06/19/2019 - Hat Europa gewählt?

Urdeutsche Weisheiten am Bahnhof Bad Neuenahr

             Allein für diesen Gedanken zieht man die.........................................................Arschkarte                                   

An einer Kirche in Östringen (s.u.)

Es wird wieder relegiert. Nicht nur laut FuPa die schönste Zeit des Jahres. Wenngleich ich bekanntlich kontinuierlich kürzer trete, sieht man mich dennoch immer wieder bei Relegationsspielen - aber ich treffe keine Gleichgesinnten mehr. Am letzten Samstag suchte ich mir das Finale zum Aufstieg in die Verbandsliga Baden in Odenheim aus. Die Badenser kannibalisieren sich gegenseitig, denn nur wenige Kilometer entfernt fand in Rettigheim das Finale zum Aufstieg in die Landesliga Rhein-Neckar statt. Hier machte ich auch meinen ersten Zwischenstopp: nette Anlage mit ca. 2.000 Leutchen Kapazität. Die herum wuselndden Rettigheimer machten auch einen netten Eindruck. Zweiter Stopp: Vogelpark Östringen fast in Fußwegsweite. Relativ großzügige Anlage, aber kaum von unseren gefiederten Freunden bevölkert. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das Josef-Küne-Waldstadion. Hier sollte man ebenfalls 2.000 Zuschauer unterbringen können. Ich hatte Glück, dass der Platzwart den Ground für ein Trainingslager der TSG Hoffenheim fit machte, sonst wäre er dicht gewesen. Weiter ging es in die Östringer City, welche sich von Baustellen durchdrungen zeigte (diese zwangen die Autofahrer auch zu erheblichen Umwegen) und keinerlei urbanes Leben zeigte. An der überregional bekannten Kirche St.Caecilia fanden sich überall Zettel (s.o.). Früher hätte man unterschwellig gedacht (jetzt jault die Gutmenschenmafia gehörig auf), die Ursache wäre beim anonymen Flöchtlenk zu suchen. Die Zeiten ändern sich. Heute ahnt - ach was, man weiß es - man, dass Vozzo Vözzlerich Vozz seine stinkenden Pfoten (und nicht nur die) im Spiel hatte. Ein derartig kranker Zeitgenosse schändet mit seinem irren Grinsen und seinem Hass auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung auch Kirchen (sicher hat er auch die öffentliche Toilettenanlage gegenüber auf dem Gewissen, die aber unabsichtlich, denn allgemein hält man ihn auch für zu blöde selbst zum Scheißen). Aber der Strafende und Gerechte Gott und Buddah sehen alles. Was den ersten betrifft, solltest du jetzt schon um Gnade winseln. Was Buddah betrifft, dreht er bereits am Rad des Lebens, dass du als Mehlwurm wieder auf die Welt kommst. Nette Vorstellung, wenn er von einem missmutigen Karpfen vertilgt wird. Nach einem Abstecher in Ubstadt-Weiher (recht nett) landete ich dann in Odenheim. Hier fiel mir sofort auf, dass man nach meinem letzten Besuch das Bahnhofsgebäude platt gemacht hat. Und die hoffnungslos überdimensionierte Kirche kann wie vor begeistern. Dann wurde es auch langsam Zeit, zum herrlichen Siegfried-Stadion zu fahren, welches sich übrigens nicht weit entfernt vom bekannten Siegfriedsbrunnen befindet. Ja, hier kann man urdeutsche Geschichte erleben! Die Besucherzahl bei der Begegnung Bilfingen vs Neckarelz (immerhin vor einigen Jahren noch Regionalligist) war leider nicht so hoch wie in den Vorjahren, "nur" 684 Fans konnte man zählen. Diese sahen allerdings ein spannendes Spiel. Da es am Ende der regulären Spielzeit 2:2 stand, ging es in die Verlängerung, wo die Neckarelzer konditionell besser aufgestellt waren und mit 4:2 siegten. Der Ground ist wirklich hübsch und sollte für knapp 3.000 Zuschauer reichen. Als Tickets mussten die kleinen Abrisszettel herhalten, Programme gab es nicht, dafür mundete die Bratwurst sehr. Am Sonntag blieb ich in Offenbach, allerdings besuchte ich heuer nicht das Mainuferfest, sondern zeigte am Bieberer Markt Präsenz. Es ist unglaublich, welches Gedränge da immer herrscht. Vorher war ein Abstecher in den Sana Sportpark angesagt, wo die A-Jugend der Kickers gegen die SpVgg Elversberg um den Aufstieg in die Bundesliga spielte. 2.000 Zuschauer waren zugegen! Der OFC siegte 3:0, die Stimmung war ausgesprochen gut, die Bratwurst ebenso (aber zu teuer). Aber bei aller Euphorie ehrlich: sollten die Kickers-Jungs ihre Leistung nicht sehr steigern, ist das Abenteuer Bundesliga ruckzuck beendet.

