07/30/2019 - Blickachsen in Kronberg

Nein, der Führer gibt nie Wechselgeld                                                  Offenbacher Stillleben Teil II         

Das Interregnum ist vorbei: endlich regiert wieder König Amateurfußball. So konnte man am 20.7. optimal einen Doppler mit der LGS Wassertrüdingen koppeln. Erste Station war der Schwaiger Tivoli in Schwaig bei Nürnberg. Mit einem - wie ich dachte - riesigen Zeitpuffer fuhr ich am frühen Morgen los, nachdem sämtliche Verkehrsmelder frei Fahrt signalisierten. Aber es kam vollkommen anders. Die A3 erwies sich durchgehend als nur maximal stockend befahrbar, sodass ich erst eine halbe Stunde nach Anpfiff aufkreuzte. Klar ärgert mich stockender Verkehr als solcher, aber den nehme ich mit einer gewissen Gelassenheit hin. Es ärgert mich aber jedes Mal, wenn man im Stau steht und der Verkehrsfunk nichts meldet. Ein einziger Vorfall auf der A3 wurde gemeldet: zwanzig Minuten Verzögerung an der Großbaustelle bei Würzburg nach einem Unfall. Den Stau gab es zweifelsfrei, von einem Unfall keinerlei Spur, sodass ich die Authentizität der Meldung für reinen Zufall halte. Wem nützt diese Unprofessionalität? Warum bringen zwanzig Jahre Digitalisierung keine Verbesserung? Obwohl es sich um ein Derby handelte, war der Zuschauerzuspruch in Schwaig erbärmlich - zwischen 180 (was meiner Schätzung entsprach) und 250 berichteten die Zeitungen. Und davon waren auch noch ca. zwanzig Hopper, von denen ich vier flüchtig kannte (u.a. waren die drei erstmals in Tauberbischofsheim gesichteten Pussi-Hopper wieder vor Ort), den OFC-Tommy allerdings umso besser. Vielleicht lag es an der ungewöhnlichen Anstoßzeit von 10:30 Uhr? Das Stadion weiß allerdings zu gefallen. Eine Seite verfügt über sieben bestens gepflegte durchgehende Stufen, dazu gibt es eine elektronische Anzeigetafel (Kapazität ca. 3.500). Der Rest: erbärmlich. Keine Tickets, kein Programm, das Catering zum Davonlaufen. Da ich logischerweise Hunger hatte, musste ich mir erstmals bei einem Seniorenspiel eine Lachsersatzsemmel reinziehen!! Das Spiel selbst war auch nicht der Ultrahammer, und der Gast vom FC Herzogenaurach siegte locker und verdient mit 2:0. Ohne weitere Ortsbesichtigung ging es mit Tommy im Schlepptau nach Wassertrüdingen. Da die A3 nunmehr komplett dicht war (auch dieser Stau wurde von den Verkehrfunkärschen nicht gemeldet), mussten wir durch Nürnberg fahren, was aber unspektakulär verlief. Wassertrüdingen ist in der Tat ein malerisches Städtchen. Auch die Gartenschau war recht passabel, wenn man berücksichtigt, dass es sich um eine "Kleine" handelte. Und gut besucht war sie auch. Man wollte allerdings die Gäste an einem LGS-Parkplatz ausplündern, aber wir parkten direkt an der Kirche. Highliht war wohl die "Seerose", ein Zwitter aus Brücke und Spirale. Zeit zum Groundspotting war nicht vorhanden, weil wir rechtzeitig Ehekirchen erreichen wollten. Hier bot sich verglichen mit Schwaig exakt das umgekehrte Bild: 700 Zuschauer umsäumten den Ground - die Elektro Schmaus Arena -, der ohne nennenswerten Ausbau daher kommt, aber außer uns waren keine erkennbaren Hopper zugegen. Es gab brauchbare Tickets und ein Programm, mangels Bratwurst musste ich auf ein Steakbrötchen ausweichen, was aber empfehlenswert rüber kam. Dieses Spiel war richtig ansehnlich. Beide Teams - insbesondere der Gast vom FC Neuburg/Donau - wurden frenetisch supported und so wogte das Spielgeschehen hin und her. Schlechtester Mann auf dem Platz war der Schiri, beide Rote Karten für den Heimclub waren allerdings vertretbar. Ein Lini gab zu jeder fragwürdigen Entscheidung seinen Senf dazu - das war eine Menge. Der 2:2-Endstand ging in Ordnung. Die Besichtigung der örtlichen Kirche scheiterte an massiven Eingangstüren, ansonsten scheint Ehekirchen der langweiligste Ort Bayerns zu sein. Die örtliche Automaten-Tanke spuckte Sprit zu einem netten Preis aus, und so starteten wir um 20 Uhr den Heimweg. Rückfahrten aus dieser Gegend sind toll, da man bis Rothenburg/Tauber bestens ausgebaute, aber wenig frequentierte Bundesstraßen nutzen kann, was Kilometer und Nerven schont.

