03/24/2020 - Nothing compares to Naypyidaw

Auch Bumsi muss jetzt kürzer treten

Einen Tag vor Abflug nach Yangon fiel mir ein, dass ich auf der Fahrt von Sai Mai an etlichen mir unbekannten Shopping Centern vorbei gekommen war, besonders das Venice Shopping Plaza hatte von außerhalb einen guten Eindruck auf mich gemacht. Zuerst aber ließ ich mich zur von außen ebenfalls beeindruckend aussehenden Plearnery fahren. Das Innere hielt aber nicht annähernd, was das Äußere versprach. Zu Fuß schlug ich mich dann zum erwähnten Venice durch. Wieder eine Enttäuschung. Tatsächlich handelte es sich um eine Dead Mall, in der vielleicht noch drei, vier Läden geöffnet waren. Aufgemacht war sie dem Namen entsprechend wie Venedig mit Kanälen, einem Markusplatz, vielen Brücken etc. Aber der Grundgedanke war falsch: man hätte Eintritt bezahlen müssen. Die Thais (und ich) sind zwar Shopping Mall-süchtig, aber nicht behämmert, insofern kam diese Mall nie richtig in die Gänge. Es war durchaus beeindruckend, durch diese verlassene Gegend zu traben. Verlassen ist nicht der richtige Ausdruck, denn es wuselte recht viel Security durch die Gegend. Überall hingen Schilder, auf denen aufgezählt wurde, mit welchen Kameras hier zu fotografieren verboten war. Nur die Spiegelreflexkameras fehlten - und so erzählte ich jedem auf Nachfrage, dass es sich bei meiner Lumix um eine solche handeln würde. Problem gelöst. Weiter ging es zu The Walk - die dritte Enttäuschung, aber nicht die letzte. Auch hier war das Äußere beeindruckend, das Innere passte gar nicht dazu. Tatsächlich handelte es sich eher um den Wurmfortsatz eines riesigen Einrichtungshauses, einer Index Living Mall. Da schlug ich mich dann doch lieber zur Mall Bangkapi durch, in der ich mich immer wieder wohl fühle, über die ich aber nichts Neues schreiben kann. Das Khlong Express Boot brachte mich nach Pathum Wan, wo sich bekanntlich dutzende Shopping Malls für jeglichen Geschmack ballen. In der Central World wimmelte es vor bestimmt tausend hysterischen Teenagern, da ein mir unbekannter Teenie-Star eine "Gesangs-"Darbietung bot. Das B2S, das früher einmal vier Etagen in Anspruch nahm, kam arg verkleinert daher, so fehlte die ganze Multimedia-Abteilung, eine Entwicklung, die auch auf unseren Müller zukommen wird. Es wurde Zeit für den obligatorischen Besuch des Revolving Roof Tops im Bayoke II-Tower. Seit 2000 gab es keinen Bangkok-Besuch ohne dieses Procedere - und immer bei Mitnahme der Dämmerung. Diesmal war aber der Wurm drin. Normalerweise beinhalten die Tickets ab 17:00 Uhr einen Drink in der Sky Bar. Aber diesmal war eine Fußmassage dabei, was ich leider erst oben feststellte. Ganz abgesehen, dass ich hier eine bessere kriege, wollte ich keinem Thai-Mädchen die Beschäftigung mit meinen stinkenden verschwitzten Füßen zumuten, sondern beschränkte mich auf einen Tobsuchtsanfall in 304 Metern Höhe. Das Hochhausgewirr wird jährlich ausufernder, nur der Highway-Spaghetti-Knoten am Fuße des Wolkenkratzers ändert sich nie. Jedenfalls zeigte auch dieser Tag wie viele weitere auch wieder, dass man wunderbar einen kompletten Tag nur mit Fastfood, Wasser und Kaffee auskommen kann (by the way: wieder daheim stellte ich einen Gewichtsverlust von knapp 5 kg fest, der drei Wochen später bei sog. "vernünftiger" Ernährung egalisiert war).