Auch das Pfingstwochenende stand im Zeichen der Relegation. Am Samstag war der Odenwald dran: Vorentscheid zum Aufstieg in die Landesliga Odenwald in Altheim. Da ich vorher arbeiten musste, gab es nur ein sehr eingeschränktes Begleitprogramm: ein römisches Kastell bei Walldürn. Nicht halb so groß wie das früher einmal besuchte römische Bad um die Ecke. 900 Zuschauer sahen eine packende Partie, in der Schloßau gegen Reicholzheim die Oberhand behielt. Es gab Automatentickets mit Vereinsaufdruck, da das Vereinsheim wegen einer privaten Veranstaltung zu war, konnte man auch nicht nach alten Programmen fischen. Die Wurst war gut. Der Ground verfügt nur über rudimentären Ausbau, mehr als 1.750 sollte er nicht fassen können. Erwähnenswert: man sah bei keinem badischen Spiel Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, die in Uniform ihrem Hobby nachgingen: dem Einweisen von Fahrzeugen. Der Pfingstsonntag stand im Zeichen der 950-Jahr-Feier von Hausen. Es gab einen Festumzug, viele Straßenkreuzer und Musik. Am Montag wurde noch in Bayern relegiert. Auf dem schönen Sportplatz in Strassbessenbach traf die SG FC Kahl II/DJK Kahl auf den FC Kleinwallstadt. Ein irres Spiel zweier eigentlich gleichwertiger Mannschaften, die sich allerdings in einer Hinsicht diametral unterschieden. Die SG verwertete ihre Torchancen. 7:0 stand es am Ende! Bei grenzwertigem Wetter waren nur 374 Zahlende zugegen, das ist mein Minusrekord in Bayern. Die Wurst war auch hier sehr lecker. Der Ground ist recht malerisch in die Hügellandschaft eingebettet und sollte für 2.000 gut sein. Ach ja, es gab die üblichen BFV-Tickets. Als Begleitprogramm hatte ich mir einen weiteren Besuch der Wallfahrtskirche Hessenthal und des Oberbessenbacher Kirchbergs ausgesucht. Auf letzterem war leider die Ottilienkirche dicht wie Fort Knox.

Am ersten Juni-Wochenende startete die Relegation für mich. Ich fuhr nach Hallgarten, wo am Sonntag am Fuße der Hallgarter Zange der dortige FV die SG Selters empfing. Die Hausherren gewannen locker 2:0 und erreichten somit das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Gruppenliga Wiesbaden. Der dortige KR-Ground liegt am Ortsrand zwischen Weinbergen, wie auch das ganze Dorf vom Weinbau bestimmt wird. 1.750 sollten reinpassen. Aber während lt. Stadionsprecher 600 Zuschauer anwesend gewesen sein sollen, kam meine Zählung nur auf 400. Egal, es gab sogar ein Programm, und die Wurst war ok. Anschließend quälte ich meinen Wagen die Hallgarter Zange hoch. Obwohl es sich um die zweithöchste Erhebung im Maingau handelt, war die Aussicht trotz Aussichtsturms nicht so prickelnd.