Am Donnerstag zuvor zog es mich ins herrliche Kronberg, um den dortigen Teil der Blickachsen anzuschauen. Vorher trabte ich mal zur Burg, wo man mich für einen geringen Obolus (ohne Rentnerermäßigung) herein ließ. Der weithin sichtbare Turm lässt sich leider nur bis zur halben Höhe erklimmen. Und da die Scheiben seit Jahren einer Säuberung entgegen zu sehen scheinen, ist das Panorama nicht wirklich prickelnd. Aber da ich schon mal dort war, gönnte ich mir auch eine Führung (s.o.). Am interessantesten waren für die Teilnehmer die Donnerbalken und die Küche. Aber dann ging es zum Schlosshotel, das seinen Garten den Blickachsen-Machern zur Verfügung stellte. Waren ein paar nette Skulpturen ausgestellt. Und den Rosengarten hätte ich doch einige Tage früher aufsuchen sollen.

Am Wochenende zuvor machten wir einen spontanen Ausflug nach Passau, meine Ehefrau wollte endlich das einzigartige Dreiflüsseeck sehen. Unterwegs machten wir einen Abstecher zur Burg Lupburg, welche sich als sehr ansehnlich erwies. Die dortigen Eingeborenen zeigten sich aber als extrem mundfaul, sodass wir nichts von denen bezüglich weiterer Sehenswürdigkeiten oder offener Supermärkte heraus bekamen. Angesichts des nun aufkommenden massiven Regens nächtigten wir in Straubing, wo parallel das Stadtfest, ein Jazz-Festival und die Agnes-Bernauer-Festspiele stattfanden. Wir hatten aber weder bei der Hotel- noch bei der Parkplatzsuche Probleme. Das Frühstücksbüfett im Hotel Theresientor war sehr reichhaltig. Den Herrn am Nachbartisch kannte ich, wusste aber nicht, woher. Er erkannte mich schneller - Herr Buchner aus Haindling und ich hatten uns wohl dreißig Jahre nicht gesehen. Allerdings war er etwas enttäuscht, dass wir nicht wegen seines Auftritts beim Jazz-Festival gekommen waren. Ich wollte vielmehr unbedingt mal wieder in die dortige Totentanzkapelle und war bitter enttäuscht, dass die geschlossen war - wegen Vandalismus. Früher hätte man gedacht, dass sich Kamelficker oder Red Bull saufende Techno-Ärsche dort ausgetobt hätten, nach den Auftritten von Vozzo Vözzlerich Vozz weiß man, dass hier der EVP nahe stehende Jurigeuner am Werk gewesen sein müssen, denen nichts heilig ist. Und von diesem Gesockse gibt es in Niederbayern ja reichlich. Aber wir hatten Glück, dass eine Führung aufkreuzte, in die wir uns einschleichen konnten. Von all den erhaltenen Totentänzen gefällt mir der hiesige einfach am besten. Als wir in Passau ankamen, hörte schlagartig der Regen auf, und die Sonne kam. So hatten wir allerbeste Sicht vom Oberhaus auf das Dreiflüsseeck. Neben uns stand eine Gruppe Chinesen. Ich erklärte also meiner Ehefrau über das Phänomen auf, was diese dann für die Chinesen übersetzten. Die kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Viele Stunden später trafen wir die erst im Dom (Orgelerklärung) und an der Ortsspitze (keine Erklärungen mehr) wieder. Zufällig lief im Oberhaus gerade die Ausstellung "800 Jahre Oberhaus", die recht gut gemacht war. Allein: die dortigen Ausstellungen sind selbst für mich eine Nummer zu umfangreich. Einzige Wermutstropfen: der Aussichtsturm war dicht - und der Passauer Tölpel ist nicht mehr in der Veste, dass es sich nunmehr in nächster Nähe zum Dom befindet, erfuhren wir bedauerlicherweise erst zuhause. Im Gegensatz zu einigen Scheißhausparolen erwies sich Kloster Niedernburg als zugänglich, aber leider sind die Englischen Fräuleins ja nicht mehr da. Die Studienkirche war wie seit Jahrzehnten üblich geschlossen. Sonntagnachmittags haben alle Restaurants in der Altstadt wohl zu, sodass wir uns an Flammkuchen laben mussten, bevor es in den Dom ging. Einige Kunstwerke wiesen die Inschrift DDD auf, was