10/25/2019 - Viva Duterte!

Sowas wollen wir hier auch endlich vor Spielhallen und Wettbüros sehen!

Nach längerer Grunzpause darf ich mich aus meinem wohlverdienten Urlaub zurück melden. Derweil ich schon die Neider und Angehörigen der Gutmenschenmafia etwas vom Ökologischen Fußabdruck murmeln höre, lehne ich mich entspannt zurück und verweise auf die Globalisierung, die meine Verwandtschaft in halb Asien verstreut hat, welche wiederum gerne ab nd dann mal mit meiner Anwesenheit beglückt werden will. Ist eine derartige Pflege sozialer Kontakte nicht wesentlich ersprieslicher als die Nutzung asozialer Netzwerke? Allerdings werde ich in meinem Reisebericht darauf verzichten, näher auf jene einzugehen - außer, es ist unbedingt erforderlich. Nachdem ich 2017 freiwillig ein anderes Reiseziel wählte und 2018 aus familiären Gründen in Europa verweilte (war bekanntlich beides sehr nett), ging es diesmal mit Emirates über Dubai nach Manila (es ist verwunderlich, dass man von Frankfurt aus jedes Kaff in Afrika oder der USA direkt anfliegen kann, aber nicht ohne umzusteigen in eines der größten zivilisierten Länder der Welt kommt). Allgemein kann ich hier schon erzählen, dass während des gesamten Urlaubs kein Flug ausfiel und es zu keinerlei nennenswerten Verspätungen kam - im Gegenteil). Auch der Flug nach Dubai fing extrem angenehm an. Obgleich ich bereits daheim online eincheckte, wurde mir bei der Gepäckabgabe mitgeteilt, dass man mich in die Business Class upgegradet habe. Das ist mir in meiner 45jährigen Fluggastkarriere noch nie passiert. Zwar durfte ich am Boden dann doch nicht in die Lounge, genoss aber an Bord den kompletten Luxus. Da habe ich mich dann doch geärgert, dass ich keinen Alkohol trinke - was wurden da für Köstlichkeiten kredenzt. Als Film gönnte ich mir John Wick III - was für ein sinnloses, aber stilvolles Gemtzel. In Dubai waren wie 2012 über sechs Stunden zu überbrücken. Aber dank bequemer Liegesitze und McDonalds (normalpreisig) gingen auch die zuende. In der Economy Class mit Heart of the wolves (ein noch sinnloseres und stilvolleres Gemetzel) ging es ohne besondere Vorkommnisse abermals mit einer 777 nach Manila. Hier hatte ich mir mit dem Atrium Hotel eine empfehlenswerte Bleibe direkt neben der Metro ausgesucht. Die Einreiseabfertigung am Airport verlief überraschend zügig (noch zügiger ging es beim Abflug zu, aber auch das erfuhr später noch Steigerungen). Bevor ich ins Detail gehe, ein paar allgemeine Bemerkungen zu Manila. Vollkommen zu Unrecht hat diese Stadt einen denkbar schlechten Ruf. Tatsächlich ist es wie in Panamá: wenn man bestimmte Viertel meidet, ist es auch nachts nicht unsicherer als das Frankfurter Bahnhofsviertel. Ich jedenfalls halte die Warnungen wie "nach 20 Uhr im Hotel bleiben" etc. für vollkommen übertrieben. Überhaupt: was für ein Unterschied zu früheren Zeiten! Die Bettelei beispielsweise erwies sich als bei weitem nicht so widerlich oder massiv wie ehedem. Auch ist die Stadt erheblich sauberer geworden. Und der Grund hat einen Namen: Duterte! Endlich einmal ein demokratisch gewählter Politiker, der dem Abschaum zeigt, was dicke Eier sind! Und nicht wie in den sogenannten zivilierten Staaten dofort nach der Wahl alle Versprechungen über den Haufen wirft und mit dem Abschaum paktiert. Bekanntlich dienen die meisten Errungenschaften der nicht materiellen Zivikisation dazu, Abschaum nicht zur Verantwortung zu ziehen. So läuft es in den Philippinen nicht! Ohne Federlesens entledigt man sich des Gesindels. Und wenn ich sehe, wie glücklich das Volk nun ist, kann ich nur empfehlen, diese Verhältnisse temporär auch hier einzuführen. Nun habe ich keine Ahnung, welchen Stellenwert die Jurigeuner auf den Philippinen einnehmen. Aber da es hierzulande ja so zu sein scheint, dass weniger der Kriminelle an sich, sondern die vereinigte Jurigeunerschaft die treibende Kraft in der Ausübung von Gesetzesbrüchen ist, wäre es sicher sinnvoll, mal für ein halbes Jahr Aufräumschwadronen durch die Republik kurven zu lassen, welche dann Molotowcocktails in Kanzleien, Justizpaläste, Clangebäude, Aufsichtsratsvillen etc. wirft und den aus diesen heraus eilenden Mob mit MP-Garben umnietet. Wie fantastisch wäre die Stimmung anschließend in unserer auf den Hund jurigeunerten Republik, die dann natürlich um runde 6 Millionen nichtsnutziger Köpfe kleiner wäre! Damit wäre sogar ein großer Schritt zur Minderung der Wohnungsnot getan. Und wer wäre geeigneter für diese Aufgabe als Söder? Niemand. Da Söderte irgendwie als Kampfname unpassend ist, schlage ich Södinator vor.

