Newsletter anmelden. Nach Wahrnehmung dieser Topqualität einer sauteuren Privatuniversität wurde mir schlagartig klar, warum in den deutschen Chefetagen fast nur noch Schwachsinnige und Vollidoten herumwatscheln (Stichwort Baumann sollte reichen). Die dortigen Studenten erwiesen sich dennoch als überraschend hilfsbereit und auskunftsfreudig. Überhaupt machten alle, derer wir ansichtig wurden, einen total angepassten Eindruck. Zu meiner Zeit sahen Studenten noch anders aus. Nach Frequentieren diverser Schleichwege standen wir dann vor dem Teehaus. Es machte einen erbarmungswürdigen Eindruck, besitzt aber immer noch eine Ausstrahlung mit dem gewissen Etwas. Die Geschichte dieses Objekts ist etwas grenzwertig, soll aber nicht Thema hier sein. Jedenfalls ist es für Birmanen ziemlich strange, im öffentlichen Raum unkommentiert Dankestafeln für Ne Win und Khin Nyunt vorzufinden. Ich denke, wenn man hier etwas investiert, könnte ein herrlicher Ort hier entstehen.

Am ersten Mai-Wochenende war es bekanntlich verdammt kühl. Das nahm ich zum Anlass, schon mal zur Buga nach Heilbronn zu fahren. Ich wählte für Hin- und Rückfahrt jeweils die Route über A5/A6 aus. An der Einfahrt Weiterstadt standen schon Unmengen von Lkws mit Pantographen, die die Eröffnung des e-highways abwarteten, die ja dann später in den Medien ausgiebigst vorkam. Auf der Hinfahrt gab es keine besonderen Vorkommnisse. Und eigentlich verlief die Rückfahrt auch relativ ereignisarm. Lediglich zwei weiße Fahrzeuge sorgten für Aufmerksamkeit. Ein Mercedes-Kombi-Fahrer mit Berner Kennzeichen hatte es so eilig, dass er selbst die Standspur noch für wilde Überholmanöver nutzte - und am Walldorfer Kreuz wieder hinter mir war. Und ein Münchener Suffkopp überholte in der Baustelle Nähe Walldorfer Kreuz die Kolonne sogar im Baustellenbereich! Als es gar nicht mehr ging, wollte er umgehend vor mir rechts rein. Aber ich bremste nicht. Ich bremse zwar für Frauen, aber nicht für Z-Wort-Gestalten. Da nichts passierte, hat wohl sein ABS hervorragend funktioniert. Schade, dass ich die Kennzeichen nicht notieren konnte. Aber sicher handelte es sich bei den Fahrern um Vozzo Vözzlerich Vozz und seinen Bruder. Sonst kann ja niemand so behämmert sein. Ist schon komisch: früher hätte man in solchen Situationen an Kamelficker auf dem Weg zu einem wichtigen Kamelbegattungstermin gedacht - heute denkt man an EVP-Mitglieder. In Heilbronn selbst geriet ich, nachdem ich den Wagen geparkt hatte, sofort in die Sperrungen für den Trollinger-Marathon. Dadurch und bedingt durch die Tatsache, dass die Ausschilderung für Fußgänger absolut beschissen ist, kam ich zwanzig Minuten später als geplant bei der Buga an und durfte mir auf dem Weg auch noch das kombinierte Hafen-/Puff-Viertel im angeblich beschaulichen Heilbronn zu Gemüte führen. Die Buga selbst macht sofort einen widerwärtigen Eindruck, weil wir Rentner auch hier wieder bis aufs Blut ausgeplündert werden (noch nie was von Rentnerarmut gehört?), ist aber dennoch - um das Ergebnis vorwegzunehmen - absolut sehenswert. Der Besucheransturm hielt sich angesichts der Temperaturen