mir noch nie aufgefallen war, aber meiner neugierigen Ehefrau Es war schon erstaunlich, was die befragten Aufsichten für Möglichkeiten ins Spiel brauchten. Aber daheim erfuhren wir dann, dass es "dedit donavit dedicavit" heißt was für uns Altsprachler natürlich keine Hürde darstellt. Wieder was dazu gelernt. Logischerweise mussten wir mal über den Fünferlstieg und den Innkai entlang gehen, ehe es nach einem letzten Gang um die Ortsspitze zurück nachhause ging. Übrigens hat man jetzt den Passauer Eidechsen eine eigene Info-Tafel gewidmet. Die Rückfahrt verlief merkwürdigerweise stressfrei, so leer hat man sonntags die A3 selten gesehen.

Bei der Hitze des letzten Juni-Wochenendes wollte ich einfach keine längere Fahrerei auf mich nehmen. Wie der Zufall so spielt, berichtete die FNP kurz zuvor über einen Park, der mir - obwohl ich fast täglich an seiner Außenmauer vorbei fahre - vollkommen unbekannt war. Es handelte sich um den Park St.Georgen auf dem Areal der gleichnamigen Theologie-Fakultät. Die dortige Kirche kannte ich bereits, aber dass sich da eben auch ein öffentlich zugänglicher Park befindet, hatte ich nie vergegenwärtigt. Der ist durchaus nett und kann mit einigen Baumarten glänzen, die man woanders nicht findet. Aber auch das Petrihaus sollte an jenem Tag mal auf sein, sodass ich weiter zum Brentanopark fuhr. Dass der dortige Pavillon aus der Bauhaus-Ära kommt, war eine interessante Hintergrund-Info, aber das Petrihaus mit seinem Brentanomuseum interessiert mich doch mehr. In der Stunde, die ich mich dort aufhielt, sollte ich der einzige Besucher bleiben - traurig. Vorab gönnte ich mir einen Kaffee nebst Kuchen - alles auf Spendenbasis. Um ehrlich zu sein: das Museum selbst ist nicht der Hit, aber was die Leute vom Förderverein zu erzählen hatten, war super.

Seit vielen Jahren steht der Besuch des Kobelt-Zoos zu Schwanheim auf meiner Agenda. Mein letzter Versuch anno 2018 scheiterte daran, dass ich am ersten Schließungstag vor den verschlossenen Toren stand. Es ist tatsächlich nicht nachzuvollziehen, warum man das Wochenende nach dem nominellen Cut nicht doch noch mitnimmt. Egal, diesmal klappte es. Wermutstropfen: das Gelände wurde von einem Amateur-Flohmarkt durchseucht. Aber trotz der Hitze war es unter dem Strich ein angenehmer Besuch. Lediglich von den Waschbären war nichts zu sehen. Dafür gab es die seltene Gelegenheit, mal eine Würgeschlange in den Arm zu nehmen. Irgendwie hatte ich mir die Oberflächenbeschaffenheit dieser Reptilien vollkommen anders vorgestellt, aber die Viecher sind ja absolut nicht glitschig. Direkt neben dem Zoo befindet sich das Verkehrsmuseum, dem ich nach vielen Jahren auch mal wieder einen Besuch abstatten wollte. Skandal! Hier gilt die MuseumsuferCard nicht. Dafür gab es aber Sonderpreise für uns arme Rentner. Hier konnte ich mich für den Offenbacher O-Bus begeistern. Neben Halbdeckern gehören O-Busse sowieso zu meinen Bus-Faves. Die Ausstellung über 50 Jahre U-Bahn in Frankfurt war durchaus interessant - aber es ist immer wieder deprimierend wie lange es bei größeren Projekten von der Idee bis zur Durchführung dauert. Da es heute erheblich mehr Jurigeuner als seinerzeit gibt, werde ich insofern vor meinem Ableben keine funktionierende Nord-Süd-Stromtrasse mehr mitkriegen. Seltsamerweise hatte keiner der zahlreichen Besucher Interesse an einer Führung durch die Wagenhalle, sodass ich in den Genuss einer Privatführung kam, wofür ich mich durchaus erkenntlich zeigte. Dort findet man allerdings nur nicht einsetzbare Fahrzeuge. Die betriebsbereiten Oldtimer sind woanders (vergessen, wo) und werden aufgrund des akuten Fahrzeugmangels permanent im Regelverkehr eingesetzt.