Hauptgrund für meinen Aufenthalt in den Philippinen war die Tatsache, dass man einen diesmal Erfolg versprechenden Versuch startete, eine dauerhafte Fußball-Profiliga zu installieren (ich hatte seinerzeit nur das Vergnügen, einem Studentenliga-Kick beizuwohnen). Einen winzigen Haken hat diese Liga aber für den Fan: die Vereine haben kein Heimatstadion und die Spielorte werden erst am Donnerstag vor dem Spielwochenende bekannt gegeben. Zuhause betete ich, dass es nicht Cebu werden würde und dass im Rizal oder in Makati gekickt würde. Wunsch 1 wurde erfüllt, Wunsch 2 nicht. Vielmehr kündigte der Verband am Donnerstag an, dass erstmals auf dem Aboitiz Pitch zu Malvar gekickt würde - runde 150 km entfernt von Manila. Aber wie es der Zufall so wollte, befanden sich unmittelbar neben meinem Hotel drei Busstationen, die Lipa, die nächstgrößere Stadt, ansteuerten. Überhaupt: Busbahnhöfe in Manila. In San José war ich seinerzeit bass erstaunt über die Unmenge an Busbahnhöfen verschiedenster Anbieter in der Stadt. Armselig im Vergleich zu Manila, auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Metro Manila ca. 45 Mal so groß ist wie San José. Müde vom Flug beschränkte ich mich am Samstag Abend darauf, das Warenangebot im nächsten SM Hypermarkt zu inspizieren (riesig!), um am Sonntag ausgeschlafen einen Bus zur SM Mall in Lipa zu besteigen. Der Endbusbahnhof war unerwartet riesig und lag direkt neben einer Mall von Ausmaßen, die nicht zu einer Stadt von 45.000 Einwohnern passen wollen. Dennoch unglaublich voll. Die Stadt selbst hat zwar eine ansehnliche Kirche (Bischofssitz), bietet aber ansonsten keine Highlights. Irgendwann musste ich auch mal die letzten zehn Kilometer nach Malvar in Angriff nehmen und sprach einen Motorradrikschadahrer an. Und wurde erstmals mit einem Phänomen konfrontiert, das sich wie ein roter Faden dürch meinen Urlaub zog. Der Fahrer fragte mich nämlich, wie man dorthin käme. Ich komme nunmehr seit 46 Jahren nach Asien und hatte durchaus ungewöhnliche Ziele oder Verständigungsprobleme - aber irgendwie haben es zu 95% die Fahrer aus eigener Kraft geschafft, das Ziel anzusteuern. Aber Googlemaps scheint die Leute nicht nur dumm, sondern auch faul zu machen. Jedenfalls musste ich die App aktiv werden lassen. 200 Pesos waren zwar entschieden zuviel, aber was soll's. Der kürzlich fertig gestellte KR-Ground ist nichts weiter als ein Appendix zu einem Outlet-Zentrum von Wertheim Village-Ausmaßen, nur auf einer Seite begehbar und für ca. 1.500 Zuschauer ausgelegt. Heute waren aber nur 35 vor Ort, darunter vier Hopper! Auch am Premierenspieltag waren welche zugegen, jedenfalls waren bereits Fotos in Europlan-Onlien eingestellt. Das Spiel war unglaublich schlecht und endete 4:0 für die Green Archers gegen die Philippine Airforce (wenn die so schlecht fliegen wie die kicken, wären die Philippinen einem Luftangriff mit einer einzigen Ju52 hilflos ausgeliefert. Überraschen war die große Anteil an maximalpigmentierten Spielern und Zuschauern. Da es keinerlei Catering gab, stürmten die Zuschauer während der Halbzeit die Buden im Outlet. Dieses wiederum erwies sich als sehr schlecht besucht, aber die Preise im Adidas-Shop z.B. konnten wirklich keinen Hund hinter dem Ofen hervor locken. Die Rückfahrt nach Lipa konnte ich dann