in Grenzen, aber richtig leer war es auch nicht. Bemerkenswert war die hohe Zahl an Kunstwerken, die ich zu ca. 50% von diversen Blickachsen-Veranstaltungen kannte. Es gibt allerdings kein Blickachsen-Skulpturen-Lager, sondern vielmehr gehören die nunmehr zum Würth-Bestand (es ist unglaublich, wie viel Kohle sich mit Schrauben verdienen lässt). Außerdem: sehr viele Wasserflächen. Schade, dass ich die großen Wasserspiele nicht abends bei Illuminierung sehen konnte. Aber auch unbeleuchtet machten sie einen netten Eindruck. Mein persönlicher Favorit war der Kakteengarten mit SEH-Areal. Das wiederum hatte die 23 105, eine V20 und diverse Waggons hingestellt. Der Gleisplan der vorhandenen LGB-Anlage war zwar etwas sinnlos, es machte aber dennoch Spaß, den Zügen beim Durchpflügen der Kakteenlandschaften zuzusehen. Ich hätte nie gedacht, dass die 23 105 nach dem Brand in Nürnberg wieder so fotogen aussehen würde, aber in diesem Fall hatte ein Privatmann fast ununterbrochen zwei Jahre an ihr herum geschmirgelt. Interessant war auch die integrierte Bauausstellung, aber Besucher, die sich für beide Events parallel interessieren, sollten eher rar sein. Wenigstens regnete es nicht - und als ich die Buga verließ, kam auch die Sonne hervor. Mein nächstes Ziel war der Schulsportplatz Sontheim-Ost, wo der Landesligist Aramäer Heilbronn derzeit seine Heimspiele austrägt. Blöderweise verwechselte ich auf dem Weg einmal links und rechts, was mir fünf Minuten einbrachte. Dennoch kam ich nicht zu spät, die Zweite kickte noch. Die Erste steckt mitten im Abstiegskampf und hatte den direkten Kontrahenten aus Schornbach zu Gast. Knapp hundert Zuschauer (ca. 15 Gäste) sahen ein hektisches Spiel auf niedrigem Niveau, was die Gastgeber glücklich mit 2:1 für sich entschieden, aber noch lange nicht gerettet sind. Die Tickets sind sehr schön, das Programm auf dem ersten Blick auch, dessen Inhalt besteht aber zu 95% aus Werbung. Die Bratwurst war so lala, der Rhabarberkuchen dagegen göttlich. Es handelt sich um eine typische Schulsportanlage (Rasen) mit gepflegter Laufbahn, Flutlicht, einer Sprecherkabine und jeder Menge Hänge, sodass man die Kapazität von 1500 - 4000 angeben kann. 2.000 sind realistisch. Weiter ging es nach Böckingen ins Süddeutsche Eisenbahnmuseum SEH. Während einer Stunde war ich der einzige Besucher. Im Inneren des Rundlokschuppens ist es sehr beengt, sodass man die Exponate eigentlich nie komplett aufs Foto bekam. 23 105 musste zwangsläufig fehlen, dafür konnte überraschend 01 1066 bewundert werden. Die Lok machte einen eher kaputten Eindruck, man versicherte mir aber, dass sie im nächsten Jahr wieder fahren wird. Hoffentlich! Ich fuhr noch runter zur Viehweide, wo sich etliche Vereinsplätze ballen. Den Anfang machte ich bei der TG-Anlage, wo man mir erzählte, das herrliche Stadion am See habe man vor ca. sechs Jahren abgerissen. Ich war erschüttert. Aber wie man bereits vom SC-Platz aus sehen konnte, handelte es sich um Fake News. Ein sehr beeindruckender Bau, dessen Tribüne man inzwischen Einzelsitze spendiert hatte - leider war die nicht zugänglich.

