11/20/2019 - Happy birthday Internet!

Kann man Thai-food besser charakterisieren?

So war ich also in Bangkok gelandet und wurde prompt genötigt, meine Pläne zu ändern. Eigentlich wollte ich meinen Koffer bei meiner Schwägerin lassen und am nächsten Tag mit leichtem Gepäck auf dem Landweg über Kanchanaburi und Dawei nach Myanmar reisen. Das habe ich nun schon seit fnf Jahren vor (aslso, seit es möglich ist) - und immer kommt etwas dazwischen. Geplant war der Besuch von Spielen in Moulmein und Bago vor der Ankunft in Yangon. Das Wetter war allerdings so grauenhaft, dass es sowieso eine Tortur geworden wäre (hätte ich noch auf mich genommen), zu allem Überfluss aber auch etliche Durchfahrtsstraßen wegen Erdrutschen unpassierbar waren. Angesichts der unzuverlässigen Flugpläne in Südmyanmar verzichtete ich auf das Vorhaben und fuhr nach Nordthailand, um Spiele in Lampang, Lamphun und Kamphaeng Phat mit vorherigem Stopp in Phrae zu sehen. Außerdem gewann ich auf diese Weise zwei zusätzliche Tage in Bangkok. Mein erster Gang führte mich zum Iconsiam, ein gigantisches Shopping-Centre am Chao Phraya. Auch wenn es hier und da noch hakte (das Flussmuseum z.B. war noch nicht fertig), kann man sagen: super. Neben den Fontänen (später mehr) ist der Soukh für mich das Highlight. Ähnlich wie im Market Bangkok (auch hierzu später mehr) holt man das Street Life jetzt rein, wobei die Preise allerdings erheblich höher werden. Auch besuchte ich den King Power Maha Nakhon Tower, der bei meinem letzten Besuch noch nicht für die Öffentlichkeit geöffnet war. Diesmal konnte man jedoch auf die Plattform in 313 Metern Höhe. Wartezeit: gering. Kontrollen wie auf dem Airport. Und ich machte einen bösen, bösen Fehler. Die Rentnertickets wären um 60% preiswerter gewesen - und ich hatte das überlesen! Egal, der Ausblick war spektakulär, es ist Wahnsinn, dass permanent neue Hochhäuser die Skyline bereichern. Auch habe ich hier erstmals erkennen können, welche riesigen Windungen der Chao Phraya bis zur Mündung macht.

Dann ging es endlich in den Norden. Beim Warten auf den Nachtzug nach Den Chai musste ich nolens volens die absolute Aktualität der thaileague-Site loben und abermals umplanen: das Spiel in Lamphun war kurzfristig verlegt worden. Stattdessen wollte ich mir dann ein Spiel in Phrae selbst anschauen. Ein Ticket-Umtausch war innerhalb weniger Minuten erledigt (bei der DB hätte es wohl Stunden gedauert und 200 Euro gekostet) - und so fuhr ich sitzend zuerst nach Lamphun. Der Bahnhof erwies sich als winzig, ein Hotel war schnell gefunden, und ich konnte mit dem Sightseeing beginnen. Geregnet hatte es eigentlich permanent, aber abgesehen von einigen kleinen Schauern beschränkte es sich auf Nieselregen. Lamphun ist eine uralte Stadt und erwies sich als recht nett, insbesondere einen Besuch des Nationalmuseums (gratis) und von Wat Chamathewi kann ich empfehlen. Das Stadion ist eher klein - vielleicht 3.500. Die Verlegung war notwendig geworden, weil derzeit ein Sportfest stattfand - sicher hätte man das eher feststellen können. Zwar gab es keine Fast Food-Ketten, aber dennoch muss für Essbegeisterte Lamphun der Himmel sein. Allein das Angebot des örtlichen Food markets ließ keine Wünsche offen. Direkt anschließend befand sich eine langestreckte Fressmeile, die wiederum übergangslos in den Thanon Rotkaew Night Food Market mündete. Dieser bot auch Musik- und Tanzdarbietungen. Wanderte man dann durch den schönen Wat Haripunchai, landete man am Ufer des Ping an einer riesigen Ansammlung weiterer Fressstände. Überflüssig zu sagen, dass es überall brechend voll war. Höhepunkt war die Brücke über den Fluss, die analog zur ehemaligen London Bridge an beiden Seiten weitere Shops aufwies, die allerdings größtenteils recht früh schlossen. Mein Frühstück nahm ich am nächsten Tag im Chuenai Café ein, bevor es per Bus nach Lampang ging. Es fuhren zwei Busse serselben Gesellschaft parallel. Einer ohne Anzeige von Lampang nach Phrae und Nan, der andere nur nach Lampang Eine sehr schöne Stadt, die ich bereits kannte. Leider regnete es etliche Stunden sehr