Wichtigstes Ereignis des letzten Mai-Wochenendes war sicherlich der Pokaltag der Amateure. War ein Verbands-Pokalsendspiel früher eine zwar nicht intime, aber immerhin eine seriöse Angelegenheit, wird dank fortschreitender Kommerzialisierung auch des Anateuerfußballs wieder eine Sau durch die Dörfer getrieben. Aber manchmal kommt man so an Wochenenden in Stadien, die man sonst eher liegen lässt. So zog es mich am Samstag ins Apollinarisstadion im herrlichen Bad Neuenahr, wo das Finale des FV Rheinland ausgetragen wurde. Ich tauchte etwa neunzig Minuten vor Anpfiff auf (entsprechend gut war der Parkplatz), es war noch nichts los und neun Kassen waren geöffnet. Die Tickets waren durchaus gut, leider berechnete ich die Sonnenbewegung falsch, sodass ich mich dummerweise für den Salmrohr- statt für den Koblenz-Bereich entschied (Fan-Trennung - hätte es vor fünf Jahren doch nie gegeben, hier wurde sie rigoros durchgesetzt, was mich wiederum an der Stadionrunde hinderte). Ein ansprechendes Programm gab es auch. Die Bratwurst war ok Ultrahopper Thomas Sch. war noch früher da, sodass er diese Runde noch drehen konnte; flutschte mir aber leider unter dem Radar durch. Auch sonst konnte man eifriges Hopper-Treiben entdecken, ich kannte aber niemanden. Das Spiel vor nur 2717 Zuschauern war äußerst zerfahren. Nach neunzig Minuten beim Stande von 2:0 für Koblenz und in Erwartung einer nur ultrakurzen Nachspielzeit verließ ich das Stadion, um dem Trubel nach Abpfiff zu entgehen. Pokalübergabe, Platzsturm - so eine Scheiße interessiert mich nicht. Mein Erstaunen war grenzenlos, als ich Stunden später per Autoradio erfuhr, dass Salmrohr den Pokal geholt habe. Haben die doch in der Nachspielzeit tatsächlich noch zwei Tore geschossen und im Elfmeterschießen reüssiert. Dumm gelaufen. Tatsächlich hatte ich nach Ablauf der regulären Spielzeit noch einen Rundgang durch Ahrweiler gemacht, nachdem ich vor dem Spiel bereits Bad Neuenahr inspiziert hatte. Während Ahrweiler ein romantisches Städtchen mit intakter Stadtmauer ist, steht Bad Neuenahr total im Banne des Kurbetriebs. Zu allem Überfluss fand auch noch das Festival der guten Laune statt - Mann, ist mir schlecht geworden. Leider hatte ich keine Zeit mehr, den Kurpark ausgiebig zu durchqueren. Tags darauf nutzte ich die Gelegenheit, einmal das Stadion am Eisenbrand in Büderich (Stadtteil von Meerbusch) zu besuchen - hier findet ja nur äußerst selten Spielbetrieb statt, dafür ist der trostlose KR-Nebenplatz vorgesehen. Heute sollte wohl dem Abschied eines verdienten Spielers mit der Nummer unendlich ein würdigerer Rahmen verschafft werden. Knapp 200 Leute waren tatsächlich da, auch etliche Hopper, die mir aber ebenfalls sämtlich unbekannt waren. Eintritt wurde nicht erhoben, dafür war die Fußballjugend sehr umtriebig beim Fundraising. Die Tribüne ist durchaus beeindruckend (die Schalensitze aber arg verdreckt), auch die Gegengerade verfügt über sechs Stufen, sodass man eine Kapazität von 7.000 unterstellen kann. Ein Programm gab es nicht, dafür war die Wurst sehr lecker. Das Spiel war grottenschlecht, bis zur Halbzeit waren keine Tore zu vermelden gewesen (der Gast aus Benrath, der auch mal erheblich bessere Tage gesehen hat, siegte mit 2:1), also wollte ich mir eine Halbzeit Oberliga-Fußball im Nachbarstadtteil Lank-Latum gönnen, wo der TSV Meerbusch die SpVgg Velbert, die auch schon erheblich bessere Tage gesehen hatte, empfing. Zur Halbzeit stand es 0:4. Kassiert wurde nicht mehr, aber ein nettes Programm gönnte ich mir durchaus. Heute wurde auf dem KR-Platz gekickt, aber der ist genauso grenzwertig wie der Rasenplatz. (Kapazität aber etwas höher: 2.000 gegenüber 1.200). Ca. 150 Zuschauer mögen es gewesen sein, die ein permanentes Anrennen der Hausherren sahen. Die Tore schossen aber die Gäste, sodass es letztendlich 0:6 stand. Nachdem ich mich auf der Hinfahrt über die Leverkusener