Verdirbt das Sallen den Charakter? Nein, dachte ich bislang. Neulich hatte ich aber beim Aldi an der Waldsraße eine merkwürdige Begegnung. Im Laufe der Jahre kennt man das sammelnde Stammpersonal Offenbachs. Eine ältere Frau mit fadenscheinigen Klamotten begeistert mich immer wieder ob ihres selbst gebastelten Werkzeugs, mittels dessen sie herrenloses Leergut aus jedem Behältnis fischen kann ohne sich die Pfoten dreckig zu machen. Aber kann es sein, dass dabei giftige Dämpfe eingeatmet werden, die ähnliche Hirnchenregionen wie bei Kleinschwänzen anregen? Jedenfalls unterstellte ich immer, dass es sich um eine liebe Omi handelt, die ihre karge Rente durchs Sallen aufbessert und dabei noch die Schulden ihres verstorbenen Ehemanns abzahlt. Aber nun traf ich sie bei Aldi an der Rowentastraße, wo sie in gepflegter Kleidung rücksichtslos einen vollen Einkaufswagen durchs Gedränge schob und dessen Inhalt in einen Bluebird 2.0 verstaute. Sicher kein 7er BMW, aber keinesfalls ein billiges Gefährt. Und den bugsierte sie ohne Beherzigen jeglicher Verkehrsregeln (Blinken, Tempolimit, Abbiegeverbote etc.) durch den Feierabendverkehr, dass man dachte, am Steuer sitzt ein Kamelficker oder EVP-Sympathisant. Vielleicht sind diese Gruppen selbst zum Leergutsammeln zu doof, dass sie ihren Lebensunterhalt durch Schmarotzerei verdienen müssen. Und noch ein Fakt zum Thema Leergut. Die Aktion Pfandringe in Offenbach wurde stillschweigend beendet. Und zwar genau aus dem Grunde, den ich prophezeit hatte: die Leergutgeber sind einfach zu behämmert gewesen, um das Wesen der Pfandringe zu begreifen. Infolgedessen wühlten unsere Leergutnehmer (allen voran besagte Oma) nach wie vor im Dreck, der natürlich die Gehwege verschmutzt. Und so hat die Stadt Offenbach weitere 50.000 Euronen sinnlos aus dem Fenster geworfen, was man sich ja durch Ausplünderung von uns Grundsteuerpflichtigen wieder holt. Ob es einen tieferen Sinn hat, dass vor dem Woolworth an einem Laternenpfahl der Mülleimer entfernt wurde, der Pfandring jedoch nicht? Und warum hat man diese Maßnahme gestoppt? Genau aus dem von mir vorher genannten Grund: die Leute, die überhaupt erst für herrenloses Leergut sorgen, sind natürlich auch zu bescheuert, das Wesen von Pfandringen intellektuell zu erfassen, was wiederum dazu führt, dass es im Mülleimer landet und dieser wiederum "untersucht" werden muss. Wahrscheinlich gehört die Pfandringfabrik einem Verwandten von Freier.