Zurück zum Musik-Thema. Tatsächlich hat es wieder zu vier Neuerwerbungen gereicht. Während die neue Dream Theater wieder die gewohnte Qualität aufweist (über "The astonishing" kann ich mich immer noch ärgern), hat mich die neue von The Room "Caught by the machine" irritiert. Ich habe mir die Platte in erster Linie wegen des sagenhaften Covers, was an Mark Wilkinsons Großtaten erinnert, zugelegt. Musikalisch war ich eher von Progrock ausgegangen, was aber nur mit extrem großzügiger Auslegung zutrifft. Eher handelt es sich um wirklich gute Popsongs in Richtung Real Life. So oder so - absolut hörenswert. Ferner gibt es eine neue Smashing Pumpkins-LP mit ellenlangen Titel, die ich mir in der Silber-Ausführung gönnte. Man merkt, dass 75% der Musiker aus der Originalbesetzung dabei sind, die Platte ist erheblich eingängiger als die letzten drei Veröffentlichungen. Ob d'Arcy Wretzky auch noch mal dazu stößt? Auch von Gong gibt es eine neue Scheibe: "The universe also collapses". Die Mitglieder der jetzigen Besetzung scheinen mein Gegrunze zu lesen. Ich beschwerte mich ja bitterlich, dass die letzte Scheibe keinen Hinweis auf die damals verstorbene Gilli Smyth enthielt. Das wurde jetzt endlich nachgeholt, nunmehr gilt sie neben Daevid Allen als forever reoccuring as the eternal creator of Gong. Das ist doch mal was. Musikalisch fand eine Rückentwicklung statt in die Schaffensphase vor Pierre Moerlin, teilweise in beste "You"-Zeiten. Eine durchaus empfehlenswerte Scheibe für Retro-Fetischisten.

Manchmal frage ich mich: ist das noch mein Offenbach? Da wäre einmal bekanntlich die jetzige Politrattengeneration, die uns ehrbare Bürger ohne jegliches Schamgefühl in kaum verschleierter Kooperation mit den Großfamilien ausplündert. Dann wären da die bereits erwähnten Massen an Jugendlichen undefinierbarer Provenienz, durch die man sich vor einem Shopping-Erlebnis im KOMM quetschen muss (vielleicht will das aber niemand mehr, s.u.). Für die sind wir weniger als Luft. Noch nicht einmal ein gemurmeltes "Isch ficque Doin Moddööäähh, Alldööäähh" - man fühlt sich als Fremder im eigenen Land. Am extremsten sind aber die N-Wort-Muttis, derer man vor drei Jahren hierzulande noch nicht ansichtig wurde. Allein die riesigen fetten Ärsche für sich allein sind waffenscheinpflichtig. Aber eine gewisse Kraft müssen die Damen ja haben. Denn sie schieben einen Mehrlings-Kinderwagen - wann will gar nicht wissen, was da alles rumkrabbelt -, an dem wiederum dutzende Tüten hängen (Nahrung? Dope? Banknotenbündel?). Eine neue Bauchausbuchtung deutet sich schon an. Flankiert werden sie von ca. acht bis zehn Bälgern bis ca. zwölf Jahren. Angesichts des gebärfreudigen Beckens denkt man: das kann nicht alles sein. Sicherlich lungern irgendwo ein halbes Dutzend eigentlich schulpflichtiger Kinder herum, von denen die Jungs nur planen, wie sie deutsche Mädchen vernaschen können, um möglichst rasch mit der Reproduktion anzufangen. Und man denkt an weitere zehn Typen, die am Frankfurter Hauptbahnhof Dope vertickern. Logisch, dass man sich jedoch nicht vorstellen kann, dass der/die Erzeuger einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen könnten. Von diesen Gebärmaschinen laufen hier mindestens fünf herum - es wäre eine lebensnahe Schulaufgabe, auszurechnen, wann deren Nachkommenschaft die Hälfte der Offenbacher Bevölkerung stellen wird. Europa ist für eine derartige Reproduktionsquote nicht geschaffen. Und dann winselt uns irgendein Gutmensch noch vor, dass eins von den Bälgern ins Mittelmeer gefallen ist, verschweigt aber, dass das beim Versuch, der Besatzung des rettenden Schiffs Dope zu verkaufen, geschah. Unter diesen Umständen wundert es mich, dass die Mordquote her nicht in die Höhe schnellt (der Mord am 9.5. geschah innerhalb eines vollkommen anderen Milieus). Vielmehr sollte der anonyme Gutmensch darüber nachdenken, ob die Ausgabe von fünfstelligen Monatsschecks über Transferleistungen in irgendeiner Weise gerechtfertigt ist.