A1-Brücke quälen musste, nahm ich zurück die A61 (nutzte ich Ende der 70er beinahe täglich), die überraschend zügige Fahrt bot. Natürlich gab es wieder ein Begleitprogramm. In einer Kunstgazette sah ich kürzlich ein Foto von der Skulpturenhalle Neuss, und da war mir klar, dass ich unbedingt dorthin muss, Das Teil befindet sich an der Raketenstation Neuss. Zu der Zeit, als ich Lance-Raketen wienern musste, lagerten hier unter massiver Anteilnahme der friedensbewegten Krawallmacher die Pershings. Lang, lang ist's her. Jetzt ist der Komplex rückgebaut und dient diversen Kunstschaffenden als Domizil. In der Skulpturenhalle wurden erstmals keine Skulpturen gezeigt, vielmehr präsentierte Matt Mullicon seine Banners, womit natürlich ein Teil der Innenarchitektur nicht bewundert werden konnte. Aber die Banner sind teilweise recht ansprechend - und auf jeden Fall sehr farbenprächtig. Sektionen wirkten wie Berlin anno 1936, aber das sei keineswegs Absicht, wie die (hier ausnahmsweise) sehr fachkundige Aufsicht zu vermelden wusste. Die Zeit reichte noch, um durch die Ausstellung der angrenzenden Langen Foundation zu tigern. Ein hochinteressantes Gebäude mit hochwertiger japanischer Kunst aus vielen Jahrhunderten. Irre. Zu einer Visite vom Komplex Schloss Hombroich reichte die Zeit keineswegs mehr, sodass es direkt nach Büderich ging. Eigentlich war dieses Wochenende ursprünglich vollkommen anders geplant, denn in meinem Kalender stand "Kunst privat". Und so trabte ich ab einer Woche vor Beginn der Anmeldefrist täglich zur Stadtinfo, um das Programm abzugreifen. Aber es kam nicht. Anders als bei der letzten Luminale kam es auch nicht am Tag der Veranstaltung. Und als ich dann vergegenwärtigte, dass es das Programm nur auf einer wirklich widerlich programmierten Homepage gibt (da ist selbst diese meine Homepage auch nach heutigen Maßstäben professioneller), waren die interessantesten Programmpunkte schon ausgebucht. Pro forma schrieb ich noch an die UBS, ob man wie bei der Deutschen Bank an anderen Terminen eine Kunstführung im Opernturm genießen dürfe. Aber es sind halt die Vereinigten Banditen: geht nicht. Und so kam es halt zu den oben beschriebenen Erlebnissen. Die regionale Kunst kam dennoch nicht zu kurz. Denn in Offenbach starteten am Freitag zuvor die diesjährigen Kunstansichten. Zwei Programmpunkte hatten es mir angetan: Performances in der HfG-Kapelle im Isenburger Schloss und die Sammlung von Michael Karminsky. Punkt 1 interessierte mich nur insofern, als man mal ungezwungen ins Schloss selber kommen konnte. Die performenden Kunststudentinnen bestätigten meine Vorurteile: überkandidelte überhebliche Wesen, mit denen man (nicht nur) als Rentner wenig anfangen kann. Unbedingt sehenswert war die HfG-Kapelle tatsächlich aber nicht. Aber Punkt 2 Ich hätte nie gedacht, dass es derartige Privatsammlungen gibt - und das mitten in Offenbach. Der Interessentenzuspruch war gewaltig, aber die Sammlung war es wert. Überwiegend russische Künstler hingen in gemäßigter Petersburger Hängung in einer alten Manufakturhalle, die zu einer überdimensionierten Wohnung umfunktioniert worden war. Bis auf Rabine nur Namen, von denen ich noch nie gehört hatte. Absolut sehenswert. Und herr Karminsky selbst erwies sich als hundertzwanzigprozentiger Kunstkenner, der zu jedem Gemälde was erzählen konnte. An jenem Abend war ich so gut gelaunt, dass ich mir gar nicht die Frage stellte, woher die Kohle dafür kommt. Eher zufällig kam ich auf dem Weg zwischen den Locations noch an der Installation Mein-Main (von Matthias Block, dessen irre Skulpturen beim letzten Rumpenheimer Kunst-Event ich nur in der Zeitung bewundern konnte) und an der BOK-Galerie vorbei und war wieder überrascht, was hier alles an Künstlern mit Ambitionen herum tobt. Die wahre Kunst erscheint mir die zu sein, denjenigen/diejenige zu entdecken, mit dem/der man den Markt schlagen kann.