Wie man also sieht, ist der verantwortungsvolle Umgang mit unserem Geld in Offenbach praktisch nicht gegeben. Ein weiteres Beispiel gefällig? Wegen innerstädtischer Geschwindigkeitsüberschreitung wurde meine Ehefrau mit einem Bußgeldbescheid bedacht, der ausnahmsweise mal nicht zu beanstanden war. Also zahlte ich innerhalb der gesetzten Frist. Ich will den Leser nicht überfrachten, so möge er/sie einfach zur Kenntnis nehmen, dass es derzeit mehrere Gründe gibt, dass wir aus Post aus dem Rathaus warten (zu einem komme ich doch noch). Tatsächlich kam dann ein Brief, dessen Umschlag wir erwartungsvoll öffneten. Was war drin? Eine gottverfluchte Scheißmahnung, wonach wir angeblich das Bußgeld noch nicht entrichtet hätten. Wir sofort zurück gemailt, dass wir längst überwiesen haben. Auf Rückfrage Kontoauszug beigebracht. Vier weitere Hin- und her-Mails. Bis dann die lapidare Antwort kam, "Geld ist angekommen." Keine Entschuldigung, nichts. Ich gehe davon aus, dass diese Aktion die Stadt Offenbach sicher zwanzig Eurönchen gekostet hat. Da wir ja alles korrekt gemacht hatten (überkorrekt, denn als - bei IBAN-Transaktionen eh egal - Zahlungsempfänger hatten wir den Absender des Bußgeldbescheids angegeben: "Der Oberbürgermeister". Halbkorrekt, denn die Überweisung kam von meinem Konto - und ich heiße natürlich anders. Das haben die Koryphäen im Rathaus irgendwie nicht geschnallt. Zu Zeiten von Frau Fuchs herrschten in der Bußgeldstelle noch ganz andere Sitten!), wird das wohl das hiesige Standardverfahren sein. Bei geschätzten 10.000 Bußgeldbescheiden per anno entsteht so ein Fehlbetrag von 200.000 Euro! Und dafür werden wir wieder über die Grundsteuer abgezockt. Nur, um solche Tölpeleien zu finanzieren. Als ich mich darüber im Kollegenkreis echauffierte, kam prompt ein weiteres Beispiel auf den Tisch: die Stadtbücherei verschickte doch neulich eine vierstellige Zahl unbegründeter Mahnungen, weil man zu behämmert war, zurück gegebenes Leihgut in den Systemen zu erfassen. Und dann wären da ja noch unsere Busfahrer. Da tönte man ja zum letzten Fahrplanwechsel groß herum, dass man das Busangebot um ein Drittel erhöht habe. Ich wäre der allerletzte, der das nicht löblich finden würde. Verschwiegen wird dabei jedoch, dass knapp die Hälfte des zusätzlichen Angebots daraus resultiert, dass man die perversen Fahrplanausdünnungen von vor zwei Jahren rückgängig gemacht hat. Zwar hat man daran gedacht, zusätzliche Busfahrer einzustellen bzw. Leistungen bei Drittanbietern anzukaufen, aber vollkommen vergessen bei der Finanzplanung hatte man offensichtlich, dass das auch kostet. Entsprechend verwundert war man nach einem halben Jahr über einen weiteren gigantischen Fehlbetrag. Das Angebot an freien Busfahrern ist derzeit überschaubar, weil man auch andernorts den ÖPNV ausweitet. Insofern ist man gezwungen, alles einzustellen, was weiß, dass ein Rad nicht dreieckig ist. Das fängt bei Sprachbarrieren an (kürzlich begriff ein Maghrebiner nicht, dass ich ihn auf defekte Scheinwerfer aufmerksam machen wollte) und führt zu Verkehrssituationen, die man bisher hier nur von Bussen mit SP-Kennzeichen (in Frankfurt die mit WI-Kennzeichen) kannte. Aber da konnte man bereits anhand der Kennzeichen proaktiv (oder -passiv) tätig werden Aber nun werden auch Busse mit Offenbacher oder Frankfurter Kennzeichen von Typen bewegt, die von Verkehrsregeln noch nie etwas gehört haben. - Aber zum Schluss noch was zum Thema "Offenbacher Planung". Dass die Anzahl ausländischer Mitbürger in Offenbach kontinuierlich rasant wächst, ist allgemein bekannt. Während es vor fünf Jahren eine leichte Übung war, einen neuen Titel zu kriegen (Terminvergabe zur Beantragung binnen einer Woche, Abholung ohne Termin), kann es heutzutage im schwärzesten Afrika nicht unprofessioneller ablaufen. So dauert es jeweils geschlagene fünf Wochen (!!!), bis man einen Termin zur Beantragung und zum Abholen (!!!!) bekommt. Auf meine Frage, warum das so ist, beschied man mir, dass seit über fünf Jahren keine neuen Planstellen im Ausländeramt mehr genehmigt worden seien. Der unappetitliche Jurigeuner Freier scheint sich ja jeden Monat einen sechsstelligen Betrag aus meinem Steueraufkommen in seine XXXXL-Privattaschen zu schieben. Unter diesen Umständen muss man sich wirklich wundern, dass nicht erheblich mehr Politratten von der ausgeplünderten und verarschten ehrbaren Bevölkerung bearbeitet werden.