stark - von meiner Regenschirm-Suche berichtete ich bereits. Eine gewisse Zeit konnte ich im Central überbrücken, wo mich erstaunte, dass der seinerzeit gravierende Leerstand sich auf 0 reduziert hat. Richtig neu für mich war das Nationalmuseum. Wo man ebenfalls keinen Eintritt wollte. Schwerpunkt lag hier weniger auf sensationellen Exponaten als vielmehr auf Multimedia. Und erstmals seit Jahrzehnten wurde ich mit den Unbillen der thailändischen Stromversorgung konfrontiert: auf einmal ging nichts mehr, bis ein Notstromaggregat ansprang. Auch andernorts wurde der Strom vermisst, aber abends war alles wieder im Lot. Ich machte mich auf den langen Weg zum Stadion, welches sich in den letzten drei Jahren nicht verändert hat. Nach wie vor sollte das Nangkrating Stadium (sozusagen Thai-Einheitsbauweise) 5.000 Leute fassen. Bei nachlassendem Regen waren es gut 900 Zuschauer, die bei meinem einzigen Zweitligaspiel heuer ein 2:2 der Gastgeber vom Lampang FC gegen Nongbua Phitchaya sahen. Die Spielqualität war ok. Die fünfzehn mitgereisten Gästefans machten mehr Lärm als der Rest des Publikums. Kurioserweise wurde die Begegnung ca. drei Minuten zu früh abgepfiffen. Danach ging es zur Kad Kong Ta, die abends zu einer Fußgängerzone mit Fressmeile umgewidmet wird. Gute Stimmung dort, obwohl sich auch Farangs in beachtlicher Anzahl dort aufhielten. Eingecheckt hatte ich im Zenery Hotel, wo ich logischerweise dann auch nächtigte. Am nächsten Morgen wurde ich mit dem ganzen Wahnsinn des asiatischen Hotelwesens konfrontiert. Bekanntlich werden dort zu 99% die Zimmer als Doppelzimmer vermietet. Und so saß ich dennoch allein im Frühstückssaal - und mir wurden zwei komplette Gedecke hingestellt. Essen konnte ich dennoch nur eine Portion. Anschließend wurde ich mit dem Irrsinn des hiesigen Bustarifwesens konfrontiert. Dass sich die Paranoia in Thailand inzwischen derartig gesteigert hat, dass man sich auch bei Überlandbusreisen ausweisen muss, habe ich langsam akzeptiert. Eine Fahrkarte von Lampang nach Phrae konnte man mir aber nicht ausstellen, weil es so einen Tarif nicht gibt. Also musste ich ab Lamphun lösen - was die parallel verkehrenden Busse erklärt. In Phrae nahm ich das erstbeste Hotel, das Maeyom Palace Hotel - und das gleich für zwei Nächte. Den Swimming Pool konnte ich leider nicht nutzen, aber das Frühstück war gut. Beim ersten Herumschlendern durch die Stadt gleich der Schock: das hiesige Provincial Stadium wird gerade einem Facelifting unterzogen und erwies sich als unbespielbar. Aber der Heimatground ist sowieso im Stadtteil Ban Thung Hong, wie ein Blick in thaileague.com zeigte - ca. fünf Kilometer entfernt. Phrae verfügt über eine Unmenge an Tempeln, zu denen ich mich nunmehr suzessive hangelte. Prachtvolle Exemplare darunter. Auch die teilweise rekonstruierte Stadtmauer kann gefallen. Dann wurde es auch Zeit, ins Thunghong Stadium zu traben. Tausend Zuschauer waren es, die einen souveränen 4:0-Sieg von Phrae United gegen Chiang Rai City FC sahen. Beim Stadion handelt es sich um einen typischen Thai-Bau, der knapp 5.000 Besuchern Platz bieten sollte. Ein signifikanter Teil der Heimfans schaute sich das Match von der Balustrade einer Art Stadionkneipe an. Hier wurde das Spiel sogar fünf Minuten zu früh abgepfiffen. Ich hatte Glück: ein Besucher nahm mich auf seinem Moped für lau nach Phrae mit. Aus irgendeinem Grund hatte ich Bock auf Pizza und suchte demzufolge eine Pizzeria auf. Die Preise: happig. Die Qualität: so lala. Doch plötzlich enterten drei mir bekannte, äußerst euphorische Personen den Laden. Die Brasilianer von Phrae United! Gottchen, was waren die erstaunt, als ich deren Rückennummern korrekt aufsagen konnte! Die Spieler wiederum erstaunten mit ihrem unbedingten Aufstiegswillen. Nach einem netten Gespräch wünschte ich noch viel Erfolg in Kamphaeng Phat - die waren bass erstaunt, wie sehr sich ein Farang über den thailändischen Drittligafußball auskennt. Dorthin wollte ich eigentlich auch fahren, aber es gab keine direkten Busverbindungen, sodass ich mich für ein Mittwochsspiel in Nan entschied.