Am Nachmittag des folgenden Tages sollte es dann tatsächlich nach Yangon gehen. So war die mir zur Verfügung stehende Zeit in Bangkok begrenzt, immerhin reichte es noch für Auffrischungs- Besuche der Central Embassy, des Jim Tompson House Museums und der Siam Society. Der Abflug war so gelegt, dass man für 20 bht mit dem Zug gen Don Mueang fahren konnte. Wie gesagt, es gab beim Einchecken keinerlei Probleme - und mit einer erträglichen Verspätung erreichten wir Yangon. Dort erwartete mich der Onkel meines Patensohns (mein Onkel hingegen darf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Auto fahren, nachdem er jahrzehntelang UNESCO- und WHO-Mitarbeiter durch den halben Kontinent kutschiert hatte) und brachte mich wohlbehalten ins gebuchte Grand United Hotel Ahlone. Da mein Orientierungssinn mich verlassen hat, fragte ich zehn Hotel-Mitarbeiter, wo denn die Straße ist, wo mein Onkel wohnt - wusste keiner. Am nächsten Morgen stellte ich fest, dass sie direkt neben dem Hotel abbiegt. Myanmar halt. Das Hotel kann ich übrigen aus mehreren Gründen wirklich empfehlen. Erstens sind die Preise ok, die Mitarbeiter sind nett, das Frühstück ist reichhaltig (sogar der Kaffee ist halbwegs genießbar) - und es gibt ein großes Fitness-Studio für die Hotel-Gäste. So konnte ich bestens gestärkt mit meinem Stadtrundgang beginnen. In drei Jahren hat sich wieder unheimlich viel getan, insbesondere hat Junction City eröffnet (dafür wurde mit dem FMI das erste Shopping Centre Myanmars abgerissen, um Platz für ein neues, größeres zu schaffen), in dessen Loteria ich künftig fast täglich einkehren sollte. Klar, dass ich mich auch ausgiebig an der Central Station aufhielt - ein Paradies für Freunde exotischen Bahnbetriebs, auch wen bis 2014 die Typenvielfalt (Großlieferung der japanischen Dieseltriebwagen) noch größer war. Außerdem musste ich feststellen, dass die St.Mary Cathedral inzwischen Eintrittsgeld erhebt. Wie unchristlich! Es setzte ein wildes Geregne ein. Trotzdem wanderte ich zur Shwedagon Pagoda, um meine Pflichtrunden zu drehen. Jetziger Stand: 68. Die Anlage stand teilweise knöchelhoch unter Wasser, war dennoch gut besucht. Auch auf das Erheben des Eintrittsgeldes wurde nicht verzichtet. Wie unbuddhistisch! Wobei zu berücksichtigen ist, dass ich eh bei jedem Pagoden-Besuch Donations mache. Während im Cultural Valley mangels Kundschaft schon die Rollläden unter waren, wurde am Shwe Gone Dine Ground (jetzt Kunstrasen!) fleißig trainiert. Der Regen verhinderte brauchbare Aufnahmen.

Am nächsten Morgen strahlte die Sonne. Zeit für einen Fußmarsch zum Inya Lake. Zwischenstopp linkerhand: Junction City. Inzwischen macht dieser Komplex einen relativ kompletten Eindruck. Dafür wird auf den Nachbargrundstücken gewerkelt: die Times City, die wohl auch die Golden City in den Schatten stellen wird. Kernstück wird die Jewellery Mall sein. Zwischenstopp rechterhand: das alte Universitätsgebäude (erbaut von ostdeutschen Architekten), das erste Hochhaus Myanmars. Das Ding könnte auch am Alex stehen. Der Inle Lake selbst ist erheblich größer als der Kandawgyi Lake, kann aber nicht überall in Ufernähe umrundet werden. Sehenswert das Inya Lake Hotel und das Myanmar Center - über beide berichtete ich bereits. Golden City ist bereits fertig - ein Hochhaus-Cluster, der einen erschlägt und den Frankfurter Berg winzig aussehen lässt. Über Wege, die ich noch nie genutzt habe, gelangte ich dann zum liegenden Buddha der Chauk Htat Kyi Pagoda. Immer wieder beeindruckend. Zu Fuß ging es zum Kandawgyi Lake. Ich musste feststellen, dass Yangon sich an einigen Ecken permanent verändert, während an anderen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Kaum am ehemaligen Standort der weißen Elefanten angekommen (jetzt in Naypyidaw, später mehr), verfinsterte sich der Himmel binnen weniger Sekunden und Petrus (oder sein fernöstliches Pendant) schüttete seine Fässer aus. Ich wetzte zur Kyay Thone Pagoda, die ich bisher nur bei Tageslicht Bei Dunkelheit bietet sich ein vollkommen anderes Bild. Das Areal liegt in einem Teich und wird angestrahlt, was zu herrlichen Effekten führt.