Und dann war da ja wieder einmal der ESC. Bekanntlich habe ich ihn in den vergangenen neun Jahren stets angeschaut und dabei die Feststellung getroffen, dass es dieser Wettbewerb doch tatsächlich schafft, ein Niveau, was eigentlich nicht mehr zu unterbieten ist, in jährlichen Abständen weiter zu unterbieten. Im Vorjahr meinte ich sinngemäß. Schlimmer kann es nun wirklich nicht mehr werden. Nun, um ehrlich zu sein, zu 100% kann ich diese Aussage nicht widerlegen. Tatsächlich hat einer meiner Lieblingsneffen am ESC-Samstag geheiratet - und da kann der arme alte Onkel nicht fehlen. Daher hatte ich mir die zweite Vorentscheidung am Donnerstag mal reingezogen. Ein derartig jämmerliches Geheule, Gelalle, Gewinsel und Gegrunze habe ich ja noch nicht gehört/gesehen. Es reicht einfach nicht, musikalischen Scheißdreck durch teilweise durchaus sehenswerte Show-Einlagen zu übertünchen. Ganze zwei Stücke waren nicht dazu geeignet, hemmungslos draufloszukotzen: Dänemark und seltsamerweise diesmal Irland (dessen Beitrag ja konsequenterweise rausgewählt wurde). Ansonsten muss man sich wirklich fragen, wie derartige kompositorische Perversitäten möglich sind. So gewann ich schon einmal einen Eindruck, was einen am Samstag erwarten könnte. Danke, Kati und Timo, dass ich das nicht ertragen musste. Nach einer gelungenen Feier daheim angekommen (die jüngeren Semester drehten dann erst auf), reichte es noch für einen Schnelldurchgang und Teile des Madonna-Auftritts. Letzterer reihte sich nahtlos in das ESC-Niveau ein. Nicht dass ich Madonna irgendwie gut finden würde, aber eine gewisse Professionalität erwarte ich schon von ihr. Jede Schülerband wirkt nach drei Stunden Proberaum professioneller - und ich weiß, wovon ich spreche. Nimmt man den Schnelldurchlauf zum Maßstab hat kein Song (außer Dänemark und Island) auf der Skala von 1 - 10 eine bessere Note als 13 verdient. Auch hier: was für eine schwachsinnige Scheiße. Warum ein wildes Gegrunze aus den Niederlanden, bei dem wie vor zwei Jahren im portugiesischen Beitrag kein einziger Ton getroffen wurde, einige hundert Punkte mehr als das deutsche Gequietsche erhalten hat - wir werden und wollen es nie erfahren. Ich denke, dass die ESC-Macher mit aller Gewalt das Niveau unserer Politratten erreichen wollen, und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder durch eine Hochzeit am ESC-Glotzen gehindert werde. Fakt ist jedoch, dass ich am Folgetag kaputt war. Ich war lediglich zur Beseitigung einer Museums-Altlast imstande und fuhr nach Hainstadt zu Winni's Puppenhausmuseum gegenüber vom Bahnhof. Ich ging davon aus, dass eine Dreiviertelstunde ausreicht - aber Pustekuchen. Der Museumsbetreiber Winni ließ es sich nicht nehmen, zu jedem Stück eine Story zu erzählen - und es wurde nie langweilig. Noch mehr beeindruckte mich aber der Detaillierungsgrad der meisten Stücke, der hier besonders zur Geltung kam, alldieweil die Stücke (im Gegensatz zum Märchenhaus Alsfeld beispielsweise) nicht hinter Glas gesteckt werden. Am interessantesten fand ich einen Puppenpuff. Und als ich dachte: jetzt hat man alles gesehen, erfuhr ich, dass es noch einen weiteren Ausstellungsort gibt. Also rüber zur Paradiesgasse, wo die riesigen Puppenhäuser warteten. Hier konnte Winni's Ehefrau eine Menge erzählen.

Am zweiten Samstag im Mai war wieder Museumsnacht in Frankfurt und Offenbach angesagt. Da es diesmal kein echtes Highlight gab, hätte sie unter normalen Umständen ohne mich stattgefunden, aber da ich heuer eine Museumsufercard habe, ließ ich mich mal blicken. Der Beginn war eher unerfreulich: der Shuttle-Bus hielt trotz rechtzeitiger Anmeldung meines Ausstiegswunsches nicht am Allerheiligenviertel. Stieg ich also am Portikus aus und trabte bei Nieselregen zurück. Erste Station: der Tor Art Space. Nette Galerie mit Werken angehender Künstler. Kann man sehen, kann man auch sein lassen. Dann der Zoo mit der neuen Pinguin-Anlage. Hier war es richtig voll, aber um die Illuminierung zu genießen, war es noch zu hell. Dann zum Yard, eine relativ neue sog. In-Location, die krampfhaft versucht, Berliner Flair nach Frankfurt zu portieren. Pro forma waren auch ein paar Skulpturen etc. zu sehen. Solche Läden mögen in London, Moskau oder eben Berlin funktionieren, hier finde ich sie eher lächerlich - und so war ich nach zehn Minuten wieder draußen. Hier fand sogar eine echte Identitätsprüfung statt, bei der die Security aus verständlichen