für 15 Pesos per Jeepney bewerkstelligen, von wo aus es mit einem Bus einer anderen Gesellschaft zurück nach Manila ging. Natürlich muss man höllisch aufpassen, dass man nicht in eine gänzlich andere Gegend kutschiert wird. Abends konnte ich endlich mal wieder einen Wendy mit kompletten Angebot frequentieren (die in Panamá verfügten ja leider nur über eine eingeschränkte Auswahl). Überhaupt Fast Food: gibt es an jeder Ecke, wobei die Jollybees dominieren (deren Burger sind zwar ok, dennoch war ich nicht allzu oft bei denen). Allein im vergleichsweise winzigen Lipa fand ich drei McDonalds. Und die Preise sind sensationell - so sind die Philippinen am Ende des BigMac-Indexes zu finden.

Am nächsten Tag konnte ich mit dem Sightseeing loslegen. Allerdings: Metro Manila (was ich meine, wenn ich ab jetzt Manila schreibe) ist derartig riesig, dass man es in Verbindung mit der suboptimalen Infrastruktur noch nicht einmal annährend schafft, alle interessanten Punkte innerhalb einer Woche aufzusuchen. Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinne gibt es allerdings wenige, denn im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt, die vorher sehr schön gewesen sein muss, komplett zerstört. Was die Japaner nicht zerstörten, nieteten dann die Amerikaner um. Überhaupt müssen die Japaner hier derartig gewütet haben, dass die deutschen Gräueltaten in Russland dagegen wie die reine Kinderbespaßung wirken. Verglichen mit z.B. dem Todesmarsch von Baclan müssen die KZ-Märsche eher eine Sackhüpfveranstaltung gewesen sein. Dafür gibt es eine unvorstellbare Anzahl an Shopping Malls und Wolkenkratzern. Wo es ging, nahm ich die Metro, die hier zu 99% aufgeständert fährt. Obwohl der Takt recht dicht ist, sind die Züge extrem voll, abends sind die Schlangen vor den Bahnstationen legendär. Das rollende Material ist ein Sammelsurium verschiedenster Hersteller - somit wird es dem Fotografen nicht langweilig. Klimatisiert sind alle Einheiten. Gewöhnungsbedürftig sind die Abteile für Frauen, Kinder und Senioren. Jedenfalls gönnte ich mir erst einmal eine Aufladekarte und los ging es nach Intramuros. Geschichtlich und architektoinsch vergleichbar mit Casco Antigua in Panamá handelt es sich quasi um die keimzelle der Stadt. Viele Gebäude sind vorbildlich wieder hergestellt worden, andere weniger - und an etlichen Stellen findet man noch Weltkriegsschäden. Durchsetzt ist das Ganze mit unmotiviert hingekotzten Neubauten. Also eine höchst sehenswerte und interessante Angelegenheit, für die allein sich die Fliegerei schon gelohnt hat. Highlight sind sicherlich Fuerza de Santiago und San Augustin. Aber auch die Kathedrale und die Museen wissen zu gefallen. Leider fand der Katamaran-Verkehr In der Nähe befinden sich u.a. das Nationalmuseum, Chinatown (Berichte folgen später), das Theater (geiler Art Deco-Bau, der gerade wieder hergerichtet wird) und das Postamt (das Ausmaß an käuflich zu erwerbenden Sondermarken ist beachtlich, die Kartenlaufzeit weniger - aber nach zwei Monaten waren alle Karten angekommen, was die Italiener im letzten Jahr noch nicht einmal annähernd geschafft haben). Ebenfalls fußläufig erreichbar ist der Rizal Park, eine wirklich gepflegte Anlage, der mit seiner Dancing Fountain richtig punkten kann. Ebenfalls beachtlich ist die 3D-Darstellung