Nach einem reichhaltigen Frühstück konnte ich wieder eine Altlast beseitigen. Aus verschiedensten Gründen klappte bisher nie ein Versuch, die neue Hauptstadt Naypyidaw zu besuchen. Diesmal kutschierten mich der Onkel von meinem Patensohn mit künftiger Ehefrau hin. Es ging über den Death Highway, von dem ich bisher nur ein Teilstück bei Mandalay befahren hatte (dabei wäre unsere Familie dank eines Geisterfahrers fast ausgelöscht worden). Immerhin lagen zwei Raststätten auf dem Weg (in Thailand wären es derer fünfzig gewesen). Von der Fläche her ist Naypyidaw gigantisch, über die Einwohnerzahl hingegen kursieren die wildesten Angaben. Laut Regierung sollen es 1,2 Millionen sein - selbst für die wäre die Stadt hoffnungslos überdimensioniert. Da die Straßen jedoch kaum frequentiert sind (alle zwei Minuten sieht man ein anderes Auto oder einen Ochsenkarren), gehe ich privat von maximal 200.000 aus. Es ist absolut unheimlich. Die Stadtautobahnen haben bis zu 16 Spuren - - und gespenstisch leer. Ich hatte ein pralles Programm vorbereitet. Praktischerweise liegen alle Hotels (auch unser vorgebuchtes Apex-Hotel) und Shopping-Center an der Einfallstraße von Yangon, sodass wir keine Zeit verloren. Überflüssig zu sagen, dass wir die einzigen Gäste waren. Ziel eins natürlich die Uppasanti Pagoda, quasi eine 1:1-Nachbildung der Shwedagon Pagoda, deren Inneres allerdings begangen werden darf. Auch hier alles menschenleer. Aber durchaus schön anzusehen. Die weißen Elefanten haben ihr neues Quartier in unmittelbarer Nähe, wo sie aber keinesfalls fotografiert werden dürfen. Dann wollte ich zur Central Station. Was für ein gigantisches Bauwerk - und menschenleer. Mangels Nutzung bröseln manche Bereiche bereits vor sich hin bzw. sind von Unkraut überwuchert. Immerhin gab es Zugverkehr: den Nahverkehrszug nach Kyaukpadaung, ein Knotenpunkt im Nichts, von dem aus man weiter nach Pathein bzw. Bagan fahren kann. Weiter ging es zum National Landmarks Garden. Hier findet man die Miniaturausgaben wichtiger Gebäude aus dem ganzen Land. Ein riesiges Areal, in dem wir nahezu die einzigen Besucher waren. Insofern waren auch keine Kioske geöffnet. Der Park ist dennoch absolut interessant und sollte für den, der sich in Naypyidaw verirrt, ein Pflichtbesuch sein, denn man sieht spektakuläre Bauwerke, die man im Original wahrscheinlich nie zu sehen kriegt, da diese sich in Sperrgebieten oder abseits jeglicher Infrastruktur befinden. Mich haben die Bauten von Loikaw begeistert. Man kommt am Zeyar Thiri Stadium vorbei, das aber als Thatmadaw-Stadion weiträumig abgesperrt ist. Den echten Ground vom Naypyidaw FC, der auch in der Nähe ist, haben wir wegen der aufkeimenden Dunkelheit nicht gefunden. Dann wurde es Zeit für den Water Fountain Garden. Die Fontänen-Show ist durchaus spektakulär, hier war tatsächlich auch etwas Publikum. Anschließend machten wir alle lange Gesichter: sämtliche Restaurants waren früh am Abend bereits dicht oder standen kurz vorm Feierabend. Mir fiel das Junction Centre in Hotel-Nähe ein- und tatsächlich kriegten wir fünf Minuten vor Feierabend noch was Nahrhaftes. Beim diesem Stichwort noch der Hinweis, dass die Shopping Malls in Naypyidaw alle unspektakulär sind.