Wenn man jetzt durchs KOMM streift, fühlt man sich wie im Tschad. Leerer können die Shopping-Center dort auch nicht sein. Ich komme mit dem Aufzählen der geschlossenen Läden nicht nach, nun hat es auch McPaper getroffen. Die Schließung von Xenos wäre dann noch erwähnenswert. Nicht dass das ein toller Laden gewesen wären, aber bei Reiseutensilien und Laden-Deko waren die gut aufgestellt. Dass ich hingegen die Tedi-Kette für den allerletzten Drecks- und Ramschladen halte, habe ich schon mehrfach erwähnt. Und exakt diese Assi-Kette hatte Xenos aufgekauft. Einen Tag nach Durchführungsdatum hat man in der KOMM-Filiale auch das Branding angepasst, was durchaus ok ist. Aber zwei Wochen später war die Filiale dann übergangslos dicht. Ich stelle mir das so vor, dass im Tedi-Management ein Haufen verwichster asozialer CDU-Sympathisanten und Kamelficker sitzt, der einzig und allein dem Gedanken nachhängt, wie man den Bürger verarschen kann. Ein anderer Leerstand hingegen macht richtig happy. Die perverse Kaffeepanscherkette Starflucks hat ihren Laden im KOMM geschlossen! Ja, wir Offebächer wollen mit Eurer Drecksbrühe, die mit Kaffee noch nicht mal ansatzweise etwas zu tun hat, auch nichts zu tun haben! Schiebt euch eure Brühe in eure eigenen ungewaschenen amerikanischen Ärsche. Dass wir OffebächerBürger einen Sinn fürs Gute, Schöne, Wahre haben, erkennt man am obigen Stillleben. Während der Verantwortliche der Offenbacher Verwaltung (Schulze-Böing?) nicht in der Lage ist, eine Primitivstdienstleistung zu organisieren, stellen wir die Flaschen farblich stimmig im ordentlichen Halbkreis auf. Erinnert sich noch jemand an das letzte Stillleben - das mit den Einkaufswagen? Tatsächlich waren die Geräte einige Wochen später zum größten Teil weg. Aber der Offebächer liebt Kontinuität - und so dauerte es nicht mehr lange, bis die alte Bestandszahl wieder erreicht war. Inzwischen komme ich nicht mehr dorthin, weil die Senioren, die ich ab und dann bespaßte, ins Heim abgeschoben wurde. Das ist immer traurig, aber ich will bei den Senioren bleiben. Es bleibt nicht aus - obwohl ich es zu vermeiden trachte -, dass man mal über Politik spricht. Gemeinhin unterstellt man ja älteren Semestern eine gewisse Unions-Affinität. Das kann ich absolut nicht bestätigen, noch nie hat mir jemand von Kreuzen bei der Union erzählt. Und das man sich vor dieser Partei graust, liegt bei zwei Gestalten, die ich eigentlich für uninteressant halte: der JU-Chef und AKK. Und wenn das so ist, frage ich: woher kriegt die Union dann ihre Stimmen? Trumpsche Wahlfälschungen?

Plattentechnisch herrscht derzeit Ebbe. Als mit Duck die neue von den Kaiser Chiefs in die Läden gelangte, musste ich sofort zuschlagen. Verglichen mit den vorherigen Veröffentlichungen enttäuschend. Nach dem Erfolg der letzten CD kopierte man sich nur noch selbst, ohne Sachen zu kreieren, die hängen bleiben.