der philippinischen Inselwelt. Leider habe ich es nicht geschafft, das dortige Ozeaneum zu besuchen. Und der sich anschließende Boulevard hatte aufgrund massiver Baustellenaktivitäten jeglichen Charme eingebüßt, sodass ich auf den berühmten Sonnenuntergang (sofern das wettertechnisch überhaupt machbar war) verzichtete. Stattdessen fuhr ich zur Mall of Asia. Auf dem Weg dorthin änderte sich das Wetter total - es ist durchaus ein Unterschied zwischen 99 und 100% Luftfeuchtigkeit. Das einsetzende Unwetter bedeutete mir, dass auch ich inzwischen vom grassierenden Pussitum infiziert woden war: ich kaufte mir einen Regenschirm für 150 Pesos. Noch nie hatte ich mir in Asien einen Schirm zugelegt. In Manila ist das einfach: beim ersten Regentropfen erscheinen Hunderte von Umbrella-Hökern auf den Straßen. In diesem Zusammenhang greife ich einmal vor. In Myanmar später hatte ich keinen Bedarf an Schirmen, stellte aber fest, dass die Läden dort ein ausreichendes Angebot haben. Ganz anders in Thailand. Vor drei Jahren berichtete ich bereits, dass es in einer riesigen Mall für meine Frau keinen einzigen erwerbbaren Schirm gab. Heuer wiederum geriet ich in Lampang in einen wüsten nicht enden wollenden Guss: es gab in der ganzen 100.000-Einwohner-Stadt keinen Laden, der Erwachsenen-Schirme verkaufte, sodass ich irgendwann einen Kinderschirm erwerben musste. Ein Beispiel zum Warenangebot in Thailand: abgesehen von Kaffe und Schokolade gibt es eigentlich alles überall. So ging mir bei einem Aufenthalt in der Kasetsart University (umgebautes Stadion) mein Gürtel kaputt. Drei Minuten nach Verlassen des Unigeländes geriet ich in eine Straße mit dutzenden an Gürtel-Fachgeschäften. Nur Regenschirm-Geschäfte: Fehlanzeige. Ich stelle mir das so vor, dass Regenschirme in Thailand dieselbe Funktion erfüllen wie Zigaretten 1946 in Deutschland. Zurück zur Mall of Asia. In der Rangliste der größten Malls weltweit steht sie auf Rang 14 (berücksichtigt man nur die wirklich aktiven, sogar auf Rang 12). Dennoch konnte sie mich nicht begeistern. Wie später bei der Mall of the Emirates fehlte irgendwie die Seele oder was weiß ich. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, stattete ich der Mall noch einen zweiten Besuch ab (auch um den Hard Rock Café-Glas-Wünschen einiger Bekannten Folge zu leisten), aber der Eindruck blieb.

Der nächste Tag brachte mich nach Makati, einem der Wolkenkratzer-Viertel. Unglaublich. Hier allerdings konnte der obligatorische Trump Tower nicht überzeugen. Eigentlich wollte ich zur Bonifacio Global City, änderte aber meinen Plan zugunsten der SM Megamall und SM Mall City North (beide in den Top 10 der weltgrößten Malls) sowie der geilen Trinoma Mall. Diese gefielen mir schon erheblich besser. Auffallend war überall der schier unglaubliche Andrang vor den Kinosälen - letztendlich verzichtete ich hier auf einen Kinobesuch. - Hier wurde ich allerdings mit einer Schwachsinnigkeit des ÖPNV konfrontiert. Obwohl zwischen den Endpunkten der Linien A und C seit Jahren Gleise liegen, wird dieser knappe Kilometer aufgrund irgendwelcher Jurigeunerpossen nicht befahren. Jetzt hat Duterte ein Machtwort gesprochen - und die Aktivierungsmaßnahmen sind im vollen Gange. Allerdings wird es keine Loop-Linie wie die Blue Line in Bangkok geben.