Am nächsten Tag stand ein Besuch des dortigen Nationalmuseums an. Auch hier wieder der übliche Schwachsinn: Kameraverbot, Handyerlaubnis. Obwohl derzeit vielleicht "nur" die Hälfte des Ausstellungsbereiches mit Ausstellungsobjekten gefüllt ist, wird man von der puren Masse erschlagen. Interessant war es allemal. Und seltsamerweise war hier auch viel los. Wir näherten uns dem Regierungsviertel. Die Gebäude sind gigantisch, aber sehr weit von den Highways entfernt - etwa so, als ob der nächste zugängliche Bereich, um den Berliner Reichstag zu sehen, der Berliner Dom wäre. Ohne größere Hoffnung fuhren wir das Wunna Theikdi Stadium an - ein Klon des o.g. Grounds und des Mandalarthiri Stadiums in Mandalay. Unerwarteterweise war das frei zugänglich. Einerseits eine sterile Anlage, andererseits beeindruckend (Kapazität ca. 35.000). Spielbetrieb allerdings nur extrem spärlich. Dann fuhren wir weiter zum Indoor Stadium. Kohortenweise Soldateska mit halbautomatischen Waffen drumherum, die uns aber auf Anfrage bedeuteten, dass wir selbstredend in die Halle dürften. Dort fand gerade ein Volleyball-Spiel statt. Eine Sportart, von der ich nichts verstehe - aber es sah spektakulär aus - und die Fans geizten nicht mit Beifall. Langsam mussten wir die Heimfahrt antreten. Während wir in Naypyidaw Glück mit dem Wetter hatten (für meine Begriffe war es sogar zu kühl), fing das Geschütte auf dem Highway wieder an. Das hinderte mich aber nicht daran, einmal beim Yangon HQ Stadium vorbeizukommen, welches erst seit geraumer Zeit nicht mehr in einem Sperrgebiet liegt. Abschließend muss ich zugeben, dass ich noch nie eine derartig merkwürdige Stadt wie Naypyidaw gesehen habe - und ich habe schon verflucht viel gesehen.

Der Tag danach fing mit Gegensätzen an. Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Onkel beim Inder gingen wir in den Ahlone Market. Ein nicht staatlich regulierter Markt, sondern eine Kooperative in einem grenzwertigen Ambiente, die auch dem Bauern, der nur ultrakrumme Gurken produziert, die Chance zum Verkauf bietet. Wahrscheinlich hätte ich mich allein nicht hier rein getraut, aber mein Onkel kannte fast jede und jeden. Anschließend widmete ich mich der St.John Mall, das genaue Gegenteil des Marktes. Gefiel mir aber auch recht gut. Im Lift meines Hotels hatte ich gesehen, dass es auch noch eine Branch in Chinatown gibt - es wurden auch Prozente beim Besuch der dortigen Roof Top Bar ausgelobt. Nun, der Ausblick von der dortigen Bar ist durchaus ok, aber von den Prozenten wusste man nichts. Egal, ich entspannte mich im Maha Bandoola Park mit seinen vielen Springbrunnen, bevor ich die Altstadt mit einem Abstecher zum Bogyoke Aung San Market bis zur Maha Bandoola Bridge durchmaß. Auf dem Weg frequentierte ich auch das Ocean Pazandaung, welches man endlich einem Facelifting unterzogen hatte. Am nächsten Morgen fuhr mich ein Kumpel von meinem Cousin, der gerade für einen Lehrgang büffeln musste und wenig Zeit für mich hatte, zur Swe Htaw Myat Pagoda. Eine schöne Anlage, in der ich seit fünfzehn Jahren nicht mehr war. Den Rückweg machte ich dann zu Fuß. Da machte ich eine vollkommen unerwartete Entdeckung: ein Ground mit nennenswertem Ausbau, der gerade einem Facelifting unterzogen wurde. Kaum zückte ich meine Kamera, trabten auch schon zwei Offizielle auch mich zu. Einer war der Pressesprecher vom Erstligisten Zwekapin United, der mir erklärte, dass es sich