Gründen nicht begeistert war, dass meine Stempel im Pass aus Südostasien und keineswegs aus Nordwestasien stammten. Eine noch merkwürdigere Location anlässlich einer Museumsnacht war das Gesundheitsamt. Immerhin war der Ausblick von der Dachterrasse durchaus lohnenswert. Eher zufällig landete ich beim Museum Judengasse, wo ich seit dem Umbau nicht wieder war. Einlasskontrolle wir am Ben Gurion-Airport. Sehr voll. Weiter in die Altstadt. Die Schlange vorm neuen Stoltze-Museum war ewig lang, sodass ich mir den Besuch schenkte. Am im Aufbau befindlichen Struwwelpeter-Museum war etwas weniger los. Aber nicht viel zu sehen, weil es bis zur offiziellen Eröffnung noch etwas dauert. Da ich wilde Basstöne vom Römerberg vernahm, bin ich mal hin. Dort tobte sich eine Tänzergruppe (antagon theater AKTion) in einer wüsten Feuershow aus. Hat mir recht gut gefallen, aber es war verflucht voll. Ebenso der Kunstverein, wo die Installation "Protect your neck" begeistern konnte. Vom Künstler Max Geisler wird man noch hören! Da die Schlange vor der Schirn sehr kurz war, wollte ich mir mal die laufende Djurberg/Berg-Ausstellung reinziehen. Die war allerdings so gerammelt voll, dass man keine Chance hatte, in einem zumutbaren Zeitrahmen alle Installationen zu goutieren. Diese sind allerdings derartig geschmacklos, dass ich mich schon über die große Anzahl anwesender Minderjähriger wunderte. Werde ich wohl vor Abschluss gezielt eher nicht noch mal anschauen. Hinweis: das hatte ich kürzlich jedoch mit der parallel laufenden Gironcoli-Ausstellung gemacht, die mich aber eher enttäuschte (zu klein). Bevor ich mich ins heimische Ledermuseum verzog, war noch ein kleiner Abstecher zum Historischen Museum angesagt. Die Schneekugel kann mich immer wieder kindlich begeistern. Das DLM war dann ebenfalls recht voll, aber die Ausstellungen sind immer wieder sehenswert. Den Tommy-Flipper im Stadtmuseum verkniff ich mir dann doch, weil ich am folgenden Tag wieder schaffen musste.

Den Besuch des Stoltze-Museums holte ich drei Tage später nach. Großzügige Öffnungszeiten, aber wie zu Zeiten im Haspa-Gebäude kein Ansprechpartner vorhanden. Zwei Besucher waren es dann, die der Wachdienst pünktlich um 18 Uhr aus dem Haus werfen konnte - der Ansturm am Samstag war also nicht symptomatisch. Vorher hatte ich noch im Portikus vorbei geschaut, aber die dortigen Installationen übersteigen stets meinen geistigen Horizont - so auch "The Wolf and the Head on Fire" diesmal. Hauptgrund war an jenem Tag aber der Besuch des Commerzbank-Towers via Stadt Events Frankfurt. Vorher war natürlich noch eine Stärkung angesagt. Nachdem der Mäckes an der Konsti sich wiederholt unfähig zeigte, funktionierende Terminals in ausreichender Zahl bereit zu halten (wieso klappt in Frankfurt nicht, was in Offenbach, Mühlheim oder Italien problemlos funktioniert??!!), suchte ich mal die Five Guys auf. Ich probierte einen Bacon Burger, der für sich keinerlei Grund für eine Beanstandung bot - im Gegenteil, zu den frei wählbaren Zutaten gehörte sogar HP-Sauce! Aber die Preise sind abartig. Umgerechnet 19 DM für ein Produkt, was 45 Jahre zuvor 1,80 DM in vergleichbarer Form gekostet hat, ist mehr als unverfroren. Noch perverser sind allerdings die Preise für die Beilagen, weshalb ich den Burger pur vertilgte (Sets werden nicht angeboten). Da Interieur und Schnelligkeit auch nicht besser sind als beim Burger King, leuchtet mir das Preisniveau nicht ein. Ich jedenfalls werde sicher nicht allzu oft hier speisen. Das Datum und die Uhrzeit für den Tower-Besuch hatte ich mir bewusst ausgesucht, da unter normalen Umständen keine Vorstandssitzung stattfinden würde und das Obergeschoss somit zugänglich sein sollte. Aber wann sind die Umstände im deutschen Finanzwesen schon normal? Der Vorstand muss Wind von der am Folgetag bevorstehenden Razzia bekommen haben und tagte bis zum Erbrechen, um Taktiken auszubaldowern, die Steuertricks zu verschleiern. So war in der 35. Etage Sense - auf Höhe des Taunusturms. So nett die Führerin auch war, so viele Infos man auch bekam - es fehlte was. Nämlich genau das, wofür man 14 Euronen elektronisch übermittelt hatte. Übrigens: obwohl der letzte Vorstandschef angeblich sämtliche Kunstwerke aus dem Tower entfernt hatte, soll inzwischen die Vorstandsetage mit dem berühmtesten Klo Frankfurts wieder gut bestückt sein. Ich denke jedenfalls, das war meine letzte Hochhaus-Führung über die Stadt Events.