Am nächsten Tag begab ich mich erstmals nach Chinatown. Sehr quirlig. Noch quirliger waren aber die Straßenmärkte rund um die Quiapo Church (diese derzeit teilweise eingerüstet). Ein endloses Gewusel. Weiter ging es nach Tutuban zum dortigen Bahnhof. Da ich um Sackhaaresbreite einen Zug verpasste, nutzte ich die Stunde, um die dortigen Shopping Malls zu besuchen. Man merkte schon, dass man sich unmittelbar neben Tondo befand, denn die Menge an Security Personal war noch größer als sonst, zum anderen wurde man überall auf ein Fotografierverbot hingewiesen. Wem der Begriff Tondo nichts sagt: es handelt sich um einen Slum von unvorstellbaren Dimensionen. Während man in der Stadt fast überall auf Slum-Gegenden Stößt, die durch Vernachlässigung der Gebäude quasi von selbst entstanden sind (und eher - sagen wir - harmlos sind), handelt es sich bei Tondo um eine Siedlung nach Art der bekannten favelas. Nachdem man dieser Siedlung im Film "Buybust" ein Denkmal gesetzt hatte (ich berichtete und weise darauf hin, dass der Film, wie man an einem Detail erkennen kann, trotz gegenteiliger Aussagen in der Handlung durchaus in Tondo gedreht wurde), wollte ich Tondo mal aufsuchen. Nachdem ich aber auf Meldungen stieß, denen zufolge in den hiesigen Slums das Dengue-Fieber grassiert, nahm ich aber davon Abstand. Jedenfalls ging diese Stunde recht flott vorüber - und dann wurde ich wieder bei der PNR vorstellig. Die Denkmalsloks vor dem Bahnhof (der früher einmal Hauptbahnhofsfunktion hatte, jetzt aber nur noch Ausgangspunkt für eine Commuter Line ist) konnte ich noch ablichten, aber dann bedeutete man mir: Kamera aus. Für 40 Pesos gönnte ich mir ein Ticket nach Alabang, aber nach einer Stunde stieg ich auf Höhe des Airports aus. Während der ersten Phase fuhr der Zug immer am Rand von Tondo vorbei, das musste jetzt reichen. Aufgrund meines hohen Alters fand ich noch einen Sitzplatz im o.g. Spezialabteil, der Zug wurde aber von Station zu Station voller. Während es sich in dieser Richtung um einen lokbespannten Zug handelte, kriegte ich für die Rückfahrt einen recht modernen Triebwagen. Jedenfalls hatte ich so ca. zwei Drittel des noch vorhandenen Strecknennetzes befahren.

Tags darauf war Donnerstag. Insofern informierte ich mich beim Verband über die Spielansetzungen des kommenden Wochenendes. Während am Samstag wieder Malvar angesetzt war, sollte am Sonntag ein Spiel in Binan stattfinden, womit das Programm für diesen Tag feststand. Heute jedoch war wieder Makati angesagt. Allein dieser Stadtteil (eigentlich ist es ja für sich schon eine Großstadt) böte Stoff für eine Woche. Die Ayala Mall konnte gefallen, das bestens beleumundete Ayala Museum war leider dicht. Durch eine 1A-Villen-Gegend schlug ich mich dann per pedes zur Bonifacio Global City (BGC) durch. Ein El Dorado für Skyscraper-Freaks (mit dem Grand Hyatt befindet sich auch das höchste Gebäude der Philippinen hier) mit Unmengen an Shopping Malls. U.a. Market Market!, mein persönlicher Favorit in Manila, mit einem Monopoly Fan-Shop. Hier überkam mich ein Kauflust-Anfall. Unmittelbar neben BGC liegt auch der Soldatenfriedhof. Während der etwa gleichgroße in Yangon problemlos aufgesucht werden kann, steht dieser unter US-Aufsicht. Aber auch die damit verbundenen hyperbürokratischen Identifizierungsprozeduren überstand ich - dass es noch extremer geht, zeigte man mir in den Vereinigten Arabischen Emiraten, dazu später mehr. Jedenfalls handelte es sich um eine sehr gepflegte Anlage. An der anderen Seite von BGC geht es weiter zur University of Makati. Der Weg führt aber am Gefängnis vorbei mit dem entsprechenden Publikum. Selbstredend war vor der Universität auch Security, an der ich aber mit einem flotten "Doing some sports" vorbei kam. Und nachdem ich meine Fotos vom durchaus beeindruckenden Stadion (ca. 8.000) im Kasten hatte, kam der übliche Verbots-Heini auf mich zu. Auf dem Rückweg setzte wieder Starkregen ein - aber dank der Einrichtungen in Makati konnte ich einen netten Abend verbringen. Wie gesagt, Regenfälle in Asien bin ich gewohnt. Aber wenn man beispielsweise in Bangkok oder Saigon von einem Regenguss überrascht wird, kann man relativ sicher sein, dass man nach einer Stunde Trockenheit wieder halbwegs trocken ist. Nicht so in Manila. Aufgrund der barbarischen Luftfeuchtugkeit kriegt man die Kleidung eigentlich nicht wieder trocken. Zu allem Überfluss entdeckte ich erst am Abreise eine Laundry in Hotelnähe, sodass mein erster Gang in Bangkok mich mit einem Koffer voller halbnasser Kleidung zu meiner dortigen Stamm-Laundry führte.