beim Nawaday Stadium um den vereinseigenen Ground handele. Natürlich hab ich bereits schon mal ein Spiel von denen im YTC gesehen und konnte mit Details glänzen - das Eis war gebrochen und ich konnte fotografieren. Man geht davon aus, dass der Ground in zwei, drei Jahren erstligareif sein dürfte (Kapazität dann wohl um die 6.000). Also: auf Wiedersehen! Dann ist man auch schon bei der Kaba Aye Pagoda, der einzige Tempel Yangons, dem kein Kloster angegliedert ist. Stattdessen beherbergt das Areal auch die Maha Pasana Cave, die vor knapp sechzig Jahren Schauplatz eines buddhistischen Weltkongresses war. Als ich meiner Frau eine WhatsApp-Nachricht schickte (in der Tat haben wir eine Verbindung zu dieser Pagode), reagierte sie sofort: ich müsse in einem Shop innerhalb des Komplexes, dessen Lage sie mir beschrieb, Massagezubehör kaufen. Und was soll ich sagen: obwohl auch sie schon ewig nicht mehr hier war, gab es den Shop und das Zubehör! Noch ein Abstecher zu dortigen Ga-Mone-Pwint-Mall, dann rief das Business. Ein Kumpel von einem Geschäftsfreund wollte wieder mit mir dinieren. Am Treffpunkt Sule Pagoda, deren Besuch ich mir heuer schenkte, holte er mich mit einem klimatisierten Toyota Crown und Chauffeur ab - richtig nobel. Das Essen in einem Restaurant im Hafen war entsprechend gut. Trotzdem muss ich lästern. Hätte er mir sofort das Restaurant genannt, wäre ich schneller dort gewesen, denn so mussten wir uns durch die Rush Hour quälen. Und dabei rusht in Yangon gar nichts. Ich hatte vorher schon mal was von den neuen Water Taxis gesehen, die ich vom Restaurant aus beschäftigungslos vor sich hin ankern sah. Monate später las ich hier den Grund: der Reeder hatte einfach über Monate den Sprit nicht bezahlt. Schade, dass - analog zu Manila mit den Pasig-Katamaranen - eine so gute Idee des Wassertransports kaputt gemacht wird. Im übrigen handelt es sich nicht um das erste gescheiterte Nahverkehrsprojekt in Yangon.. So hatte die mit immensen finanziellen Aufwand gebaute Tram gerade mal eine Halbwertszeit von einem Vierteljahr. Nur unwesentlich besser sah es mit den YBPC-Bussen aus, von denen ich 2016 so angetan war. Darüberhinaus machen die japanischen Dieseltriebwagen der Circle Line inzwischen auch einen desolaten Eíndruck. Wollen sich die Birmanen ewig mit Rikschas fortbewegen lassen?

Am nächsten Tag musste ich abends wieder zurück nach Bangkok. Ging ich vorher mal wieder ins Nationalmuseum. Eigentlich hat sich hier nichts geändert, außer dass ich mich bewusst mit dem Urheber des Goldenen Briefes, König Alaungphaya, beschäftigte (bekanntlich hatte ich dieses Weltkulturerbe ja mal in Hannover sehen können). Weiter ging es zum Martyrs' Monument. Architektonisch nicht so gelungen, aber historisch überaus relevant. Und dann schüttete es derartig, dass mir der Schirm zwar gegen die Nässe von oben half, aber ich gegen die überfluteten Straßen nichts tun konnte. Auf den Magistralen strömte das Wasser in Kniehöhe. Dennoch konnte ich irgendwie zu den Dogon Centres durchkraulen, deren gut funktionierende Klimaanlagen aber irgendwie kontraproduktiv für mich waren. Abschiedsessen in der Loteria. Im Hotel ging es nur noch darum, halbwegs trocken zu werden, dennoch durchnässte ich zwei Taxisitze und einen Flugzeugsitz komplett, bis ich wieder in meinem Bangkoker Hotel ankam. Der Flug kam buddhaseidank diesmal mit erheblicher Verfrühung an. Eine Fortsetzung folgt noch.