Eigentlich sollte man etliche Wochen, nachdem sich über die Hälfte der Mitglieder des alten EU-Parlaments als schwerstkriminelle, antisoziale Vollpfosten geoutet hatten, trotz (zum Zeitpunkt der Geschehnisse) anstehender Europawahl (ich hatte übrigens bereits gewählt - und ganz sicher keine Partei/Fraktion, die vornehmlich aus Grundgesetz-Vernichtern besteht) bereits wieder zur Tagesordnung übergegangen sein, aber vornehmlich im Straßenverkehr gibt es immer wieder Moment, die einem die Existenz unwerten Lebens (darf man ja nicht mehr sagen - aber dann möge man mir erklären, wie man es besser formulieren kann) vor Augen führt. War doch neulich Stillstand auf der Bolongarostraße kurz vor Abzweig der Scribastraße (Müllabfuhr?). Alle ergaben sich dem Schicksal, nur eine Asozialenkutsche mit F CH 116 raste über die Straßenbahngleise an uns vorbei. Ganz abgesehen davon, dass es aus gutem Grunde verboten ist und durch solche Maßnahmen Dritte massiv in der Ausübung ihres Grundrechtes auf körperliche Unversehrtheit eingeschränkt werden, frage ich mich, woher so ein kleinhirniger Microschwanz die Gewissheit nimmt, dass man ihm am Ende der "Ausweichstrecke" wieder in die Spur lässt. Die Örtlichkeiten ähneln sich ja alle. Eigentlich sollte man an derartigen Hotspots die Abbiegemöglichkeiten ausmerzen, Galgen installieren und diese Kriminellen kommentarlos vollmaschinell aufknüpfen. Deren Gesichtsausdruck müsste dann dem entsprechen, den Frollein Spahn gemacht hatte, als er von der Merz-Kandidatur erfuhr. Beim Vorbeirasen konnte ich deutlich die Konturen des potentiellen Mörders sehen: sah quasi aus wie Vozzo Vözzlerich Vozz, in Personalunion unappetitlichster Vozzensepp Europas und Möchtegern-Internet-Killer. Aber das Internet wird zurück schlagen! Und wenn er es nicht war, ein herumjurigeunernder EVP-Abgeordneter wird es sicher gewesen sein, denn dieser Abschaum ist skrupellos bis zum Gehtnichtmehr. Der nächste Verhaltensgestörte wird vom Wagen her kein EVP-Abschaum gewesen sein, denn unter 3000 ccm spielt sich bei denen gar nichts ab. Bekanntlich ist die Offenbacher Landstraße in Oberrad eine durchgehende Tempo 40-Zone. Nicht nur wegen der Tram-Gleise aus gutem Grund. Nur hält sich kaum jemand dran, wenn keine Straßenbahn in der Nähe ist. Und dennoch raste schleudernd ein Kleinstwagen OF K 1283 an meinem Hintermann und mir vorbei, im Anschluss wurden rote Ampeln ignoriert. Ich vermutete, das war ein Junkie auf dem Weg zum Dealer (und verkneife es mir, dessen mutmaßliche Pigmentierung auch nur anzudeuten). Aber vor dem ehemaligen Rosenberg-Museum parkte er dann unmotiviert im Halteverbot vor sich hin. Also, da gibt es garantiert kein Dope, solange das Polizeipräsidium noch in der Nähe ist. Ich verkneife es mir, von weiteren Eskapaden zu berichten, an denen mutmaßlich EVP'ler beteiligt waren. Wie gesagt, früher hätte man bei Ansicht derartiger Situationen an Kanaker auf dem Weg zum nächsten rolligen Kamel gedacht, nach den Vorfällen im EU-Parlament, wo sich über 400 Parlamentarier als asoziale, inkompetente schwerstkriminelle Vollidioten geoutet haben, kommen einem spontan nur noch EVP-Nulpen in den Sinn.