Langsam näherte sich mein Aufenthalt dem Ende. Die baulichen Ähnlichkeiten sind aufgrund der gemeinsamen Geschichte manchmal so frappierend, dass ich mich ab und dann in Panamá wähnte. Besonders auffällig war das am Bonifacio Monumento, wo ich mich am Plaza 5 de Mayo fühlte. Die Ayala Cloverfield Mall in der Nähe erwies sich leider als Enttäuschung. Aber in ihrer Umgebung war rege Bautätigkeit zu verzeichnen: eine neue Metrostrecke war am Entstehen. Ich allerdings begab mich weiter in Richtung Chinesischer Friedhof. Trotz Googlemaps (physische Stadtpläne scheint es nicht mehr zu geben), nahm ich an einer Gabelung aber die falsche Straße. Und wurde prompt von Einheimischen auf meinen Fehler angesprochen. Woher wussten die, wo ich hin wollte? Danke jedenfalls! Der Friedhod selbst ist wie üblich gigantisch. Für viele verstorbene hat man echte Villen mit Strom, TV etc. gebaut - angeblich soll es sogar eine Postzustellung geben. Muss man gesehen haben. Da ich kein Taxi fand, nahm ich trotz aller Bedenken ein Motorrad zum Chinesichen Tempel, gab aber keinerlei Probleme. Der Tempel ist jetzt nicht so der Oberhammer, im Gegensatz zu Lucky Chinatown, der dortigen Shopping Mall. Und da wiederum kann ich das kürzlich eröffnete Chinatown Museum empfehlen, dessen Museumsshop ebenfalls gut sortiert ist. Anschließend sollte im Rizal Park die nachgestellte Ermordung Rizals dargeboten werden - das erwies sich aber als Ente, obwohl dutzende an Hinweistafeln darauf hinwiesen (was sollen sie denn sonst tun). Stattdessen trabte ich zum neu eröffneten vergnügungspark Star City - aber der erwies sich nur als durchschnittlich. Überdurchschnittlich hingegen zeigte sich am Samstag das Nationalmuseum. Erstens riesig, zweiten gut bestückt, drittens voll. Zufällig scheine ich einen eintrittsfreien Tag erwischt zu haben. Nach einer Abschiedstour durch Intramuros konnte ich dann erstmals den Megatren der Linie B nutzen, der mich zum Arenata Centre brachte - ein riesiger Komplex mit einem Shopping Mall Cluster, u.a. der bekannten Ali Mall. Auch hier könnte man locker einen Tag verbringen. Mir ist es schleierhaft, woher die Philippinos das Geld und die Zeit für dieses exzessive Shopping herhaben. Auf dem Rückweg schaute ich noch bei der SM City Star Mesa Mall vorbei, die ebenfalls begeistern konnte. Allerdings stellte ich bei mir eine gewisse Übersättigung fest, die sich in magerer Fotoausbeute äußerte.