Inzwischen lässt das Land Berlin die Corona-Katze aus dem Sack. Haftbefehle werden nicht mehr vollstreckt - angeblich nur bis zu drei Jahren Haft. Jugendstrafen werden ausgesetzt, nach meinen unbestätigten Informationen ist auch einer der Maple Leaf-Diebe darunter. Die Clans benötigen für die Zeit der Machtübernahme jede helfende Pussy-Hand. Andere Staaten wie Italien oder Brasilien inszenieren wenigstens Gefängnisausbrüche. Hier ist die Durchdringung der Justiz durch das Clanwesen schon so weit fortgeschritten, dass nichts mehr getarnt zu werden braucht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächsten Bundesländer folgen. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen. Denn neben den vielen Lieferwagen von Elektronikfirmen (sogar zwei aus Moldawien waren dabei - soviel zu den angeblichen Grenzschließungen) bestimmt noch eine weitere Gruppe von Fahrzeugen das Geschehen auf Offenbachs Straßen. Natürlich fallen große Clan-SUVs hier überhaupt nicht auf, wenn sie unter Missachtung aller Verkehrsregeln sinnlos durch die Gegend brettern. Aber seit einigen Tagen fahren die auffallend langsam an Geschäftshäusern vorbei, wobei die Insassen wild herum telefonieren. Tja, man nimmt schon Witterung auf, welche Objekte durch die Krise billig erworben werden können. Oder man arbeitet an Angeboten, die die Gegenseite nicht ablehnen kann. Wird dem kein Einhalt geboten, sind auch ohne dedizierte Machtübernahme bald 95% der Immobilien in Clan-Händen. - Die Bundesländer schränken die Bewegungsfreiheit ein - die zweite Maßnahme in unseren Marsch in die Sklaverei. Ich kann mir nicht vorstellen, dass solche ekelhaften Grundgesetzhasser wie Strobl, Reul oder Beuth jemals wieder diese Freiheitseinschränkungen rückgängig machen. Ein blödes Gefühl habe ich zudem bei Berlin, wo die Polizei schon derartig großfamiliendurchseucht ist, dass sie die entsprechenden Anordnungen so eigenwillig interpretiert, dass Erinnerungen an 1938 wach werden. Ein viel besseres Gefühl habe ich bei Bayern, obwohl die dortige Polizei noch gewisse Probleme damit hat (logisch, wenn man weiß, dass Hirni Herrmann mit seiner sichtbaren siebzigjährigen Säuferkarriere der Chef ist). Aber der Garant dafür, dass alles seine völkische Ordnung hat, ist Söder. Der weist uns den Weg.

Auch wenn das Thema nahezu obsolet ist, fällt mir beim Stichwort Clan ein, dass ich rein interessehalber eine Tour durch etliche "Cafés" in der Nähe des Justizzentrums gemacht habe (nein, in der Drei Punkte Bar war ich nicht, um nicht ins Radar von Jurigeuner-/Clan-Gruppierungen zu geraten). Mehr oder minder nett bedient wurde ich überall, die Preise für Kaffee und Cola sind ok, blöde angeglotzt oder gar angelallt wurde ich auch nicht. Soweit alles im grünen Bereich. Aber: in sämtlichen Etablissements mit lebhaftem Jurigeuner-Betrieb wurden Getränke aus Einweggebinden ohne unser Pfandzeichen ausgegeben. Was bekommt die Stadtpolizei von wem fürs Wegschauen? Und wen interessiert das noch, während die Corona-"Pandemie" los tobt?