Diese Zeilen wurden nun tatsächlich nach der Wahl geschrieben. Ist der Dativ tatsächlich dem Genitiv sein Feind? Der Kampf ist noch lange nicht entschieden, denn der Genitiv lässt keine Zeichen von Agonie erkennen, sondern er lebt und wehrt sich. Da produzierte doch vor der Europawahl ein YouTuber ein Video mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU". Ich hab mir das tatsächlich reingezogen und ging davon aus, der Titel referenziere auf die Zerstörungen durch die CDU. Die ja bekanntlich als EVP-Teil alles zerschmettern will, was mit Anstand, Moral, Würde und Grundgesetz zusammen hängt. Tatsächlich wollte unser YouTuber mit seinem Video die CDU zerstören, was ihm ja leider bekanntlich nicht gelungen ist. Also: solange der Genitiv sogar noch mehrdeutig sein kann, ist er noch lange nicht tot. Zwar hat Die Partei satt zugelegt, aber die Union hat doch erheblich mehr Stimmen erhalten als allgemein prophezeit wurde. Nun, was Rezo und Vozzo Vözzlerich Vozz nicht schaffen, schaffen vielleicht The Höfer und Dumbo Dobrindt. Während ersterer kürzlich die Katze aus dem Sack ließ (ich behaupte das ja seit Jahrzehnten) und verlautbarte, Gesetze seien absichtlich so konfus gestrickt, damit der ehrbare Bürger sie nicht versteht, holte letzterer den ganz dicken Vorschlaghammer raus, um den letzten Rest Rechtsempfinden zu zerstören. Bekanntlich kassierte das höchste EU-Gericht seine schwachsinnige Pkw-Maut. Meine Meinung zu Gerichten ist bekannt, aber es sollte Allgemeinkonsens sein, Urteile zu akzeptieren. Angeblich (GRUNZ) will die Union eine gesetzestreue Truppe sein. Aber der Dumbo schüttelte sein Microschwänzchen und hirnlosen Frisurenuntersatz in wildester Manier und lallte herum, indem er unverblümt zum Sturm auf unsere Gerichtsbarkeit aufforderte. Wie will so ein Kerlchen, das dieses Urteil ja sicher nur aufgrund seiner Verpisstheit herauf beschworen hat (Ja, Dumbo, es reicht nicht, nur den Staatsanwälten Gefälligkeiten anzudienen) von unseren Kindern und Einwanderern Gesetzestreue erwarten, wenn er seinen Hass auf unser Gesetzgebung im allgemeinen und unser Grundgesetz speziell, neutrale Richter, Ehre, Recht, Moral und Anstand öffentlich heraus posaunt? Wann räumt Söder endlich mit eiserner Hand in seinem Saustall auf? Warum klärt niemand, aus welchen Gummizellen irgendwelche Kanaillen ausgebrochen sind? Wer kann solche Gestalten noch wählen? Wenn FJS das erlebt hätte, es würden Köpfe rollen - und das ist wörtlich zu verstehen. Im besagten Video ging es keineswegs nur um die Union, sondern eigentlich um alle etablierten Parteien, die sich ja nur marginal unterscheiden. Was sag uns das? Es gibt nichts neues mehr, nur die Verpackung ändert sich. Bekanntlich hatte ich vor ca. fünfzig Jahren in einem Artikel in unserer Schülerzeitung Reflektor dargestellt, dass die gesamte Parteienlandschaft ja nur eine einzige tiefbraune Sauce ist, egal ob sich die Sekte nun NPD, CDU, SPD oder KPD/ML nennt. Der Artikel wurde gelesen, wie ich anhand der Reaktionen zu anderen Aussagen feststellte. Nur hierzu kam . nichts. Woraus ich damals wie heute schließe, dass der normale ehrbare Bürger es genau so sieht. Ich hakte damals nach und wiederholte diese Aussage in einer Klassenarbeit. Einzige Randnotiz des Deutschleerers: "Meinen Sie das wirklich so?" Was gab es damals an Alternativen? Damals nannte ich die Bewegung 2. Juni und BFV als liberale Gruppierungen. Hierzu räume ich heute ein: das war eine Jugendsünde. Auch heute gibt es nichts, es sei denn, man betrachtet Die Partei als Alternative. Egal wie man inhaltlich zu dem Video steht, die Form muss man als zeitgenössisch betrachten. Insofern sind die Reaktionen aller angesprochenen Etablierten geradezu erschütternd. Über das elfseitige pdf-Dokument der CDU kann man noch nicht mal trocken hüsteln. Die Vergleiche der digitalen Welt mit der analogen beweisen nur, dass der Politpöbel in seiner Politrattenblase jahrzehntelang gepennt hat und bis heute noch nicht mal den Kontakt zur analogen Welt gefunden hat (bzw. sich dieser auf die Entgegennahme von Geld- und Sachzuwendungen zu beschränken scheint). Die erbärmliche Vorstellung unserer selbsternannten Eliten im Zusammenhang mit dem Urheberrecht war natürlich extrem, aber auch sonst weiß man bis heute nicht: was treiben die da eigentlich? Wie wollen die Europa in die Zukunft geleiten? Unsere armen Nachkommen.