Am nächsten Tag war Fußball in Binan angesagt. Das soll angeblich die reichste Stadt auf den Philippinen sein. Auch die Busse dorthin fuhren in der Nähe meines Hotels ab. Die Stadt ist der Endpunkt der einzigen aktiven Bahnstrecke, aber lediglich ein Zugpaar endet hier, der Rest in Alabang. Entsprechend trostlos ist der Bahnhof. Auch die Stadt selbst ist vollkommen belanglos. Aus einer optisch durchaus interessanten Kirche im Zuckerbäckerstil wurde ich von den Sektenmitgliedern umgehend heraus komplimentiert. Würde mich nicht wundern, wenn die eines Tages kollektiv Suizid verüben. Drei Shopping Malls fand ich, von denen aber keine begeistern konnte. Aber der hiesige Magistrat scheint ganz im Sinne Dutertes durchzugreifen (s.o.). So muss es sein! So sollte es auch hier sein! Allerdings stände dann allein in Offenbach ein Drittel aller Geschäftsräume leer (was im Gegensatz zur gerade veröffentlichten geschönten Leerstandsstatistik stehen würde), den Abschaum kann man dann aus den Shisha Bars rausfischen. Was das Schild nicht verrät: wurden die Betreiber des Etablissements samt ihren Gästen von Schwadronen eliminiert? Dann ging es zum zentral gelegenen Stadion. Heute waren es immerhin 75 Zuschauer, davon allerdings nir ein Hopper und vierzig Neger. Was auffiel: während ansonsten im Großraum Manila auch jeder sechstklassige Schnellimbiss eigene Security hat, findet man bei Erstligaspielen keinerlei Security oder gar Polizei. "Heim-"Mannschaft war wieder die hiesige Air Force, die von Kaya mit 5:0 abgeledert wurde. Auch heute fielen alle Tore in der ersten Hälfte (ob die Wettmafia das so angeordnet hat?), auch heute war das Niveau unterirdisch. Nach einer schnellen Rückfahrt hatte ich noch Zeit für einen Besuch der Harrison Mall, Eigentlich eine vollkommen uninteressante, herunter gekomme Mall. Aber sie hat Geschichte geschrieben, denn es handelt sich um die erste Mall nach modernen Aspekten - hier nahm alles seinen Anfang. Und ich wurde Zeuge, wie der erste Christbaum heuer aufgestellt wurde - Mitte August! Der Montag stand natürlich ganz im Zeichen des Abfluges. Vollkommen normal war, dass sich während meines Aufenthaltes das Hotel-Publikum permanent änderte. Nicht normal ist, um welches es sich an den letzten beiden Tagen handelte. Unter Horden Schwarzafrikanern war ich einer der wenigen Weißen/Asiaten. Und obwohl ich früher als gewohnt zum Frühstücksbüfett trabte, war dieses schon fast leer gefressen. In der Stadt fasste ich mir endlich ein Herz und fragte die in großer Kopfzahl anwesende Security, ob man denn das Rizal Memorial Stadium betreten dürfe. Im Prinzip ja. Nur gerade jetzt nicht, da es für die anstehenden Sea Games hergerichtet würde. Ärgerlich, aber was soll's. Das Hotel besorgte mir einen Lift zum Airport. Auf Anfrage bedeutete man mir, es würde sich um einen Grab-Wagen handeln. Allein dieser Name stimmt einen nicht sehr froh. Die Fahrt auch nicht. Die Fahrer scheinen sich nach festen Routen-Vorgaben richten zu müssen. Die Route über die Mautstraße war definitiv frei (die Maut hätte ich natürlich gezahlt), aber der Fahrer war auch mit gutem Zureden und Ausstiegsdrohungen davon abzubringen, durch verstopfte Altstadtgassen zu manövrieren. Mein Zeitpolster war überstrapaziert, als wir ankamen. Zu allem Überfluss ließ er mich auch beim Inlandsterminal raus. Egal, dank einer extrem schnellen Check-In-Prozedur und einer unkomplizierten Passkontrolle war ich ruckzuck fertig. Der Flug mit Philippine Airways war angenehm, die Einreiseformalitäten in Bangkok trotz gewaltiger Schlange schnell erledigt, sodass ich nach kurzer SRT-Fahrt (diese Züge werden trotz Taktverdichtung immer voller) vor Plan an der Makassan Station war. Da nahm ich mir ein taxi zum Hotel - und sollte dem Fahrer wieder den Weg erklären. Komisch, zum MyHotel Ratchada (wo mich die meisten Angestellten noch kannten) bin ich in den vierzehn Jahren zuvor dutzende Male ohne solche Mätzchen gekommen. Wie gesagt, mein erster Weg führte mich zur Laundry, mein zweiter mit einigen Verwandten in den SchuGardenn - ein nettes Restaurant mit Gerichten auch für den europäischen Gaumen. Do konnte ich gut gestärkt meinen Thailand-Aufenthalt starten (Forts folgt).