Am nächsten Tag wollte ich einige Perlen in der Umgebung aufsuchen und schnappte mir ein Fahrrad. Zuerst sollte es zum Phrathat Cho Hae Tempel gehen. Aber irgendwie hatte googlemaps einen schlechten Tag oder wollte grundsätzlich nicht die Umgehungsstraße zur Kenntnis nehmen, jedenfalls dauerte die Fahrerei doppelt so lange wie geplant, was zu Lasten des Klosters Chom Sawan gehen sollte. Der Tempel jedenfalls ist bildschön, recht groß und war ziemlich gut besucht. Nächstes Ziel war der Grand Canyon Thailands, der Nationalpark Phae Mueang Phi. Nun, die Ausmaße des Grand Canyon hatte er nicht, aber die Felsformationen waren durchaus beeindruckend. An diesem Tag knallte die Sonne derartig erbarmungslos, dass ich mich relativ lange in der hiesigen Restauration aufhielt und die Haut meiner Oberarme sich verabschiedete. Der Rückweg führte mich abermals durch Ban Thung Hong. Hier wird nicht nur gekickt, man stellt auch - und nur hier! - Mo Hom-Produkte her, ein Stoff wie geschaffen für leichte Arbeitskleidung und Bieranzüge. Es war gar nicht so einfach, eine Jacke in meiner Größe zu finden, zumal die hiesige Bevölkerung recht blasiert daher kommt und den Gebrauch von Fremdsprachen für Buddahlästerung zu halten scheint. Letztendlich kam ich aber doch noch in den Besitz einer solchen Jacke. Am nächsten Morgen fuhr ich dann ins herrliche Nan - ebenfalls eine uralte Stadt. Auch hier nahm ich das erstbeste Hotel, das Nansabeidee Hotel. Ein uriger Laden mit sehr netten Personal. Am Tag 1 beschränkte ich mich bei Sonnenschein aufs Sightseeing in der Innenstadt, die für einen Tag ausreichend Hotspots bietet, u.a. ebenfalls eine Stadtmauer und ein sehr gut besuchtes Nationalmuseum. Abends ging es natürlich wieder zur örtlichen Fressmeile. Am zweiten Tag regnete es etwas, aber ich gönnte mir ein Fahrrad, um Wat Phra That Khao Noi (super Aussicht!) und Wat Phra That Chae Haeng aufzusuchen. Dann wurde es Zeit, um das Spiel Nan FC vs Nakhonmaesot United im Nan Spirit Stadium (Kapazität ca. 3.000) zu besuchen. Hier gab es saubere Schalensitze, ein erstligareifes Ticket und eine funktionierende Anzeigetafel. Mehr als 100 zahlende Zuschauer waren es dennoch nicht, um ein Viertligaspiel minderer Qualität zu sehen. Anschließend ging es nach erneutem Frequentieren der Fressmeile zum Busbahnhof, wo mich schon ein Dreiachser Richtung Bangkok erwartete. Mit Erstaunen erwiderte ich die Frage, wo ich denn aussteigen wolle, mit "Mo Chit natürlich". In Bangkok erwies sich die Frage als berechtigt, denn die Busgesellschaft hat sich an der Vihavajdi Rangsit einen eigenen Busbahnhof hingestellt, der zuerst angesteuert wurde und die Fahrt um eine halbe Stunde verlängerte. Wenn man in Städten wie Manila oder San José mit einer Unzahl privater Terminals konfrontiert wurde, weiß man die Existenz von zentralen Busbahnhöfen erst zu schätzen, selbst wenn sie wie in Ðanang die Größe Offenbachs haben. Wieso lassen die zuständigen Behörden es zu, dass jetzt auch hier wieder eine Kultur der Zersplitterung einsetzt? Ich wiederum kämpfte mich in Mo Chit durch einen beachtlichen Kordon nerviger Taxifahrer und anderer Entrepreneure zum Queen Sirikit Park und tafelte dann im Burger King im The Street. Eine Woche ohne Fastfood musste kompensiert werden! Fortsetzung folgt.