Aus bestimmten Gründen wollte meine Frau ihren Handy-Vertrag bei 1und1 kündigen. 1und1 arbeitete mit allen (auch üblen) Tricks, um die Kündigung zu verhindern, hatte sie dann letztendlich zum 3.5. bestätigt. Nach dieser Verarsche war ich eigentlich froh, dass das Kapital beendet ist, und es sollte nach vier Jahren zurück zu Vodafone gehen. Wir beantragten rechtzeitig online einen CallYa-Vertrag - und das Chaos ging richtig los. Das wichtigste war natürlich die Rufnummernmitnahme, die wir zu einem Teil selbst zahlen sollten. Nachdem meine Frau sich über PostIdent identifiziert hatte (PostIdent: dieses Verfahren für Kriminelle, auf einfachste Art fremde Identitäten anzunehmen, wie mein Bruder bekanntlich erfahren musste), wurde 1und1 um Rufnumernübergabe gebeten. Einige Zeit später kam eine Mail, dass das aufgrund abweichender Namensdaten nicht möglich sei, wir sollen die Daten bei 1und 1 ändern. Aber erstens geht das nicht so einfach auf Zuruf und zweitens waren - wie das Kontrollcenter zeigte - absolut korrekt. Mit diesem Wissen wollten wir an Vodafone herantreten, dass man dort die Daten anpassen möge. Die Hotline 08004440580000 ließ sich problemlos erreichen, zeigte sich aber als nicht der richtige Ansprechpartner und verwies auf die 08001721212. Das allerdings ist eine Computer-gesteuerte Anlage, die von Gestalten programmiert worden sein muss, die aus der Gummizelle geprügelt wurden, weil sie selbst dafür zu behämmert sind. Nach etwa vier Stunden sinnloser Wählerei konnten wir folgende Feststellung treffen: entweder man wird - und sei es nach zehn Minuten, in denen man sich im Kreise gedreht hat - rausgeworfen, weil man ja keine eigene Nummer hat, oder man landet beim Verkauf, wo man keinen Datenzugriff hat. Ich habe natürlich auch versucht, andere Nummern einzugeben; damit landete ich in der Tat bei echten Hotline-Mitarbeitern, sofern die Nummer eine vergebene war. Mit dem Erfolg, dass ich meist umgehend aus der Leitung geworfen wurde. Einer empfahl mir wenigstens, die 08001721212 zu versuchen, über die ich ja kam. Auch die virtuelle Geschäftsstelle bemühte ich. Mit dem Erfolg, dass man mir den Kontakt über WhatsApp empfahl. Zwischenzeitlich hatte ich mal mit 1und1 telefoniert, die mir sagen konnten: warum sich die Angaben nicht matchten: Vor- und Nachname sind vertauscht. Nun, da wir wissen, wie man Namen eingibt, können wir sicher sein, dass wir es auch bei Vodafone korrekt gemacht haben. Also muss das Chaos beim PostIdent-Verfahren seinen exakten Ursprung genommen haben. Was wiederum beweist, dass ein Namensverwaltungsverfahren, das Eigennamen führt, nur sehr schwer mit einem Vor-/Nachnamen-Verfahren kommunizieren kann (daher sollen Birmanen auch niemals mit Emirates fliegen!). Das hätte man alles wunderbar in drei Minuten mit einem Vodafone-Spezi bequatschen können - fertig. Stattdessen werden da unnötige Zeit- und sonstige Resourcen-Aufwände generiert, was zeigt, dass ich 2004 schon recht hatte: bei Vodafone hat man es nur mit Schwachmaten zu tun. Soweit erinnerlich