Mitte September war ich dann wieder zurück. Ich wähne mich seitdem in einem Tollhaus, die Welt- und Lokalnachrichten will man eigentlich nicht kommentieren, sonst wird man auch als cholerischer Satiriker noch verrückt. Lediglich ein Beschluss des LG Berlin mit dem Az. 27 AR 17/19 konnte mich etwas aufbauen. Demnach ist es nicht strafbar, sich in klaren Worten auf deutsch zu äußern. Nur so kann es sein! Erinnern wir uns auf die Vielzahl an Urteilen verwichster asozialer hirnkranker herumrichternder Drecksjurigeuner, die sich erdreisteten, solche Formulierungen wie "in schönen Worten verpackte Beleidigungen" hinzuwichsen. Es ist bezeichnend, wenn so ein Jurigenerschwein auch in harmlosen Worten nur Beleidigungen wittert. Aber ab jetzt darf man klar zum Ausdruck bringen, was man meint. Ich würde mich ja gerne bei diesen Ausnahme-Richtern aus Berlin bedanken, aber die haben derartige Angst vor dem Rest des internationalen Jurigeunertums, das ihre Namen nirgends veröffentlicht sind. Zumal es Bände spricht, dass hordenweise Schwerstkriminelle unter dem Deckmäntelchen des Anwalztums diesen Beschluss als Ausweis rechten Gedankenguts geißeln, da die Äußerungen von Zigeunern stammen und auf eine Grünen-Politikerin gemünzt waren. Aber das ist die Sprache, die auch Duterte spricht und allgemein verstanden wird.

Traurig hat mich hingegen ein Besuch in Bürstadt gemacht. Nachdem die ewige Nummer 2, SV DJK Eintracht Bürstadt höherklassig spielt als der VfR, musste ich zwecks Ligenkomplettierung zum Sportplatz an der Wasserwerksstraße fahren. Dieser ist trotz KR recht nett Kapazität ca. 2.000). Die Begegnung gegen den VfB Fehlheim war klasse und endete vor ca. 200 Zuschauern 4:2. Bratwurst war ok, leider gab es weder Tickets noch Programme. Naja, nicht weit entfernt davon befindet sich das von mir mehrfach aufgesuchte Robert-Kölsch-Stadion, wessen Ausbau vor geraumer Zeit restlos plattplaniert worden war. Auch dort wurde gekickt, eine Stunde später wurde die Partie gegen Birkenau angepfiffen. Kuriosum am Rande: in der Halbzeit tauchten ein paar Suffköppe bei der DJK auf, machten aber beim Kassenhäuschen kehrt. Als ich wiederum im Robert-Kölsch-Stadion (oder was davon übrig geblieben ist) auftauchte, bildeten die den Birkenauer Fanblock. Es gibt ja weniger traurige Anblicke als der eines platte gemachten Grounds. Mit blutete das Herz, daran konnte auch das Vorhandensein eines Programms nichts ändern. In einer grottenschlechten Partie (wohlgemerkt, ich kenne nur die zweite Hälfte) gewannen die Hausherren vor ca. 60 Zuschauern (FuPa sagt 75) mit 3:2. Vor den Spielen machte ich Station in Seeheim. Anfang des Jahres war ich ja bei einer Ausstellung in Wertheim begeistert von den Bildern eines mir bis dahin nicht bekannten Malers Müller-Lienow. Mit dessen Werken sollte lt. eigener Homepage in Seeheim eine Galerie mit großzügigen Öffnungszeiten bestückt sein. Ich dand diese Adresse auch, aber da stand ein reines Wohnhaus, wo ich trotzdem klingelte. Es öffnete der Sohn des Künstlers, der sich extrem überrascht zeigte - normalerweise empfange man nur auf Voranmeldung. Immerhin durfte ich dann dennoch einen längeren Blick auf die im ganzen Haus hängenden Werke werfen. Ich kann mich allerdings in so einer Umgebung nicht konznetrieren, zumal ich (was man niemanden vorwerfen kann) immer den Atem der Hausherren im Rücken spürte. Immerhin: zwei Darmstadt-Ansichten und ein Labskaus-Stillleben konnten begeistern - und fotografieren durfte ich auch. Dennoch dauerte der Besuch weniger lang als einkalkuliert - diese Zeit nutzte ich, um mak zum Schloss Heiligenberg hochzukraxeln. Ein nettes Ensemble mit einem verwilderten Englischen Garten. Höhepunkt natürlich das Russenhaus mit seiner Ausstellung. Da habe ich mehr über europäische Geschichte der letzten Drei jahrhunderte gelernt als in vier Jahren Geschichte-Leistungskurs. Weitere Höhepunkte waren das Goldene Kreuz, das man aber nur aus der Distanz bestaunen durfte, und die aufgegebene Abtei (man wähnte sich fast in Irland). Erwähnenswert ist noch, dass wieder kein Lkw die Stromleitung auf der A5 nutzte und ich für 1,329 in Bürstadt den Wagen volltanken konnte.