Der Rechtsstaat wurde nunmehr beerdigt. Bekanntlich ging es vor einem halben Jahr groß durch die Presse, dass die deutschen Behörden eine schwerstkriminelle kleinschwänzige Kanakerpussi aus Bremen in den Libanon abgeschoben hat. Ein paar Tage später ließ die libanesische Justiz verlautbaren, gegen diese Gestalt läge nichts vor, also hat man sie laufen lassen. Mein Kommentar damals: in einem Jahr ist diese Kanakerratte wieder in Deutschland. Wie behämmert bin ich eigentlich? Natürlich ging es viel schneller. Nun ist so eine ausgelutschte durchgewichste Clanpussi auch in einem Unrechtsstaat kein großes Problem. Aber selbst für mich ist es erschütternd, dass sich sogar dafür Gestalten bar jeglicher Selbstachtung finden, die im Namen dieses Fressnapfinhaltes einen Asylantrag stellen! Wahrlich, die ganze Republik ist von diesem Jurigeunertum durchseucht. Söder: wann wird das Volk gereinigt werden? Die ganzen Ablenkungsmanöver von The Höfer wirken nur noch peinlich. Denn nur wer verarscht werden will, wird auch verarscht.

In diesem Zusammenhang erscheint mir das Interview von Herrn Papier im Stern aus mehreren Gründen als bemerkenswert. Zum einen bietet der sonst so seriöse Stern (na ja, die Zeiten sind schonpervers, wenn man eine Zeitung, die alle drei Monate ohne Ankündigung die Preise erhöht, als seriös bezeichnet) mit diesem ex-Verfassungsrichter (der mit Berufung für dieses Amt der Öffentlichkeit mitgeteilt hat, dass er die oberste Stufe der Schwerstkrimininalität und des Asozialentums erklommen hat) nach Kokser Schill, Ratte Schirach etc. einem weiteren Extremstjurigeuner eine Plattform. So ein Jurist ist intellektuell überhaupt nicht dafür vorgesehen, irgendwelche Aussagen mit Absolutheitsanspruch zu treffen. Doch dann behauptet doch so eine Gestalt, die Widerstand gegen das DDR-Regime als legitim betrachtet hat (und es sogar sanktioniert hat, wenn dieser ausgeblieben ist!), dass Widerstand gegen die Bundesrepublik niemals geduldet werden könne. Als Beispiel nannte er, dass gegen die Extinction Rebellion Protagonisten keine polizeilichen Maßnahmen erfolgten, der Nebensatz mit der Forderung nach Knüppelorgien wurde gestrichen. Ich finde das ganz schön happig, dass man Personen, die lediglich ihr Grundrecht auf würdevolles Leben einfordern, derartig diskreditiert (Andererseits: haben sie vielleicht gar nicht anders verdient, wenn sie durch ihre Maßnahmen ihresgleichen blockieren anstatt die Verursacher? Handelt es sich einmal mehr um pures Pussytum?). Ich verweise auf die Bauern, die unter Polizeischutz in Hamburg ihr Demonstrationsrecht ungehindert ausüben durften, auch wenn bei der ersten Heimsuchung Infrastrukturschäden in mindestens siebenstelliger Euro-Höhe entstanden. Also irgendein verwichstes Bäuerchen darf mich mit seiner Gülle weiterhin vergiften, während einem ex-Verfassungsrichterlein auf meine Kosten Perrier selbst für die Klospülung kredenzt wird. Logisch, dass dann Leute, die nicht vergiftet werden wollen, in den Augen eines nichtsnutzigen Richters Staatsfeinde sind. Diese großen Töne kann Herr Papier auch nur deshalb ausrülpsen, weil ugs die DDR geschluckt wurde. Stellen wir uns den umgekehrten Fall vor: die SBZ hätte die sich die Trizone einverleibt (selbst amerikanische Streaming-Dienste können sich mit so einer Situation anfreunden). Dann wäre Herr Papier vielleicht da, wo er hingehört: mit einem Maulkorb in einem Müllkorb. Aber wie man solche Typen kennt, die schwanz- und hirnlos ihr erbärmliches Fähnchen in jeden Wind hängen, ist es wahrscheinlicher, dass er mit derselben Inbrunst dann stalinistische Prinzipien verfechtet. Zugegeben, ich lebe hier auch lieber als in einer DDR. Denn es zeugt von der moralischen Stärke unseres Systems und seines Grundgesetzes, was ein Papierchen nicht begreift, wenn wir Deutschen es ertragen, dass solche Leute wie Papier ungehindert verbale Scheiße absondern dürfen anstatt in einer Gummizelle vor sich hin zu lallen. Er referenziert auf ein archaisches System, in dem nur das Gesetz der Stärke gilt (sicher würde er mich einkerkern wollen, wenn er das liest - aber so was kann ja gar nicht lesen) und das selbst für den Neandertaler schon obsolet war. Es ist eine Schande, dass hierzulande Prä-Neandertaler in höchtse Ämter rutschen - Papier war ja nun wirklich kein Einzelfall, die 5% Nicht-Prä-Neandertaler in unseren so genannten Eliten sind welche.