hätte ich damals gejubelt, wenn ein Rollkommando in die Konzernzentrale eingedrungen wäre und die komplette Geschäftsführung am Fensterkreuz aufgeknüpft hätte. Übrigens wurden wir auch analog von Vodafone terrorisiert: man teilte uns in zwei Briefen mit, dass die Rufnummernmitnahme nicht geklappt hat. Ferner war ich auch dreimal beim VOdafone-Shop. Beim ersten Mal wurde ich von einer blöden Votze angelallt, bevor ich überhaupt mein Sprüchlein loswerden konnte. Die beiden anderen Male bin ich durchaus nett bedient worden, aber man erzählte mir eine Scheiße, das hältst du im Kopf nicht aus. Die Moral von der Geschicht: kurz vor Mitternacht riefen wir am 3.5. bei 1und 1 an und verlängerten den Vertrag. Es kommen noch zwei echte Hämmer. Meine Ehefrau hat zwei Emails an die Vodafone-Adresse laut Impressum geschickt und natürlich keine Antwort bekommen. Die dritte war dann schon etwas massiver. Kam aber nie an, weil die Vollidioten von Vodafone die Mail-Adresse meiner Frau inzwischen geblockt hatten. Scherze aus der Internet-Steinzeit -Vodafone eben. Und dann schloss sich ein Kreis zu meinem Spielbesuch in Bordesholm vor einigen Wochen. Ich notierte ja äußerst wohlwollend, dass man auf dem Spielbericht nur urnorddeutsche Namen vorfand - die Spielerliste wurde durch keinen Abdullah, Josef, Pierre etc geschändet. Und hinter einem dieser Namen verbarg sich der 1und1-Callcenter-Mitarbeiter. Zufälle gibt's.

Eine Nichtigkeit, doch trotzdem typisch. Da berichteten unsere Lokalzeitungen mehrfach, dass am Wilhelmsplatz das eriträische Café l'Afrique mit einheimischen Spezialitäten aufgemacht habe. Da ich ein absoluter Anhänger des gerösteten eriträischen Kaffees bin, habe ich voller Vorfreude dort reingeschaut. Sonst muss ich mich ja bei Bedarf immer bei meinen eriträischen Bekannten selber einladen - und denen als Ausgleich bei der Steuererklärung helfen. Auf Anfrage erklärte man mir, dass man erstens nur äthiopischen Kaffee habe - und auch nur normalen. Was für ein widerlicher Etikettenschwindel wieder! So ein Café kann auch in der Bronx stehen und von Hoffa betrieben werden. Früher hätte man sich seinen Teil gedacht und sich getrollt. Heute kommt zwangsläufig der Gedanke, Vozzo Vözzlingsbert Vozz könnte wahrscheinlich der Berater sein. Der kommt einem auch in den Sinn, wenn man sich das Foodtopia in MyZeil anschaut. Was wurde da vorher für ein Getöse gemacht - neue Dimension des gepflegten Speisens usw. Und was ist daraus geworden? Der lebende Beweis: Europäer können nicht Shopping-Center. Jeder Foodcourt in einer viertklassigen Mall in Thailand ist erheblich ansehnlicher. Um es auf den Punkt zu bringen: das Teil ist totale Scheiße. Es wird zwar noch an einigen Ecken gewerkelt, aber das rettet das auch nicht mehr. Auch beim Offenbacher KOMM fragt man sich inzwischen: was soll das noch? Ein Geschäft nach dem anderen verlässt die Mall, jetzt ist es Schuh Frank. Zuvor hatte sich Thalia drastisch verkleinert - in etwas auf die Größe, die man noch in der Geleitstraße vor etlichen Jahren hatte.