Nun aber zum Titelthema. Das Internet wurde kürzlich doch schon 50! Happy birthday natürlich auch von mir, natürlich auch dem Protagonisten Berners-Lee! Ich selbst wurde erst so gegen 1994 zum Internet-Nutzer. - aber immerhin noch vor Einführung der generischen Top Level Domains. Das hatte seinen Grund darin, dass ich seit 1981 als btx-Feldversuch-Teilnehmer zu lange auf das falsche Pferd gesetzt hatte. Überzeugen konnte mich letztendlich die Tatsache, dass der Mail-Versand in btx kostenpflichtig war. Leider hatte ich dann umgehend mein herrliches MT21 zurück gegeben, obwohl die Telekom es eigentlich gar nicht zurück haben wollte. Seit ca. zwanzig Jahren kann ich mir ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen, wobei ich jedoch eine vollkommen andere Nutzungsweise als die Mehrheit der Nutzer praktiziere. Für mich klingt es einfach nur schräg, dass solche Idiotenspielwiesen wie Facecrook, Twitter, Instagram etc. auch Bestandteile des Internets sein sollen. Bis heute habe ich den Sinn derartiger Anwendungen (und der meisten anderen Apps) nicht begriffen. Wie kann man freiwillig mit kastrierten und gefilterten Inhalten arbeiten? Wie kann man sich freiwillig von Informationswegen abschneiden. Wenn ich darüber hinaus fragen würde, wie man sich einem Juden anvertrauen kann, würde sofort die Gutmenschenmafia laut aufjaulen, also lasse ich es. Eine Anwendung, die so primitiv ist, dass sie selbst Trump begreift, kann nur für'n Arsch sein. Wieviele Mitteilungen "Alle mal herhören, was für ein winziges Ding ich habe!" hat man in denletzten zwei Jahren erdulden müssen? 2000? 3000? Egal, auch wenn ich feststelle, dass der Nutzenkoeffizient spürbar kontinuierlich abnimmt, werde ich sicher noch die nächsten fünf bis zehn Jahre dabei sein.

Abschließend darf ich noch meiner Verwunderung über die Wirtschaftsjournaille äußern. Aus gegebenen Anlässen hatte ich in den letzten Jahren mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Zetzsche es im letzten Jahrtausend hinreichend selbst bewiesen hat, dass er maximal in der Lage ist, unter Anleitung ein Ikea-Regal zu transportieren - und dann auch nur ein kleines mit extrem dünnen Brettern. Es spricht für den desolaten Zustand unserer Aufsichtsräte, dass dennoch so eine Gestalt über zehn Jahre einen DAX-Konzern ruinieren durfte. Und jetzt die allgemeine Verwunderung, dass er einen Scherbenhaufen hinterlassen hat? Wie beknackt kann man als Wirtschaftsjournalist nur sein? Kein Wunder, wenn dauernd von Lügenpresse die Rede ist. Wehe dem, der nun behauptet, ich hätte was gegen den Herrn persönlich. Überhaupt nicht - Männer, die den gleichen Schnurrbart tragen wie ich, sind mir von Grund auf sympathisch. Aber das ist kein Grund, eine arme Sau, der unser aller Mitleid gebührt, auf einen Posten zu hieven, der 35 Nummern zu groß für sie ist. Man kann ja noch nicht einmal die Probe aufs Exempel machen, indem man ihm drei Wochen gibt, eine gut laufende Currywurst-Bude in die Pleite zu reiten, weil er ja schon vorher Curry mit Rattengift verwechselt. Und hier zeigt sich ein weiteres Mal, wie unfähig unsere Aufsichtsräte (zu einem signifikanten Prozentsatz durchseucht von Jurigeunern und unfähigen (ex-)Vorständen) sind, denn sie sind einfach unfähig, das in der Vergangenheit verschobene Kapital (hat ja lt. Gordon Gekko nur jemand anders) zurückzuholen, und unwillig, für die Zukunft Lehren zu ziehen. Ich bin überzeugt, auch in Zukunft werden mindestens 65% der bestellten Neu-Vorstände totale verwichste ausgelutschte - und teilweise vollgekokste Flaschen sein.